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Po­li­zei­ge­werk­schaft kri­ti­siert feh­len­de Ei­ni­gung zu Po­li­zei­stel­len

Die Po­li­zei in Meck­len­burg-Vor­pom­mern klagt über Per­so­nal­man­gel: Die CDU teilt die­se Ein­schät­zung und will gut 550 neue Stel­len schaf­fen. Doch die SPD zö­gert - vor al­lem aus Kos­ten­grün­den. Die Ge­werk­schaft der Po­li­zei hat da­für kein Ver­ständ­nis

12.10.2016. (dpa) - Die Po­li­zei­ge­werk­schaft GdP hat ent­täuscht dar­auf re­agiert, dass sich SPD und CDU bei ih­ren Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen noch nicht auf ei­ne spür­ba­re Auf­sto­ckung der Po­li­zei in Meck­len­burg- Vor­pom­mern ei­ni­gen konn­ten.

"Bei der Bri­sanz des The­mas hät­te man ei­ne schnel­le­re Ver­stän­di­gung er­war­ten kön­nen. An­de­re Bun­des­län­der ge­hen da viel ent­schlos­se­ner zu Wer­ke", sag­te der Lan­des­vor­sit­zen­de der Ge­werk­schaft der Po­li­zei (GdP), Chris­ti­an Schu­ma­cher.

Er re­agier­te da­mit auf Aus­sa­gen von Mi­nis­ter­prä­si­dent Er­win Sel­le­ring (SPD) und In­nen­mi­nis­ter Lo­renz Caf­fier (CDU), wo­nach die kos­ten­träch­ti­ge Per­so­nal­auf­sto­ckung in den Ver­hand­lun­gen am Diens­tag zu­nächst aus­ge­klam­mert wor­den war.

Die CDU hat­te im Wahl­kampf 555 Ex­tra-Stel­len ge­for­dert. Die SPD hin­ge­gen ver­weist auf ei­ne be­reits ho­he Po­li­zei­dich­te und hält die For­de­run­gen für über­zo­gen. Am Mitt­woch soll er­neut über das The­ma ver­han­delt wer­den.

"Wer nur die Re­la­ti­on von Po­li­zei zu Ein­woh­ner be­trach­tet, ver­kennt dass wir ein Flä­chen­land mit wei­ten We­gen sind. In Ros­tock oder Schwe­rin fällt das nicht auf, in den länd­li­chen Re­gio­nen schon. Denn dort pas­siert es im­mer häu­fi­ger, dass man ei­ne drei­vier­tel St­un­de war­tet, ehe die Po­li­zis­ten da sind", mo­nier­te Schu­ma­cher. Die Po­li­zei ge­währ­leis­te mit gro­ßem Ein­satz­wil­len die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung, aber wirk­lich er­folg­rei­che Po­li­zei­ar­beit fin­de kaum noch statt. "Die Stim­mung ist am Null­punkt", sag­te Schu­ma­cher un­ter Hin­weis auf die Viel­zahl von Über­stun­den und wach­sen­de Kran­ken­stän­de. Sta­tis­ti­ken des In­nen­mi­nis­te­ri­ums zu­fol­ge feh­len Voll­zugs­be­am­te durch­schnitt­lich 37 Ta­ge im Jahr we­gen Krank­heit.

Nicht erst seit dem An­stieg der Flücht­lings­zah­len und der Zu­nah­me von An­grif­fen auf de­ren Un­ter­künf­te ha­be die Be­las­tung der Po­li­zei das Maß des Er­träg­li­chen über­schrit­ten. "Seit Jah­ren müs­sen im­mer we­ni­ger Be­am­te im­mer mehr Auf­ga­ben er­fül­len. Das kann so nicht wei­ter­ge­hen", be­ton­te Schu­ma­cher. Er ap­pel­lier­te an SPD und CDU, die­sen Trend auch im In­ter­es­se ei­nes bes­se­ren Si­cher­heits­emp­fin­dens der Be­völ­ke­rung um­zu­keh­ren. "Nach Er­eig­nis­sen wie jetzt in Chem­nitz zu fra­gen: War­um seid ihr nicht frü­her ak­tiv ge­wor­den?, das wür­de sich bei uns er­üb­ri­gen", so Schu­ma­cher.

Die Lan­des­po­li­zei in Meck­len­burg-Vor­pom­mern war zu­letzt we­gen den Flücht­lings­zu­stroms und der da­mit ver­bun­de­nen Zu­satz­auf­ga­ben um 100 Stel­len auf­ge­stockt wor­den. Al­ler­dings wur­den seit dem Jahr 2000 auch gut 1.000 von zu­vor knapp 7.000 Stel­len ab­ge­baut. Ge­mäß dem gül­ti­gen Per­so­nal­kon­zept der Re­gie­rung müss­ten bis 2020 wei­te­re 300 Stel­len bei der Po­li­zei ge­stri­chen wer­den. Mit 366 Po­li­zis­ten je 100.000 Ein­woh­nern steht Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit an der Spit­ze der Flä­chen­län­der. Über die per­so­nel­le Si­tua­ti­on der Po­li­zei im Nord­os­ten soll in Kür­ze ein Gut­ach­ten vor­ge­legt wer­den, das noch die al­te Lan­des­re­gie­rung in Auf­trag ge­ge­ben hat­te.

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Letzte Überarbeitung: 12. Oktober 2016

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