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OECD-Stu­die: Müt­ter in Deutsch­land we­ni­ger be­rufs­tä­tig als an­ders­wo

Fa­mi­lie oder Be­ruf? Die­se Fra­ge ge­hört für Frau­en in Deutsch­land noch im­mer nicht der Ver­gan­gen­heit an: Der Kom­pro­miss heißt öf­ter als an­ders­wo Teil­zeit - mit star­ken Ein­bu­ßen beim Ein­kom­men
Mutter, Vater und Kind, Familie, Elternzeit, Elterngeld

21.02.2017. (dpa) - Frau­en mit Kin­dern in Deutsch­land sind we­ni­ger be­rufs­tä­tig als in vie­len an­de­ren Län­dern und über­durch­schnitt­lich mit Haus­halt und Be­treu­ung be­schäf­tigt.

Ein Grund da­für ist der ho­he An­teil von Teil­zeit­ar­beit, stellt ei­ne Stu­die der Or­ga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD) fest, die am Mon­tag ver­öf­fent­licht wur­de.

Dem­nach wa­ren 2014 zwar rund 70 Pro­zent der Müt­ter in Deutsch­land er­werbs­tä­tig.

Der Wert ent­spricht et­wa dem OECD-Durch­schnitt, fällt aber deut­lich hin­ter Län­der wie Dä­ne­mark oder Schwe­den zu­rück, wo rund 82 Pro­zent der Müt­ter ei­nem Be­ruf nach­ge­hen.

Mit 39 Pro­zent ar­bei­ten über­durch­schnitt­lich vie­le Müt­ter in Deutsch­land in Teil­zeit, und ih­re Wo­chen­ar­beits­zeit ist mit durch­schnitt­lich 20 St­un­den re­la­tiv kurz. Dem ste­hen 30 Pro­zent Voll­zeit-Be­schäf­tig­te ge­gen­über. Nur in den Nie­der­lan­den und in Ös­ter­reich ist die Teil­zeit­quo­te un­ter Müt­tern noch hö­her.

In kei­nem OECD-Land tra­gen Frau­en mit Kin­dern so we­nig zum Haus­halts­ein­kom­men bei wie in Deutsch­land. Der durch­schnitt­li­che An­teil bei Paa­ren mit Kin­dern be­tra­ge in Deutsch­land 22,6 Pro­zent, in Dä­ne­mark bei­spiels­wei­se 42 Pro­zent.

Gleich­zei­tig über­neh­men Frau­en in Deutsch­land fast zwei Drit­tel der Haus­ar­beit so­wie der Be­treu­ung von Kin­dern und an­de­ren An­ge­hö­ri­gen. In Län­dern, in de­nen mehr Frau­en ar­bei­ten und es ei­ne gut aus­ge­bau­te und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Kin­der­be­treu­ung wie et­wa in Finn­land oder Nor­we­gen gibt, tei­len El­tern un­be­zahl­te Ar­beit da­ge­gen aus­ge­wo­ge­ner auf.

Deutsch­land ha­be mit dem Aus­bau der Kin­der­be­treu­ung so­wie mit der Aus­ge­stal­tung des El­tern­gel­des wich­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne
gleich­mä­ßi­ge­re Auf­tei­lung von be­zahl­ter und un­be­zahl­ter Ar­beit zwi­schen bei­den El­tern ge­schaf­fen, heißt es in dem Be­richt. Ei­ne ge­ziel­te Wei­ter­ent­wick­lung be­ste­hen­der In­stru­men­te so­wie bei Steu­ern und Trans­fer­leis­tun­gen sei aber not­wen­dig.

Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD) sieht sich durch den Be­richt er­mu­tigt, ih­re Pro­jek­te für Fa­mi­li­en­ar­beit und ein Fa­mi­li­en­geld vor­an­zu­trei­ben. Der Ar­beit­ge­ber­ver­band Ge­samt­me­tall sieht sich da­ge­gen in sei­ner Kri­tik an der Bun­des­re­gie­rung be­stä­tigt. Müt­ter fühl­ten sich vor al­lem durch star­re Öff­nungs­zei­ten von Schu­len, Kin­der­gär­ten und Ki­tas ge­zwun­gen, ih­re Ar­beits­zeit zu re­du­zie­ren.

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Letzte Überarbeitung: 28. Juni 2018

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