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Nah­les will Be­triebs­ren­te stär­ken

In Nach­bar­län­dern wie der Schweiz oder den Nie­der­lan­den ha­ben neun von zehn Ar­beit­neh­mern An­spruch auf Be­triebs­ren­te - hier­zu­lan­de sind es viel we­ni­ger: Das soll sich nach dem Wil­len der Ko­ali­ti­on än­dern

13.09.2014. (dpa) - Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) will Be­triebs­ren­ten un­ter deut­schen Ar­beit­neh­mern wei­ter ver­brei­ten.

An­fang kom­men­den Jah­res soll der Dis­kus­si­ons­ent­wurf für die Um­set­zung ei­ner EU-Richt­li­nie vor­ge­legt wer­den, wie ein Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher am Frei­tag in Ber­lin sag­te.

Die­ser sol­le auch Schrit­te zur Stär­kung der Be­triebs­ren­te ent­hal­ten.

Der Chef der Ar­beit­neh­mer­grup­pe der Uni­ons­frak­ti­on, Pe­ter Weiß (CDU), hat­te sich in der "Bild"-Zei­tung für ei­ne ver­pflich­ten­de be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge im Kampf ge­gen Al­ters­ar­mut aus­ge­spro­chen. Der Ar­beit­ge­ber soll­te dem­nach ver­pflich­tet wer­den, dem Ar­beit­neh­mer ein An­ge­bot zu ma­chen, ei­nen Teil sei­nes Ein­kom­mens steu­er- und so­zi­al­ab­ga­ben­frei für das Al­ter zur Sei­te zu le­gen. Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) un­ter­stützt den Vor­stoß laut "Ta­ges­spie­gel" - die Ar­beit­ge­ber leh­nen ihn ab.

Die größ­te Her­aus­for­de­rung sei die ge­rin­ge Ver­brei­tung der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung in klei­nen und mitt­le­ren Un­ter­neh­men, so Nah­les kürz­lich in ei­nem Kom­men­tar zum The­ma. Der bes­te Weg dort­hin füh­re über Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­neh­mer. Ei­ne hö­he­re steu­er­li­che För­de­rung kön­ne we­gen der be­grenz­ten staat­li­chen Mit­tel nicht se­ri­ös in Aus­sicht ge­stellt wer­den. Der Spre­cher er­gänz­te, ob Op­ting-Out ei­ne Rol­le spie­len kön­ne, blei­be ab­zu­war­ten. Da­bei zahlt je­der Ar­beit­neh­mer au­to­ma­tisch in ei­ne Be­triebs­ren­te ein - au­ßer er ent­schei­det sich be­wusst da­ge­gen.

Nach den jüngs­ten Zah­len stieg die Zahl der ak­ti­ven An­wart­schaf­ten auf ei­ne be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung bin­nen zehn Jah­ren von 14,6 auf 19,6 Mil­lio­nen Ver­trä­ge 2011. Der An­teil der Be­schäf­tig­ten mit ei­ner be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung wird der­zeit auf rund 60 Pro­zent ge­schätzt.

Die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft for­der­te neue Im­pul­se für die­se Art der Ab­si­che­rung fürs Al­ter. Der Prä­si­dent des Ge­samt­ver­ban­des der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft, Alex­an­der Erd­land, for­der­te ein Mo­dell auf frei­wil­li­ger Ba­sis für die Ar­beit­ge­ber, wo­nach für al­le Ar­beit­neh­mer ei­nes Be­trie­bes stan­dard­mä­ßig im Ar­beits­ver­trag ei­ne Ent­gelt­um­wand­lung zu­guns­ten der Be­triebs­ren­te vor­ge­se­hen wird. "Ar­beit­neh­mer kön­nen, müs­sen dann aber nicht dar­an teil­neh­men", sag­te Erd­land der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 2. März 2016

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