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Nied­rig­zin­sen för­dern Lust auf "Be­ton­gold" als Al­ters­vor­sor­ge

We­gen des Zinstiefs sind Ries­ter-Ren­te und Co. kaum noch ge­fragt: Die Bun­des­bür­ger in­ves­tie­ren für ih­re Al­ters­vor­sor­ge zu­neh­mend in Im­mo­bi­li­en. Vie­le ge­ben ihr Geld aber auch ein­fach aus

15.10.2013. (dpa) - Die pri­va­te Al­ters­vor­sor­ge er­scheint vie­len Bun­des­bür­gern an­ge­sichts nied­ri­ger Zin­sen im­mer we­ni­ger at­trak­tiv.

Wer doch vor­sor­gen will, setzt zu­neh­mend auf die ei­ge­nen vier Wän­de.

Doch im­mer mehr Men­schen ge­ben ihr Geld lie­ber aus, statt zu spa­ren.

Knapp die Hälf­te der Be­rufs­tä­ti­gen hat nicht mehr die Ab­sicht, zur Ab­si­che­rung des Le­bens­stan­dards im Ren­ten­al­ter mehr als bis­her auf die ho­he Kan­te zu le­gen. Das er­gab ei­ne am Mon­tag in Ber­lin vor­ge­stell­te Al­lens­bach-Um­fra­ge im Auf­trag der Post­bank. Zehn Jah­re zu­vor lag die Quo­te der Un­wil­li­gen erst bei 30 Pro­zent.

Wer den­noch et­was für ei­nen fi­nan­zi­ell ab­ge­si­cher­ten Ru­he­stand tun will, in­ves­tiert zu­neh­mend in "Be­ton­gold": Ein Drit­tel aus die­ser Grup­pe möch­te gern Haus oder Ei­gen­tums­woh­nung zur Selbst­nut­zung kau­fen. Das ist fast die Hälf­te mehr als noch vor fünf Jah­ren.

Statt zu spa­ren ge­ben die Deut­schen wei­ter­hin viel Geld aus. Nach ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Spar­kas­sen-Um­fra­ge ha­ben acht Pro­zent der pri­va­ten Haus­hal­te ih­re Kon­sum­aus­ga­ben in letz­ter Zeit ge­stei­gert, bei 68 Pro­zent blie­ben sie gleich. Zwar ga­ben wie im Vor­jahr 23 Pro­zent an, den Gür­tel en­ger ge­schnallt zu ha­ben. Die Quo­te ver­harrt je­doch auf dem nied­rigs­ten Wert seit Jah­ren.

Die Post­bank, die selbst Al­ters­vor­sor­ge­pro­duk­te an­bie­tet, fürch­tet we­gen der nied­ri­gen Zin­sen ei­ne ge­fähr­li­che Ab­wärts­spi­ra­le für die­sen Zweig. Da­bei sei­en we­gen der ge­rin­gen Er­trä­ge von Fi­nanz­an­la­gen grund­sätz­lich mehr Spar­an­stren­gun­gen nö­tig, um den Le­bens­stan­dard im Al­ter zu hal­ten. Seit Jah­ren sin­ken die Zin­sen für Spar­bü­cher und Le­bens­ver­si­che­run­gen, aber auch für Ta­ges- und Fest­geld.

Da­mit gibt es kaum noch An­reiz zum Spa­ren. So hal­ten nur noch zehn Pro­zent der Be­frag­ten ei­ne Le­bens­ver­si­che­rung mit Ka­pi­tal­aus­zah­lung für ei­ne "be­son­ders si­che­re Form der Al­ters­vor­sor­ge". 31 Pro­zent der Be­rufs­tä­ti­gen kön­nen im Ru­he­stand kein Geld aus ei­ner pri­va­ten Al­ters­vor­sor­ge er­war­ten. Drei von vier Bun­des­bür­gern hal­ten die ge­setz­li­che Ren­te ak­tu­ell für die "idea­le Form der Al­ters­si­che­rung".

"Die ei­ge­nen vier Wän­de sind in­zwi­schen mit wei­tem Ab­stand die be­lieb­tes­te Form in Deutsch­land, fürs Al­ter vor­zu­sor­gen", sag­te Post­bank-Vor­stand Die­ter Pfeif­fen­ber­ger. Da­bei spie­len die güns­ti­gen Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten ge­nau­so ei­ne Rol­le wie die Aus­sicht, im Al­ter miet­frei zu woh­nen. Der Al­lens­bach-Um­fra­ge zu­fol­ge for­dern fast 40 Pro­zent mehr staat­li­che Un­ter­stüt­zung beim Er­werb ei­nes Ei­gen­hei­mes.

Im Os­ten Deutsch­lands glaubt in­zwi­schen mehr als je­der Vier­te, dass er im Ru­he­stand mit dem Geld nicht aus­kommt. Das sind dop­pelt so vie­le wie im Wes­ten. 74 Pro­zent der Be­frag­ten er­war­ten vom Staat die Pro­blem­lö­sung für ein aus­kömm­li­ches Al­ter.

Die Um­fra­ge­er­geb­nis­se de­cken sich mit der jüngs­ten Ent­wick­lung: Im ers­ten Halb­jahr 2013 er­höh­te sich die Zahl der Ries­ter-Ver­trä­ge nur noch um 79 000 auf ins­ge­samt 15,76 Mil­lio­nen. Nach­fra­ge gab es nur bei so­ge­nann­ten Wohn-Ries­ter-Ver­trä­gen für ei­gen­ge­nutz­te Im­mo­bi­li­en.

Die staat­lich ge­för­der­te Ries­ter-Ren­te wur­de 2001 mit dem Ziel ein­ge­führt, Ab­stri­che bei der ge­setz­li­chen Ren­te aus­zu­glei­chen. Bis En­de 2011 wur­den jähr­lich ei­ne Mil­li­on oder mehr Ver­trags­ab­schlüs­se ge­mel­det. Die Ent­wick­lung kam ins Sto­cken. Bei Ries­ter-Spar­ver­trä­gen ist das an­ge­spar­te Geld ein­schließ­lich der staat­li­chen Prä­mi­en no­mi­nal ab­ge­si­chert. We­gen nied­ri­ger Ren­di­ten und ho­her Kos­ten ge­riet die Ries­ter-Ren­te aber im­mer wie­der in die Kri­tik.

Nach ei­ner neu­en Um­fra­ge des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB) ge­hen 42 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten da­von aus, dass ih­re Ren­te spä­ter nicht zum Le­ben reicht. Das sind vier Pro­zent­punk­te mehr als 2012. Ei­ne "ge­ra­de aus­rei­chen­de Ren­te" er­war­ten 40 Pro­zent.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 23. August 2016

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