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Pfle­ge­min­dest­lohn steigt auf 9,40 Eu­ro - Ge­werk­schaft ent­täuscht

Fast sie­ben Mo­na­te ver­han­del­ten Ar­beit­ge­ber und Ge­werk­schaf­ten über ei­nen hö­he­ren Pfle­ge­min­dest­lohn: Nun steigt er - doch die Zu­frie­den­heit hält sich bei den Be­tei­lig­ten in Gren­zen

06.09.2014. (dpa) - Der Min­dest­lohn in der Pfle­ge­bran­che steigt ab 1. Ja­nu­ar 2015 auf 9,40 Eu­ro im Wes­ten und 8,65 Eu­ro im Os­ten.

Das ist das Er­geb­nis mo­na­te­lan­ger Ver­hand­lun­gen in der Pfle­ge-Min­dest­lohn­kom­mis­si­on, wie das Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um am Frei­tag in Ber­lin mit­teil­te.

In zwei Schrit­ten soll der Min­dest­lohn bis Ja­nu­ar 2017 auf 10,20 Eu­ro pro St­un­de im Wes­ten und 9,50 Eu­ro im Os­ten wach­sen. Ab 1. Ok­to­ber 2015 soll der Pfle­ge-Min­dest­lohn neu auch für Be­treu­ungs- und As­sis­tenz­kräf­te in Hei­men gel­ten. Der­zeit liegt die Lohn­un­ter­gren­ze für Pfle­ge­hilfs­kräf­te bei 9,00 Eu­ro im Wes­ten und 8,00 Eu­ro im Os­ten.

Die beim Res­sort von Mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) an­ge­sie­del­te Min­dest­lohn­kom­mis­si­on ist mit Ver­tre­tern der Ar­beit­neh­mer/Ge­werk­schaf­ten so­wie der kirch­li­chen, kom­mu­na­len und pri­va­ten Ar­beit­ge­ber be­setzt. Die Ver­hand­lun­gen hat­ten be­reits im Fe­bru­ar be­gon­nen, zo­gen sich aber auch we­gen vie­ler De­tails, der vie­len Be­tei­lig­ten und der Rück­kopp­lung in die ei­ge­nen Gre­mi­en so lan­ge hin.

Nah­les be­grüß­te das Er­geb­nis. Von den et­wa 950 000 Be­schäf­tig­ten in der Pfle­ge­bran­che pro­fi­tie­ren nach Bran­chen­an­ga­ben vor al­lem Pfle­ge­hilfs­kräf­te in länd­li­chen Re­gio­nen von dem hö­he­ren Min­dest­lohn. Das Ge­halts­ni­veau der Pfle­ge­fach­kräf­te liegt be­reits deut­lich dar­über, mit laut Ar­beit­ge­bern im Schnitt gut 2800 Eu­ro.

Die Ge­werk­schaft Ver­di zeig­te sich ent­täuscht von der Hö­he des Min­dest­lohns. Mehr Ta­rif­ver­trä­ge sei­en in der Bran­che nö­tig, so Vor­stands­mit­glied Syl­via Büh­ler. Oh­ne den Druck der Be­schäf­tig­ten kön­ne kein ver­nünf­ti­ges Er­geb­nis er­zielt wer­den. Ver­di hat­te ei­nen Min­dest­lohn von 12,50 Eu­ro ge­for­dert. Ei­ner stär­ke­ren An­he­bung hät­ten Ren­di­te-Er­war­tun­gen ei­ni­ger pri­va­ter Ar­beit­ge­ber ent­ge­gen­ge­stan­den - so­wie der Wi­der­stand der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de. Hin­ter­grund sei, dass die Städ­te hö­he­re So­zi­al­hil­fe-Kos­ten fürch­te­ten, wenn die Hei­me hö­he­re Sät­ze auch von je­nen Pfle­ge­be­dürf­ti­gen ver­lan­gen müss­ten, für die letzt­lich die So­zi­al­hil­fe auf­kom­men müs­se.

Tho­mas Grei­ner, Prä­si­dent des Ar­beit­ge­ber­ver­bands Pfle­ge, sag­te: "Für ei­ni­ge Un­ter­neh­men der Pfle­ge­wirt­schaft wird die neue Lohn­un­ter­gren­ze, die deut­lich über dem zu­künf­ti­gen ge­setz­li­chen Min­dest­lohn von 8,50 Eu­ro liegt, zu ei­ner gro­ßen fi­nan­zi­el­len Her­aus­for­de­rung wer­den." Die Ar­bei­ter­wohl­fahrt be­grüß­te, dass je­nen Ar­beit­ge­bern das Hand­werk ge­legt wer­de, die in der Pfle­ge zu ge­rin­ge Löh­ne zah­len. Je­doch brau­che es für den ge­sam­ten So­zi­al­be­reich ei­nen flä­chen­de­cken­den Ent­gelt­ta­rif­ver­trag.

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Letzte Überarbeitung: 1. Januar 2015

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