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Nah­les: Hoch­flie­gen­de Er­war­tun­gen an Ries­ter-Ren­te nicht er­füllt

"Die Ren­te ist si­cher", sag­te einst Nor­bert Blüm. Die heu­ti­ge Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les spricht nur noch von "wet­ter­fest": Wie soll der Fall in die Al­ters­ar­mut für Mil­lio­nen Rent­ner ver­hin­dert wer­den? Die Po­li­tik strei­tet erst mal über die rich­ti­ge Ant­wort

18.04.2016. (dpa) - Die Ries­ter-Ren­te als pri­va­te Er­gän­zung zur ge­setz­li­chen Al­ters­vor­sor­ge hat laut Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les nicht das er­hoff­te Er­geb­nis ge­bracht.

Man kön­ne zwar nicht ein­fach sa­gen, dass sie ge­schei­tert sei, sag­te die SPD-Po­li­ti­ke­rin am Sonn­tag im "Be­richt aus Ber­lin" der ARD.

"Aber die hoch­flie­gen­den Er­war­tun­gen, die An­fang der 2000er Jah­re mit der Ries­ter-Ren­te ver­bun­den wa­ren - die sind eben nicht ein­ge­löst wor­den."

Ins­be­son­de­re Klein­ver­die­ner hät­ten die Ries­ter-Ren­te nicht ab­ge­schlos­sen, da­her se­he sie Hand­lungs­be­darf.

Nah­les be­zeich­ne­te die ge­setz­li­che Ren­te in der ZDF-Sen­dung "Ber­lin di­rekt" als "we­sent­lich ro­bus­ter und wet­ter­fes­ter als die pri­va­te Kon­kur­renz".

CSU-Chef Horst See­ho­fer hat­te die Ries­ter-Ren­te vor we­ni­gen Ta­gen für "ge­schei­tert" er­klärt. Er schlug vor, in ei­ner gro­ßen Ren­ten­re­form die Al­ters­be­zü­ge für brei­te Be­völ­ke­rungs­schich­ten wie­der zu er­hö­hen. Die An­fang des ver­gan­ge­nen Jahr­zehnts be­schlos­se­ne Kür­zung des Ren­ten­ni­veaus wür­de da­zu füh­ren, "dass et­wa die Hälf­te der Be­völ­ke­rung in der So­zi­al­hil­fe lan­den wür­de".

See­ho­fer ern­te­te für sei­nen Vor­stoß am Wo­chen­en­de mas­si­ve Kri­tik aus den Rei­hen der Uni­on. "Für die all­mäh­li­che Sen­kung des Ren­ten­ni­veaus gab und gibt es gu­te Grün­de", sag­te CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Tau­ber dem "Spie­gel". Die Re­for­men der ver­gan­ge­nen Jah­re könn­ten nicht ein­fach rück­gän­gig ge­macht wer­den. Hin­ge­gen sag­te Ar­beits­mi­nis­te­rin Nah­les im ZDF, sie hal­te die De­bat­te über das Ren­ten­ni­veau für rich­tig.

Uni­on und SPD wol­len den Kampf ge­gen Al­ters­ar­mut zu ei­nem gro­ßen Re­form­vor­ha­ben der ver­blei­ben­den ge­mein­sa­men Re­gie­rungs­zeit ma­chen.

CDU-Prä­si­di­ums­mit­glied Jens Spahn sag­te dem "Spie­gel": "Die Ren­te mit 63 und die Müt­ter­ren­te wa­ren schon ziem­lich teu­er." Wer "jetzt mal eben das Ren­ten­ni­veau an­he­ben will, be­kommt kurz­fris­tig Ap­plaus, ver­schärft aber die Pro­ble­me mas­siv. Das wird dann rich­tig teu­er."

In die glei­che Ker­be schlug Wolf­gang Stei­ger, Ge­ne­ral­se­kre­tär des CDU-Wirt­schafts­rats: "Ein drit­tes gro­ßes Ren­ten­ge­schenk in die­ser Le­gis­la­tur­pe­ri­ode passt über­haupt nicht in die Zeit, ver­la­gert im­mer grö­ße­re Las­ten auf die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on", sag­te er der "Bild"-Zei­tung (Sams­tag). In der "Rhei­ni­schen Post" (Sams­tag) emp­fahl Stei­ger statt­des­sen, den Höchst­be­trag zur För­de­rung der Ries­ter-Ren­te von 2100 auf 3000 Eu­ro jähr­lich an­zu­he­ben und glei­ches mit den Steu­er­frei­be­trä­gen da­für so­wie für die pri­va­te und be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge zu tun.

Uni­ons­frak­ti­ons­vi­ze Mi­cha­el Fuchs sag­te der "Rhei­ni­schen Post": "Wir dür­fen jetzt nicht den Feh­ler ma­chen, das mo­de­ra­te Wachs­tum durch Mehr­aus­ga­ben bei den So­zi­al­leis­tun­gen zu ge­fähr­den, et­wa mit Blick auf ei­ne Le­bens­leis­tungs­ren­te." Cars­ten Lin­ne­mann, Chef der CDU/CSU-Mit­tel­stands­ver­ei­ni­gung, ar­gu­men­tier­te ähn­lich: "Al­ters­ar­mut ver­hin­dert man bes­ser, in­dem man das be­ste­hen­de Sys­tem der pri­va­ten, be­trieb­li­chen und ge­setz­li­chen Ren­te sta­bi­li­siert und län­ge­res Ar­bei­ten at­trak­ti­ver macht."

Nah­les hob in der ARD Be­triebs­ren­ten als "sehr wich­ti­ge Er­gän­zung der jet­zi­gen Al­ters­ver­si­che­rung" her­vor. Sie ar­bei­te mit Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) an Lö­sun­gen, um Be­triebs­ren­ten auch in klei­nen und mit­tel­gro­ßen Un­ter­neh­men at­trak­tiv zu ma­chen. Da­bei ge­he es zum Bei­spiel um den Ab­bau von Haf­tungs­ri­si­ken, die für klei­ne und mitt­le­re Un­ter­neh­men der­zeit noch er­drü­ckend sein könn­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 7. September 2016

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