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Pi­lo­ten wei­ten Luft­han­sa-Streik auf Mitt­woch aus

Luft­han­sa fliegt wie­der im Streik­mo­dus: Bei der in­zwi­schen 13. Ar­beits­nie­der­le­gung ih­rer Pi­lo­ten kann die Air­line am Diens­tag zwar mehr als die Hälf­te der be­droh­ten Ver­bin­dun­gen an­bie­ten. Of­fen ist noch, wie vie­le Flü­ge am Mitt­woch aus­fal­len

08.09.2015. (dpa) - Im Ta­rif­kon­flikt bei der Luft­han­sa ha­ben die Pi­lo­ten ih­ren Streik bis Mitt­woch ver­län­gert.

Da­mit wer­den am Diens­tag und am Mitt­woch et­li­che Luft­han­sa-Flie­ger am Bo­den blei­ben - am Diens­tag zu­nächst im Lang­stre­cken­ver­kehr, tags dar­auf dann bei Kurz- und Mit­tel­stre­cken­flü­gen.

Die ers­te Streik­wel­le kün­dig­te die Pi­lo­ten­ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) am Mon­tag­mor­gen an; abends gab die Ver­län­ge­rung des Ar­beits­kamp­fes bis zum Mitt­woch be­kannt.

Sie er­höht da­mit den Druck auf die Flug­ge­sell­schaft, mit der sie um Ren­ten­fra­gen und um die künf­ti­ge Un­ter­neh­mens­struk­tur strei­tet.

Grund­sätz­lich sei­en jetzt je­de Wo­che neue Streiks der Pi­lo­ten mög­lich, sag­te VC-Spre­cher Mar­kus Wahl der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Für Mon­tag und Diens­tag hat­te Luft­han­sa nach der ers­ten Strei­kan­kün­di­gung nur 84 Lang­stre­cken­flü­ge ab­sa­gen müs­sen. Mit Hil­fe frei­wil­li­ger Crews und aus­hel­fen­der Pi­lo­ten aus dem Ma­nage­ment woll­te Eu­ro­pas größ­te Flug­ge­sell­schaft mehr als die Hälf­te der vom Streik be­droh­ten Lang­stre­cken-Ver­bin­dun­gen an­bie­ten.

De­fi­ni­tiv ge­stri­chen wa­ren am Mon­tag­abend 84 Über­see-Flü­ge von und nach Frank­furt, Mün­chen und Düs­sel­dorf. Die ers­ten Ma­schi­nen blie­ben be­reits am Bo­den. Luft­han­sa woll­te mög­lichst vie­le Pas­sa­gie­re aus die­sen Flug­zeu­gen auf an­de­re Ge­sell­schaf­ten um­bu­chen. 90 Über­see­flü­ge so­wie sie­ben Frach­ter kön­nen hin­ge­gen im Streik­zeit­raum zwi­schen 08.00 und 24.00 Uhr am Diens­tag ab­he­ben, wie das Un­ter­neh­men in Frank­furt mit­teil­te.

Über die Aus­wir­kun­gen des wei­te­ren Streik­ta­ges gab es zu­nächst kei­ne In­for­ma­tio­nen. Luft­han­sa plant täg­lich rund 1500 Flü­ge, die Mas­se da­von auf den Kurz- und Mit­tel­stre­cken. Es han­delt sich be­reits um die 13. Ar­beits­nie­der­le­gung in dem seit An­fang 2014 lau­fen­den Ta­rif­kon­flikt.

Man wer­de Ak­tio­nen je­weils ei­nen Tag vor­her an­kün­di­gen, sag­te VC-Spre­cher Mar­kus Wahl am Mon­tag. Schon in den vor­an­ge­gan­ge­nen zwölf Strei­krun­den hat­te die Ge­werk­schaft mehr­fach die­se Tak­tik ge­wählt, um der Flug­ge­sell­schaft Aus­weich­pla­nun­gen zu er­schwe­ren, zu­letzt im März. «Es geht bei ei­nem Streik schließ­lich dar­um, mit ei­nem ho­hen wirt­schaft­li­chem Scha­den Ein­druck beim Ge­gen­über zu hin­ter­las­sen», sag­te Wahl.

