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NGG ver­langt in Ta­rif­ver­hand­lun­gen Min­dest­lohn für Fleisch­in­dus­trie

Schwie­ri­ger Auf­takt ei­ner Pre­mie­re: Die deut­sche Fleisch­in­dus­trie ringt am Ver­hand­lungs­tisch mit der Ge­werk­schaft um ei­nen bun­des­wei­ten Min­dest­lohn: Es geht auch um den Ruf der Bran­che

24.10.2013. (dpa) - Die Ge­werk­schaft Nah­rung-Ge­nuss-Gast­stät­ten (NGG) hat die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die deut­sche Fleisch­in­dus­trie am Diens­tag mit der For­de­rung nach ei­nem bun­des­wei­ten Min­dest­lohn er­öff­net.

"Wir for­dern ei­ne Min­dest­lohn-Ab­si­che­rung von min­des­tens 8,50 Eu­ro", sag­te ein Ge­werk­schafts­spre­cher.

Nach der brei­ten Dis­kus­si­on um die Ar­beits­be­din­gun­gen in den Schlacht­be­trie­ben ver­lang­te die NGG bei den Ge­sprä­chen in Han­no­ver auch struk­tu­rel­le Ver­bes­se­run­gen für die bun­des­weit gut 80 000 Ar­beit­neh­mer.

Nach Ge­werk­schafts­an­ga­ben wie­sen die Ar­beit­ge­ber die For­de­rung nach ei­nem bun­des­wei­ten Min­dest­lohn zu­rück. Dies sei zwar für den Wes­ten mög­lich, kurz­fris­tig je­doch nicht für die ost­deut­schen Bun­des­län­der. Nach meh­re­ren St­un­den ver­tag­ten die Ta­rif­par­tei­en die Ge­sprä­che auf den 17. De­zem­ber.

Die Ein­füh­rung ei­nes flä­chen­de­cken­den Min­dest­lohns in Deutsch­land ist auch Ziel der SPD in ih­ren Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen mit der CDU/CSU.

Die Be­zah­lung der Mit­ar­bei­ter in der Bran­che ist bis­her über ein­zel­ne Haus- oder re­gio­na­le Ta­ri­fe ge­re­gelt, die nur rund 27 000 Be­schäf­tig­te er­fasst. Ein bun­des­ein­heit­li­ches Ta­rif­werk gibt es nach den An­ga­ben bis­her nicht.

Die Bran­che hat­te Schlag­zei­len we­gen der pre­kä­ren Wohn- und Ar­beits­ver­hält­nis­se von Leih- und Werk­ver­trags­ar­bei­tern ge­macht, die ei­nen Groß­teil der Be­schäf­tig­ten stel­len. Der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Ver­bands der Er­näh­rungs­wirt­schaft Nie­der­sach­sen, Bre­men, Sach­sen-An­halt, Mi­cha­el An­dritz­ky, sag­te der ARD: "Wir wol­len, dass die­se Bran­che aus dem Ge­re­de kommt."

Vor dem Ver­hand­lungs­auf­takt for­der­te die Vi­ze-Vor­sit­zen­de der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on Bär­bel Höhn in der "Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung" (Diens­tag) ein En­de der Schlach­tun­gen im Ak­kord. Der Druck füh­re zu schwe­ren Miss­stän­den: Je­des Jahr wür­den in Deutsch­land rund ei­ne hal­be Mil­li­on Schwei­ne le­bend und bei Be­wusst­sein in die Brüh­an­la­ge ge­lan­gen.

Der Prä­si­dent des Bau­ern­ver­bands im Ems­land, Her­man Wes­ter, wies die­se Kri­tik zu­rück und hielt Höhn vor, ei­ne gan­ze Bran­che zu kri­mi­na­li­sie­ren. "So et­was pas­siert dort nicht; kein Land­wirt wür­de sei­ne Tie­re an ei­nen Schlacht­hof lie­fern, wenn dort auf die­se Wei­se ge­gen die Be­stim­mun­gen des Tier­schutz­ge­set­zes ver­sto­ßen wür­de."

In ei­ner Er­klä­rung be­ton­te die Ver­ei­ni­gung des ems­län­di­schen Land­volks, be­vor ein Schwein in die Brüh­an­la­ge ge­he, wür­den Amts­tier­ärz­te den Tod des Tie­res fest­stel­len.

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Letzte Überarbeitung: 29. Mai 2014

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