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Nah­les: Ge­setz zu Werk­ver­trä­gen und Leih­ar­beit auf gu­tem Weg

Mit Leih­ar­beit und Werk­ver­trä­gen wird viel Schind­lu­der ge­trie­ben: Die gro­ße Ko­ali­ti­on will dem ei­nen Rie­gel vor­schie­ben. Nach Än­de­run­gen scheint der Nah­les-Ent­wurf nun für die Ar­beit­ge­ber ak­zep­ta­bel

20.02.2016. (dpa) - In der ko­ali­ti­ons­in­ter­nen Aus­ein­an­der­set­zung um ei­ne Neu­re­ge­lung von Werk­ver­trä­gen und Leih­ar­beit zeich­net sich ei­ne Ei­ni­gung ab.

Nach Nach­bes­se­run­gen am Ge­setz­ent­wurf von Ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) si­gna­li­sier­te der Wirt­schafts­flü­gel der Uni­on grund­sätz­li­che Zu­stim­mung.

Nah­les sag­te dar­auf­hin am Frei­tag in Ber­lin, man sei "gut un­ter­wegs".

Sie rech­ne da­mit, dass das Ge­setz nun "sehr schnell" kom­men wer­de.

In­zwi­schen sei­en al­le Be­tei­lig­ten mit an Bord.

Mit dem ge­plan­ten Ge­setz soll der Miss­brauch von Werk­ver­trä­gen und Leih- oder Zeit­ar­beit ein­ge­dämmt wer­den. Mit Werk­ver­trä­gen ver­ge­ben Un­ter­neh­men et­wa IT-Dienst­leis­tun­gen, Ca­te­ring- und Rei­ni­gungs­diens­te an an­de­re Fir­men.

Un­ter an­de­rem sind nun die Kri­te­ri­en für ei­ne Ab­gren­zung von Werk­ver­trä­gen zu nor­ma­len Ar­beits­ver­trä­gen ent­schärft wor­den. Die Ar­beit­ge­ber hat­ten ge­warnt, dass der bis­he­ri­ge Ka­ta­log vie­le üb­li­che und un­pro­ble­ma­ti­sche Werk­ver­trags­kon­stel­la­tio­nen er­schwe­ren oder gar ver­hin­dern wür­de. Er hät­te da­mit der Wirt­schaft ge­scha­det, oh­ne Ar­beit­neh­mern zu nut­zen. Der ge­än­der­te Re­fe­ren­ten­ent­wurf liegt der Deut­schen Pres­se-Agen­tur dpa vor.

Der Vor­sit­zen­de der Mit­tel­stands- und Wirt­schafts­ver­ei­ni­gung der CDU/CSU, Cars­ten Lin­ne­mann, sag­te, man hal­te die Re­gu­lie­rung in dem Be­reich grund­sätz­lich für schäd­lich. Man sei aber froh, "die schlimms­ten Ein­schrän­kun­gen ver­hin­dert zu ha­ben". Mit dem nun vor­ge­leg­ten Ent­wurf könn­ten die meis­ten Un­ter­neh­men le­ben. Den­noch müss­ten im par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren wei­te­re Ver­bes­se­run­gen er­reicht wer­den. Lin­ne­mann be­grüß­te auch, dass nicht ta­rif­ge­bun­de­ne Un­ter­neh­men un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen Zeit­ar­beit­neh­mer län­ger als 18 Mo­na­te be­schäf­ti­gen kön­nen.

Der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Ar­beit­ge­ber­ver­bands Ge­samt­me­tall, Oli­ver Zan­der, warn­te, Zeit­ar­beit und Werk­ver­trä­ge eig­ne­ten sich nicht als Wahl­kampf­the­ma. Wenn im wei­te­ren Ver­fah­ren noch Klar­stel­lun­gen vor­ge­nom­men wür­den, er­war­te sein Ver­band von Ge­werk­schaf­ten und Par­tei­en, dass die dann ge­fun­de­ne Lö­sung dau­er­haft ak­zep­tiert wer­de.

Der IG Me­tall-Vor­sit­zen­de Jörg Hof­mann er­klär­te da­ge­gen: "Un­ter der Vor­aus­set­zung, dass es kei­ne we­sent­li­chen Än­de­run­gen mehr im par­la­men­ta­ri­schen Be­ra­tungs­pro­zess ge­ben wird, wer­den wir schnell zu ei­ner Ver­stän­di­gung zwi­schen den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en kom­men kön­nen." Er kri­ti­sier­te, aus Sicht der IG Me­tall blie­ben die Re­ge­lun­gen zu Werk­ver­trä­gen weit hin­ter den Not­wen­dig­kei­ten zu­rück.

SPD-Frak­ti­ons­chef Tho­mas Op­per­mann un­ter­strich, die gro­ße Ko­ali­ti­on zei­ge, "dass sie ne­ben al­ler Flücht­lings­pro­ble­ma­tik ih­ren Auf­ga­ben ge­recht wird und Deutsch­land ein wei­te­res Stück vor­an­bringt". Nah­les le­ge ei­nen Ge­setz­ent­wurf vor, "mit dem Leih­ar­beit und Werk­ver­trä­ge als Be­schäf­ti­gungs­in­stru­men­te sinn­voll ge­stal­tet wer­den und Miss­brauch ver­hin­dert wird".

Die Grü­nen-Ar­beits­markt­po­li­ti­ke­rin Bea­te Mül­ler-Gem­me­ke er­klär­te: "Das ge­plan­te Ge­setz aus dem Hau­se Nah­les wird end­gül­tig zu ei­ner Mo­gel­pa­ckung." Sie kri­ti­sier­te, dass jetzt die Kri­te­ri­en ent­schärft wer­den sol­len, die Werk­ver­trä­ge von Leih­ar­beit ab­gren­zen soll­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. September 2016

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