Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Die größ­ten Pat­zer in Vor­stel­lungs­ge­sprä­chen

Ge­sangs­ein­la­ge und Trä­nen­aus­bruch – wenn Vor­stel­lungs­ge­sprä­che zum Va­rie­té wer­den
20.03.2012. Ein Vor­stel­lungs­ge­spräch ist im­mer ei­ne be­son­de­re Si­tua­ti­on, die trotz al­ler Vor­be­rei­tung nie bis ins Letz­te durch­ge­plant wer­den kann. Hin­zu kom­men Exis­tenz­sor­gen, z.B. nach lan­ger Ar­beits­lo­sig­keit. Be­wer­bungs­ge­sprä­che lö­sen da­her oft Angst­ge­füh­le bei den Be­wer­bern aus.

„Hof­fent­lich ha­be ich kei­nen Black­out und hof­fent­lich wer­den mir im In­ter­view kei­ne Fra­gen ge­stellt, die ich nicht be­ant­wor­ten kann.“ Dies sind Sor­gen, die wahr­schein­lich je­der schon ein­mal er­lebt hat. Hin­zu kommt noch die Furcht da­vor, dass die ei­ge­ne Ner­vo­si­tät und Un­si­cher­heit je­man­dem auf­fällt. Es ist al­so die Angst vor der ei­ge­nen Un­si­cher­heit, die den Be­wer­bern zu schaf­fen ma­chen kann.

Der Kon­kur­renz­druck un­ter den Be­wer­bern und das Ban­gen um fi­nan­zi­el­le Si­cher­heit füh­ren in der Pra­xis tat­säch­lich häu­fig zu Pat­zern in Vor-stel­lungs­ge­sprä­chen. Dies be­legt ei­ne Um­fra­ge, die von Ca­re­er­buil­der.de in der Zeit von 03. bis zum 08.06.2011 durch­ge­führt wur­de. Be­fragt wur­den 547 Ge­schäfts­füh­rer, Di­rek­to­ren und Ma­na­ger mit Per­so­nal­ver­ant­wor­tung aus Deutsch­land, Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich, Ita­li­en und Schwe­den. Rea­li­siert hat die Be­fra­gung „shape the fu­ture“, ei­ne auf On­line-Um­fra­gen spe­zia­li­sier­te Markt­for­schungs­agen­tur.

Die Er­he­bung be­legt, dass es auch Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che oft nicht leicht ha­ben - und sei es auch nur in­fol­ge des Höf­lich­keits­ge­bots, nicht ein­fach los­zu­la­chen. So wur­de be­rich­tet, dass ein Be­wer­ber ver­such­te, mit ei­ner Ge­sangs­ein­la­ge zu punk­ten. Er brach­te sei­ne Gi­tar­re mit zum Vor­stel­lungs­ge­spräch, um der ver­sam­mel­ten Mann­schaft ein Lied zu sin­gen.

Dass Ein­stel­lungs­ge­sprä­che den Be­wer­bern oft auch Ver­dau­ungs­pro­ble­me be­sche­ren, be­weist die Tat­sa­che, dass der Un­ter­su­chung zu­fol­ge ein Kan­di­dat den Ge­sprächs­lei­ter nicht mit dem üb­li­chen „Hal­lo“ oder „Gu­ten Tag“ son­dern mit: „Wo ist die Toi­let­te?“ be­grüß­te.

Mehr Si­cher­heit im Vor­stel­lungs­ge­spräch kann man da­durch ge­win­nen, dass man vor dem Ter­min zum Fri­seur geht oder sich ein neu­es Out­fit zu­legt. Das so ge­won­ne­ne neue Selbst­be­wusst­sein soll­te aber nicht da­zu ver­lei­ten, den Ge­sprächs­part­ner nach sei­ner Pri­vat­adres­se zu fra­gen, um ihm spä­ter Blu­men zu schi­cken, oder da­zu, sich von der Ge­sprächs­lei­te­rin mit ei­nem Kuss zu ver­ab­schie­den.

Auch die Klei­der­wahl ist manch­mal un­an­ge­bracht sein, et­wa bei ei­nem Kan­di­da­ten, der im Be­wer­bungs­ge­spräch in T-Shirt mit der Auf­schrift „Ich has­se Ar­beit“ trug. Ein an­de­rer Be­wer­ber ir­ri­tier­te sei­ne Ge­sprächs­part­ner, in­dem er sich wäh­rend des Ge­sprä­ches die Schu­he aus­zog.

Es mag auch hilf­reich sein, mit ei­nem ver­trau­ten Ge­gen­stand als Glücks­brin­ger in das Be-wer­bungs­ge­spräch zu ge­hen. Den soll­te man al­ler­dings de­zent im Hin­ter­grund las­sen. Un­pas­send wä­re es da­her, wie es ein Be­wer­ber tat­säch­lich ge­tan hat, ei­nen Ro­sen­kranz mit in den Ter­min zu neh­men und mit die­sem das ge­sam­te Ge­spräch hin­durch zu klap­pern.

