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Nah­les: Hö­he­re Prei­se durch Min­dest­lohn - Streit in SPD-Lin­ker

Der Min­dest­lohn ist be­schlos­sen: Ar­beits­mi­nis­te­rin Nah­les hofft, dass die SPD da­durch wie­der aus dem Um­fra­ge­tief kommt. Zu­nächst aber gibt es in­ner­par­tei­li­chen Zwist. Die Par­tei­lin­ke ist sau­er auf ih­re Vor­sit­zen­de Matt­heis. Spal­tung droht

07.07.2014. (dpa) - Der so­eben be­schlos­se­ne all­ge­mei­ne Min­dest­lohn wird nach Ein­schät­zung von Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les teil­wei­se zu stei­gen­den Prei­sen füh­ren.

Die Ge­winn­mar­ge man­ches Un­ter­neh­mens wer­de sin­ken, sag­te die SPD-Po­li­ti­ke­rin dem "Ta­ges­spie­gel am Sonn­tag".

"Und ja, im Ein­zel­fall gibt es si­cher auch ein Plus bei den Prei­sen."

Der Bun­des­tag hat­te den flä­chen­de­cken­den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro pro St­un­de ab 2015 am Don­ners­tag be­schlos­sen.

Für Bran­chen wie Zei­tungs­zu­stel­ler und Sai­son­ar­bei­ter gibt es Über­gangs­fris­ten bis 2017.

Die har­sche Kri­tik der SPD-Lin­ken Hil­de Matt­heis dar­an sorgt der­weil in­ner­par­tei­lich für Streit.

Nah­les wies zu­gleich dar­auf hin, dass Min­dest­lohn­emp­fän­ger auch Kon­su­men­ten sei­en. Dank ih­res hö­he­ren Ein­kom­mens könn­ten sie künf­tig mehr Dienst­leis­tun­gen und Pro­duk­te kau­fen. "Al­les in al­lem wird der volks­wirt­schaft­li­che Ef­fekt po­si­tiv sein", sag­te Nah­les. Zu­dem stie­gen die Ein­nah­men der so­zia­len Si­che­rungs­sys­te­me, was die­se sta­bi­ler ma­che.

Sie wer­de "den Um­gang mit dem Min­dest­lohn in Deutsch­land ge­nau im Au­ge be­hal­ten". Um Ver­stö­ßen auf die Spur zu kom­men, wer­de beim Zoll ei­ne "Hot­line" ein­ge­rich­tet. "Da kön­nen Ar­beit­neh­mer an­ru­fen, aber auch Ar­beit­ge­ber, wenn sie mit­be­kom­men, dass der Kon­kur­rent Lohn­dum­ping be­treibt." Nah­les zeig­te sich zu­ver­sicht­lich, dass die SPD dank ih­rer Re­for­men aus den nied­ri­gen Um­fra­ge­wer­ten her­aus­kom­men wird. "Ge­ra­de der Min­dest­lohn wird uns viel ver­lo­re­nes Ver­trau­en zu­rück­brin­gen", sag­te sie. "Es gibt ihn nur, weil die SPD in der Re­gie­rung ist."

Der SPD-Par­tei­lin­ken droht nach In­for­ma­tio­nen der "Süd­deut­schen Zei­tung" we­gen der Aus­ein­an­der­set­zung über den Min­dest­lohn die Spal­tung. Am Frei­tag hät­ten sechs nam­haf­te So­zi­al­de­mo­kra­ten ih­ren Aus­tritt aus dem Fo­rum De­mo­kra­ti­sche Lin­ke, kurz DL21, er­klärt, be­rich­te­te das Blatt. Sie er­ho­ben dem­nach schwe­re Vor­wür­fe ge­gen die Vor­sit­zen­de des Krei­ses, Matt­heis. Pro­mi­nen­tes­te Un­ter­zeich­ne­rin des Schrei­bens sei Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les, die einst DL21-Vor­sit­zen­de ge­we­sen war.

Die sechs Un­ter­zeich­ner be­grün­de­ten ih­ren Aus­tritt mit ei­nem Zi­tat von Matt­heis zum Min­dest­lohn, das "nicht hin­nehm­bar" sei: "Mit der Fest­schrei­bung des Min­dest­loh­nes im Ko­ali­ti­ons­ver­trag hat­ten wir ei­nen ro­ten Ap­fel in die Hand be­kom­men" - und nun zei­ge sich, "dass der auf der ei­nen Sei­te ver­fault ist", zi­tier­ten die Un­ter­zeich­ner des Schrei­bens Matt­heis aus ei­ner DL21-Pres­se­mit­tei­lung.

Der stell­ver­tre­ten­de SPD-Vor­sit­zen­de Ralf Steg­ner zeig­te am Sams­tag eben­falls kei­ner­lei Ver­ständ­nis für die Matt­heis-Äu­ße­rung. Der Min­dest­lohn sei "ein Er­folg jahr­zehn­te­lan­ger lin­ker Po­li­tik ge­gen Dum­ping­löh­ne", be­ton­te er. "Wer das schlecht re­det, hat nichts ver­stan­den und ver­tritt ei­ne Ein­zel­mei­nung, die von dem über­gro­ßen Teil der SPD nicht mit­ge­tra­gen wird." Es sei "we­der fort­schritt­lich noch links, aus rei­ner Leh­re Ver­bes­se­run­gen für Mil­lio­nen von Men­schen ge­ring zu schät­zen", so Steg­ner.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 20. November 2015

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