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NRW-Jus­tiz­mi­nis­ter will Ma­na­ger­ge­häl­ter auf ei­ne Mil­li­on Eu­ro de­ckeln

Top-Ma­na­ger kas­sie­ren ho­he Mil­lio­nen­sum­men: Un­ver­hält­nis­mä­ßig viel, fin­det NRW-Jus­tiz­mi­nis­ter Kut­scha­ty. Ei­ne Mil­li­on müs­se rei­chen. Das will er am liebs­ten auch ins Ge­setz schrei­ben

16.08.2013. (dpa) - Nord­rhein-West­fa­lens Jus­tiz­mi­nis­ter Tho­mas Kut­scha­ty (SPD) for­dert, Ma­na­ger-Ge­häl­ter in Deutsch­land ge­setz­lich auf ma­xi­mal ei­ne Mil­li­on Eu­ro zu be­gren­zen.

Die von der schwarz-gel­ben Bun­des­re­gie­rung ge­plan­te Än­de­rung des Ak­ti­en­rechts sei un­zu­rei­chend, kri­ti­sier­te der SPD-Po­li­ti­ker.

Sei­ne Par­tei wer­de die Plä­ne am 20. Sep­tem­ber im Bun­des­rat stop­pen, kün­dig­te er auf An­fra­ge der Nach­rich­ten­agen­tur dpa in Düs­sel­dorf an.

Die Bun­des­re­gie­rung will, dass künf­tig Ak­tio­nä­re bör­sen­no­tier­ter Un­ter­neh­men ein­mal jähr­lich in ih­rer Haupt­ver­samm­lung über die Ver­gü­tung des Vor­stands ent­schei­den - nicht mehr al­lein der Auf­sichts­rat. Ei­ne ge­setz­li­che Ober­gren­ze ist aber nicht vor­ge­se­hen.

"Was in den Vor­stands­eta­gen ei­ni­ger Fir­men kas­siert wird, ist die pu­re Gier", kri­ti­sier­te Kut­scha­ty. Die­se "Selbst­be­die­nungs­men­ta­li­tät" müs­se ge­stoppt wer­den. Die Bun­des­re­gie­rung wol­le dies of­fen­bar nicht. "Ei­ne Mil­lio­nen Eu­ro ist für mich nach wie vor sehr viel Geld. Mir kann kei­ner er­klä­ren, war­um das nicht rei­chen soll."

In der Sach­ver­stän­di­gen­an­hö­rung des Bun­des­tags hät­ten so­gar von FDP und Uni­on be­nann­te Ex­per­ten ei­ne ge­setz­li­che Höchst­gren­ze ge­for­dert. Tat­säch­lich kas­sie­ren deut­sche Top­ma­na­ger in der Spit­ze zwei­stel­li­ge Mil­lio­nen­sum­men an Jah­res­be­zü­gen.

Kut­scha­ty kri­ti­siert au­ßer­dem, dass in der Haupt­ver­samm­lung kei­ne ge­wähl­ten Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter mit­ent­schei­den, wäh­rend sie im Auf­sichts­rat ein­ge­bun­den sei­en. "Hier wird der letz­te Rest an Mit­be­stim­mung über Bord ge­wor­fen", warn­te der SPD-Po­li­ti­ker. "Die­je­ni­gen, die am Fließ­band wirk­lich das Geld für die Fir­ma ver­die­nen, er­fah­ren nicht mehr, was der Chef be­kommt." Da­mit wer­de die Sche­re zwi­schen Arm und Reich wei­ter aus­ein­an­der­ge­hen.

Die Dis­kus­si­on wird auch in den eu­ro­päi­schen Nach­bar­län­dern ge­führt. Zu­letzt hat­ten sich im ver­gan­ge­nen März die Schwei­zer in ei­ner Volks­ab­stim­mung ge­gen Ge­halts­ex­zes­se aus­ge­spro­chen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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