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3,1 Mil­lio­nen Er­werbs­tä­ti­ge un­ter der Ar­muts­schwel­le

Nicht ge­nug Geld für Mie­te und Hei­zung, nur je­den zwei­ten Tag ein rich­ti­ges Es­sen und kei­ne Ur­laubs­rei­se: Im­mer mehr Er­werbs­tä­ti­ge kom­men nur schlecht über die Run­den. Ge­werk­schaf­ten, So­zi­al­ver­bän­de und Lin­ke for­dern mehr So­zi­al­leis­tun­gen.

26.01.2015. (dpa) - Arm trotz Ar­beit: Im­mer mehr Er­werbs­tä­ti­ge in Deutsch­land kön­nen kaum von ih­rem Ein­kom­men le­ben.

En­de 2013 be­zo­gen nach ei­ner Aus­wer­tung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts rund 3,1 Mil­lio­nen Er­werbs­tä­ti­ge ein Ein­kom­men un­ter­halb der Ar­muts­schwel­le.

Das wa­ren 25 Pro­zent mehr als 2008, als die­se Zahl noch bei rund 2,5 Mil­lio­nen lag, wie die "Saar­brü­cker Zei­tung" (Sams­tag) un­ter Be­ru­fung auf ei­ne Son­der­aus­wer­tung der Sta­tis­ti­ker be­rich­te­te.

Als ar­muts­ge­fähr­det gilt dem Be­richt zu­fol­ge, wer ein­schließ­lich al­ler staat­li­chen Trans­fers wie zum Bei­spiel Wohn- oder Kin­der­geld we­ni­ger als 60 Pro­zent des mitt­le­ren Ein­kom­mens er­zielt. 2013 lag die­se Schwel­le in Deutsch­land bei 979 Eu­ro net­to im Mo­nat. Nach An­ga­ben der Sta­tis­ti­ker wa­ren 16,1 Pro­zent der Be­völ­ke­rung da­mals ar­muts­ge­fähr­det.

Haus­halts­be­fra­gun­gen er­ga­ben, dass 379 000 der ar­muts­ge­fähr­de­ten Er­werbs­tä­ti­gen im Jahr 2013 ih­re Mie­te nicht recht­zei­tig be­zah­len konn­ten. 417 000 spar­ten beim Hei­zen, 538 000 beim Es­sen, in­dem sie nur je­den zwei­ten Tag ei­ne voll­wer­ti­ge Mahl­zeit zu sich nah­men. Für rund je­den zwei­ten Be­trof­fe­nen (1,5 Mil­lio­nen) sei be­reits ein ein­wö­chi­ger Ur­laub­s­auf­ent­halt im Jahr nicht be­zahl­bar ge­we­sen.

DGB-Vor­stands­mit­glied An­ne­lie Bun­ten­bach er­klär­te, der ge­setz­li­che Min­dest­lohn wer­de nicht rei­chen, um Ar­mut trotz Ar­beit zu be­sei­ti­gen. Nö­tig sei­en auch bes­se­re So­zi­al­leis­tun­gen. "Vie­ler­orts ex­plo­die­ren die Mie­ten - des­halb muss drin­gend das Wohn­geld an­ge­ho­ben wer­den." Auch der Kin­der­zu­schlag für Ge­ring­ver­die­ner müs­se er­höht wer­den.

Ähn­lich äu­ßer­te sich der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Pa­ri­tä­ti­schen Ge­samt­ver­ban­des, Ul­rich Schnei­der. "Wir brau­chen ein ab­ge­stimm­tes Maß­nah­men­bün­del, be­ste­hend aus ei­ner deut­li­chen Er­hö­hung des Min­dest­lohns, aber auch des Kin­der­gel­des und des Wohn­gel­des. An­de­ren­falls wer­den ins­be­son­de­re grö­ße­re Fa­mi­li­en nicht er­reicht."

Die Lin­ken-Vor­sit­zen­de Kat­ja Kip­ping for­der­te die Ab­si­che­rung al­ler Kin­der und Ju­gend­li­chen mit ei­ner aus­rei­chen­den Kin­der­grund­si­che­rung, ei­nen Min­dest­stun­den­lohn oh­ne Aus­nah­men in Hö­he von 10 Eu­ro so­wie ei­ne aus­rei­chen­de Min­dest­ren­te und Min­dest­si­che­rung. "Un­ter 1050 Eu­ro droht Ar­mut", so Kip­ping.

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Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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