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14/200a Mach mal Pau­se - Vie­le ar­bei­ten oh­ne Un­ter­lass

Wer sechs St­un­den ar­bei­tet, hat Recht auf ei­ne Pau­se: Doch die kön­nen oder wol­len sich vie­le nicht gön­nen. Be­son­ders die, die es am nö­tigs­ten hät­ten

03.06.2014. (dpa) - Frü­her schell­te in der Fa­brik die Pau­sen­glo­cke - und die Ar­bei­ter lie­ßen al­les fal­len.

In­zwi­schen gibt es kaum Pau­sen­glo­cken mehr - und oft auch kei­ne fes­ten Pau­sen.

Nur je­der zwei­te Ar­beit­neh­mer schöpft sei­ne Aus­zei­ten im­mer voll aus, je­der zehn­te da­ge­gen sel­ten oder nie.

Zu die­sem Schluss kommt ei­ne re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge für die Ge­werk­schaft Ver­di.

Vie­le ar­bei­ten durch - weil es zu viel zu tun gibt oder die Pau­se nicht in den Tag passt.

Doch Hoch­leis­tun­gen sei­en so nicht zu er­war­ten, war­nen Ar­beits­psy­cho­lo­gen.

Das Image der Pau­se ist schlecht: Wer häu­fig zur Kaf­fee­ma­schi­ne oder um den Block läuft, gilt nicht sel­ten als faul. Doch das sei ge­nau falsch ge­dacht, warnt Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke: "Pau­sen be­deu­ten kei­nes­wegs feh­len­des En­ga­ge­ment oder man­geln­de Be­last­bar­keit", sagt er. Oh­ne Pau­sen kei­ne Leis­tung.

Doch ge­ra­de Füh­rungs­kräf­te und Ar­beit­neh­mer mit viel Leis­tungs­druck und Mul­ti­tas­king gön­nen sich ei­ner Er­he­bung der Bun­des­an­stalt für Ar­beits­schutz und Ar­beits­me­di­zin (Baua) zu­fol­ge nur sel­ten die ih­nen zu­ste­hen­de Aus­zeit. "Die­je­ni­gen, die die Pau­se am nö­tigs­ten ha­ben, las­sen sie am ehes­ten aus­fal­len", schließt die Baua aus ei­ner Um­fra­ge un­ter 17 000 Be­schäf­tig­ten.

Be­son­ders in den Ge­sund­heits- und So­zi­al­be­ru­fen steht es dem­nach schlecht um die Pau­se. Bei OP-Schwes­tern oder Pfle­gern ge­be es oft kei­ne Ab­lö­sung, er­läu­tert Ar­beits­psy­cho­lo­gin An­drea Loh­mann-Hais­lah. Re­gel­mä­ßi­ge­re Aus­zei­ten gibt es da­ge­gen in Fer­ti­gungs­be­ru­fen, in der Me­tall- oder Elek­tro­in­dus­trie. Hier geht häu­fi­ger noch das ge­sam­te Team zu­gleich in die Pau­se.

In an­de­ren Be­ru­fen da­ge­gen, das er­gibt die Ver­di-Er­he­bung - bre­chen vie­le ih­re Pau­sen vor­zei­tig ab, um im Ver­gleich zu Kol­le­gen nicht schlech­ter da­zu­ste­hen. Je­der fünf­te schöpft die ihm zu­ste­hen­de Zeit nicht aus - auch, weil stän­dig das Te­le­fon klin­gelt oder E-Mails aufs Dienst­han­dy flat­tern. Im­mer­hin 13 Pro­zent ha­ben das Ge­fühl, dass der Ar­beit­ge­ber Ru­he­pau­sen nicht zu­lässt.

Mehr als je­der Drit­te gibt da­ge­gen an, selbst lie­ber durch­zu­ar­bei­ten. Doch Er­ho­lungs­pha­sen, er­läu­tert Psy­cho­lo­gin Loh­mann-Hais­lah, las­sen sich nicht auf­schie­ben. Wer durch­ar­bei­tet, um schnel­ler in den Fei­er­abend zu kom­men, kann dann oft nur noch schlaff auf dem So­fa lie­gen. Je län­ger die Er­ho­lung auf­ge­scho­ben wer­de, des­to grö­ßer sei die Er­schöp­fung, war­nen Ar­beits­schüt­zer. Ihr Rat: "Kür­zer, da­für öf­ter Pau­se ma­chen."

Un­ter Um­stän­den könn­ten schon Mi­kro­pau­sen von ei­ner Mi­nu­te oder we­ni­ger hel­fen, den Stress zu re­du­zie­ren, sagt Loh­mann-Hais­lah. In der Re­gel sei­en Kurz­pau­sen von fünf Mi­nu­ten pro St­un­de zu emp­feh­len. Nicht im­mer muss es da­bei an die fri­sche Luft ge­hen, auch ein Gang zum Dru­cker oder das Ge­spräch mit ei­nem Kol­le­gen zählt. Wich­tig sei der Be­las­tungs­wech­sel, der Un­ter­schied zur vor­he­ri­gen Tä­tig­keit.

Wer Spaß an sei­nem Job hat, merkt al­ler­dings oft nicht, dass ei­ne Pau­se nö­tig wä­re. "Wenn man die Mü­dig­keit spürt, ist es oft schon zu spät", sagt Ar­beits­psy­cho­lo­gin Loh­mann-Hais­lah. Ih­re Lö­sung: Han­dy­we­cker stel­len - und sich zu re­gel­mä­ßi­gen Pau­sen zwin­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 8. Juli 2016

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