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Min­dest­lohn für Fleisch­bran­che noch nicht im Ju­li

Im Ja­nu­ar kün­di­gen Ge­werk­schaft und Ar­beit­ge­ber für den 1. Ju­li ei­nen Min­dest­lohn-Ta­rif­ver­trag für die Be­schäf­tig­ten der Fleisch­wirt­schaft an: Doch das ju­ris­ti­sche Ver­fah­ren dau­ert län­ger als ge­plant

27.06.2014. (dpa) - Die Be­schäf­tig­ten in der Fleisch­in­dus­trie müs­sen län­ger als all­ge­mein er­war­tet auf den ver­bind­li­chen Min­dest­lohn war­ten.

Ein In­kraft­tre­ten zum 1. Ju­li, wie ur­sprüng­lich an­ge­kün­digt, sei nicht mög­lich, sag­ten am Don­ners­tag Ver­tre­ter der Ge­werk­schaft Nah­rung-Ge­nuss-Gast­stät­ten (NGG) und der Ar­beit­ge­ber­ver­ei­ni­gung Nah­rung und Ge­nuss (ANG).

Zu­nächst müs­se das not­wen­di­ge Rechts­ver­ord­nungs­ver­fah­ren ab­ge­schlos­sen sein, sag­te ei­ne Spre­che­rin des Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­ums zu ent­spre­chen­den Be­rich­ten der "Nord­west-Zei­tung" (Ol­den­burg) und der "Ol­den­bur­gi­schen Volks­zei­tung" (Ve­ch­ta).

Der zwin­gen­de Min­dest­lohn kön­ne erst nach ei­ner Ver­öf­fent­li­chung der Rechts­ver­ord­nung im Bun­des­an­zei­ger in Kraft tre­ten. Sie rech­ne aber da­mit, dass der Min­dest­lohn zum 1. Au­gust kom­me, sag­te ANG-Ge­schäfts­füh­re­rin Va­le­rie Hols­bo­er.

Im Ja­nu­ar hat­ten sich Ge­werk­schaft und Ar­beit­ge­ber erst­mals auf ei­nen Ta­rif­ver­trag für die deut­sche Fleisch­in­dus­trie ge­ei­nigt. Der Ab­schluss sieht zum Start ein Lohn­ni­veau von 7,75 Eu­ro pro St­un­de vor. Der Lohn soll in vier Stu­fen bis zum 1. De­zem­ber 2016 auf 8,75 Eu­ro er­höht wer­den. Um Lohn­dum­ping in den Schlacht­hö­fen zu be­geg­nen, soll der Ta­rif für al­le Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­ge­ber gel­ten, auch für Werk­ver­trags­ar­bei­ter und Su­b­un­ter­neh­mer. Da­zu war die Fleisch­bran­che En­de Mai ins Ar­beit­neh­mer­ent­sen­de­ge­setz ein­be­zo­gen wor­den. Um Rechts­kraft zu er­lan­gen, muss aber noch der Er­lass der ent­spre­chen­den Ver­ord­nung ab­ge­war­tet wer­den.

Am Diens­tag ha­be der Ta­rif­aus­schuss des Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­ums ei­nen ein­stim­mi­gen Be­schluss für die All­ge­mein­ver­bind­lich­keit des Ta­rif­werks ge­fasst, sag­te Hols­bo­er. "Der Zeit­plan war wahn­sin­nig ehr­gei­zig, und wir lie­gen fast kom­plett drin", wies sie Kri­tik an der Ver­zö­ge­rung zu­rück. Sie ge­he da­von aus, dass die Ver­ord­nung an die­sem Frei­tag im Bun­des­an­zei­ger ver­öf­fent­licht wer­de - soll­te das Bun­des­ka­bi­nett kei­ne Ein­wän­de ha­ben, könn­te das Ta­rif­werk in drei Wo­chen in Kraft tre­ten.

Er be­daue­re die Ver­zö­ge­run­gen durch das kom­pli­zier­te ju­ris­ti­sche Ver­fah­ren, sag­te der stell­ver­tre­ten­de NGG-Vor­sit­zen­de Claus-Ha­rald Güs­ter. Die Ar­beit­ge­ber hät­ten sich dar­auf ein­ge­stellt, den Min­dest­lohn ab dem 1. Ju­li zu zah­len. "Die Be­schäf­tig­ten, vor al­lem vie­le Tau­sen­de mit Werk­ver­trä­gen er­war­ten, dass ab 1. Ju­li 2014 min­des­tens 7,75 Eu­ro ge­zahlt wer­den", sag­te Güs­ter laut Mit­tei­lung.

Für die PHW-Grup­pe ("Wie­sen­hof") sag­te Ge­schäfts­füh­rer Pe­ter Wes­jo­hann der Nord­west-Zei­tung, sein Un­ter­neh­men wol­le wie ver­spro­chen den Min­dest­lohn ab dem 1. Ju­li be­zah­len.

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Letzte Überarbeitung: 20. August 2014

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