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Po­li­tik und Un­ter­neh­mer for­dern ra­sches En­de des Streiks am Ka­nal

Die Schleu­sen­wär­ter am Nord-Ost­see-Ka­nal strei­ken: Vie­le Schif­fe neh­men da­her lie­ber den Um­weg um Ska­gen her­um. Po­li­tik und Wirt­schaft re­agie­ren auf den Ar­beits­kampf am Nord-Ost­see-Ka­nal mit Kri­tik

10.08.2013. (dpa) - Schles­wig-Hol­steins Lan­des­re­gie­rung hat ein schnel­les En­de des Streiks an den Schleu­sen des Nord-Ost­see-Ka­nals ge­for­dert.

Mi­nis­ter­prä­si­dent Tors­ten Al­big (SPD) ap­pel­lier­te an die Be­tei­lig­ten, die Ver­hand­lun­gen wie­der auf­zu­neh­men.

"Wenn der Nord-Ost­see-Ka­nal nicht funk­tio­niert, dann funk­tio­niert das gan­ze Land nicht", mahn­te Al­big am Frei­tag im Sen­der RSH.

Das Ta­rif­recht sei ein ho­hes Gut in un­se­rer Ge­sell­schaft.

Bei­de Sei­ten müss­ten je­doch dar­auf ach­ten, nicht zu über­zie­hen.

"Al­le die den Ka­nal nut­zen, brau­chen die Ver­läss­lich­keit", sag­te der Re­gie­rungs­chef.

Die Ge­werk­schaft hat we­gen der ge­plan­ten Um­struk­tu­rie­rung der Was­ser- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung seit Mitt­woch zum Ar­beits­kampf auf­ge­ru­fen. Ver­di fürch­tet durch die ge­plan­te Re­form den Ab­bau von bis zu 3000 der ins­ge­samt 12 000 Ar­beits­plät­ze.

Auch die Un­ter­neh­men for­der­ten ein En­de des Ar­beits­kamp­fes. "Der Ka­nal ist ei­ne be­deu­ten­de Le­bens­ader für Schles­wig-Hol­stein", sag­te Hein­rich Rit­scher vom Un­ter­neh­mens­ver­band Un­ter­el­be-West­küs­te. Er warn­te, dass die Schif­fe statt der Ka­nal-Pas­sa­ge künf­tig ver­stärkt die län­ge­re, aber zu­ver­läs­si­ge Rou­te um Jüt­land neh­men wer­den. "Mit die­sem Streik­auf­ruf löst sich Ver­di aus der So­li­da­ri­tät mit der West­küs­te und dem Un­ter­el­be­raum", sag­te Rit­scher.

Auch die Ka­nal-Lot­sen kri­ti­sie­ren das Vor­ge­hen der Ge­werk­schaft: "Wir ver­mis­sen die über­zeu­gen­den Ar­gu­men­te, die die­sen Ar­beits­kampf mit sei­nen dras­ti­schen Aus­wir­kun­gen recht­fer­ti­gen", hieß es in ei­nem of­fe­nen Brief der Lot­sen­brü­der­schaft NOK I an die Ge­werk­schaft Ver­di.

Für Au­ßen­ste­hen­de sind die Aus­wir­kun­gen des Streiks kaum sicht­bar. Vor den Schleu­sen stau­en sich kei­ne war­ten­den Schif­fe. Der Grund: "Wir ha­ben deut­lich we­ni­ger Ver­kehr als sonst", sag­te WSA-Spre­cher Tho­mas Fi­scher. Of­fen­sicht­lich be­vor­zu­gen die meis­ten Ree­de­rei­en der­zeit die 250 See­mei­len (rund 400 Ki­lo­me­ter) län­ge­re Rou­te um Dä­ne­mark. "Die wis­sen, wann die Fest­ma­cher in Bruns­büt­tel ar­bei­ten", sag­te Fi­scher. Zwei der ins­ge­samt fünf Wa­chen sei­en bei Fremd­fir­men be­schäf­tigt und wür­den sich an dem Ar­beits­kampf nicht be­tei­li­gen. "Und da­nach rich­ten sich die Ka­pi­tä­ne."

Das klappt je­doch nicht im­mer, so dass ein Tan­ker am Don­ners­tag­abend in Bruns­büt­tel so­gar kehrt­mach­te: Als sich das Tor in ei­ner Schleu­se nicht mehr schloss, ließ der Ka­pi­tän das Schiff von ei­nem Schlep­per rück­wärts aus der Schleu­sen­kam­mer zie­hen und fuhr zu­rück nach Kiel, um über den Um­weg durch die Ost­see rund um Dä­ne­mark letzt­end­lich Zeit zu spa­ren.

Ver­di-Spre­cher Jo­chen Pen­ke ver­tei­dig­te den Aus­stand. "Streik ist für uns im­mer das al­ler­letz­te Mit­tel, zu dem wir grei­fen, wenn im Ver­hand­lungs­vor­we­ge an­sons­ten gar nichts mehr pas­siert", sag­te er dem Sen­der NDR 1 Wel­le Nord. Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Pe­ter Ram­sau­er (CSU) wei­ge­re sich seit Mo­na­ten mit Ver­di zu ver­han­deln. "In­so­fern ist der Er­zwin­gungs­streik jetzt lei­der die letz­te Kon­se­quenz."

Ziel des Streiks ist ein Ta­rif­ver­trag zur rechts­ver­bind­li­chen Ab­si­che­rung der Be­schäf­tig­ten in der Was­ser und Schiff­fahrts­ver­wal­tung. Ram­sau­er lehnt ei­nen Ta­rif­ver­trag ab. Er hal­te bis­lang ge­ge­be­ne Zu­si­che­run­gen für aus­rei­chend und ha­be al­len Be­schäf­tig­ten die ge­for­der­ten Zu­sa­gen ge­macht, sag­te er dem NDR.

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Letzte Überarbeitung: 17. Dezember 2013

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