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Pi­lo­ten be­en­den Son­die­rung mit Luft­han­sa - Vor­erst kei­ne Streiks

Bei der Luft­han­sa ist ei­ne fried­li­che Ta­rif­ei­ni­gung mit den Kon­zern­pi­lo­ten wie­der ein Stück in die Fer­ne ge­rückt: Ei­gent­lich woll­te Kra­nich-Chef Sp­ohr das Pro­blem bis zum Jah­res­en­de ab­räu­men

17.09.2016. (dpa) - Bei der Luft­han­sa ist die Ge­fahr neu­er Pi­lo­ten­streiks wie­der ge­stie­gen.

Die Ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) hat am Frei­tag die seit Jah­res­be­ginn lau­fen­den Ta­rif-Son­die­rungs­ge­sprä­che mit dem Luft­han­sa-Vor­stand für ge­schei­tert er­klärt und die ent­spre­chen­de Ge­sprächs­ver­ein­ba­rung auf­ge­kün­digt.

"Trotz al­ler an­ders­lau­ten­der Be­kun­dun­gen scheint der Luft­han­sa-Vor­stand of­fen­sicht­lich kein In­ter­es­se an ei­ner Lö­sung mit sei­nen Kon­zern­ta­rif­ver­trags-Pi­lo­ten zu ha­ben", er­klär­te VC-Spre­cher Mar­kus Wahl laut ei­ner Mit­tei­lung.

Ein er­neu­ter Streik der rund 5400 Kon­zern­pi­lo­ten bei Luft­han­sa, Luft­han­sa Car­go und Ger­manwings steht aber zu­min­dest nicht un­mit­tel­bar be­vor. In den kom­men­den zwei Wo­chen will die VC nach ei­ge­nen An­ga­ben bei Pi­lo­ten­tref­fen ih­re Mit­glie­der in­for­mie­ren und ein Stim­mungs­bild ein­ho­len. Über das wei­te­re Vor­ge­hen der Ge­werk­schaft mach­te Wahl kei­ne Aus­sa­ge.

Die Luft­han­sa be­ton­te ih­ren Ei­ni­gungs­wil­len und bot ei­ne Fort­set­zung der Son­die­rung an. Es sei nicht nach­voll­zieh­bar, dass Luft­han­sa un­ter­stellt wer­de, kein In­ter­es­se an ei­ner Lö­sung zu ha­ben, sag­te ein Un­ter­neh­mens­spre­cher. "Die Ta­rif­ab­schlüs­se mit den an­de­ren Be­rufs­grup­pen in der Ka­bi­ne und am Bo­den be­le­gen un­se­ren Ei­ni­gungs­wil­len."

Tat­säch­lich hat Luft­han­sa mit den Ge­werk­schaf­ten Ver­di und Ufo Ver­ein­ba­run­gen un­ter an­de­rem zur Um­stel­lung des Be­triebs­ren­ten­sys­tems er­reicht, das auch zu den Streit­punk­ten mit den Pi­lo­ten ge­hört. Chef Cars­ten Sp­ohr hat­te sich kürz­lich op­ti­mis­tisch ge­zeigt, den Ta­rif­kon­flikt mit den Pi­lo­ten noch in die­sem Jahr lö­sen zu kön­nen.

Ein er­neu­ter Streik wä­re der 14. Aus­stand in die­ser seit vier Jah­ren schwe­len­den Aus­ein­an­der­set­zung, in der die Pi­lo­ten erst­mals im April 2014 ge­streikt hat­ten. Zu ei­nem frü­he­ren Zeit­punkt hat­te die VC er­klärt, dass vor ei­nem wei­te­ren Aus­stand zu­nächst wie­der of­fi­zi­el­le Ta­rif­ver­hand­lun­gen ge­führt wer­den müss­ten. Das war bis­lang mit den nun auf­ge­kün­dig­ten in­ter­nen Ge­sprä­chen be­wusst ver­mie­den wor­den, um über ein brei­te­res The­men­spek­trum spre­chen zu kön­nen.

Die VC-Pi­lo­ten wa­ren im ver­gan­ge­nen Herbst in ih­rer 13. Strei­krun­de vom hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richt ge­stoppt wor­den, weil sie nach An­sicht des Ge­richts Streik­zie­le ver­folg­ten, die nicht mit ei­nem Ta­rif­ver­trag zu er­fül­len ge­we­sen wä­ren. Ins­be­son­de­re ging es da­bei um die Ar­beits­ver­trä­ge bei der Luft­han­sa-Bil­lig­toch­ter Eu­ro­wings, de­ren Pi­lo­ten nach dem Wil­len der VC eben­falls vom lu­kra­ti­ven Luft­han­sa-Kon­zern­ta­rif­ver­trag er­fasst wer­den soll­ten. Das Un­ter­neh­men lehnt das als zu kost­spie­lig ab.

Das Plat­zen der Ge­sprä­che dürf­ten auch die Be­den­ken der Ra­ting­agen­tur Stan­dard & Poor's (S&P) hin­sicht­lich der fi­nan­zi­el­len La­ge der Luft­han­sa ver­stär­ken. Am Don­ners­tag­abend ha­ben die Ex­per­ten ih­ren Aus­blick für die Bo­ni­tät der Luft­han­sa am Don­ners­tag­abend von "Sta­bil" auf "Ne­ga­tiv" ge­senkt. Da­mit droht Eu­ro­pas größ­ter Flug­ge­sell­schaft bin­nen der nächs­ten ein bis zwei Jah­re ei­ne Ab­stu­fung sei­nes Ra­tings von "BBB-/A-3" auf "BB+" und da­mit von In­vest­ment­gra­de- auf Ramsch-Ni­veau. Die Pa­pie­re des Dax-Kon­zerns wür­den dann nicht mehr als so­li­de, son­dern als spe­ku­la­tiv gel­ten.

S&P be­grün­de­te den Schritt so­wohl mit der ge­sun­ke­nen Ti­cket­nach­fra­ge und ei­nem Preis­kampf nach den Ter­ror­an­schlä­gen in Eu­ro­pa als auch mit den ho­hen Pen­si­ons­ver­pflich­tun­gen der Luft­han­sa. Die­se las­ten we­gen der an­hal­ten­den Nied­rig­zin­sen im­mer stär­ker auf der Kon­zern­bi­lanz.

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Letzte Überarbeitung: 25. November 2016

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