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Post steu­ert auf hef­ti­gen Ar­beits­kampf zu

Ver­di kämpft an vie­len Streik­fron­ten, ob im öf­fent­li­chen Dienst oder bei Ama­zon: Jetzt kommt auch noch die Post da­zu. Dem Lo­gis­tik­kun­den geht es glän­zend. Dar­an sol­len die Be­schäf­tig­ten teil­ha­ben, for­dert die Ge­werk­schaft

31.03.2015. (dpa) - Bei der Bahn bleibt Os­tern streik­frei.

Bei der Deut­schen Post droht es da­ge­gen ab dem 1. April knüp­pel­dick.

Kun­den könn­ten ver­geb­lich auf Os­ter­grü­ße und Päck­chen war­ten.

Ver­di ruft die 140 000 Ta­rif­be­schäf­tig­ten zu Warn­streiks auf.

Zu­letzt gab es das vor zwei Jah­ren.

Im April 2013 hat­ten Tau­sen­de Zu­stel­ler ih­re Ar­beit nie­der­ge­legt.

Da­mals ging es um kräf­ti­ge Lohn­stei­ge­run­gen, die­ses Mal kämpft die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft für Ar­beits­zeit­ver­kür­zun­gen und will die Aus­glie­de­rung von Be­schäf­tig­ten in Re­gio­nal­ge­sell­schaf­ten mit ge­rin­ge­rer Be­zah­lung ver­hin­dern.

Die neue Per­so­nal­che­fin Me­la­nie Kreis steht da­mit vor ih­rer ers­ten gro­ßen Be­wäh­rungs­pro­be. Seit No­vem­ber ist die frü­he­re Fi­nanz­che­fin der Spar­te DHL Ex­press für die fast 490 000 Mit­ar­bei­ter zu­stän­dig. Der Post-Vor­stand hat Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter und die Ge­werk­schaft Ver­di gleich zu Jah­res­be­ginn ge­gen sich auf­ge­bracht. Es geht um die Neu­grün­dung von 49 Re­gio­nal­ge­sell­schaf­ten in der Pa­ket­spar­te, in de­nen be­fris­tet Be­schäf­tig­te so­wie Ar­beits­su­chen­de ei­nen fes­ten Job er­hal­ten sol­len. Dort gel­ten aber deut­lich schlech­te­re Kon­di­tio­nen als im Haus­ta­rif des Un­ter­neh­mens.

Seit­dem lie­gen die Ner­ven blank. Ver­di spricht von "Ver­trags­bruch" und von "ei­nem kla­ren Fall von Ta­rif- und Mit­be­stim­mungs­flucht". Die Post wol­le mit die­sem Ma­nö­ver die Ar­beits­be­din­gun­gen von 10 000 Be­schäf­tig­ten ra­di­kal ver­schlech­tern. Die Ge­werk­schaft hat nach ih­rem Be­kun­den so­gar Kla­ge vor dem Ar­beits­ge­richt in Bonn ein­ge­reicht. Und sie will ei­ne Ar­beits­zeit­ver­kür­zung von 38,5 auf 36 St­un­den bei vol­lem Lohn­aus­gleich und das für al­le Ta­rif­be­schäf­tig­ten.

Die Po­si­tio­nen lie­gen weit aus­ein­an­der. Mit ei­nem über­ra­schen­den Vor­stoß, der so­gar wei­ter reich­te als von Ver­di ge­for­dert, ver­such­te die Post dar­auf­hin Ver­di zum Ein­len­ken zu be­we­gen. Er sieht laut Kreis die Ein­füh­rung der 36-St­un­den-Wo­che als Re­gel­ar­beits­zeit vor mit Ver­kür­zungs­op­ti­on auf 34 St­un­den und der Mög­lich­keit ei­ner Auf­sto­ckung et­wa für jün­ge­re Kol­le­gen auf 41 St­un­den. Es ge­be da­her über­haupt kei­nen Grund für Warn­streiks, sagt Kreis.

Doch für Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­re­rin An­drea Koc­sis sind das nur "Ne­bel­ker­zen". Die Deut­sche Post sei der Markt­füh­rer und ste­he wirt­schaft­lich präch­tig da, be­tont die Ge­werk­schaft.

Post­chef Frank Ap­pel führt da­ge­gen den knall­har­ten Wett­be­werb im Pa­ket­ge­schäft an. Für ihn sind die ho­hen Per­so­nal­kos­ten seit län­ge­rem ein Är­ger­nis. Der Kon­zern müs­se an den Kos­ten­struk­tu­ren ar­bei­ten und die Lü­cke zur Kon­kur­renz schlie­ßen. "Wir zah­len dop­pelt so ho­he Löh­ne wie un­se­re Wett­be­wer­ber", sagt Ap­pel. Den Men­schen wol­le man aber lang­fris­tig ei­ne Per­spek­ti­ve ge­ben.

Und die Post be­tont, vie­le Post­ler hät­ten längst Fak­ten ge­schaf­fen. Schon 5500 Be­schäf­tig­te hät­ten schon die neu­en Ver­trä­ge un­ter­schrei­ben. Pa­ket­chef Ger­des wirbt für den Um­bau: "Un­be­fris­tet be­schäf­tigt zu sein, ist ein sehr ho­hes Gut." Ins­ge­samt plant die Post we­gen des an­hal­ten­den Booms in der Pa­ket­spar­te bis zu 10 000 Neu­ein­stel­lun­gen bis 2020, fünf Jah­re spä­ter könn­ten es so­gar 25 000 sein.

Doch Ver­di ist zum Ar­beits­kampf ent­schlos­sen. Der Post ste­hen har­te Zei­ten be­vor. Denn im Mai läuft der Lohn­ta­rif­ver­trag aus. Für Kreis ist klar: "Wir wer­den kei­ne ein­fa­che und schnel­le Lö­sung fin­den."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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