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Min­dest­lohn für Fleisch­bran­che kommt schritt­wei­se

Nach­dem der Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro Ge­setz wird, schlie­ßen im­mer mehr Bran­chen Ta­rif­ver­trä­ge ab: Da­mit lässt sich der Min­dest­lohn et­was auf­schie­ben. Auch in der Fleisch­bran­che

31.07.2014. (dpa) - Die we­gen Dum­ping­löh­nen in Ver­ruf ge­ra­te­ne Fleisch­wirt­schaft be­kommt ei­nen bran­chen­weit ver­bind­li­chen Min­dest­lohn.

Da­mit darf in der Bran­che vom 1. Au­gust an kei­ner der et­wa 100 000 Be­schäf­tig­ten we­ni­ger als 7,75 Eu­ro in der St­un­de ver­die­nen.

Das Bun­des­ka­bi­nett ha­be am Mitt­woch ei­ne ent­spre­chen­de Ver­ord­nung ge­bil­ligt, teil­te das Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um in Ber­lin mit.

Doch die Re­ge­lung be­deu­tet auch, dass die Be­schäf­tig­ten erst­mal nicht vom neu­en ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro pro­fi­tie­ren.

Die zu­nächst nur für die ta­rif­ge­bun­de­nen Un­ter­neh­men ver­ein­bar­te Lohn­un­ter­gren­ze wird nun für die ge­sam­te Bran­che ver­bind­lich. Bis zum 1. De­zem­ber 2016 wer­den die Löh­ne in drei Schrit­ten auf min­des­tens 8,75 Eu­ro an­ge­ho­ben.

Der Min­dest­lohn in der Fleisch­wirt­schaft be­trägt dem­nach:

ab 1. Au­gust 2014: 7,75 Eu­ro ab 1. De­zem­ber 2014: 8,00 Eu­ro ab 1. Ok­to­ber 2015: 8,60 Eu­ro ab 1. De­zem­ber 2016: 8,75 Eu­ro

Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) sieht die Re­ge­lung als "gu­tes Zei­chen, denn ge­ra­de in der Fleisch­wirt­schaft wur­den in der Ver­gan­gen­heit oft Hun­ger­löh­ne ge­zahlt". Da­mit sei nun Schluss, da es nun "end­lich fai­re Löh­ne" ge­be. Die Lohn­un­ter­gren­ze gel­te für in­län­di­sche und aus­län­di­sche Be­schäf­tig­te hier­zu­lan­de.

"Über Jah­re wur­de in der Fleisch­wirt­schaft ein Sys­tem aus mit­ein­an­der ver­wo­be­nen Su­b­un­ter­neh­men ent­wi­ckelt, dass die gna­den­lo­se Aus­beu­tung der Be­schäf­tig­ten viel zu ein­fach mach­te", sag­te Claus-Ha­rald Güs­ter, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Ge­werk­schaft Nah­rung-Ge­nuss-Gast­stät­ten (NGG). "Mit der Ein­füh­rung des Min­dest­loh­nes wird den schlimms­ten For­men der Aus­beu­tung mit Löh­nen noch un­ter­halb von fünf Eu­ro ein Rie­gel vor­ge­scho­ben."

Bis­lang gibt es nun in 14 Bran­chen all­ge­mein­ver­bind­li­che Min­dest­löh­ne. Die­se ste­hen ne­ben dem ab 1. Ja­nu­ar 2015 gel­ten­den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro. Sie dür­fen die­sen für ei­ne zwei­jäh­ri­ge Über­gangs­zeit auch un­ter­schrei­ten.

Der­zeit ver­han­delt die NGG au­ßer­dem über die Ein­füh­rung ei­nes Min­dest­lohns im Bä­cker­hand­werk. Die Ge­sprä­che wer­den En­de Au­gust fort­ge­setzt. Die Bran­che be­schäf­tigt 284 000 Mit­ar­bei­ter in Deutsch­land. In den meis­ten Bun­des­län­dern wer­de bei den Bä­ckern der ge­setz­li­che Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro aber schon heu­te über­schrit­ten, sag­te Pe­ter Be­cker, der Prä­si­dent des Bä­cker­hand­werks, der "Deut­schen Hand­werks Zei­tung".

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. Januar 2015

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