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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Arbeitszeitkonto
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Hamm
Akten­zeichen: 19 Sa 896/11
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 06.01.2012
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Iserlohn, Urteil vom 20.04.2011, 1 Ca 1593/10
   

19 Sa 896/11

1 Ca 1593/10 ArbG Iser­lohn

 

Verkündet am 06.01.2012

RBe Fou­zai als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm

Im Na­men des Vol­kes

Ur­teil

In Sa­chen

hat die 19. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 06.01.2012
durch die Rich­te­rin am Ar­beits­ge­richt Kröner als Vor­sit­zen­de so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Gehr­mann und Wolf, A.

für Recht er­kannt:

Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Iser­lohn – 1 Ca 1593/10 – wird zurück­ge­wie­sen.

Der Kläger trägt die Kos­ten des Be­ru­fungs­ver­fah­rens.

Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

 

- 2 - 

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten um Über­stun­den­vergütung.

Der Kläger war in der Zeit vom 01.04.1991 bis ein­sch­ließlich 31.05.2010 bei der Be­klag­ten zunächst als Lei­ter der Lohn­buch­hal­tung, später als Per­so­nal­lei­ter beschäftigt. Sein zu­letzt er­ziel­tes Brut­to­ent­gelt be­lief sich auf 3.709,74 EUR, wo­bei es sich hier­bei um das Ent­gelt in der Frei­stel­lungs­pha­se der Al­ters­teil­zeit han­del­te; das rei­ne Grund­ge­halt be­zo­gen auf 17,5 Ar­beits­stun­den be­trug 2.500,63 EUR (vgl. Bl. 8 d.A.).

In § 8 des zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­den schrift­li­chen Ar­beits­ver­tra­ges vom 18.12.1990 (vgl. Bl. 9 ff d.A) fand sich zur Mehr­ar­beits­vergütung fol­gen­de Re­ge­lung:

„Im ver­tret­ba­ren Rah­men zu leis­ten­de Über­stun­den, die sich im We­sent­li­chen an ta­rif­recht­li­chen Be­stim­mun­gen aus­rich­ten, wer­den nicht vergütet. Falls er­for­der­lich, muss im Ein­zel­fall ei­ne dies­bezügli­che Ei­ni­gung er­zielt wer­den."

We­der der Kläger noch die Be­klag­te sind oder wa­ren al­ler­dings ta­rif­ge­bun­den, ein Ta­rif­ver­trag fand auf das Ar­beits­verhält­nis auch nicht et­wa durch ver­trag­li­che Be­zug­nah­me An­wen­dung.
Un­ge­ach­tet der schrift­lich fi­xier­ten Re­ge­lung wur­de die über 35 Wo­chen­stun­den hin­aus­ge­hen­de Tätig­keit des Klägers bis et­wa Be­ginn/Mit­te der 90er Jah­re als Mehr­ar­beit vergütet.

So­dann wur­de bei der Be­klag­ten ein Zeit­er­fas­sungs­sys­tem ein­geführt, bei dem je­den­falls die ge­leis­te­ten Ar­beits­stun­den sal­diert wur­den, wei­te­re Ein­zel­hei­ten hier­zu sind zwi­schen den Par­tei­en strei­tig.

En­de 2000 bzw. zu Be­ginn des Jah­res 2001 er­folg­te ei­ne Ände­rung des bis da­to prak­ti­zier­ten Zeit­er­fas­sungs­sys­tems, die letzt­lich al­le Mit­ar­bei­ter in ir­gend­ei­ner Wei­se be­traf.

 

- 3 -

Mit dem über­wie­gen­den Teil der Be­leg­schaft wur­de ei­ne „Zu­satz­ver­ein­ba­rung Verfügungs­zeit-Re­ge­lung/-Fle­xi­bi­li­sie­rung der Ar­beits­zeit" ab­ge­schlos­sen (vgl. Bl. 202 ff d.A.) und ggf. ei­ne Kom­pen­sa­ti­on für die Ver­gan­gen­heit ver­ein­bart. Mit ei­ni­gen we­ni­gen Mit­ar­bei­tern, dem sog. A1-Führungs­kreis, zu dem auch der Kläger gehörte, wur­de das of­fi­zi­el­le St­un­den­kon­to nicht in bis­he­ri­ger Form fort­geführt, son­dern ei­ne so be­zeich­ne­te „be­son­de­re Ab­wick­lungs­art" ver­ein­bart. Die vom Kläger selbst in sei­ner Funk­ti­on als Per­so­nal­lei­ter da­zu ge­zeich­ne­te Ak­ten­no­tiz vom 13.03.2002 (vgl. Bl. 149 d.A.) hat aus­zugs­wei­se fol­gen­den Wort­laut:

„Im Zu­sam­men­hang mit der Verfügungs­zeit-Re­ge­lung und of­fi­zi­el­len Einführung ab dem 01.05.2001 hat der A1-Führungs­kreis / oben auf­geführ­te Mit­ar­bei­ter ei­ner be­son­de­ren Ab­wick­lungs­art der Verfügungs­zeit-Re­ge­lung für den Führungs­kreis zu­ge­stimmt.

1. Ei­ne Zu­satz­ver­ein­ba­rung / Verfügungs­zeit-Re­ge­lung im Sin­ne der all­ge­mei­nen Ar­beit­neh­mer-Ei­gen­schaft für den Führungs­kreis wur­de nicht ge­trof­fen bzw. fest­ge­legt.

3. Mit die­ser Ab­spra­che ent­spre­chend den A1-Pro­to­kol­len (09.03.; 23.03.; 30.03.2001) wur­de das Ein­verständ­nis zu die­ser be­son­de­ren Ab­wick­lungs­art erklärt.

4. Je­de Führungs­kraft hat al­ler­dings die Möglich­keit, im Rah­men sei­ner St­un­den-Mehr­leis­tung (die ja je­der persönlich kennt und über­schau­en kann) auch für Fehl­zei­ten / Fehl­ta­ge Verfügungs­zeit (St­un­den) / Verfügungs­ta­ge – bei Gut­ha­ben ein­zu­set­zen.

5. Aus ge­nann­ten Gründen wird kein St­un­den­kon­to geführt und dem­nach ist auch die Ter­mi­nal-Ab­fra­ge aus­ge­schal­tet. Es wird le­dig­lich – wie all­ge­mein – nur der Ur­laubs­kon­to-Stand (beim Stem­peln) an­ge­zeigt.

Ab­sch­ließend ist fest­zu­hal­ten, dass al­le A1-Teil­neh­mer sich be­wusst sind, dass es bei die­ser be­son­de­ren Re­ge­lung nur um bei­der­sei­ti­ges Ver­trau­en geht und dass in die­sem Zu­sam­men­hang das Ver­trau­en nur auf­ge­baut bzw. gestärkt wer­den kann."

