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Mehr Mit­glie­der und Re­kord­ein­nah­men stär­ken IG Me­tall

An­ders als die meis­ten Groß­or­ga­ni­sa­tio­nen wächst die IG Me­tall sta­bil: Die Ge­werk­schaft will die grö­ße­re Mit­glie­der­ba­sis so­wie Re­kord­ein­nah­men in po­li­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Ein­fluss um­mün­zen

22.01.2014. (dpa) - Mit ei­nem er­neu­ten Mit­glie­der­zu­wachs und Re­kord­ein­nah­men im Rü­cken geht die IG Me­tall ins Wirt­schafts­jahr 2014.

Deutsch­lands größ­te Ge­werk­schaft will nach den Wor­ten ih­res neu­en Füh­rungs­du­os Det­lef Wet­zel und Jörg Hof­mann ih­ren Ein­fluss auf die Po­li­tik er­hö­hen und gleich­zei­tig die Macht­po­si­tio­nen in den Be­trie­ben und als Ta­rif­par­tei aus­bau­en.

Das drit­te Jahr in Fol­ge hat die IG Me­tall ei­nen Mit­glie­der­zu­wachs ge­schafft, be­rich­te­te Ge­werk­schafts­chef Wet­zel am Diens­tag in Frank­furt. Zum Jah­res­en­de 2013 wa­ren 2,266 Mil­lio­nen Men­schen Mit­glied in der größ­ten deut­schen und eu­ro­päi­schen Ein­zel­ge­werk­schaft, al­so rund 2000 mehr als En­de 2012. Das Wachs­tum fiel mit 0,1 Pro­zent al­ler­dings schwä­cher aus als im Jahr zu­vor, als un­ter dem Strich ein Zu­wachs von fast 18 000 neu­en Ge­werk­schaf­tern stand. Die IG Me­tall müs­se jähr­lich rund 25 000 Ster­be­fäl­le un­ter ih­ren Mit­glie­dern aus­glei­chen, er­läu­ter­te Wet­zel.

Der neue Haupt­kas­sie­rer Jür­gen Ker­ner konn­te auch in Fol­ge hö­he­rer Ta­rif­ge­häl­ter für 2013 Re­kord­ein­nah­men von 499 Mil­lio­nen Eu­ro ver­bu­chen - nach 481 Mil­lio­nen Eu­ro im Jahr 2012. Das Geld fließt un­ter an­de­rem in neu auf­ge­leg­te Pro­gram­me zur Ge­win­nung wei­te­rer Mit­glie­der und zu 15 Pro­zent in Rück­la­gen un­ter an­de­rem für die Streik­kas­se.

Wei­te­ren Druck will die IG Me­tall beim The­ma Miss­brauch von Werk­ver­trä­gen auf­bau­en. Wet­zel ver­lang­te für die Be­triebs­rä­te der Ein­satz­un­ter­neh­men "ech­te Mit­be­stim­mung" statt nur er­wei­ter­te In­for­ma­ti­ons­rech­te zum Ein­satz der Werk­ver­träg­ler. Zu­dem müss­ten die Un­ter­neh­men in die Be­weis­pflicht ge­nom­men wer­den, dass es sich um le­ga­le Werk­ver­trä­ge han­delt. Für ih­re Ar­beit will die Ge­werk­schaft am Sitz der EU-Kom­mis­si­on in Brüs­sel ein ei­ge­nes Bü­ro er­öff­nen.

Wet­zel zeig­te sich mit der von der gro­ßen Ko­ali­ti­on ein­ge­lei­te­ten Ren­ten­re­form - ins­be­son­de­re dem ab­schlags­frei­en Ren­ten­ein­stieg mit 63 nach 45 Bei­trags­jah­ren - zu­frie­den. "Es ist ein gu­tes Si­gnal, dass die Le­bens­leis­tung von Men­schen zu­künf­tig mehr ge­ach­tet wer­den soll." Scharf ging Wet­zel den Ge­samt­me­tall-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Oli­ver Zan­der an, der die Ren­ten­plä­ne als "kras­ses Ge­gen­teil von Ge­ne­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit" be­zeich­net hat­te. "So igno­rant soll man nicht auf die Le­bens­leis­tung von vie­len, vie­len Men­schen in Deutsch­land her­ab­bli­cken", sag­te Wet­zel. Die Zu­kunft wer­de nicht von den­je­ni­gen auf­ge­zehrt, die 45 Jah­re ge­ar­bei­tet hät­ten. Sie wer­de viel­mehr da­mit ver­spielt, dass "wir seit vie­len Jah­ren trotz höchs­ter Ge­win­ne ei­ne un­ter­durch­schnitt­li­che In­ves­ti­ti­ons­quo­te ha­ben."

Für die zum Jah­res­en­de be­gin­nen­de Ta­rif­run­de in der deut­schen Schlüs­sel­bran­che Me­tall und Elek­tro kün­dig­te der zwei­te Vor­sit­zen­de Hof­mann qua­li­ta­ti­ve For­de­run­gen über ei­ne rei­ne Ge­halts­er­hö­hung hin­aus an. Dis­ku­tiert wer­de der­zeit zum Bei­spiel über ei­nen leich­te­ren Zu­gang zu Al­ters­teil­zeit­pro­gram­men für be­son­ders be­las­te­te Ar­beit­neh­mer­grup­pen. Ge­ra­de die un­ters­ten Ge­halts­grup­pen soll­ten zu­dem hö­he­re Aus­gleichs­zah­lun­gen er­hal­ten, um ih­nen die Al­ters­teil­zeit fi­nan­zi­ell über­haupt zu er­mög­li­chen. Auch über ta­rif­li­che Leis­tun­gen zur Kar­rie­re­för­de­rung der Be­schäf­tig­ten wer­de ge­spro­chen. Zu­vor will die IG Me­tall bei den im Früh­jahr an­ste­hen­den Be­triebs­rats­wah­len ih­re Po­si­ti­on aus­bau­en.

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Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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