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Pfle­ge­bran­che sucht trotz Per­so­nal­man­gels kaum Kräf­te im Aus­land

Deutsch­land ge­hen die Pfle­ge­kräf­te aus: Schon jetzt kla­gen Hei­me, Kli­ni­ken und Pfle­ge­diens­te über Pro­ble­me, freie Stel­len zu be­set­zen. Im Aus­land nach Fach­kräf­ten zu su­chen, ist da­bei trotz­dem für die meis­ten kei­ne Op­ti­on, wie ei­ne ak­tu­el­le Be­fra­gung zeigt

01.06.2015. (dpa) - Die Pfle­ge­bran­che sucht trotz des be­reits spür­ba­ren Fach­kräf­te­man­gels nur sehr zö­ger­lich Mit­ar­bei­ter im Aus­land.

Ei­ne am Mon­tag in Gü­ters­loh vor­ge­stell­te Be­fra­gung der Ber­tels­mann-Stif­tung er­gab, hat nur ein Sechs­tel der Pfle­ge­be­trie­be bis­lang ver­sucht, im Aus­land Fach­kräf­te zu re­kru­tie­ren.

Mehr als die Hälf­te (59 Pro­zent) der be­frag­ten Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen in Kran­ken­häu­sern, Pfle­ge­diens­ten und -hei­men kann sich auch nicht vor­stel­len, dies in Zu­kunft zu tun.

Zu auf­wen­dig, zu teu­er, zu ho­he Hür­den, lau­te­ten die Be­grün­dun­gen.

Da­bei wer­den die Pro­ble­me drän­gen­der: Je nach Rech­nung ge­hen Ex­per­ten da­von aus, dass in der äl­ter wer­den­den deut­schen Ge­sell­schaft bis 2025 zwi­schen 150 000 und 370 000 zu­sätz­li­che Pfle­ge­kräf­te be­nö­tigt wer­den. Für die re­prä­sen­ta­ti­ve Stu­die be­frag­ten Ex­per­ten des Zen­trums für Eu­ro­päi­sche Wirt­schafts­for­schung und des In­sti­tuts für eu­ro­päi­sche Ge­sund­heits- und So­zi­al­wirt­schaft An­fang des Jah­res 600 Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che in der deut­schen Pfle­ge­bran­che zu ih­rer La­ge und ih­ren Lö­sungs­an­sät­zen.

Dass der Per­so­nal­man­gel dort schon jetzt spür­bar ist, un­ter­mau­ern die Er­geb­nis­se: 61 Pro­zent der Ar­beit­ge­ber ga­ben an, Va­kan­zen zu ha­ben. Im Schnitt sind bei den Un­ter­neh­men 4,3 Stel­len un­be­setzt. Vier von fünf Un­ter­neh­men rech­nen da­mit, dass die Pro­ble­me zu­neh­men wer­den. Kaum je­mand ist der An­sicht, dass sie ge­rin­ger wer­den.

Doch bis­lang set­zen die Un­ter­neh­men nach ei­ge­nen An­ga­ben stär­ker dar­auf, das vor­han­de­ne Po­ten­zi­al bes­ser aus­zu­schöp­fen - et­wa durch Wei­ter­bil­dung, ei­ne Sen­kung des Kran­ken­stan­des oder ein stär­ke­res En­ga­ge­ment in der Aus­bil­dung. Das lie­ge auch an den Pro­ble­men, von de­nen Un­ter­neh­men be­rich­ten, die be­reits im Aus­land ih­re Füh­ler nach Pfle­ge­kräf­ten aus­ge­streckt ha­ben, sag­te Ul­rich Ko­ber, Mi­gra­ti­ons­ex­per­te der Ber­tels­mann-Stif­tung. 83 Pro­zent stie­ßen auf bü­ro­kra­ti­sche Hemm­nis­se, 67 Pro­zent auf Pro­ble­me bei der An­er­ken­nung von Qua­li­fi­ka­tio­nen. Wer jen­seits der EU um Ar­beits­kräf­te warb, hat­te häu­fig Pro­ble­me mit der Ein­wan­de­rungs­er­laub­nis (60 Pro­zent).

Hier sieht auch die Ber­tels­mann-Stif­tung Hand­lungs­be­darf: Nö­tig sei­en bes­se­re In­for­ma­tio­nen für Un­ter­neh­men so­wie ein ein­heit­li­ches Ver­fah­ren bei der Be­rufs­a­n­er­ken­nung und ein­fa­che­re Zu­wan­de­rungs­re­geln, teil­te Stif­tungs­vor­stand Jörg Drä­ger mit. Aus sei­ner Sicht ist die ge­ziel­te An­wer­bung von aus­län­di­schen Fach­kräf­ten un­ver­zicht­bar.

Im­mer­hin: Trotz auf­tau­chen­der Schwie­rig­kei­ten zog ei­ne Mehr­heit der Un­ter­neh­men mit in­ter­na­tio­na­ler Re­kru­tie­rungs­er­fah­rung ein po­si­ti­ves Fa­zit. 60 Pro­zent ga­ben an, mit aus­län­di­schen Kräf­ten zu­frie­den oder sehr zu­frie­den zu sein. Vor al­lem schätz­ten vie­le die Ein­satz­be­reit­schaft der Mit­ar­bei­ter.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 17. Juli 2017

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