Dem vor­aus­ge­gan­gen wa­ren Gespräche des A1-Krei­ses vom 09.03.2001, 23.03.2001 so­wie 30.03.2001, wo­bei hin­sicht­lich des In­halts auf die je­wei­li­gen Gesprächs­pro­to­kol­le Be­zug ge­nom­men wird (vgl. Bl. 144 ff d.A.).

 

- 4 -

In der Fol­ge­zeit bzw. schon im Vor­feld ab En­de des Jah­res 2000 er­folg­te die of­fi­zi­el­le Zeit­er­fas­sung bei der Be­klag­ten für Mit­glie­der des A1-Führungs­krei­ses und so­mit auch für den Kläger dann der­ge­stalt, dass zwar mo­nat­lich die Zeit­er­fas­sungs­jour­na­le geführt und die sich er­ge­ben­den Plus- bzw. Mi­nus­stun­den auf­ge­lis­tet wur­den, al­ler­dings be­gann die St­un­den­be­rech­nung für je­den neu­en Mo­nat un­ge­ach­tet des noch aus dem Vor­mo­nat re­sul­tie­ren­den Sal­dos wie­der von neu­em, al­so bei Null. Die of­fi­zi­el­le Zeit­er­fas­sung wur­de mit­hin nach Sprach­ge­brauch bei­der Par­tei­en mo­nat­lich „gen­ullt".

Da­ne­ben exis­tier­te al­ler­dings die schon seit den 90er Jah­ren vom Geschäftsführer geführ­te Lis­te der er­brach­ten St­un­den fort und wur­de von die­sem wei­ter ge­pflegt. Sie wur­de zu­letzt als „Über­sicht über Mehr­ar­beits­stun­den-Ent­wick­lung (nur in­ter­ne Lis­te für GF = Std.-Kon­to­stand auf Null) (oh­ne VFG-Std.-Re­ge­lung auf­grund bes. Ver­ein­ba­rung)" be­zeich­net (vgl. Bl. 7 d.A.). Während es früher die sog. „Über­stun­den­lis­te" gab (vgl. Bl. 195 bis 200 d.A.), fin­det sich - so­weit vor­ge­tra­gen und er­sicht­lich - die Be­zeich­nung „Mehr­ar­beits­stun­den-Ent­wick­lung (Std.-Kon­to­stand auf Null)" erst ab dem 31.12.2000 (vgl. Bl. 201 d.A.), und noch später wur­de dann der wei­te­re Zu­satz „nur in­ter­ne Lis­te für den Geschäftsführer" ver­wen­det.

Je­den­falls wur­den die vom Kläger er­brach­ten (Mehr-)Ar­beits­stun­den stets in der Auf­stel­lung des Geschäftsführers nach­ge­hal­ten und un­ge­ach­tet der of­fi­zi­el­len Nul­lung der mo­nat­li­chen Zeit­er­fas­sungs­jour­na­le noch do­ku­men­tiert. So­fern der Kläger von der Möglich­keit Ge­brauch ge­macht hat, Frei­zeit­aus­gleich zu er­hal­ten, in­dem er ei­nen in Zif­fer 4 der Ak­ten­no­tiz vom 13.03.2002 erwähn­ten Verfügungs­tag in An­spruch nahm, so fand dies eben­falls in die­ser Auf­stel­lung sei­nen Nie­der­schlag.

Am 31.08.2006 be­trug der Mehr­ar­beits­stun­den­be­stand des Klägers laut in­ter­ner Lis­te 3.036,34 St­un­den. Ein ak­tu­el­le­rer Stand der in­ter­nen Lis­te ist dem Kläger nicht be­kannt und liegt dem Ge­richt nicht vor.

Für die Zeit vom 01.12.2004 bis 31.05.2010 hat­ten die Par­tei­en für den Kläger ei­nen Al­ters­teil­zeit­ver­trag im Block­mo­dell mit der Frei­stel­lung­pha­se ab dem 01.09.2007 (vgl. Bl. 4 ff d.A.) ver­ein­bart.

 

- 5 - 

Im Zu­ge des­sen schlos­sen die Par­tei­en schon am 25.01.2005 ei­ne Auf­he­bungs­ver­ein­ba­rung (vgl. Bl. 19 d.A.), wo­bei laut Zif­fer 3 mit Erfüllung je­ner Ver­ein­ba­rung al­le Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält­nis und sei­ner Be­en­di­gung, gleich aus wel­chem Rechts­grund, be­kannt oder un­be­kannt, un­wi­der­ruf­lich ab­ge­gol­ten sein sol­len.
Hin­ter­grund für die­se Ver­ein­ba­rung war, dass der Kläger auf­grund der Krebs­er­kran­kung sei­ner Ehe­frau im Jahr 2004 mehr Zeit für sie wünsch­te und da­her die Al­ters­teil­zeit an­streb­te. Auf Nach­fra­ge hat­te sich der Geschäftsführer der Be­klag­ten zu­dem be­rei­terklärt, dem Kläger noch ins­ge­samt 20.000,00 € als Ab­fin­dung zu­zu­wen­den. Die Par­tei­en ei­nig­ten sich so­dann auf ei­ne für den Kläger steu­ergüns­ti­ge De­kla­ra­ti­on und Aus­zah­lungs­va­ri­an­te (vgl. Bl. 120 d.A.); der dar­in ei­gent­lich für Mai 2010 vor­ge­se­he­ne An­teil des Ab­fin­dungs­be­tra­ges wur­de dann im Hin­blick auf die be­ab­sich­tig­te Ge­set­zesände­rung des § 3 Nr. 9 EStG be­reits im Ja­nu­ar 2005 ge­zahlt.

Ab dem 01.02.2007, mit­hin ei­ni­ge Mo­na­te vor Be­ginn der ei­gent­li­chen Frei­stel­lungs­pha­se ab 01.09.2007, stell­te die Be­klag­te den Kläger von der Er­brin­gung der Ar­beits­leis­tung frei, als des­sen Nach­fol­ge­rin, Frau W2, ih­re Ar­beit an­trat. In ei­ner E-Mail vom 15.12.2006 (vgl. Bl. 118 d.A.) be­zeich­ne­te der Geschäftsführer der Be­klag­ten die Ab­we­sen­heit des Klägers als Mehr­stun­den­aus­gleich. Die ge­nau­en Hin­ter­gründe für die Frei­stel­lung sind je­doch zwi­schen den Par­tei­en strei­tig.

