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Nah­les: In­dus­trie 4.0 geht nicht oh­ne Si­cher­heit für Be­schäf­tig­te

Ro­bo­ter, die mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Ma­schi­nen, die Pro­duk­ti­ons­ab­läu­fe selbst­stän­dig or­ga­ni­sie­ren - mit der Di­gi­ta­li­sie­rung der In­dus­trie wird sich die Ar­beits­welt grund­le­gend ver­än­dern: Für Mi­nis­te­rin An­drea Nah­les An­lass, sich über ent­spre­chen­de Ta­rif­ver­trä­ge Ge­dan­ken zu ma­chen

10.11.2015. (dpa) - Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) hat für die er­war­te­te Di­gi­ta­li­sie­rung der In­dus­trie­pro­duk­ti­on, die so­ge­nann­te In­dus­trie 4.0, ent­spre­chen­de Ta­rif­ver­trä­ge ge­for­dert. Da­mit müss­ten Miss­stän­de wie bei Werk­ver­trä­gen früh­zei­tig ver­hin­dert wer­den, sag­te Nah­les auf ei­ner Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) am Mon­tag­abend in Nürn­berg. «Na­tür­lich ist bei In­dus­trie 4.0 die Fle­xi­bi­li­tät der Be­schäf­tig­ten ge­for­dert. Wir brau­chen für sie aber auch Si­cher­heit. Es gibt kei­ne Fle­xi­bi­li­tät oh­ne Si­cher­heit», un­ter­strich sie. Dies zu re­geln, sei in ih­ren Au­gen Auf­ga­be der Ta­rif­par­tei­en.

Zu­gleich wand­te sich Nah­les ge­gen Ängs­te man­cher Be­schäf­tig­ter, mit der im­mer stär­ker per In­ter­net ge­steu­er­ten und von Ro­bo­tern un­ter­stütz­ten Pro­duk­ti­on wer­de ei­ne Viel­zahl von Ar­beits­plät­zen ver­lo­ren ge­hen. «Wir ha­ben die ers­te, zwei­te und drit­te in­dus­tri­el­le Re­vo­lu­ti­on gut ge­schafft. Das wird uns auch bei der vier­ten in­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on ge­lin­gen», sag­te Nah­les vor meh­re­ren hun­dert Zu­hö­rern im Nürn­ber­ger Rat­haus­saal. Sie räum­te aber ein: «Der ei­ne oder an­de­re wird sich fremd füh­len. Die­se Men­schen müs­sen wir mit der Bun­des­agen­tur für Ar­beit mit Fort­bil­dungs­an­ge­bo­ten be­glei­ten.»

In­dus­trie 4.0 er­for­dert nach Nah­les Ein­schät­zung aber nicht nur ein Um­den­ken bei Be­schäf­tig­ten und die Be­reit­schaft sich fort­zu­bil­den. Ge­for­dert sei­en auch ih­re Chefs. Vor al­lem in man­chen mit­tel­stän­di­schen Un­ter­neh­men herr­sche noch ein «alt­mo­di­scher Füh­rungs­stil», der künf­tig nicht mehr zur Di­gi­ta­li­sie­rung der Pro­duk­ti­on pas­se. Wenn die di­gi­ta­le Fa­brik der Zu­kunft funk­tio­nie­ren soll, muss nach An­sicht der Mi­nis­te­rin ei­ne «pro­jek­t­ori­en­tier­te Füh­rungs­kul­tur» die tra­di­tio­nel­le hier­ar­chi­sche Füh­rungs­kul­tur er­set­zen.

Der Chef des Nürn­ber­ger In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB), Joa­chim Möl­ler, rech­net da­mit, dass mit In­dus­trie 4.0 im Sal­do rund 60 000 Stel­len in Deutsch­land ver­lo­ren ge­hen. Dar­über hin­aus wer­den bis zum Jahr 2030 rund ei­ne Mil­li­on Men­schen ge­zwun­gen sein, in ein an­de­res Be­rufs­feld zu wech­seln, er­läu­ter­te er. «Das be­deu­tet An­pas­sungs-In­ves­ti­tio­nen und Schmer­zen.» Das IG Me­tall-Vor­stands­mit­glied Hans-Jür­gen Ur­ban sieht in der In­dus­trie 4.0 so­wohl Chan­cen als auch Ri­si­ken für die Be­schäf­tig­ten. Die Ge­werk­schaf­ten sei­en nun ge­for­dert, die vier­te in­dus­tri­el­le Re­vo­lu­ti­on zum Woh­le der Be­schäf­tig­ten mit zu ge­stal­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 26. Mai 2016

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