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Me­tall-Ar­beit­ge­ber bie­ten 1,2 Pro­zent - IG Me­tall: "Pro­vo­ka­ti­on"

Deutsch­lands Me­tall-Ar­beit­ge­ber bie­ten dau­er­haft 0,9 Pro­zent mehr Geld: Die IG Me­tall lehnt em­pört ab. Für wei­te­re Ge­sprä­che vor und hin­ter den Ku­lis­sen blei­ben bis zum En­de der Frie­dens­pflicht aber noch drei Wo­chen Zeit

12.04.2016. (dpa) - Bei den Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die deut­sche Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie ha­ben die Ar­beit­ge­ber in Düs­sel­dorf und Os­na­brück par­al­lel ers­te An­ge­bo­te vor­ge­legt.

Da­nach sol­len die Ge­häl­ter der rund 700.000 Be­schäf­tig­ten in Nord­rhein-West­fa­len und der gut 16.000 Kol­le­gen im Be­zirk Os­na­brück-Ems­land um ins­ge­samt 1,2 Pro­zent stei­gen.

Al­ler­dings ent­fal­len da­von 0,3 Pro­zent auf ei­ne Ein­mal­zah­lung, die nicht dau­er­haft wirk­sam wä­re.

Der Prä­si­dent des Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des Me­tall NRW, Arndt Kirch­hoff, nann­te das An­ge­bot "an­ge­mes­sen und rea­li­täts­ab­bil­dend". Der Chef der IG Me­tall in NRW, Knut Gies­ler, sprach da­ge­gen von ei­nem "mick­ri­gen An­ge­bot" und ei­ner Pro­vo­ka­ti­on. Die Ge­werk­schaft ver­langt ein Lohn­plus von 5 Pro­zent. Die Lauf­zeit soll nach den Ar­beit­ge­ber­vor­schlä­gen zwölf Mo­na­te be­tra­gen und wä­re da­mit re­la­tiv kurz.

Bun­des­weit wer­den rund 3,8 Mil­lio­nen Men­schen nach den Me­tall-Flä­chen­ta­ri­fen be­zahlt. Die Frie­dens­pflicht en­det in der Nacht zum 29. April. In NRW ist noch vor­her am 28. April in Neuss ei­ne drit­te Ver­hand­lungs­run­de an­ge­setzt.

Aus Sicht der Ar­beit­ge­ber spie­gelt das An­ge­bot die ver­schlech­ter­te wirt­schaft­li­che La­ge der Bran­che. "Mit un­se­rem An­ge­bot be­rück­sich­ti­gen wir die Un­si­cher­heit der kon­junk­tu­rel­len Ent­wick­lung", sag­te Ge­samt­me­tall-Prä­si­dent Rai­ner Dul­ger der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Der Ver­tei­lungs­spiel­raum sei aus­ge­schöpft. Vor al­lem ge­he es ein­zel­nen Un­ter­neh­men nach wie vor sehr un­ter­schied­lich. Dem wol­le man mit der Ein­mal­zah­lung ent­spre­chen. Trotz al­lem wür­den die Ar­beit­neh­mer er­neut ei­nen deut­li­chen Re­al­lohn­zu­wachs be­kom­men, be­ton­te Dul­ger.

Der bun­des­wei­te IG-Me­tall-Chef Jörg Hof­mann sprach da­ge­gen von "Ma­ger­kost für die Be­schäf­tig­ten zu Guns­ten der Pro­fi­te". "Dies ge­fähr­det Wachs­tum und Be­schäf­ti­gung, denn wer die Nach­fra­ge schwächt, ris­kiert den kon­junk­tu­rel­len Sturz­flug", sag­te Hof­mann am Ran­de des Stahl­ak­ti­ons­ta­ges in Duis­burg. 0,9 Pro­zent sei­en das nied­rigs­te An­ge­bot der jüngs­ten Ta­rif­ge­schich­te.

Die Ver­hand­lun­gen ge­hen jetzt wei­ter. Dass die­ses An­ge­bot nicht das letz­te Wort der Ar­beit­ge­ber sei, räum­te Kirch­hoff auf Nach­fra­ge ein. "Wir ge­hen wie­der an den Ver­hand­lungs­tisch. Da muss je­der ein biss­chen Luft ge­ben", sag­te er.

Da­mit sind so­wohl ei­ne län­ge­re Lauf­zeit, hö­he­re Pro­zent­zu­sa­gen oder auch zu­sätz­li­che In­stru­men­te zur Fle­xi­bi­li­sie­rung wei­ter mög­lich. Die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die deut­sche Kern­in­dus­trie wer­den zu­nächst re­gio­nal ge­führt und erst zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt in ei­nem Pi­lot­be­zirk zum Ab­schluss ge­bracht. Da die Ar­beit­ge­ber ihr ers­tes An­ge­bot in der zwei­ten re­gio­na­len Run­de in Nord­rhein-West­fa­len vor­ge­legt ha­ben, könn­te die­ser Pi­lot­be­zirk 2016 NRW sein.

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Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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