Mit der am 19.07.2010 beim Ar­beits­ge­richt Iser­lohn ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge be­gehrt der Kläger noch aus­ste­hen­de Mehr­ar­beits­stun­den­vergütung für 2.136,84 St­un­den zu ei­nem Ge­gen­wert von 70.472,98 € brut­to.

Der Kläger hat erst­in­stanz­lich vor­ge­tra­gen, aus­ge­hend vom Stand der Über­sicht der Mehr­ar­beits­stun­den-Ent­wick­lung 31.08.2006 mit 3.036,34 St­un­den sei zunächst da­von aus­zu­ge­hen, dass in der Fol­ge­zeit kei­ne St­un­den auf- bzw. ab­ge­baut wor­den sei­en, so dass der Stand gleich­ge­blie­ben sei. Erst durch die Frei­stel­lung ab dem 01.02.2007 bis zum Be­ginn der ei­gent­li­chen Frei­stel­lungs­pha­se 01.09.2007 sei ei­ne Ver­rin­ge­rung von 899,5 St­un­den an­zu­neh­men, so dass sich noch ein Be­stand von

 

- 6 - 

2.136,84 zu vergüten­der St­un­den er­ge­be. Mul­ti­pli­ziert mit dem sich er­rech­nen­den St­un­den­lohn von 32,98 € brut­to aus­ge­hend vom letz­ten Grund­ge­halt in Höhe von 2.563,00 €, ergäbe sich der Kla­ge­be­trag.

Die grundsätz­lich er­for­der­li­che Dar­le­gung, an wel­chen Ta­gen, zu wel­chen Zei­ten er wel­che Über­stun­den er­bracht ha­ben will, ent­fie­le nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der Exis­tenz des Ar­beits­zeit­kon­tos. Unschädlich sei, dass es sich hier­bei um ei­ne als in­ter­ne Lis­te be­zeich­ne­te Auf­stel­lung han­de­le. Ent­schei­dend sei al­lein, dass das in der Ver­gan­gen­heit geführ­te Ar­beits­zeit­kon­to durch den Geschäftsführer un­verändert wei­ter­geführt wor­den sei. Die­sem sei es nur dar­auf an­ge­kom­men, dass das je­weils ho­he St­un­den­kon­to der Mit­ar­bei­ter des Führungs­krei­ses et­wa ab Be­ginn des Jah­res 2001 nicht mehr für al­le an­de­ren Ar­beit­neh­mer sicht­bar sein soll­te. So­weit sich die Be­klag­te auf die vor­ge­leg­ten Gesprächs­pro­to­kol­le aus März 2001 be­zie­he, sei­en die­se aus­sch­ließlich vor dem Hin­ter­grund zu ver­ste­hen, dass mit den übri­gen Mit­ar­bei­tern, de­ren Über­stun­den teil­wei­se durch Zah­lun­gen be­rei­nigt wor­den sei­en, Höchst­gren­zen ver­ein­bart und die ent­spre­chen­den Zu­satz­ver­ein­ba­run­gen ab­ge­schlos­sen wur­den. Ins­be­son­de­re sol­che Höchst­gren­zen soll­te es eben für den A1-Führungs­kreis nicht ge­ben. Die Nul­lung der of­fi­zi­el­len Mo­nats­jour­na­le sei im Übri­gen über die Köpfe des Führungs­krei­ses und oh­ne vor­he­ri­ge Ab­spra­che ein­sei­tig durch die Be­klag­te ent­schie­den wor­den. So­fern der Kläger von der Möglich­keit, Verfügungs­ta­ge in An­spruch zu neh­men, Ge­brauch ge­macht ha­be, sei­en die­se auch – un­strei­tig- von der in­ter­nen Lis­te wie­der ab­ge­zo­gen wor­den.

Bei an­de­ren Mit­ar­bei­tern ha­be die Be­klag­te im Fal­le des Aus­schei­dens Gut­ha­ben auf den Ar­beits­zeit­kon­ten auch aus­ge­zahlt.

Der An­spruch auf Vergütung der Über­stun­den schei­te­re auch nicht an der Aus­gleichs­klau­sel in der Ver­ein­ba­rung vom 25.01.2005, da die­se nicht als ne­ga­ti­ves Schuld­an­er­kennt­nis aus­ge­legt wer­den könne. Es sei über­haupt nicht er­kenn­bar, dass und war­um er auf die be­ste­hen­den Ansprüche hätte ver­zich­ten sol­len. Auch die Be­klag­te hätte die Klau­sel im Übri­gen nicht in die­sem Sin­ne ver­stan­den, da ja sei­tens der Geschäftsführung die in­ter­ne Ar­beits­zeit­er­fas­sungs­lis­te auch nach Ab­schluss die­ser Ver­ein­ba­rung un­verändert fort­geführt wor­den wäre.

 

- 7 - 

Der Kläger hat erst­in­stanz­lich be­an­tragt,

die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 70.472,98 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus dem sich dar­aus er­ge­ben­den Net­to­be­trag seit dem 01.06.2010 zu zah­len.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te hat sich erst­in­stanz­lich dar­auf be­ru­fen, ein Ar­beits­zeit­kon­to, wel­ches dem Kläger die ein­zel­ne Dar­le­gung der von ihm be­haup­te­ten Über­stun­den ent­behr­lich ma­chen würde, sei nicht ver­ein­bart. Wie sich auch aus den Gesprächs­pro­to­kol­len und dem vor­ge­leg­ten Nach­trag er­ge­be, sei ein et­wai­ges Ar­beits­zeit­kon­to für den Führungs­kreis, zu dem un­strei­tig auch der Kläger gehörte, je­den­falls ab 2001 nicht fort­geführt wor­den. Die­se Be­schlüsse sei­en im Übri­gen nicht ein­sei­tig, son­dern mit Zu­stim­mung der Be­trof­fe­nen ge­fasst wor­den, was sich un­mit­tel­bar aus den bei­gefügten Un­ter­la­gen er­ge­be. Fort­an sei­en die Zeit­er­fas­sungs­jour­na­le mo­nat­lich gen­ullt wor­den und sie ha­be für die­sen Kreis auch kei­ne Rück­stel­lun­gen mehr für et­wai­ge Über­stun­den ge­bil­det (vgl. Bl. 55 ff d.A.; Bl. 100 ff d.A.). Bei der von dem Kläger vor­ge­leg­ten Lis­te han­de­le es sich nur um ei­nen in­ter­nen Über­blick für den Geschäftsführer, von der auch nur we­ni­ge Mit­ar­bei­ter über­haupt Kennt­nis hat­ten. Rich­tig sei in die­sem Zu­sam­men­hang, dass die Be­trof­fe­nen auf An­for­de­rung je­weils Ein­blick in die Lis­te er­hal­ten hätten und die vor­han­de­nen Mehr­ar­beits­stun­den für die sog. Verfügungs­ta­ge ein­set­zen konn­ten. Ein ex­ak­ter Aus­gleich sei aber ge­ra­de nicht vor­ge­se­hen ge­we­sen.

