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Pres­sen­her­stel­ler Schuler schließt Pro­duk­ti­on an drei Stand­or­ten

Der Um­bau beim Pres­sen­her­stel­ler Schuler geht wei­ter: Die Fer­ti­gung an drei von sie­ben Stand­or­ten in Deutsch­land wird ge­schlos­sen. Die Pro­duk­ti­on im Aus­land wer­de wich­ti­ger, heißt es

27.08.2015. (dpa) - Der Pres­sen­her­stel­ler Schuler steht vor sei­nem nächs­ten Um­bau.

An drei von sie­ben Stand­or­ten in Deutsch­land wird die Pro­duk­ti­on ge­schlos­sen, wie der Kon­zern am Mitt­woch mit­teil­te.

"Wir kon­so­li­die­ren die durch vie­le Ak­qui­si­tio­nen der Ver­gan­gen­heit ent­stan­de­ne ho­he An­zahl an Pro­duk­ti­ons­stand­or­ten in Deutsch­land", er­klär­te Vor­stands­chef Ste­fan Kle­bert nach ei­ner Auf­sichts­rats­sit­zung in Göp­pin­gen.

Die ge­plan­ten Ver­än­de­run­gen be­tref­fen den An­ga­ben zu­fol­ge mit­tel­fris­tig rund 450 Ar­beits­plät­ze. Die Fer­ti­gung in Net­phen mit 80 Mit­ar­bei­tern (Nord­rhein-West­fa­len) soll schon im kom­men­den Jahr ge­schlos­sen wer­den. Die Pro­duk­ti­on in Wag­häu­sel mit rund 130 Mit­ar­bei­tern und in Wein­gar­ten mit et­wa 230 Be­schäf­tig­ten (je­weils Ba­den-Würt­tem­berg) sol­len bis En­de 2017 dicht ge­macht wer­den.

Au­ßen­mon­ta­ge und Ser­vice wür­den an den drei Or­ten aber fort­ge­führt. Die Stand­or­te er­hiel­ten ei­ne fünf­jäh­ri­ge Ga­ran­tie für die blei­ben­den Stel­len, sag­te ein Fir­men­spre­cher. In Wein­gar­ten sei­en das rund 600 der der­zeit 850 Mit­ar­bei­ter, in Wag­häu­sel blie­ben 350 Stel­len er­hal­ten, in Net­phen rund 60.

Der Her­stel­ler, der Pres­sen zur Blech­be­ar­bei­tung baut, be­grün­det die Schlie­ßung un­ter an­de­rem mit der wich­ti­ger ge­wor­de­nen Pro­duk­ti­on im Aus­land. Au­ßer­halb Deutsch­lands fer­tigt Schuler in Chi­na und Bra­si­li­en. Au­ßer­dem än­de­re sich der Ka­pa­zi­täts­be­darf zu­neh­mend durch ver­än­der­te Pro­duk­te. Schuler war in neue Märk­te wie die Her­stel­lung von Groß­roh­ren oder Ei­sen­bahn­rä­dern vor­ge­drun­gen.

Der Lan­des­be­zirks­lei­ter der IG Me­tall, Ro­man Zit­zels­ber­ger, kri­ti­sier­te die Ent­schei­dung: Es sei si­cher wich­tig, sich um Aus­lands­märk­te zu be­mü­hen. Dar­un­ter soll­ten tra­di­tio­nel­le Stand­or­te wie Wag­häu­sel und Wein­gar­ten aber nicht lei­den. Dort steck­ten im­mer noch Kom­pe­tenz und Know-how, die Fir­men wie Schuler brauch­ten.

Schuler sieht die Schwer­punk­te der deut­schen Pro­duk­ti­on künf­tig in Göp­pin­gen und Er­furt. In Göp­pin­gen wer­den al­le Pres­sen her­ge­stellt, die im Werk kom­plett auf­ge­baut wer­den. In Er­furt wer­den Groß­pres­sen ge­fer­tigt. Welt­weit be­schäf­tig­te Schuler zu­letzt 5260 Mit­ar­bei­ter, in Deutsch­land wa­ren es rund 4000. Der Ma­schi­nen­bau­er hat­te schon in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Stel­len ab­ge­baut. "Ins­ge­samt ha­ben die Maß­nah­men da­zu bei­ge­tra­gen, dass Schuler nach schwie­ri­gen Zei­ten in den Jah­ren 2009 bis 2010 wie­der wach­sen konn­te und heu­te fi­nan­zi­ell ge­sund da steht", sag­te Kle­bert.

Der neue Stel­len­ab­bau soll so so­zi­al­ver­träg­lich wie mög­lich um­ge­setzt wer­den. So sol­len Wech­sel in an­de­re Be­rei­che oder an an­de­re Stand­or­te mög­lich sein, aber auch Al­ters­teil­zeit oder frei­wil­li­ge Auf­he­bungs­ver­ein­ba­run­gen. Der Um­bau der Pro­duk­ti­on soll in die­sem Jahr rund 55 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten. Im Ge­gen­zug sol­len aber jähr­lich 30 bis 35 Mil­lio­nen Eu­ro ein­ge­spart wer­den. In die­sem Jahr plant Schuler nach wie vor mit stei­gen­dem Um­satz, nach­dem die Er­lö­se 2014 bei 1,18 Mil­li­ar­den Eu­ro la­gen. Das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis soll - die Kos­ten für den Um­bau nicht be­rück­sich­tigt - auf Vor­jah­res­ni­veau lie­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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