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Mehr als 25 000 Me­tal­ler im Warn­streik

Der fünf­te Warn­streik-Tag in der baye­ri­schen Me­tall­in­dus­trie war der größ­te im lau­fen­den Ta­rif­kampf - gut 25 000 Mit­ar­bei­ter setz­ten ein kla­res Zei­chen für die For­de­rung nach deut­lich mehr Lohn: Die Ar­beit­ge­ber re­agie­ren mit Un­ver­ständ­nis

05.02.2015. (dpa) - Die Warn­streik­wel­le in der baye­ri­schen Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie hat am Mitt­woch ei­nen Hö­he­punkt er­reicht.

Schon bis zum Nach­mit­tag be­tei­lig­ten sich nach An­ga­ben der IG Me­tall mehr als 25 000 Ar­beit­neh­mer in 26 Be­trie­ben an Ak­tio­nen.

Schwer­punkt sei Au­di in In­gol­stadt ge­we­sen, wo 13 500 Be­schäf­tig­te im Warn­streik ge­we­sen sei­en.

Da­durch "konn­ten 250 Au­tos nicht ge­baut wer­den", sag­te Bern­hard Stiedl, Zwei­ter Be­voll­mäch­tig­ter der IG Me­tall In­gol­stadt.

Am Sams­tag soll so­gar der Bau von 800 Au­dis aus­fal­len: "Die am kom­men­den Wo­chen­en­de ge­plan­ten Son­der­schich­ten sind nicht zu­letzt we­gen dem Dünn­bier-An­ge­bot des Ar­beit­ge­ber­ver­bands ab­ge­sagt", sag­te Be­triebs­rat Jörg Schlag­bau­er.

Die IG Me­tall for­dert in dem Ta­rif­kon­flikt 5,5 Pro­zent mehr Lohn so­wie ei­ne bes­se­re Re­ge­lung der Al­ters­teil­zeit. Die Ar­beit­ge­ber bie­ten 2,2 Pro­zent mehr Lohn.

Der Ver­band der Baye­ri­schen Me­tall- und Elek­tro-In­dus­trie kri­ti­sier­te die Warn­streiks. "Wir ha­ben in der zwei­ten Ta­rif­ver­hand­lung En­de Ja­nu­ar ein ver­nünf­ti­ges und fai­res An­ge­bot vor­ge­legt und sind mit die­sem auf al­le drei For­de­run­gen der IG Me­tall Bay­ern ein­ge­gan­gen. Es ist nicht nach­voll­zieh­bar, war­um die IG Me­tall nach wie vor auf mas­si­ve Warn­streiks setzt," sag­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Ber­tram Bros­sardt. Das sei an­ge­sichts der schwin­den­den Wett­be­werbs­fä­hig­keit der deut­schen Me­tall­in­dus­trie ein ge­fähr­li­ches Si­gnal.

Der Chef­volks­wirt des Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des Ge­samt­me­tall, Mi­cha­el Stahl, sag­te am Mitt­woch in Ber­lin, die Auf­trags­ein­gän­ge wüch­sen. Vor­aus­sicht­lich wer­de die Pro­duk­ti­on in die­sem Jahr um 1,5 Pro­zent wach­sen. Beim Um­satz rech­net Ge­samt­me­tall mit ei­nem Zu­wachs von 4 Pro­zent.

Der baye­ri­sche IG-Me­tall-Chef Jür­gen Wechs­ler sag­te, das An­ge­bot der Ar­beit­ge­ber sei ei­sig. "Die Stim­mung bei un­se­ren Warn­streiks ist im Ge­gen­satz da­zu sehr auf­ge­heizt. Da­mit es wie­der Früh­ling in den Be­trie­ben wird, for­de­re ich die Ar­beit­ge­ber zu ei­nem son­ni­gen An­ge­bot auf." Die drit­te Ver­hand­lungs­run­de für die 790 000 baye­ri­schen Me­tal­ler fin­den am Mon­tag in Aschaf­fen­burg statt.

Bay­ern ist nach Ba­den-Würt­tem­berg der zweit­größ­te Ta­rif­be­zirk. In der ver­gan­ge­nen Ta­rif­run­de 2013 war hier der Pi­lot­ab­schluss er­zielt wor­den, der dann auch in den üb­ri­gen Be­zir­ken über­nom­men wur­de. Noch ist of­fen, in wel­chem Be­zirk dies­mal der Pi­lot­ab­schluss ver­han­delt wird.

Für Mitt­woch hat­te die Ge­werk­schaft Be­schäf­tig­te in 35 baye­ri­schen Be­trie­ben zu Ak­tio­nen auf­ge­ru­fen. Beim Flug­zeug­zu­lie­fe­rer MTU Ae­ro En­gi­nes und im BMW-For­schungs­zen­trum in Mün­chen be­tei­lig­ten sich nach An­ga­ben der IG Me­tall rund 3000 Be­schäf­tig­te. Grö­ße­re Ak­tio­nen gab es auch bei Air­bus in Man­ching, BMW in Lands­hut und ZF Fried­richs­ha­fen in Au­er­bach. Der Münch­ner IG-Me­tall-Chef Horst Lisch­ka zeig­te sich zu­frie­den: Die Be­tei­li­gung sei in den meis­ten Fäl­len bes­ser als er­war­tet, die Ta­rif­for­de­rung fin­de brei­ten Rück­halt in den Be­trie­ben.

Für Don­ners­tag rief die IG Me­tall zu Warn­streiks in 25 Be­trie­ben auf - un­ter an­de­rem beim Lkw-Her­stel­ler MAN in Mün­chen. Meh­re­re Tau­send Be­schäf­tig­te sol­len dort die Ar­beit für meh­re­re St­un­den nie­der­le­gen. Auch bei Bosch Sie­mens Haus­ge­rä­te in Dil­lin­gen und Os­ram in Re­gens­burg sind die Mit­ar­bei­ter zu Ak­tio­nen auf­ge­ru­fen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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