Die Frei­stel­lung des Klägers ab Fe­bru­ar 2007 sei im We­sent­li­chen ge­sichts­wah­rend für den Kläger er­folgt, um et­wai­ge Dif­fe­ren­zen mit sei­ner Nach­fol­ge­rin Frau W2 zu ver­mei­den. Sie hätte je­doch ge­ra­de nicht das Ziel ge­habt, ein et­wai­ges Über­stun­den­kon­to ab­zu­bau­en.

 

- 8 - 

Der An­spruch auf Vergütung von Mehr­ar­beit schei­te­re darüber hin­aus an der Aus­gleichs­klau­sel in der Auf­he­bungs­ver­ein­ba­rung. Die For­mu­lie­rung der Auf­he­bungs­ver­ein­ba­rung stam­me – un­strei­tig – vom Kläger selbst. Als er­fah­re­nem Per­so­nal­lei­ter sei ihm auch be­wusst ge­we­sen, wel­che Be­deu­tung ei­ner sol­chen Klau­sel zu­kom­me. Je­den­falls aber könne der Kläger nun kei­ne Vergütung für die vor dem 26.01.2005 lie­gen­de Zeit mehr für sich be­an­spru­chen, aus der Zeit ab dem 26.01.2005 würden le­dig­lich 253,93 Über­stun­den re­sul­tie­ren, de­nen der Kläger selbst 899,5 St­un­den für die Zeit ab Fe­bru­ar 2007 als Ab­bau ge­genüber­stel­le.

Schluss­end­lich ha­be der Kläger sei­nen St­un­den­lohn auch falsch be­rech­net.

Mit Ur­teil vom 20.04.2011 hat das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Es hat im We­sent­li­chen zur Be­gründung aus­geführt, der Kläger ha­be be­reits nicht die Exis­tenz ei­nes Ar­beits­zeit­kon­tos dar­le­gen können, so dass er im Ein­zel­nen die von ihm ge­leis­te­ten Über­stun­den hätte vor­tra­gen müssen. Darüber hin­aus wären bis zum 25.01.2005 an­ge­fal­le­ne Über­stun­den durch die ver­ein­bar­te Aus­gleichs­klau­sel er­lo­schen. Den dann in der Zeit bis zum 31.08.2006 auf­ge­bau­ten Über­stun­den stünde ein höhe­rer Ab­bau durch die Frei­stel­lung ab dem 01.02.2007 ge­genüber.

Ge­gen das ihm am 11.05.2011 zu­ge­stell­te Ur­teil hat der Kläger am 01.06.2011 beim LAG Hamm Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se nach Frist­verlänge­rung bis zum 11.08.2011 am 03.08.2011 be­gründet.

Der Kläger trägt zweit­in­stanz­lich im we­sent­li­chen vor, das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts be­ru­he auf ei­ner un­vollständi­gen Tat­sa­chen­fest­stel­lung, da Vor­trag bei­der Par­tei­en nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt wor­den sei und so feh­ler­haft die Exis­tenz des Ar­beits­zeit­kon­tos ver­neint wor­den sei. Fer­ner ha­be das Ge­richt rechts­feh­ler­haft das Vor­lie­gen ei­nes ne­ga­ti­ven Schuld­an­er­kennt­nis­ses an­ge­nom­men.
So­weit die Be­klag­te nun­mehr erst­ma­lig be­haup­tet, es ha­be auch schon früher kein Ar­beits­zeit­kon­to im ei­gent­li­chen Sin­ne ge­ge­ben, so sei dies ein neu­er Vor­trag, der sich auch nicht mit dem erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gen de­cke.

 

- 9 - 

Der Kläger be­an­tragt,

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Iser­lohn vom 20.04.2011 – 1 Ca 1593/10 – ab­zuändern und die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 70.472,98 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus dem sich dar­aus er­ge­ben­den Net­to­be­trag seit dem 01.06.2010 zu zah­len.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te trägt zweit­in­stanz­lich ver­tie­fend vor, dass nach Einführung der Zeit­er­fas­sung im Jahr 1994/1995 dem jet­zi­gen Geschäftsführer Herrn T1 auf­ge­fal­len sei, dass die St­un­den vom Zeit­er­fas­sungs­sys­tem mo­nat­lich im­mer rech­ne­risch ad­diert wor­den sei­en und er ver­sucht ha­be, dem ent­ge­gen­zu­wir­ken. In die­sem Zu­sam­men­hang sei­en die Zeit­kon­ten für ei­nen be­stimm­ten Per­so­nen­kreis mo­nat­lich gen­ullt wor­den; ein ech­tes Ar­beits­zeit­kon­to, bei dem Mehr­ar­beits­stun­den mit Frei­zeit aus­ge­gli­chen wer­den soll­ten, wie es der Kläger be­haup­te, ha­be es hin­ge­gen auch vor dem Jahr 2002 nicht ge­ge­ben. Es blei­be darüber hin­aus un­verständ­lich, dass der Kläger trotz der be­trieb­li­chen Zu­satz­ver­ein­ba­rung vom 13.03.2002 nach wie vor be­strei­te, dass je­den­falls ab die­ser Zeit für ihn kein Ar­beits­zeit­kon­to geführt wor­den sei. Die in­ter­ne Lis­te sei geführt wor­den, um Feh­ler bei der Zeit­er­fas­sung auf­zu­de­cken, z.B. wenn sich ein Mit­ar­bei­ter nicht ord­nungs­gemäß aus­stem­pe­le. Sie sei im Übri­gen auf Vor­schlag des Klägers als Per­so­nal­lei­ter geführt wor­den.

Die In­an­spruch­nah­me von Verfügungs­stun­den durch die Mit­ar­bei­ter des A1-Krei­ses sei un­abhängig von dem Be­ste­hen et­wai­ger Plus­stun­den auf dem Zeit­kon­to und wäre auch bei et­wai­gen Mi­nus­stun­den möglich ge­we­sen. Durch den Par­al­lel­lauf der Zeit­er­fas­sung so­wie der in­ter­nen Lis­te des Geschäftsführers sei­en die Mi­nus­stun­den zwar auch auf des­sen Lis­te auf­ge­taucht, ei­ne ech­te Ver­rech­nung ha­be in­des nicht statt­ge­fun­den.

