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Er­leich­te­rung der Pfle­ge von An­ge­hö­ri­gen ge­plant

Bun­des­re­gie­rung be­für­wor­tet ge­setz­li­che Re­ge­lung zur Fa­mi­li­en­pfle­ge­zeit ab 2012: Ge­setz zur Fa­mi­li­en­pfle­ge­zeit - Fa­mi­li­en­freund­lich oder Mo­gel­pa­ckung?
11.04.2011. Das Pfle­ge­zeit­ge­setz (Pfle­geZG) soll An­ge­hö­ri­gen pfle­ge­be­dürf­ti­ger Men­schen die Pfle­ge er­leich­tern. Es ent­hält ei­nen kurz­fris­ti­gen Frei­stel­lungs­an­spruch für Fäl­le ei­ner pfle­ge­be­ding­ten Ar­beits­ver­hin­de­rung von bis zu zehn Ta­gen (§ 2 Pfle­geZG) und ei­nen lang­fris­ti­gen Frei­stel­lungs­an­spruch ("Pfle­ge­zeit") von höchs­tens sechs Mo­na­ten (§ 3 Pfle­geZG). Die­se Frei­stel­lung ist aber un­be­zahlt, was die Pfle­ge­zeit zu­sam­men mit ih­ren zeit­li­chen Be­schrän­kun­gen un­at­trak­tiv macht.

Die Bun­des­re­gie­rung möch­te dies mit dem „Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Ver­ein­ba­rung von Pfle­ge und Be­ruf“ än­dern, oh­ne Ar­beit­ge­ber zu­sätz­lich zu be­las­ten. Das neue Kon­zept: Ei­ne „Fa­mi­li­en­pfle­ge­zeit“, bei der die Ar­beits­zeit zwecks An­ge­hö­ri­gen­pfle­ge für bis zu zwei Jah­re auf bis zu 15 St­un­den pro Wo­che re­du­ziert wer­den kann. Um die Lohn­re­du­zie­rung in­fol­ge der Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung er­träg­lich zu ma­chen, sol­len Ar­beit­neh­mer in ei­ner Art „um­ge­dreh­ten“ Al­ters­teil­zeit wäh­rend der Pfle­ge­zeit ei­nen Lohn­zu­schuss er­hal­ten, den sie nach­her wie­der durch Mehr­ar­beit aus­glei­chen müs­sen.

Ein An­spruch auf die Fa­mi­li­en­pfle­ge­zeit ist nicht vor­ge­se­hen. Sie muss von Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer frei­weil­lig ver­ein­bart wer­den. Da­mit sich der Ar­beit­ge­ber nicht we­gen fi­nan­zi­el­ler Ri­si­ken sträubt, soll der Lohn­zu­schuss durch die KfW-Ban­ken­grup­pe vor­fi­nan­ziert wer­den. Ge­plant ist zu­dem ei­ne Ver­si­che­rung, um das Ri­si­ko ab­zu­mil­dern, dass der Ar­beit­neh­mer den wäh­rend der Fa­mi­li­en­pfle­ge­zeit er­hal­te­nen Lohn­zu­schuss wäh­rend der Lohn­rück­zah­lungs­pha­se in­fol­ge von Krank­heit nicht wie­der zu­rück­zahlt bzw. nach­ar­bei­tet.

Die Ren­ten­an­wart­schaf­ten sol­len durch Leis­tun­gen der Pfle­ge­ver­si­che­rung zur ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung „et­wa auf dem Ni­veau der Voll­zeit­be­schäf­ti­gung“ ge­hal­ten wer­den. Ob die Fa­mi­li­en­pfle­ge­zeit ei­nen Bei­trag leis­tet, Pfle­ge und Be­ruf bes­ser mit­ein­an­der zu ver­ein­ba­ren, bleibt ab­zu­war­ten. Op­po­si­ti­on und So­zi­al­ver­bän­de kri­ti­sie­ren, dass die ge­plan­ten fi­nan­zi­el­len Ab­si­che­run­gen für pfle­gen­de Ar­beit­neh­mer zu ge­ring sind.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 20. September 2016

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