Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

14/390a Op­po­si­ti­on ver­spot­tet Frau­en­quo­te als "Quöt­chen"

Die Frau­en­quo­te soll end­gül­tig kom­men: Dass sie aber nur in gut 100 Un­ter­neh­men gel­ten soll, sorgt für Spott in der Op­po­si­ti­on. Den Wirt­schafts­ver­bän­den geht schon die­ser Ko­ali­ti­ons­be­schluss zu weit

27.11.2014. (dpa) - Die Ko­ali­ti­on ern­tet mit ih­rem Kom­pro­miss zur Frau­en­quo­te in Auf­sichts­rä­ten Kri­tik von al­len Sei­ten.

Wirt­schafts­ver­bän­de lehn­ten das Vor­ha­ben am Mitt­woch als schäd­lich ab, der Op­po­si­ti­on ge­hen die Plä­ne hin­ge­gen nicht weit ge­nug.

Grü­ne und Lin­ke ver­spot­te­ten die vor­ge­se­he­ne Quo­te von 30 Pro­zent als "Quöt­chen" und "Quo­te light".

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) ver­tei­dig­te die schwarz-ro­te Ver­ein­ba­rung: "Wir kön­nen es uns nicht leis­ten, auf die Kom­pe­tenz der Frau­en zu ver­zich­ten", sag­te sie bei der Ge­ne­ral­de­bat­te im Bun­des­tag.

Nach wo­chen­lan­gem Streit hat­ten die Ko­ali­ti­ons­spit­zen in der Nacht zum Mitt­woch die De­tails ei­ner Frau­en­quo­te für die Wirt­schaft ver­ein­bart. Ab 2016 müs­sen dem­nach 30 Pro­zent der Auf­sichts­rats­sit­ze an Frau­en ge­hen - an­de­ren­falls blei­ben sie un­be­setzt. Dies gilt al­ler­dings nur für gut 100 bör­sen­no­tier­te und mit­be­stim­mungs­pflich­ti­ge Un­ter­neh­men, für klei­ne­re Fir­men wird es ei­ne fle­xi­ble Re­ge­lung ge­ben. Das Ge­setz soll am 11. De­zem­ber vom Ka­bi­nett ver­ab­schie­det wer­den.

En­de Sep­tem­ber wa­ren nach An­ga­ben des Ver­eins "Frau­en in die Auf­sichts­rä­te" (Fi­dar) von 1669 Auf­sichts­rats­mit­glie­dern bör­sen­no­tier­ter deut­scher Un­ter­neh­men 316 weib­lich. Das ent­spricht ei­ner Quo­te von knapp 19 Pro­zent. Aus­ge­wer­tet wur­den die Da­ten von 160 Ge­sell­schaf­ten der Dax-Fa­mi­lie. Dem­nach er­füll­ten 27 Un­ter­neh­men die Quo­te, dar­un­ter Groß­kon­zer­ne wie die Deut­sche Bank, Hen­kel, Mün­che­ner Rück, Luft­han­sa, Deut­sche Post, Deut­sche Te­le­kom, Al­li­anz, Adi­das und die Com­merz­bank.

Die wich­tigs­ten Re­ak­tio­nen:

Frau­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD) lob­te die Ver­ein­ba­rung: "Die­ses Ge­setz ist ein wich­ti­ger Schritt für die Gleich­be­rech­ti­gung, weil es auch ei­nen Kul­tur­wan­del in der Ar­beits­welt ein­lei­ten wird. (...) Ich bin mir si­cher, dass am En­de kein Stuhl leer bleibt, weil es ge­nug Frau­en gibt, die qua­li­fi­ziert sind, ge­nau die­se wich­ti­gen Jobs zu ma­chen", sag­te sie im Deutsch­land­funk.

Jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) sah das ähn­lich: "Ich ge­he je­de Wet­te ein, dass in den Auf­sichts­rä­ten der bör­sen­no­tier­ten Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten am En­de kein ein­zi­ger Stuhl frei blei­ben wird. (...) Frau­en sind min­des­tens eben­so gu­te Che­fin­nen wie Män­ner."

Der Ar­beit­ge­ber­ver­band BDA er­klär­te hin­ge­gen: "Ei­ne sol­che Quo­te igno­riert, dass das ent­schei­den­de Kri­te­ri­um die fach­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on sein muss." Ei­ne ge­setz­li­che Vor­ga­be scha­de Un­ter­neh­men wie Be­schäf­tig­ten.

Hol­ger Lösch von der BDI-Haupt­ge­schäfts­füh­rung sag­te: "Die deut­sche In­dus­trie sieht die ge­plan­te star­re Quo­te für gro­ße bör­sen­no­tier­te Un­ter­neh­men nach wie vor kri­tisch."

Der Deut­sche In­dus­trie-und Han­dels­kam­mer­tag (DIHK) sprach von ei­ner "fal­schen Ant­wort" auf ein wich­ti­ges The­ma. Kri­tisch äu­ßer­te sich DIHK-Prä­si­dent Eric Schweit­zer in der "Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung" (Don­ners­tag) zu der Vor­ga­be, dass ein Stuhl leer blei­ben müs­se, wenn die Quo­te nicht er­füllt wer­de. Dies ge­fähr­de die Be­schluss­fä­hig­keit der Auf­sichts­rä­te.

CSU-Lan­des­grup­pen­che­fin Ger­da Has­sel­feldt kon­sta­tier­te im BR-Hör­funk: "Wir ha­ben ei­ni­ge Re­ge­lun­gen ent­schärft." Zu den Aus­nah­men, die die Uni­on durch­ge­setzt ha­be, zäh­le et­wa ei­ne Re­du­zie­rung der Be­richts­pflich­ten.

Die Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­te Re­na­te Kü­n­ast kri­ti­sier­te: "Das Quöt­chen ist nur ein An­fang, wir wer­den wei­ter dar­an ar­bei­ten, dass Frau­en wirk­lich und in al­len Be­rei­chen die glei­chen Chan­cen be­kom­men."

Die Lin­ken-Vor­sit­zen­de Kat­ja Kip­ping schrieb im Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter: "Fak­tisch sind nur rund 100 Auf­sichts­rä­te von der 30% Quo­te be­trof­fen. Ganz schön viel Auf­re­gung um die Quo­te light!"

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 1. April 2015

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880