 

- 10 - 

Mit dem Ur­teil des BAG vom 17.08.2011 – 5 AZR 406/10 – sei auch für die­sen Fall da­von aus­zu­ge­hen, dass ei­ne Vergütungs­er­war­tung des Klägers hin­sicht­lich ei­ner et­wai­gen Über­stun­den­ab­gel­tung ge­ra­de nicht an­zu­neh­men sei.

We­gen des wei­te­ren Sach- und Streit­stan­des wird auf die ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen Be­zug ge­nom­men.

Ent­schei­dungs­gründe

Die Be­ru­fung war zulässig, je­doch un­be­gründet.

I. Die Be­ru­fung war zulässig. Sie wur­de ins­be­son­de­re gemäß §§ 64 Abs. 2 b, Abs. 6, 66 ArbGG i.V.m. §§ 519, 520 ZPO form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet.

II. Die Be­ru­fung ist aber un­be­gründet, da das Ar­beits­ge­richt zu Recht die Kla­ge ab­ge­wie­sen hat.

Der Kläger hat kei­nen An­spruch auf Zah­lung der gel­tend ge­mach­ten Über­stun­den­vergütung aus §§ 611, 612 BGB i.V.m. dem zwi­schen den Par­tei­en ge­schlos­se­nen Ar­beits­ver­trag.

1. Der Ar­beit­neh­mer, der im Pro­zess von sei­nem Ar­beit­ge­ber die Be­zah­lung von Über­stun­den for­dert, muss, zu­mal wenn zwi­schen der Gel­tend­ma­chung und der be­haup­te­ten Leis­tung ein länge­rer Zeit­raum liegt, beim Be­strei­ten der Über­stun­den im Ein­zel­nen dar­le­gen, an wel­chen Ta­gen und zu wel­chen Ar­beits­zei­ten er über die übli­che Ar­beits­zeit hin­aus tätig ge­wor­den ist. Er muss vor­tra­gen, von wel­cher Nor­mal­ar­beits­zeit er aus­geht, und im Ein­zel­nen dar­le­gen, wann und mit wel­chen kon­kre­ten, ge­schul­de­ten Tätig­kei­ten er über die Nor­mal­ar­beits­zeit hin­aus tätig ge­wor­den ist (vgl. BAG, Ur­teil vom 25.05.2005 – 5

 

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AZR 319/04, EzA § 611 BGB 2002 Mehr­ar­beit Nr. 1; BAG, Ur­teil vom 29.05.2002 – 5 AZR 370/01, EzA § 611 BGB Mehr­ar­beit Nr. 10; BAG, Ur­teil vom 17.04.2002 – 5 AZR 644/00, DB 2002, 1455).
Erst dann ob­liegt es dem Ar­beit­ge­ber, nach den Grundsätzen der ab­ge­stuf­ten Dar­le­gungs- und Be­weis­last dem Vor­trag des Klägers sub­stan­ti­iert ent­ge­gen­zu­tre­ten.

Im vor­lie­gen­den Fall fehlt ein sol­cher Vor­trag des Klägers. Er be­ruft sich viel­mehr auf die sich aus der Lis­te des Geschäftsführers er­ge­ben­de Zahl von Über­stun­den am 31.08.2006 und zieht so­dann 899,5 St­un­den für die Frei­stel­lung im Jahr 2007 ab. Die kon­kre­te Dar­le­gung, an wel­chen Ta­gen und zu wel­chen Zei­ten er über die übli­che Ar­beits­zeit von 35 Wo­chen­stun­den hin­aus ge­ar­bei­tet hat, liegt hin­ge­gen nicht vor.

2. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts, der sich die Kam­mer auch an­sch­ließt, genügt es ab­wei­chend von den oben dar­ge­stell­ten Grundsätzen für die Schlüssig­keit ei­ner Kla­ge, die auf Aus­gleich des Ar­beits­zeit­gut­ha­bens auf ei­nem Ar­beits­zeit­kon­to ge­rich­tet ist, dass der Kläger die Ver­ein­ba­rung ei­nes Ar­beits­zeit­kon­tos und das Gut­ha­ben zum ver­ein­bar­ten Aus­zah­lungs­zeit­punkt dar­legt (vgl. BAG, Ur­teil vom 13.03.2002 – 5 AZR 43/01, EzA § 253 ZPO Nr. 22).

Mit aus Sicht der Kam­mer zu­tref­fen­der Ar­gu­men­ta­ti­on geht das Bun­des­ar­beits­ge­richt da­von aus, dass es sich in sol­chen Fällen nicht um die Gel­tend­ma­chung von Vergütung ein­zel­ner Über­stun­den im ei­gent­li­chen Sin­ne han­delt, son­dern eben um die Aus­zah­lung ei­nes be­ste­hen­den Zeit­gut­ha­bens. So­fern ein sol­ches auf ei­nem Ar­beits­zeit­kon­to aus­ge­wie­sen ist, han­delt es sich le­dig­lich um ei­ne be­stimm­te Aus­drucks­form des zu­guns­ten des Ar­beit­neh­mers be­ste­hen­den Vergütungs­an­spruchs (vgl. BAG, Ur­teil vom 13.03.2002, aaO; BAG, Ur­teil vom 13.02.2002 – 5 AZR 470/00, NZA 2002, 683). Al­lein die Leis­tung von Über­stun­den, die nicht lau­fend vergütet wer­den, be­gründet al­ler­dings noch nicht die An­nah­me, die Par­tei­en hätten sich über die Führung ei­nes Ar­beits­zeit­kon­tos ge­ei­nigt (vgl. LAG Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 20.07.2011 – 7 Sa 622/10, ju­ris).

 

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a) Vor­lie­gend ist es dem Kläger schon nicht ge­lun­gen, die Exis­tenz ei­nes sol­chen Ar­beits­zeit­kon­tos dar­zu­le­gen.

Die als in­ter­ne Lis­te be­zeich­ne­te Auf­stel­lung des Geschäftsführers kann nicht als Aus­drucks­form des zu­guns­ten des Klägers be­ste­hen­den Vergütungs­an­spruchs her­hal­ten.

aa) Da­bei spielt die Be­zeich­nung si­cher­lich le­dig­lich ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le, da ein „ech­tes Ar­beits­zeit­kon­to" nicht sei­ne Wir­kung da­durch ver­lie­ren kann, dass ihm ei­ne an­de­re Be­zeich­nung ge­ge­ben wird.

