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Mut­ter­schutz für Stu­den­tin­nen - Ka­bi­nett bil­ligt um­fas­sen­de Re­form

In der ers­ten Ka­bi­netts­sit­zung nach ih­rer Ba­by­pau­se bringt Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Schwe­sig gleich ei­ne Re­form des Mut­ter­schut­zes auf den Weg: Die Re­ge­lun­gen, die größ­ten­teils aus dem Jahr 1952 stam­men, sol­len der heu­ti­gen Zeit an­ge­passt wer­den

06.05.2016. (dpa) - Auch Schü­le­rin­nen und Stu­den­tin­nen sol­len künf­tig Mut­ter­schutz in An­spruch neh­men kön­nen.

Die­se Neue­rung ge­hört zu ei­ner um­fas­sen­den Re­form, mit der Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig die fast 65 Jah­re al­ten Re­ge­lun­gen ent­stau­ben möch­te.

"Mit der Re­form pas­sen wir den Mut­ter­schutz an die heu­ti­gen Rea­li­tä­ten an", sag­te die SPD-Po­li­ti­ke­rin am Mitt­woch in Ber­lin, nach­dem das Ka­bi­nett ih­ren Ge­setz­ent­wurf ge­bil­ligt hat­te.

Künf­tig soll es kei­ne Ar­beits­ver­bo­te mehr ge­gen den Wil­len der Schwan­ge­ren ge­ben, was in der Ver­gan­gen­heit vor al­lem bei Ärz­tin­nen häu­fig vor­kam. Auch die Mög­lich­keit der Sonn­tags­ar­beit wird er­wei­tert, wenn die Be­trof­fe­ne das möch­te. Die sechs­wö­chi­ge Schutz­frist vor der Ge­burt, in der die wer­den­de Mut­ter nicht mehr ar­bei­ten muss, soll eben­so blei­ben wie das acht­wö­chi­ge Be­schäf­ti­gungs­ver­bot nach der Ent­bin­dung. Für Müt­ter be­hin­der­ter Kin­der soll die Frist nach der Ge­burt von acht auf zwölf Wo­chen er­wei­tert wer­den. Der Bun­des­tag muss der Re­form noch zu­stim­men.

Nach An­ga­ben des Fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­ums gibt es in Deutsch­land je­des Jahr rund 20.000 schwan­ge­re Stu­den­tin­nen und Schü­le­rin­nen. Das Vor­ha­ben, den Mut­ter­schutz auf die­sen Per­so­nen­kreis zu er­wei­tern, war bei Bil­dungs­mi­nis­te­rin Jo­han­na Wan­ka (CDU) auf Wi­der­stand ge­sto­ßen. Des­halb la­gen die Plä­ne mo­na­te­lang auf Eis. Letzt­lich ver­stän­dig­te sich die gro­ße Ko­ali­ti­on dar­auf, dass Aus­nah­men von den stren­gen Schutz­re­ge­lun­gen mög­lich sein sol­len - et­wa wenn ei­ne schwan­ge­re Stu­den­tin kurz nach der Ent­bin­dung frei­wil­lig ei­ne wich­ti­ge Klau­sur schrei­ben möch­te.

Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) hält das Re­form­pa­ket für nicht aus­rei­chend. Die stell­ver­tre­ten­de DGB-Vor­sit­zen­de El­ke Han­nack be­män­gel­te, Be­am­tin­nen, Rich­te­rin­nen und Sol­da­tin­nen wür­den nicht in das bun­des­ge­setz­li­che Mut­ter­schutz­recht ein­be­zo­gen. "Das er­mög­licht oh­ne Not Ab­wei­chun­gen vom ein­heit­li­chen Schutz­sta­tus."

Das Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­um wies den Vor­wurf als un­be­rech­tigt zu­rück. Der Mut­ter­schutz für die ge­nann­ten Be­rufs­grup­pen wer­de zwar aus ge­set­zes­tech­ni­schen Grün­den in ge­son­der­ten Rechts­ver­ord­nun­gen ge­re­gelt, doch bei der Um­set­zung sei der glei­che Schutz ge­währ­leis­tet wie für al­le schwan­ge­ren und stil­len­den Frau­en.

Die Ge­werk­schaft Ver­di for­der­te, al­le er­werbs­tä­ti­gen Frau­en müss­ten in das Mut­ter­schutz­ge­setz ein­be­zo­gen wer­den, nicht nur - wie jetzt vor­ge­se­hen - die ar­beit­neh­mer­ähn­lich Selbst­stän­di­gen. Schwe­sig ver­si­cher­te, sie wol­le in den kom­men­den Jah­ren auch ei­ne Lö­sung für selbst­stän­di­ge Frau­en fin­den. Dies wer­fe al­ler­dings neue Fra­gen auf.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 5. Dezember 2016

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