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Pi­lo­ten strei­ken er­neut bei Luft­han­sa - här­ter als ge­dacht

Der Ta­rif­streit zwi­schen der Luft­han­sa und ih­ren Pi­lo­ten nimmt kein En­de: Am Mitt­woch und Don­ners­tag wird die Air­line er­neut be­streikt. Hun­der­te Flü­ge fal­len aus, Tau­sen­de Pas­sa­gie­re müs­sen um­bu­chen, ih­re Rei­se ver­schie­ben oder auf die Bahn um­stei­gen

18.03.2015. (dpa) - Tau­sen­de Luft­han­sa-Pas­sa­gie­re müs­sen am Mitt­woch und Don­ners­tag ih­re Rei­se­plä­ne um­stel­len.

Die Pi­lo­ten-Ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) streikt er­neut bei der größ­ten deut­schen Flug­ge­sell­schaft - das ist be­reits das zwölf­te Mal in­ner­halb ei­nes Jah­res.

Zu­nächst hat­te die Luft­han­sa für Mitt­woch rund 750 von 1400 ge­plan­ten Flü­gen auf kur­zen und mitt­le­ren Stre­cken ge­stri­chen.

Da­von sind rund 80 000 Pas­sa­gie­re be­trof­fen.

Doch am Diens­tag­abend wei­te­te die Ge­werk­schaft ih­ren Streik aus - am Don­ners­tag sol­len Lang­stre­cken- und Fracht­flü­ge be­trof­fen sein.

Hin­ter­grund ist das er­neu­te Schei­tern der Ta­rif­ge­sprä­che zwi­schen dem Un­ter­neh­men und der Pi­lo­ten­ge­werk­schaft. Luft­han­sa hat­te nach ei­ge­nen An­ga­ben ein ver­bes­ser­tes An­ge­bot zur Über­gangs­ver­sor­gung bis zur Ren­te der rund 5400 Pi­lo­ten, die nach dem Kon­zern­ta­rif­ver­trag be­zahlt wer­den, vor­ge­legt. Die Pi­lo­ten-Ge­werk­schaft sieht ih­re For­de­run­gen nicht er­füllt und ver­langt, dass auch künf­ti­ge Pi­lo­ten in den Ge­nuss von un­ter­neh­mens­fi­nan­zier­ten Früh­ren­ten kom­men sol­len.

Die Flug­ge­sell­schaft warf der Pi­lo­ten­ge­werk­schaft vor, die er­neu­te Strei­kan­kün­di­gung ent­beh­re je­der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit. Die VC ih­rer­seits hielt der Luft­han­sa vor, nicht ernst­haft auf ei­nen Ta­rif­ab­schluss hin­zu­ar­bei­ten.

Die Ge­werk­schaft hat­te zu­nächst an­ge­kün­digt, Kurz- und Mit­tel­stre­cken­flü­ge am Mitt­woch von 0.01 Uhr bis Mit­ter­nacht zu be­strei­ken. Schwer­punk­te sind die Ver­bin­dun­gen über die Dreh­kreu­ze Frank­furt und Mün­chen. Ers­te In­lands­flü­ge, die von der Air­line ge­stri­chen wur­den, soll­ten ab 06.00 Uhr star­ten.

Flü­ge der Luft­han­sa-Töch­ter Ger­manwings und Eu­ro­wings sind den Luft­han­sa-An­ga­ben zu­fol­ge nicht be­trof­fen. Das Lang­stre­cken­pro­gramm lau­fe am Mitt­woch wie ge­plant, teil­te die Air­line mit.

Den meis­ten Pas­sa­gie­ren, die vom Ar­beits­kampf be­trof­fen sei­en, könn­ten auf an­de­re Flü­ge um­bu­chen oder auf den Zug um­stei­gen. Das Un­ter­neh­men hat­te am Diens­tag­nach­mit­tag be­reits 20 000 SMS und 7000 E-Mails an be­trof­fe­ne Flug­gäs­te ver­schickt. Für Fahr­ten mit der Bahn müs­sen die Ti­ckets aber vor­her um­ge­bucht wer­den - am Schal­ter, am Au­to­ma­ten oder über das In­ter­net.

Die Pi­lo­ten hat­ten in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten wie­der­holt bei den Ge­sell­schaf­ten Luft­han­sa, Luft­han­sa Car­go und Ger­manwings ge­streikt. Das Un­ter­neh­men be­klagt ei­nen streik­be­ding­ten Scha­den von rund 220 Mil­lio­nen Eu­ro. Of­fi­zi­el­ler Streik­an­lass war bis­lang im­mer die um­strit­te­ne Über­gangs­ver­sor­gung der Pi­lo­ten bis zur ge­setz­li­chen Ren­te. Es ist aber auch noch ei­ne Viel­zahl wei­te­rer Ta­rifthe­men un­ge­löst - und es gibt ei­nen hef­ti­gen Streit über den künf­ti­gen Kurs bei Eu­ro­pas größ­tem Luft­fahrt­kon­zern.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 8. August 2016

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