bb) Aus­schlag­ge­bend ist al­ler­dings, dass un­ge­ach­tet des­sen, wel­che Rechts­qua­lität der bis En­de 2000 geführ­ten Über­stun­den­lis­te zu­kam, die Be­klag­te je­den­falls mit dem A1-Führungs­kreis, zu dem un­strei­tig auch der Kläger gehörte, abändernd dann die ne­bulöse „be­son­de­re Ab­wick­lungs­art" ver­ein­bart hat. Hier­bei sind die Par­tei­en aus­weis­lich der vom Kläger selbst ge­zeich­ne­ten Ak­ten­no­tiz vom 13.03.2002 da­von aus­ge­gan­gen, dass für je­de Führungs­kraft auch wei­ter­hin Über­stun­den an­fal­len wer­den, die wie­der­um für Verfügungs­ta­ge ein­ge­setzt wer­den können. Aus­drück­lich soll­te je­doch kein St­un­den­kon­to mehr geführt wer­den und dem- ent­spre­chend auch die Ter­mi­nal­ab­fra­ge aus­ge­schal­tet sein. Par­al­lel da­zu wur­den die of­fi­zi­el­len Zeit­er­fas­sungs­jour­na­le für die ent­spre­chen­den Mit­ar­bei­ter mo­nat­lich gen­ullt. An die­ser Ver­ein­ba­rung hat der Kläger aus­weis­lich der Gesprächs­pro­to­kol­le und der Ak­ten­no­tiz vom 13.03.2002 nicht nur mit­ge­wirkt, son­dern hat die­se auch aus­drück­lich mit­ge­tra­gen. Ihm war so­mit voll­kom­men klar, dass ein Ar­beits­zeit­kon­to im ei­gent­li­chen Sin­ne nicht (mehr) geführt wer­den soll­te.

cc) So­weit darüber hin­aus die in­ter­ne Lis­te für den Geschäftsführer – egal ob wie erst­in­stanz­lich vor­ge­tra­gen zum ei­ge­nen Über­blick oder wie zweit­in­stanz­lich vor­ge­tra­gen zum Nach­hal­ten et­wai­ger Feh­ler bei der Zeit­er­fas­sung – trotz­dem un­verändert fort­geführt wur­de, ändert dies wie­der­um nichts.
Dass dies so sein würde und der Lis­te den­noch nicht die Qua­lität ei­nes ech­ten St­un­den­kon­tos wie bei den übri­gen Mit­ar­bei­tern zu­kom­men soll­te, er­gibt sich un­mit­tel­bar aus den Zif­fern 4 und 5 der Ak­ten­no­tiz vom 13.03.2002 und den vor­lie­gen­den Gesprächs­pro­to­kol­len. Den Par­tei­en war zu je­der Zeit be­wusst, dass

 

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die ursprüng­li­che Lis­te, wenn auch un­ter neu­em Na­men, par­al­lel zu den gen­ull­ten Zeit­er­fas­sungs­jour­na­len ge­pflegt wer­den würde, oh­ne dass die­ser die Qua­lität ei­nes Ar­beits­zeit­kon­tos zu­kom­men soll­te. Statt­des­sen ha­ben die Par­tei­en eben die „be­son­de­re Ab­wick­lungs­art" ver­ein­bart. Auch die Dif­fe­ren­zie­rung war für die Par­tei­en nicht zwei­fel­haft, da ja für die übri­gen Mit­ar­bei­ter der Be­klag­ten außer­halb des A1-Krei­ses ein ech­tes Ar­beits­zeit­kon­to exis­tier­te.

dd) Auch wenn der rei­nen Be­griff­lich­keit „in­ter­ne Lis­te" zunächst kei­ne Be­deu­tung zu­kommt, so er­gibt sich aus ihr und auch dem Vor­trag bei­der Par­tei­en, dass die­se Lis­te zwar für die be­tref­fen­den Ar­beit­neh­mer ein­seh­bar war, je­doch ge­ra­de nicht da­zu be­stimmt war, nach außen ge­tra­gen oder auch nur den be­tref­fen­den Mit­ar­bei­tern aus­gehändigt zu wer­den. Hier­durch un­ter­schei­det sie sich aber auch we­sent­lich von den sons­ti­gen Mit­teil­lun­gen ei­nes Ar­beit­ge­bers an den Ar­beit­neh­mer über den Stand des für ihn geführ­ten Ar­beits­zeit­kon­tos. Nur die vor­be­halt­lo­se Mit­tei­lung ei­nes Ar­beit­ge­bers über den Stand des Ar­beits­zeit­kon­tos stellt des­sen Sal­do eben­so streit­los wie ei­ne Lohn- oder Ge­halts­mit­tei­lung die dar­in aus­ge­wie­se­ne Geld­for­de­rung (vgl. BAG, Ur­teil vom 28.07.2010 – 5 AZR 521/09, DB 2010, 284). So­fern hin­ge­gen ei­ne St­un­den­auf­stel­lung zwar für den Ar­beit­neh­mer ein­seh­bar ist, je­doch ge­ra­de nicht den Zweck hat, ihm aus­gehändigt zu wer­den und dem­ent­spre­chend un­ge­prüft ver­bleibt, be­kommt ihr nicht ein­mal die an­sons­ten von der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts an­er­kann­te Funk­ti­on als Wis­sens­erklärung zu.

b) Da be­reits die Exis­tenz ei­nes ver­bind­li­chen Ar­beits­zeit­kon­tos nicht aus­rei­chend dar­ge­legt ist, muss­te der wei­te­ren, vor dem Hin­ter­grund der von ihm selbst ver­fass­ten Er­le­di­gungs­klau­sel in der Auf­he­bungs­ver­ein­ba­rung vom 25.01.2005 äußerst zwei­fel­haf­ten Fra­ge, in­wie­weit der Kläger das Gut­ha­ben zum ver­ein­bar­ten Aus­zah­lungs­zeit­punkt vor­ge­tra­gen hat, nicht wei­ter nach­ge­gan­gen wer­den.

3. Die Aus­zah­lung von Über­stun­den schei­tert noch an ei­nem wei­te­ren Ge­sichts­punkt. Es fehlt an ei­ner gemäß § 612 BGB er­for­der­li­chen Vergütungs­er­war­tung des Klägers.

 

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a) Gemäß § 8 des zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­den Ar­beits­ver­tra­ges sol­len im ver­tret­ba­ren Rah­men zu leis­ten­de Über­stun­den, die sich im We­sent­li­chen an ta­rif­recht­li­che Be­stim­mun­gen rich­ten, nicht vergütet wer­den. Falls er­for­der­lich, muss im Ein­zel­fall ei­ne Ei­ni­gung er­zielt wer­den.

Die­se Klau­sel hält ei­ner Wirk­sam­keitsprüfung nicht stand. Gemäß § 306 BGB ist die Klau­sel da­her ins­ge­samt un­wirk­sam.

aa) Bei der Re­ge­lung han­delt es sich um ei­ne All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung i.S.d. §§ 305 ff BGB.

bb) Die Klau­sel ist nach § 307 Abs. 1 BGB man­gels hin­rei­chen­der Trans­pa­renz un­wirk­sam.

