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Min­dest­lohn für Leih­ar­beit noch 2011

Der ver­bind­li­che Min­dest­lohn für die Leih­ar­beit wird vor­aus­sicht­lich noch in die­sem Jahr um­ge­setzt: Ta­rif­aus­schuss beim Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um stimmt Min­dest­lohn­vor­schlag ein­stim­mig zu
09.12.2011. Leih­ar­beit­neh­mer ver­die­nen zu we­nig, so die mitt­ler­wei­le all­ge­mei­ne Mei­nung der maß­geb­li­chen Ar­beits­markt­po­li­ti­ker. Da­her wur­de in das Ar­beit­neh­mer­über­las­sungs­ge­setz (AÜG) ei­ne Min­dest­lohn­re­ge­lung ein­ge­fügt, näm­lich § 3a AÜG. Die­se Re­ge­lung trat En­de April 2011 in Kraft.

Die­se Ge­set­zes­än­de­rung hat­te al­ler­dings nicht so­fort zur Fol­ge, dass die Leih­ar­beits­ta­rif­ver­trä­ge des DGB nun­mehr deutsch­land­weit als Lohn­un­ter­gren­ze für die ge­sam­te Leih­ar­beits­bran­che gel­ten. Zum 01.05.2011 än­der­te sich da­her zu­nächst ein­mal für die Leih­ar­beit­neh­mer nichts (wir be­rich­te­ten dar­über in: Ar­beits­recht ak­tu­ell 11/182: Min­dest­lohn für Leih­ar­beit - noch im­mer nicht um­ge­setzt). Denn die neue Re­ge­lung gibt den Ta­rif­part­nern nur die Mög­lich­keit, dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les (BMAS) ge­mein­sam vor­zu­schla­gen, dass ih­re ta­rif­ver­trag­li­chen (Min­dest-)St­un­den­löh­ne zur ge­setz­li­chen Lohn­un­ter­gren­ze er­ho­ben wer­den. Auf die­ser Grund­la­ge kann dann ein sol­cher Min­dest­lohn­ta­rif­ver­trag vom BMAS per Rechts­ver­ord­nung ver­bind­lich fest­ge­setzt wer­den. Und erst dann gibt es ei­nen ge­setz­li­chen Min­dest­lohn für die Leih­ar­beit.

Nach­dem die­ses Ver­fah­ren erst im Som­mer 2011 ein­ge­lei­tet wor­den war (so das BMAS mit Schrei­ben an un­se­re Kanz­lei vom 30.08.2011), steht es jetzt an­schei­nend kurz vor sei­nem Ab­schluss. Denn wie dpa ges­tern ver­laut­bar­te, stimm­te der Ta­rif­aus­schuss beim BMAS am gest­ri­gen Don­ners­tag dem Vor­schlag von Ar­beit­ge­bern und Ge­werk­schaf­ten auf Fest­set­zung ei­ner Lohn­un­ter­gren­ze ein­stim­mig zu.

Da­mit kann der Min­dest­lohn von 7,89 EUR im Wes­ten und 7,01 EUR im Os­ten vor­aus­sicht­lich noch in die­sem Jahr all­ge­mein­ver­bind­lich er­klärt wer­den. Ei­ne ent­spre­chen­de Ver­ord­nung des Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­ums dürf­te noch vor Weih­nach­ten dem Bun­des­ka­bi­nett zur Bil­li­gung vor­ge­legt wer­den. An die Min­des­tent­gel­te müs­sen sich dann auch al­le in Deutsch­land tä­ti­gen Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men aus dem Aus­land hal­ten. Künf­tig gel­ten in Deutsch­land dann Min­dest­löh­ne in elf Bran­chen mit an­nä­hernd vier Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten.

Wie es heißt, soll der im Som­mer vor­ge­leg­te Min­dest­lohn­ta­rif­ver­trag auf dem Weg zur All­ge­mein­ver­bind­lich­keit mo­na­te­lang "we­gen for­ma­ler Män­gel" hän­gen ge­blie­ben sein.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2014

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