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Nut­zungs­aus­fall­ent­schä­di­gung für Ent­zug des Dienst­wa­gens

AGB-Kon­trol­le: Die Pri­vat­nut­zung ei­nes Dienst­wa­gens kann nur mit ei­ner vier­wö­chi­gen An­kün­di­gungs­frist wi­der­ru­fen wer­den: Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Ur­teil vom 14.09.2010, 13 Sa 462/10
21.06.2011. Wer­den Dienst­wa­gen auch für den Pri­vat­ge­brauch zur Ver­fü­gung ge­stellt, ist die­se Nut­zungs­mög­lich­keit ei­ne Sach­leis­tung und da­mit Teil des Ge­halts. Sie kann da­her nur ent­zo­gen wer­den, wenn das ver­trag­lich klar ge­re­gelt ist. Sol­che Wi­der­rufs­vor­be­hal­te sind ty­pi­scher­wei­se vom Ar­beit­ge­ber vor­for­mu­liert und da­mit All­ge­mei­ne Ge­schäfts­be­din­gun­gen (AGB), vgl. §§ 310 Abs.3, 305 Abs.1 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB).

Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) ak­zep­tiert in AGB ent­hal­te­ne Wi­der­rufs­vor­be­hal­te nur in en­gen Gren­zen. Ein Wi­der­ruf ist nur aus sach­li­chen Grün­den mög­lich, die in der Vor­be­halts­klau­sel klar be­nannt sein müs­sen. Ein Sach­grund kann ei­ne Frei­stel­lung im An­schluss an ei­ne Kün­di­gung sein. Da der plötz­li­che Ent­zug der Pkw-Nut­zung den Ar­beit­neh­mer hart tref­fen kann, ist aber frag­lich, ob für die­sen Fall auch ei­ne An­kün­di­gungs­frist ge­re­gelt sein muss. Dar­über hat­te das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Nie­der­sach­sen in sei­nem Ur­teil vom 14.09.2010 (13 Sa 462/10) zu ent­schei­den.

Der Ar­beit­ge­ber ei­ner Per­so­nal­dis­po­nen­tin hat­te sich mit ei­ner vor­for­mu­lier­ten Klau­sel das Recht vor­be­hal­ten, ei­nen Dienst­wa­gen ent­schä­di­gungs­los zu­rück­zu­ver­lan­gen, wenn sie nach ei­ner Kün­di­gung frei­ge­stellt wer­den soll­te. Als es da­zu kam, klag­te die Dis­po­nen­tin auf ei­ne Ent­schä­di­gung für den Nut­zungs­aus­fall. An­ders als das Ar­beits­ge­richt Ol­den­burg (Ur­teil vom 16.02.2010, 1 Ca 474/09) gab ihr das LAG Recht, weil in der Klau­sel kei­ne An­kün­di­gungs­frist für den Wi­der­ruf vor­ge­se­hen war.

Fa­zit: Das LAG meint, dass der Ent­zug ei­nes Dienst­wa­gens bei ei­ner kün­di­gungs­be­ding­ten Frei­stel­lung nur mit ei­ner ver­ein­bar­ten An­kün­di­gungs­frist von min­des­tens vier Wo­chen mög­lich ist. Das über­zeugt, so dass be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mern zu ra­ten ist, für ei­ne "Knall auf Fall" ge­for­der­te Pkw-Rück­ga­be Nut­zungs­aus­fall­ent­schä­di­gung zu ver­lan­gen. Ob das BAG das LAG be­stä­tigt, ist al­ler­dings of­fen, da über die der­zeit an­hän­gi­ge Re­vi­si­on (AZ: 9 AZR 651/10) noch nicht ent­schie­den wor­den ist.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 4. August 2015

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