Nach § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB un­ter­lie­gen Be­stim­mun­gen in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen nur in­so­weit der un­ein­ge­schränk­ten In­halts­kon­trol­le, wie durch sie von Rechts­vor­schrif­ten ab­wei­chen­de oder die­se ergänzen­de Re­ge­lun­gen ver­ein­bart wer­den. An­de­re Be­stim­mun­gen in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen, durch die nicht von Rechts­vor­schrif­ten ab­ge­wi­chen wird, weil in ih­nen frei von ge­setz­li­cher Re­gu­lie­rung die Art der Ar­beits­leis­tung, die Höhe des Ar­beits­ent­gelts und der Um­fang der Ar­beits­zeit fest­ge­legt wer­den, sind von der An­ge­mes­sen­heits­kon­trol­le aus­ge­nom­men. Sie un­ter­lie­gen je­doch der Trans­pa­renz­kon­trol­le (§ 307 Abs. 3 Satz 2, Abs. 1 Satz 2 iVm. Abs. 1 Satz 1 BGB). Die­se er­fasst ins­be­son­de­re Klau­seln, die den Um­fang der von den Par­tei­en ge­schul­de­ten Ver­trags­leis­tun­gen fest­le­gen (vgl. BAG, Ur­teil vom 21.06.2011 – 9 AZR 236/10, NZA 2011, 1274).

Nach § 307 Abs. 1 S.2 BGB kann sich die zur Un­wirk­sam­keit ei­ner all­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gung führen­de un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung auch aus der man­geln­den Klar­heit und Verständ­lich­keit der Be­din­gung er­ge­ben. Der Ver­trags­part­ner muss oh­ne frem­de Hil­fe in der La­ge sein, sich Ge­wiss­heit über In­halt der ver­trag­li­chen Rech­te und Pflich­ten ver­schaf­fen zu können und nicht von der Durch­set­zung be­ste­hen­der Rech­te ab­ge­hal­ten wer­den. Die Klau­sel muss im

 

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Rah­men des recht­lich und tatsächli­chen Zu­mut­ba­ren die Rech­te und Pflich­ten des Ver­trags­part­ners klar und präzi­se um­schrei­ben, sie ver­letzt hin­ge­gen das Be­stimmt­heits­ge­bot, wenn sie ver­meid­ba­re Un­klar­hei­ten und Spielräume enthält. Der Ar­beit­neh­mer muss be­reits bei Ver­trags­schluss er­ken­nen können, was ge­ge­be­nen­falls auf ihn zu­kommt und wel­che Leis­tung er für die ver­ein­bar­te Vergütung ma­xi­mal er­brin­gen muss (vgl. BAG, Ur­teil vom 01.09.2010 – 5 AZR 517/09, EzA BGB 2002, § 307 Nr. 50; BAG, Ur­teil vom 20.04.2011 – 5 AZR 200/10, DB 2011, 1639).

Im vor­lie­gen­den Fall ist we­der klar, wie vie­le Über­stun­den sich noch „in ver­tret­ba­rem Rah­men" hal­ten sol­len, noch wie die For­mu­lie­rung „im We­sent­li­chen an ta­rif­recht­li­che Be­stim­mun­gen aus­rich­ten" zu ver­ste­hen ist. Es bleibt hier of­fen, wie vie­le Über­stun­den pro Wo­che bzw. pro Mo­nat dem Ar­beit­neh­mer oh­ne Vergütung ab­ver­langt wer­den und wann die Gren­ze er­reicht sein soll, nach der ei­ne in­di­vi­du­el­le Ei­ni­gung er­zielt wer­den muss. Die Be­klag­te hätte un­schwer im Klau­sel­text durch Auf­nah­me ei­ner aus­drück­li­chen St­un­den­zahl oder zu­min­dest mit ei­nem aus­drück­li­chen Hin­weis auf das Ar­beits­zeit­ge­setz hier aus­rei­chen­de Trans­pa­renz schaf­fen können.

cc) Fol­ge der Un­wirk­sam­keit der All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gung ist die An­wend­bar­keit der dis­po­si­ti­ven Ge­set­zes­be­stim­mun­gen, § 306 Abs. 2 BGB. Ei­ne ergänzen­de Ver­trags­aus­le­gung ist nicht in Be­tracht zu zie­hen, weil die ge­setz­li­che Re­ge­lung der Rechts­fol­gen des Feh­lens ei­ner - wirk­sa­men - Vergütungs­ver­ein­ba­rung in § 612 BGB kei­ne ergänzen­de ver­trag­li­che Be­stim­mung er­for­dert.

b) An­spruchs­grund­la­ge für den Kläger wäre da­her al­lein § 612 Abs. 1 BGB, wo­nach ei­ne Vergütung als still­schwei­gend ver­ein­bart gilt, wenn die Dienst­leis­tung den Umständen nach nur ge­gen Vergütung zu er­war­ten ist. Un­mit­tel­bar er­ge­ben sich hier­aus für den Kläger kei­ne Ansprüche. Die Vor­schrift ist aber ent­spre­chend an­zu­wen­den, wenn ei­ne in be­stimm­ter Höhe gewähr­te Ar­beits­vergütung nicht den vol­len Ge­gen­wert für die er­brach­ten Dienst­leis­tun­gen

 

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dar­stellt, al­so Über­stun­den oder Mehr­ar­beit auf die­se Wei­se vergütet wer­den sol­len (vgl. BAG, Ur­teil vom 01.09. 2010 aaO.).

Dies ist vor­lie­gend nicht der Fall.

aa) Ei­ne sol­che ob­jek­ti­ve Vergütungs­er­war­tung wird bei der Ab­leis­tung von Über­stun­den durch Ar­beit­neh­mer zwar über­wie­gend an­zu­neh­men sein, nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts, der sich die Kam­mer an­sch­ließt, gibt es je­doch kei­nen all­ge­mei­nen Rechts­grund­satz, dass je­de Mehr­ar­beits­zeit oder je­de dienst­li­che An­we­sen­heit über die ver­ein­bar­te Ar­beits­zeit hin­aus zu vergüten ist, dies gilt ins­be­son­de­re bei Diens­ten höhe­rer Art. Die Vergütungs­er­war­tung ist stets an­hand ei­nes ob­jek­ti­ven Maßstabs un­ter Berück­sich­ti­gung der Ver­kehrs­sit­te, der Art, des Um­fangs und der Dau­er der Dienst­leis­tun­gen so­wie der Stel­lung der Be­tei­lig­ten zu­ein­an­der fest­zu­stel­len, oh­ne dass es auf de­ren persönli­che Mei­nung ankäme (vgl. BAG, Ur­teil vom 17.08.2011 – 5 AZR 406/10, NZA 2011, 1335; BAG, Ur­teil vom 17.03.1982 – 5 AZR 1047/79, ju­ris).

