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Nah­les will dau­er­haf­tes Blei­be­recht für aus­ge­bil­de­te Flücht­lin­ge

Hun­dert­tau­sen­de Flücht­lin­ge wol­len in Deutsch­land Aus­bil­dung oder Ar­beit ha­ben - geht es nach der Wirt­schaft, soll die Po­li­tik Hin­der­nis­se weg­räu­men: Un­ter­stüt­zung kommt von der Ar­beits­mi­nis­te­rin

16.12.2015. (dpa) - Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) hat sich für ein ge­ne­rel­les Blei­be­recht für Flücht­lin­ge mit ab­sol­vier­ter Aus­bil­dung aus­ge­spro­chen.

"Wir wol­len für Flücht­lin­ge Prak­ti­ka er­leich­tern und die er­for­der­li­che Si­cher­heit schaf­fen, dass ei­ne be­gon­ne­ne be­trieb­li­che Be­rufs­aus­bil­dung bis zum En­de durch­ge­führt wer­den kann", sag­te Nah­les am Mon­tag der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin.

"Im An­schluss an ei­ne er­folg­rei­che Aus­bil­dung soll dann je­der dau­er­haft in Deutsch­land blei­ben kön­nen."

Die Be­din­gun­gen für Flücht­lin­ge auf dem Job­markt sind ein zen­tra­les The­ma ei­ner Mi­nis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz mit Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) am Don­ners­tag (18. Ju­ni) in Ber­lin.

Die Wirt­schaft for­der­te, den Zu­gang von Flücht­lin­gen zum Ar­beits­markt zu er­leich­tern. "Vie­le Men­schen, die auf der Flucht vor Krieg und Ver­trei­bung zu uns kom­men, wer­den län­ger­fris­tig oder so­gar für im­mer blei­ben", sag­te Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent In­go Kra­mer der dpa. "Es ist im In­ter­es­se al­ler, al­les zu tun, da­mit sich die­se Men­schen zü­gig in den Ar­beits­markt in­te­grie­ren kön­nen."

Die CSU for­dert hin­ge­gen ei­ne «grund­le­gen­de Re­du­zie­rung» der Asyl­be­wer­ber­zah­len. Ge­ne­ral­se­kre­tär An­dre­as Scheu­er sag­te in Mün­chen: "Wir brau­chen Ant­wor­ten, wie wir den Flücht­lings­strom grund­le­gend re­du­zie­ren kön­nen." Für 2015 rech­nen die Be­hör­den mit 450 000 Asyl­an­trä­gen.

Der Prä­si­dent des Deut­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­tags (DIHK), Eric Schweit­zer, for­der­te, "dass Asyl­be­wer­ber mit Blei­be­per­spek­ti­ve und Ge­dul­de­te, die hier ei­ne Aus­bil­dung be­gin­nen, die­se auch ab­schlie­ßen dür­fen oh­ne Sor­ge vor Ab­schie­bung". Die­se Rechts­si­cher­heit soll­te auch für ei­ne An­schluss­be­schäf­ti­gung gel­ten, sag­te Schweit­zer der dpa.

Heu­te be­kom­men Asyl­be­wer­ber durch die Auf­nah­me ei­ner Ar­beit oder Aus­bil­dung kein ge­son­der­tes Auf­ent­halts­recht. Bei ge­dul­de­ten Flücht­lin­gen hin­ge­gen wer­den be­stimm­te In­te­gra­ti­ons­leis­tun­gen be­rück­sich­tigt, wenn über ei­ne Ver­län­ge­rung der Dul­dung oder die Er­tei­lung ei­nes Auf­ent­halts­ti­tels ent­schie­den wird.

Nah­les be­ton­te: "Ich un­ter­stüt­ze den An­satz der Ar­beit­ge­ber: Der Schlüs­sel für ei­ne er­folg­rei­che In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge ist, die Men­schen schnell in Ar­beit und Aus­bil­dung zu brin­gen." In vor­ders­ter Li­nie ste­he da­bei der Sprach­er­werb. "Wir brau­chen ei­ne Öff­nung der Sprach­för­de­rung für al­le Flücht­lin­ge mit Blei­be­per­spek­ti­ve, ein Bun­des­pro­gramm für be­rufs­be­zo­ge­ne Sprach­kur­se so­wie aus­rei­chend Mit­tel für die Job­cen­ter, die die be­ruf­li­che In­te­gra­ti­on un­ter­stüt­zen."

Kra­mer sag­te: "Vie­le jun­ge Men­schen, die als min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge nach Deutsch­land kom­men, sind nicht nur be­reit, son­dern auch be­son­ders mo­ti­viert, ei­ne Aus­bil­dung zu ab­sol­vie­ren." Ge­ra­de für sie dür­fe das Asyl­ver­fah­ren kei­nen Le­bens­still­stand be­deu­ten. "Zu­gleich gibt es vie­le Un­ter­neh­men, die hän­de­rin­gend jun­ge Men­schen für ei­ne be­trieb­li­che Aus­bil­dung su­chen." Des­we­gen müs­se der Auf­ent­halt für Asyl­su­chen­de und Ge­dul­de­te, die ei­nen Aus­bil­dungs­platz ge­fun­den ha­ben, grund­sätz­lich si­cher­ge­stellt wer­den.

Kra­mer for­der­te für die Be­trof­fe­nen zu­dem ei­nen leich­te­ren Zu­gang zu För­der­instru­men­ten der Be­rufs­aus­bil­dung. DIHK-Prä­si­dent Schweit­zer ver­lang­te, Asyl­be­wer­bern mit Blei­be­per­spek­ti­ve so schnell wie mög­lich Zu­gang zu Sprach­kur­sen zu ge­ben.

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Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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