Pas­sa­gie­re aus den ge­stri­che­nen Flü­gen sol­len laut Luft­han­sa so gut wie mög­lich auf an­de­re Flug­ge­sell­schaf­ten um­ge­bucht wer­den, um sie doch noch ans Ziel zu brin­gen. Die ent­ste­hen­den Mehr­kos­ten muss die Luft­han­sa tra­gen.

Die Ge­werk­schaft hat die Ge­sprä­che mit dem Luft­han­sa-Ma­nage­ment er­neut für ge­schei­tert er­klärt. Nach Dar­stel­lung der VC hat­te die Luft­han­sa es in ei­nem Spit­zen­ge­spräch mit Vor­stands­chef Cars­ten Sp­ohr ab­ge­lehnt, die ge­plan­te Ver­la­ge­rung von Flug­zeu­gen und Ar­beits­plät­zen ins Aus­land für die Zeit der Ver­hand­lun­gen aus­zu­set­zen. Man kön­ne nicht über Ar­beits­platz­si­cher­heit dis­ku­tie­ren, wenn gleich­zei­tig Jobs ins Aus­land ver­la­gert wür­den, hat­te VC-Spre­cher Wahl er­klärt.

Er­folg­los ver­lief am Wo­chen­en­de auch der Ver­such des Un­ter­neh­mens, den Ge­sprächs­fa­den wie­der auf­zu­neh­men. Zwei Ge­sprächs­an­ge­bo­te der Luft­han­sa hät­ten nur auf den ers­ten Blick viel­ver­spre­chend aus­ge­se­hen. "Ei­ne ge­naue­re Ana­ly­se zeig­te je­doch, dass die In­hal­te er­neut sub­stanz­los wa­ren", hieß es in der Mit­tei­lung der Ge­werk­schaft vom Mon­tag. Luft­han­sa er­klär­te hin­ge­gen, man ha­be "weit­ge­hen­de, weit­rei­chen­de" An­ge­bo­te ge­macht.

Die VC hat nach ei­ge­nen An­ga­ben dem Un­ter­neh­men zu­letzt Ein­spa­run­gen in ei­nem Vo­lu­men von rund 500 Mil­lio­nen Eu­ro an­ge­bo­ten. Ne­ben ei­nem spä­te­ren Ein­tritt der Be­stands­pi­lo­ten in den Vor­ru­he­stand soll­te in­ner­halb des Kon­zern­ta­rif­ver­trags ei­ne neue Ta­rif­grup­pe für Bil­lig­flie­ger ein­ge­führt wer­den. Die Ab­leh­nung der Vor­schlä­ge ma­che deut­lich, dass es Luft­han­sa nicht um Ein­spa­run­gen ge­he, son­dern dar­um, ta­rif­ver­trag­li­che Struk­tu­ren auf­zu­bre­chen und die Ge­werk­schaf­ten im Kon­zern zu schwä­chen, kri­ti­sier­te Wahl.

In den bis­lang zwölf Strei­krun­den seit April 2014 hat die VC dem Un­ter­neh­men nach des­sen An­ga­ben mehr als 300 Mil­lio­nen Eu­ro Scha­den zu­ge­fügt. Of­fi­zi­el­ler Streik­grund bleibt die Über­gangs­ver­sor­gung der rund 5400 Pi­lo­ten von Luft­han­sa, Luft­han­sa Car­go und Ger­manwings.

Die im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr 2015 an­ge­fal­le­nen rund 100 Mil­lio­nen Eu­ro an Streik­kos­ten hat das Un­ter­neh­men nach ei­ge­nen An­ga­ben be­reits ver­kraf­tet. Die von Sp­ohr aus­ge­ge­be­ne Pro­gno­se von mehr als 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro an ope­ra­ti­vem Ge­winn wer­de auch nach Ab­zug die­ser zu­nächst her­aus­ge­rech­ne­ten Be­las­tung er­reicht, er­läu­ter­te ein Spre­cher. Neu­er­li­che Streiks sind in der Kenn­zahl aber nicht mehr be­rück­sich­tigt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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