bb) Der Kläger war bei der Be­klag­ten zu­letzt als Per­so­nal­lei­ter beschäftigt.
Hier­bei han­delt es sich um ei­ne ge­ho­be­ne Stel­lung, die re­gelmäßig mit erhöhten Ar­beits­zei­ten, erhöhter Ver­ant­wor­tung und auch ent­spre­chend erhöhter Vergütung ver­bun­den ist. Das ge­leis­te­te über­ob­li­ga­to­ri­sche En­ga­ge­ment wird je­doch re­gelmäßig nicht stun­den­ge­nau er­fasst und ab­ge­gol­ten. Während sei­ner Tätig­keit als Per­so­nal­lei­ter sind ihm auch zu kei­ner Zeit Über­stun­den als Brut­to­ent­gelt ab­ge­rech­net und aus­ge­zahlt wor­den.

Vor­lie­gend deckt sich die Durchführung des Ar­beits­ver­tra­ges ab Mit­te der 90er Jah­re mit der ob­jek­tiv nicht vor­han­de­nen Vergütungs­er­war­tung. Trotz der kon­stant auf­ge­lau­fe­nen Über­stun­den hat es kei­ne kla­re Re­ge­lung ge­ge­ben, son­dern le­dig­lich die ne­bulöse Ver­ein­ba­rung ei­ner „be­son­de­ren Ab­wick­lungs­art" aus dem Jahr 2002 so­wie die spo­ra­di­sche In­an­spruch­nah­me der Verfügungs­ta­ge. Zu­dem wies der Kläger in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor der Be­ru­fungs­kam­mer dar­auf hin, dass selbst bei Ver­ein­ba­rung sei­ner Ab­fin­dung fünf Jah­re vor Aus­schei­den aus dem Be­trieb der Be­klag­ten und bei Un­ter­zeich­nung der Er­le­di­gungs­klau­sel mit kei­nem Wort ein et­wai­ger fi­nan­zi­el­ler Aus­gleich der Mehr­ar­beits­stun­den bzw. die Aus­zah­lung

 

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des Ar­beits­zeit­gut­ha­bens bei Aus­schei­den Ge­gen­stand der Ver­hand­lun­gen ge­we­sen wäre. Der Kläger als Per­so­nal­lei­ter im Un­ter­schied zu ei­nem ge­werb­li­chen Ar­beit­neh­mer, der über sei­ne dies­bezügli­chen Rech­te und Pflich­ten im Un­kla­ren sein mag, hätte im ei­ge­nen In­ter­es­se hier auf ei­ne kla­re Re­ge­lung ge­drängt, so­fern er denn selbst von ei­ner Vergütungs­pflicht aus­ge­gan­gen wäre. Ge­ra­de die Tat­sa­che, dass der Kläger selbst es über mehr als zehn Jah­re hin­ge­nom­men hat, stets mehr als die ver­ein­bar­ten 35 St­un­den zu ar­bei­ten und gleich­zei­tig le­dig­lich spo­ra­disch Verfügungs­ta­ge oh­ne nen­nens­wer­ten Ab­bau sei­ner St­un­den in An­spruch nahm, zeigt aus Sicht der Kam­mer, dass er sich – wie es sich eben auch aus den Pro­to­kol­len und Ver­ein­ba­run­gen aus März 2001 bzw. 2002 her­aus­le­sen lässt – mit der Si­tua­ti­on und der „be­son­de­ren Ab­wick­lung" ein­ver­stan­den erklärt hat­te. Die Kam­mer über­sieht da­bei nicht, dass es auf die sub­jek­ti­ve Hal­tung des Klägers und der Be­klag­ten nicht an­kommt, son­dern nur auf die ob­jek­ti­ve Vergütungs­er­war­tung ab­ge­stellt wer­den muss.
Her­aus­ge­ar­bei­tet wer­den soll je­doch, dass das oben be­schrie­be­ne Ver­hal­ten des Klägers in der Ver­gan­gen­heit nur des­halb nicht er­staunt, weil es der ob­jek­ti­ven Ver­kehrs­an­schau­ung ent­spricht, in sei­ner Po­si­ti­on kei­ne stun­den­ge­naue Ab­rech­nung zu ver­lan­gen, son­dern über­ob­li­ga­to­ri­schen Ein­satz zu lie­fern bei gleich­zei­ti­ger In­an­spruch­nah­me an­der­wei­ti­ger Pri­vi­le­gi­en. Zu­dem ver­weist die Be­klag­te zu Recht dar­auf, dass ei­ne 35-St­un­den-Wo­che, ja selbst ei­ne 40-St­un­den-Wo­che, für ei­nen Per­so­nal­lei­ter un­gewöhn­lich ist und viel­mehr Ar­beits­zei­ten üblich und zu er­war­ten sind, die weit über dies hin­aus­ge­hen.

cc) Zu­guns­ten des Klägers strei­ten auch nicht et­wai­ge ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen. Zwar ist un­strei­tig auf das Ar­beits­verhält­nis kein Ta­rif­ver­trag an­wend­bar, fach­lich wäre je­doch der Ei­sen-, Me­tall- und Elek­tro­ta­rif­ver­trag NRW ein­schlägig. Die­ser sieht zwar de­zi­dier­te Re­ge­lun­gen für die Vergütung und die Zu­schläge von Mehr­ar­beit vor, in­des würde der Kläger auf­grund sei­ner Tätig­keit als Per­so­nal­lei­ter und sei­ner Vergütung schon nicht dem persönli­chen An­wen­dungs­be­reich des Ent­gelt­rah­men­ab­kom­mens und dem ein­heit­li­chen Man­tel­ta­rif­ver­trag un­ter­fal­len. Fol­ge­rich­tig kann ei­ne ent­spre­chen­de Vergütungs­er­war­tung dann aber auch nicht aus dem Ta­rif­ver­trag her­ge­lei­tet wer­den.

 

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III. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO.

Gründe für die Zu­las­sung der Re­vi­si­on wa­ren nicht ge­ge­ben, da es sich im vor­lie­gen­den Fall um ei­ne Ein­zel­fall­ent­schei­dung han­del­te, bei der voll­umfäng­lich der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ge­folgt wur­de.

RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG

Ge­gen die­ses Ur­teil ist ein Rechts­mit­tel nicht ge­ge­ben.

We­gen der Möglich­keit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de wird auf § 72a ArbGG ver­wie­sen.

 

K1 

G1 

W1, A.
/Fou.

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