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Me­tall-Ar­beit­ge­ber ver­tei­di­gen Zeit­ar­beit - Kri­tik vom DGB

Die Me­tall­in­dus­trie ist ei­ne von Deutsch­lands Schlüs­sel­bran­chen - oh­ne Leih­ar­beit kommt auch sie selbst bei gu­ter Kon­junk­tur­la­ge nicht aus: Wie hoch ist der An­teil der Zeit­be­schäf­tig­ten ins­ge­samt?

12.06.2015. (dpa) - Die deut­sche Me­tall­in­dus­trie ver­tei­digt den Ein­satz von Zeit­ar­bei­tern.

Nach Dar­stel­lung des Ver­bands Ge­samt­me­tall liegt ihr An­teil in der ge­sam­ten Bran­che al­ler­dings le­dig­lich bei 4,8 Pro­zent al­ler Be­schäf­tig­ten - und da­mit nicht so hoch wie in ei­nem Zei­tungs­be­richt dar­ge­stellt.

Die "Welt" (Don­ners­tag) hat­te un­ter Be­ru­fung auf ei­ne An­fra­ge der Links­frak­ti­on im Bun­des­tag an das Ar­beits­mi­nis­te­ri­um be­rich­tet, dass mehr als je­der zehn­te Be­schäf­tig­te in der Me­tall­in­dus­trie ein Zeit­ar­bei­ter sei.

Der Ver­band wies die ge­nann­te Quo­te von 11,2 Pro­zent für die Bran­che als zu hoch zu­rück.

Die Lin­ke re­agier­te auf die Dar­stel­lung der Ar­beit­ge­ber und stell­te klar, dass es in der Ant­wort des Hau­ses von Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) nur um die so­ge­nann­ten Be­rufs­haupt­grup­pen in der Me­tall­in­dus­trie ging - nicht aber um den Wirt­schafts­zweig ins­ge­samt.

Aus dem Mi­nis­te­ri­um hieß es zu den An­tei­len der Zeit­ar­bei­ter in ver­schie­de­nen Be­rufs­grup­pen: "Die höchs­ten An­teils­wer­te wer­den zum Stich­tag 30. Ju­ni 2014 für die Be­rufs­haupt­grup­pen Me­tall­er­zeu­gung und -be­ar­bei­tung, Me­tall­bau­be­ru­fe (11,2 Pro­zent) und Ver­kehr, Lo­gis­tik (au­ßer Fahr­zeug­füh­rung) (10,9 Pro­zent) aus­ge­wie­sen." Die Lin­ke er­klär­te dar­auf­hin, es ha­be of­fen­bar bei der Dar­stel­lung die­ser An­ga­ben ein Miss­ver­ständ­nis ge­ge­ben.

An der grund­sätz­li­chen Kri­tik an sol­chen Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen än­de­re sich je­doch nichts. "Ge­ra­de in Bran­chen, wo gu­te Ge­win­ne ge­macht wer­den, wird Leih­ar­beit stra­te­gisch als Al­ter­na­ti­ve zu re­gu­lä­rer Ar­beit ein­ge­setzt, um die Löh­ne zu drü­cken und die Ar­beit­neh­mer­rech­te zu schlei­fen", sag­te Lin­ken-Frak­ti­ons­vi­ze Klaus Ernst. Ex­trem sei dies in der Au­to­bran­che, aber auch bei der Post, wie der ak­tu­el­le Ta­rif­kon­flikt zei­ge.

Ernst for­der­te, den Ein­satz von Leih­ar­bei­tern auf ma­xi­mal drei Mo­na­te zu be­gren­zen. Schon ab dem ers­ten Tag müss­ten sie gleich be­zahlt wer­den. Nah­les plant ein Ge­setz zur Re­ge­lung der Zeit­ar­beit. Da­bei be­ab­sich­tigt sie, die so­ge­nann­te Höchst­über­las­sungs­dau­er auf 18 Mo­na­te zu be­gren­zen. Nach neun Mo­na­ten sol­len die Zeit­ar­bei­ter dann den glei­chen Lohn wie An­ge­hö­ri­ge der Stamm­be­leg­schaft be­kom­men.

Die Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (BDA) sieht dies kri­tisch. Die Zeit­ar­beit sei ein Be­schäf­ti­gungs­mo­tor, sag­te Ar­beit­ge­ber-Prä­si­dent In­go Kra­mer der "Wirt­schafts­wo­che". "Zum an­de­ren gibt sie die not­wen­di­ge Fle­xi­bi­li­tät. Im Rah­men von Werk- und Dienst­ver­trä­gen ein­ge­setz­te Ar­beit­neh­mer sind kei­ne Ar­beit­neh­mer zwei­ter Klas­se." Auch die Me­tall- und Elek­tro­ar­beit­ge­ber in Bay­ern lehn­ten das Vor­ha­ben ab. Die Bran­che be­nö­ti­ge Zeit­ar­bei­ter zu­dem wei­ter­hin, um Auf­trags­spit­zen ab­zu­fe­dern.

Rü­cken­de­ckung für Nah­les kam vom DGB. "Es gibt Un­ter­neh­men, in de­nen die Zahl der Leih­ar­bei­ter seit Jah­ren die der Fest­an­ge­stell­ten über­steigt. Mit Auf­trags­spit­zen hat das nichts mehr zu tun", sag­te Vor­stands­mit­glied An­ne­lie Bun­ten­bach der "Wirt­schafts­wo­che".

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Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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