Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Öko­nom Sno­wer sieht die gro­ße Ko­ali­ti­on auf dem Irr­weg

Zu ho­he Aus­ga­ben und kei­ne Zu­kunfts­kon­zep­te - das be­män­gelt der Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler Sno­wer am Ko­ali­ti­ons­ver­trag von Uni­on und SPD: Deutsch­land ge­fähr­de da­mit sei­ne Po­si­ti­on. Die Fi­nan­zie­rung des Wohl­fahrts­staa­tes wür­de Sno­wer kom­plett um­krem­peln

19.12.2013. (dpa) - Die gro­ße Ko­ali­ti­on steu­ert nach Ein­schät­zung des Öko­no­men Den­nis Sno­wer ei­ne fal­schen wirt­schafts­po­li­ti­schen Kurs.

Deutsch­land brau­che ei­nen Struk­tur­wan­del, um im in­ter­na­tio­na­len Wett­be­werb zu be­ste­hen, sag­te der Prä­si­dent des Kie­ler In­sti­tuts für Welt­wirt­schaft der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

"Im Ko­ali­ti­ons­ver­trag kann ich da­zu nichts er­ken­nen."

Die La­bi­li­tät der Fi­nanz­märk­te, die nied­ri­gen Zin­sen und die Al­te­rung der Be­völ­ke­rung wer­den nach An­sicht Sno­wers oh­ne Ge­gen­stra­te­gi­en mit­tel­fris­tig Deutsch­lands Po­si­ti­on schwä­chen.

Die Fi­nan­zie­rung des Ren­ten-, Ge­sund­heits- und Bil­dungs­sys­tems müs­se grund­le­gend re­for­miert wer­den.

"Das in Ber­lin ge­schnür­te Pa­ket ist in mei­nen Au­gen lei­der be­sorg­nis­er­re­gend."

Die ge­plan­ten Zu­satz­aus­ga­ben in zwei­stel­li­ger Mil­li­ar­den­hö­he sind für Sno­wer ei­ne fal­sche Wei­chen­stel­lung: "Statt in gu­ten Zei­ten zu spa­ren, um die Wirt­schaft in schlech­ten Zei­ten un­ter­stüt­zen zu kön­nen, wird mehr aus­ge­ge­ben". Dies sei kein ver­ant­wort­li­cher Um­gang mit der Schul­den­brem­se, die Mehr­aus­ga­ben das Ge­gen­teil des­sen, wo­für Deutsch­land in Eu­ro­pa ste­he. Da­mit ge­be die Bun­des­re­pu­blik auch den Schwel­len­län­dern kein gu­tes Bei­spiel, sag­te Sno­wer. Er hof­fe, dass die Re­gie­rung in der Pra­xis noch ei­ne an­de­re Rich­tung ein­schlägt.

Wäh­rend Wirt­schaft und Ar­beits­markt im­mer­hin Re­for­men hin­ter sich hät­ten, sei im Ge­sund­heits­we­sen, bei Bil­dung und Aus­bil­dung, Ren­te und Pen­sio­nen kaum et­was pas­siert. "Da müss­te man ganz an­de­re Kon­zep­te ent­wi­ckeln", for­der­te Sno­wer. Er hal­te es für ver­hee­rend, mit fal­schen An­rei­zen Men­schen in den Ru­he­stand zu drän­gen, die län­ger ar­bei­ten kön­nen und wol­len. "Ge­ra­de an­ge­sichts des gro­ßen de­mo­gra­fi­schen Wan­dels ist das ein­fach un­ver­ant­wort­lich." Sol­chen Men­schen soll­te die Mög­lich­keit ge­ge­ben wer­den, län­ger zu ar­bei­ten, sag­te Sno­wer. "Was sie dann an zu­sätz­li­chen Ren­ten­an­sprü­chen ge­win­nen, müss­te auf ihr rest­li­ches Le­ben über­tra­gen wer­den." Zu­gleich soll­te der Kün­di­gungs­schutz für sie ab­ge­schafft wer­den.

Der IfW-Prä­si­dent be­kräf­tig­te sei­nen Vor­schlag, künf­tig den Wohl­fahrts­staat nicht mehr nur über Steu­ern zu fi­nan­zie­ren. Je­der Bür­ger soll­te mit ei­nem Teil sei­nes Loh­nes auf So­zi­al­kon­ten für Ge­sund­heit, Ren­te, Be­schäf­ti­gung so­wie Bil­dung und Aus­bil­dung Gut­ha­ben an­spa­ren. Die­se könn­te er ent­spre­chend sei­nen Be­dürf­nis­sen nut­zen und da­bei auch Er­spar­nis­se von ei­nem Kon­to auf ein an­de­res über­tra­gen. Die Steu­ern wür­den da­für dras­tisch ge­senkt. "Das wür­de ganz an­de­re An­rei­ze schaf­fen", er­läu­ter­te Sno­wer. "Man hät­te die Pla­nung des Le­bens bes­ser in der Hand." Nie­mand wür­de schlech­ter ge­stellt, aber je­der be­kä­me neue Mög­lich­kei­ten.

Sno­wer er­war­tet er­heb­li­che Pro­ble­me aus der de­mo­gra­fi­schen Ent­wick­lung. "Noch sind wir in ei­ner op­ti­ma­len La­ge mit re­la­tiv we­ni­gen Kin­dern, de­ren Aus­bil­dung wir be­zah­len müs­sen, und es sind auch noch nicht so vie­le im Ru­he­stand." Weil dies aber bald kip­pe, wer­de die Wirt­schaft we­ni­ger pro­duk­tiv, wenn Deutsch­land nichts ein­fal­le. Dann wür­den Pro­ble­me wie die ho­he Staats­ver­schul­dung und die nach­las­sen­de Wett­be­werbs­fä­hig­keit im­mer grö­ßer.

Die Fol­gen des ver­ein­bar­ten flä­chen­de­cken­den ge­setz­li­chen Min­dest­lohns sind aus Sicht Sno­wers schwer ab­seh­bar. Die Wirt­schaft wer­de wohl ver­su­chen, mit Werk­ver­trä­gen und mehr il­le­ga­ler Ar­beit aus­zu­wei­chen. "Dann wird die Po­li­tik sa­gen, es gibt zu vie­le Werk­ver­trä­ge, die­se wer­den miss­braucht, das Schlupf­loch müs­sen wir schlie­ßen." Dann droh­ten ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Be­schäf­ti­gung im Nied­rig­lohn­sek­tor und ei­ne Re­gu­lie­rungs­spi­ra­le, mit der die Wirt­schaft im­mer we­ni­ger fle­xi­bel wer­de. "Da­vor ha­be ich Angst."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 19. November 2015

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880