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Nah­les und DGB wol­len di­gi­ta­le Ar­beits­welt si­cher und fair

Die Di­gi­ta­li­sie­rung der Ar­beits­welt ist in vol­lem Gan­ge: Pro­fi­tie­ren nur we­ni­ge? Der DGB pocht dar­auf, die In­ter­es­sen der Ar­beit­neh­mer zu wah­ren. Fragt sich nur, wie

04.11.2015. (dpa) - Si­che­re und fair be­zahl­te Ar­beit auch in der di­gi­ta­len Welt - da­für ha­ben sich Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) und der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) stark ge­macht. «Es geht um Ar­beit, die si­cher ist, die Sinn stif­tet, nicht krank macht und den Be­schäf­tig­ten die Chan­ce gibt, auf der Hö­he der Zeit zu sein», sag­te Nah­les am Diens­tag bei ei­nem «Di­gi­ta­li­sie­rungs­kon­gress» des DGB in Ber­lin. Wie das ge­lin­gen kann, dürf­te der schwie­ri­ge­re Punkt sein, räum­te die Mi­nis­te­rin ein. 

Ei­ner­seits kön­ne die Di­gi­ta­li­sie­rung neu­es Wachs­tum, hö­her­wer­ti­ge Ar­beits­plät­ze und fle­xi­ble­re Ar­beits­zei­ten brin­gen, sag­te der DGB-Vor­sit­zen­de Rei­ner Hoff­mann. Per­ma­nen­te Ver­füg­bar­keit, mehr Ar­beit in glei­cher Zeit und un­be­zahl­te Über­stun­den stün­den je­doch nicht für Fle­xi­bi­li­tät, son­dern für ei­ne «Ent­gren­zung der Ar­beit zu­las­ten der Be­schäf­tig­ten». Die Ar­beit müs­se so ge­stal­tet wer­den, dass der Mensch im Mit­tel­punkt steht. «Wir wol­len gu­te Ar­beit 4.0.»

Die De­bat­te über die Ver­än­de­run­gen auf dem Ar­beits­markt durch di­gi­ta­le Tech­no­lo­gie ver­sucht Nah­les der­zeit un­ter dem Mot­to «Ar­bei­ten 4.0» vor­an­zu­trei­ben. Seit län­ge­rem spricht sie sich da­für aus, die Chan­cen der Ver­än­de­run­gen zu för­dern - et­wa wenn Ar­beit­neh­mer bei der Ar­beit we­gen des Ein­sat­zes von Note­books, Smart­pho­nes und Co. nicht stän­dig im Bü­ro prä­sent sei­en müs­sen. Aus ih­rer Sicht bie­tet das vor al­lem Frau­en mehr Kar­rie­re­chan­cen.

Wenn Be­schäf­tig­te aber fle­xi­bler wer­den müss­ten, ge­he das nur im Kom­pro­miss, sag­te Nah­les. «Das heißt: neue Fle­xi­bi­li­tät nur ge­gen neue Si­cher­heit.» Eu­ro­pa soll­te des­halb ei­nen ei­ge­nen Weg in der Di­gi­tal­wirt­schaft ein­schla­gen und dür­fe nicht ein­fach «Re­zep­te aus dem Si­li­con Val­ley» im­por­tie­ren. «Das ha­ben wir gar nicht nö­tig.»

Dem Fest­hal­ten an klas­si­schen Re­geln der Ar­beits­welt er­teil­te Joa­chim Büh­ler, Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung des Bran­chen­ver­bands Bit­kom, ei­ne Ab­sa­ge. Wenn die Ver­schmel­zung der ana­lo­gen mit der di­gi­ta­len Welt wirk­lich statt­fin­den sol­le, müs­se das nach den Re­geln der Di­gi­tal­wirt­schaft pas­sie­ren. Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke wand­te ein, Mi­ni-Be­schäf­ti­gun­gen für Mi­ni-Be­zah­lung ge­be es in der In­ter­net­wirt­schaft heu­te schon. Mit Wür­de und Selbst­be­stim­mung der Be­schäf­tig­ten hät­ten die Pro­fi­teu­re nicht viel im Sinn. 

Deutsch­lands Ar­beit­ge­ber sa­gen ei­ne um­fas­sen­de Di­gi­ta­li­sie­rung vor­aus. «Für die Zu­kunft gilt: Al­les, was di­gi­ta­li­siert wer­den kann, wird di­gi­ta­li­siert wer­den», sag­te Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent In­go Kra­mer der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Kra­mer rief da­zu auf, dass Di­gi­tal­kom­pe­tenz in der ge­sam­ten Ge­sell­schaft als Schlüs­sel­qua­li­fi­ka­ti­on be­grif­fen wer­de. «An­sons­ten fin­det der gro­ße Di­gi­ta­li­sie­rungs­sprung an­ders­wo in der Welt statt.»

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Letzte Überarbeitung: 26. Mai 2016

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