Es soll bei der Stress­be­wäl­ti­gung an­geb­lich auch hel­fen, sich die Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen in an­de­ren Si­tua­tio­nen vor­zu­stel­len (z.B. im Spi­der­man-Kos­tüm), um sie so zu se­hen, wie sie tat­säch­lich sind - als nicht per­fek­te Men­schen mit ih­ren ei­ge­nen Sor­gen und Nö­ten. Aber auch sol­che „De­gra­die­run­gen“ soll­te man nicht über­trei­ben, wie es ein Be­wer­ber tat, der die Ge­sprächs­lei­te­rin wäh­rend der ge­sam­ten Un­ter­re­dung mit „klei­ne al­te Frau“ an­sprach. Auch ei­ne all­zu sport­li­che Be­grü­ßung mit ei­ner „high-Fi­ve“ kam nicht gut an.

Ei­ni­gen Be­wer­bern fehlt an­schei­nend jeg­li­che pro­fes­sio­nel­le Dis­tanz, so wie dem Kan­di­da­ten, der wäh­rend des In­ter­views dar­über sprach, wie de­pri­mie­rend es sei, kei­ne Part­ne­rin zu ha­ben. Kei­nen gu­ten Ein­druck mach­te auch ei­ne Be­wer­be­rin, die wäh­rend des Ge­sprä­ches ein Te­le­fo­nat ent­ge­gen­nahm und mit ih­rem Part­ner die Ein­kaufs­lis­te durch­ging.

Die Kör­per­spra­che nimmt eben­so ei­nen er­heb­li­chen Stel­len­wert in Be­wer­bungs­ge­sprä­chen ein. Ei­ne be­que­me Sitz­hal­tung und ei­ne ent­spann­te Mi­mik und Ges­tik hel­fen da­bei, lo­cke­rer zu wer­den. Stän­di­ges Wip­pen, das Ver­mei­den von Au­gen­kon­takt und ei­ne stei­fe Sitz­hal­tung sug­ge­rie­ren dem Ge­gen­über hin­ge­gen, dass man un­si­cher und ner­vös ist. Die­ser Um­stand äu­ßer­te sich bei­spiels­wei­se auch, bei ei­nem Kan­di­da­ten der ge­treu dem Mot­to „nor­ma­le Tü­ren kann je­der“ nicht durch ei­ne Dreh­tür kam, weil er die­se stän­dig in die fal­sche Rich­tung drück­te. Ein an­de­rer tes­te­te zu­nächst den Bo­den­be­lag, denn er ver­fehl­te kom­plett den Stuhl, als er sich set­zen woll­te.

Um un­nö­ti­gen Stress auf dem Weg zum Be­wer­bungs­ge­spräch zu ver­mei­den, soll­te man sich pünkt­lich auf den Weg ma­chen und sich kom­pli­zier­te An­fahrts­we­ge mög­lichst ge­nau vor­ab an­se­hen. Wer dies nicht tut, ist mög­li­cher­wei­se schon zu Be­ginn des Ge­sprächs nerv­lich am En­de. So er­ging es ei­nem Be­wer­ber, der auf die Fra­ge, ob er denn gut her­ge­fun­den hät­te, in Trä­nen aus­brach.

Fa­zit: Vor­be­rei­tungs­ri­tua­le kön­nen hel­fen, sich auf ein Be­wer­bungs­ge­spräch ein­zu­stim­men. Da­zu ge­hört ein Be­such der Web­sei­te des Ar­beit­ge­bers, das Ein­ho­len von In­for­mie­ren über sei­ne Pro­duk­te, ein aus­ge­dehn­ter Spa­zier­gang oder ein Fri­seur­be­such. Vor al­lem soll­te man nie oh­ne Fra­gen an den Ar­beit­ge­ber in ein Vor­stel­lungs­ge­spräch ge­hen, denn die­ses dient nicht nur dem Ar­beit­ge­ber da­zu, den Kan­di­da­ten ken­nen zu ler­nen. Auch die Be­wer­ber ha­ben hier die Mög­lich­keit, ih­ren po­ten­ti­el­len neu­en Ar­beit­ge­ber nä­her zu be­trach­ten. Gu­te Fra­gen wer­den von Be­wer­bern er­war­tet.

Be­ach­tet man die­se Re­geln, läuft man nicht Ge­fahr, nach der Hälf­te des Ge­sprä­ches re­si­gniert das Hand­tuch zu wer­fen und mit den Wor­ten „Ich ge­be auf“ den Raum zu ver­las­sen, wie ein Be­wer­ber es laut der Be­fra­gung tat­säch­lich ge­tan hat.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 22. September 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880