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Nied­rig­löh­ne in Deutsch­land

Wie groß ist der Nied­rig­lohn­sek­tor wirk­lich?: Zah­len­an­ga­ben schwan­ken zwi­schen 5 Mil­lio­nen und 7,9 Mil­lio­nen

12.09.2013. (dpa) - SPD, Lin­ke und Grü­ne ver­bin­den ih­re For­de­rung nach Ein­füh­rung ei­nes flä­chen­de­cken­den Min­dest­lohns im­mer wie­der mit dem Hin­weis auf die ho­he Zahl von Nied­rig­löh­nern hier­zu­lan­de.

Die Re­de ist dann von sie­ben bis acht Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten, die we­ni­ger als 8,50 Eu­ro in der St­un­de ver­die­nen - und dass Deutsch­land das Land mit dem größ­ten Nied­rig­lohn­sek­tor in Eu­ro­pa sei. Stimmt das?

Ja, aber... Denn ent­schei­dend ist, wie ge­rech­net wird.

Das In­sti­tut für Wirt­schafts­for­schung Hal­le (IWH) geht für 2012 von knapp 1,3 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten in Ost­deutsch­land mit ei­nem Ta­rif­lohn von we­ni­ger als 8,50 Eu­ro aus und von rund 3,7 Mil­lio­nen im Wes­ten. Zu­sam­men sind das fünf Mil­lio­nen.

Das In­sti­tut für Ar­beit und Qua­li­fi­ka­ti­on (IAQ) der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Es­sen kam in sei­nem Nied­rig­lohn­re­port 2010 zum Er­geb­nis:

"Be­zieht man Schü­ler/in­nen, Stu­die­ren­de und Rent­ner/in­nen mit ein, wa­ren gut 7,9 Mil­lio­nen ab­hän­gig Be­schäf­tig­te von Nied­rig­löh­nen be­trof­fen."

Die Nied­rig­l­ohn­gren­ze zog das IAQ da­mals bei 9,15 Eu­ro in der St­un­de.

Nach ei­ner Stu­die des Nürn­ber­ger In­sti­tuts für Ar­beit- und Be­rufs­for­schung (IAB) ran­gier­te Deutsch­land 2010 un­ter 17 eu­ro­päi­schen Län­dern auf Platz zwei der Nied­rig­lohn­quo­ten-Rang­lis­te, hin­ter Li­tau­en. Für Deutsch­land weist das IAB ei­nen Nied­rig­lohn-An­teil von 24,1 Pro­zent an al­len Be­schäf­tig­ten aus, für Li­tau­en 27,5 Pro­zent. Die Nied­rig­lohn­schwel­le setzt das IAB bei 9,54 Eu­ro in der St­un­de an.

Be­schränkt man die Be­trach­tung auf Voll­zeit­be­schäf­tig­te, so er­gibt der IAB-Län­der­ver­gleich ein et­was ver­än­der­tes Bild: Hin­ter Li­tau­en mit ei­ner Nied­rig­lohn­quo­te von fast 30 Pro­zent fol­gen Groß­bri­tan­ni­en, Zy­pern, Po­len und Bul­ga­ri­en. Deutsch­land liegt mit ei­ner Quo­te von 19,5 Pro­zent da­hin­ter.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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