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Be­ruf­li­cher Schleu­der­sitz Pro­be­zeit

Nach­spiel­zeit bei der Job­su­che: In der Pro­be­zeit wird's rich­tig ernst: Je­des vier­te oder fünf­te Ar­beits­ver­hält­nis schei­tert an der Pro­be­zeit
Abrisskalender

19.11.2012 (dpa/tmn) - Das Vor­stel­lungs­ge­spräch ist gut ge­lau­fen, der neue Ar­beits­ver­trag ist un­ter­schrie­ben - spä­tes­tens jetzt las­sen die meis­ten die Sekt­kor­ken knal­len. Doch Ex­per­ten war­nen: Mit der Un­ter­schrift un­ter dem Ver­trag ist der neue Job noch lan­ge nicht in tro­cke­nen Tü­chern. Erst muss man noch die meist sechs­mo­na­ti­ge Pro­be­zeit über­ste­hen - und dar­an schei­te­re mitt­ler­wei­le je­des vier­te bis fünf­te Ar­beits­ver­hält­nis, schät­zen Ex­per­ten wie der Kar­rie­re­coach Jür­gen Hes­se aus Ber­lin. "Das ers­te hal­be Jahr ist ein Schleu­der­sitz", er­klärt er. "Man kann da oh­ne gro­ße Be­grün­dung je­der­zeit nach Hau­se ge­schickt wer­den." Und Stol­per­fal­len ge­be es ge­ra­de in den ers­ten Mo­na­ten zu­hauf.

So rich­tig be­gin­ne die Be­wer­bung um ei­nen neu­en Ar­beits­platz des­halb erst am ers­ten Ar­beits­tag, fin­det Mar­tin Wehr­le. "Das Vor­stel­lungs­ge­spräch ist ei­gent­lich nur Vor­ge­plän­kel", sagt der Kar­rie­r­e­be­ra­ter aus Ap­pel bei Ham­burg. Ent­schei­dend sei des­halb, die ers­ten Ta­ge, Wo­chen und Mo­na­te in ei­nem neu­en Un­ter­neh­men sehr be­wusst an­zu­ge­hen. "Am An­fang muss man erst­mal schau­en, nach wel­chem Takt ge­spielt wird und wel­che Re­geln gel­ten." Es ge­he dar­um, sich über die Auf­ga­ben, die Kol­le­gen und die Vor­ge­setz­ten im Um­feld zu ori­en­tie­ren. "Wer sich so­fort über­all ein­mischt und stän­dig Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge macht, wird von den Kol­le­gen und Vor­ge­setz­ten schnell als Feind wahr­ge­nom­men."

In der Pro­be­zeit kön­nen Ar­beit­ge­ber ei­nen fast von heu­te auf mor­gen raus­schmei­ßen. Und da­von ma­chen sie im­mer häu­fi­ger Ge­brauch, ha­ben Wehr­le und sei­ne Kol­le­gen be­ob­ach­tet. Die Grün­de für ein Schei­tern sei­en viel­fäl­tig. Doch häu­fig sei der Aus­lö­ser, dass der Neue es nicht schaf­fe, sich in das be­ste­hen­de Team ein­zu­glie­dern.

"Ge­ra­de am An­fang ist es wich­tig, sehr be­schei­den auf­zu­tre­ten, klei­ne Bröt­chen zu ba­cken, ge­nau hin­zu­schau­en und zu be­ob­ach­ten", sagt Hes­se. "Man kann sich da manch­mal ein Bei­spiel an jun­gen Azu­bis neh­men: Wenn die ih­re Aus­bil­dung an­fan­gen, wis­sen sie, dass sie erst­mal der klei­ne Stift sind. Die­se an­fäng­li­che Zu­rück­hal­tung fehlt Hoch­schul­ab­sol­ven­ten oft." Ein Neu­ling sei ein­fach der­je­ni­ge, der sich in ein be­ste­hen­des Team ein­fü­gen müs­se. "Ma­chen Sie sich nichts vor: Sie sind in der Pro­be­zeit das kleins­te Glied in der Ket­te. Des­halb ist es ganz wich­tig, die Mann­schaft nicht ge­gen sich auf­zu­brin­gen."

Die größ­te Her­aus­for­de­rung am An­fang ist, es al­len recht zu ma­chen. Der Chef er­war­tet, dass man fach­lich tol­le Leis­tun­gen lie­fert oh­ne aber gleich al­les auf den Kopf zu stel­len. Die Kol­le­gen hof­fen, dass der Neue ih­nen Ar­beit ab­nimmt - man darf sie aber auch nicht als Faul­pel­ze da­ste­hen las­sen. Kon­kret heißt das: Man soll­te sich schon rein­hän­gen und abends nicht als Ers­ter nach Hau­se ge­hen. Aber man soll­te auch nicht der Al­ler­letz­te sein, der abends Fei­er­abend macht - oder am nächs­ten Mor­gen da­mit auf­trumpft, dass man den gan­zen Abend noch zu Hau­se ge­ar­bei­tet hat.

Vor al­lem braucht man mög­lichst schnell ein Netz­werk. "Wer es wirk­lich gut ma­chen will, der legt ei­ne Kol­le­gen- und Chef­da­tei an", sagt Chris­ti­an Pütt­jer, Kar­rie­r­e­be­ra­ter in Bre­den­bek in Schles­wig-Hol­stein. "Wich­tig ist es, das Sys­tem und sei­ne Struk­tu­ren zu durch­schau­en. Von wem krie­ge ich In­for­ma­tio­nen? Wer trifft die Ent­schei­dun­gen? Wer passt in mein Netz­werk? Bei wel­chen Kun­ge­lei­en soll­te ich mich lie­ber raus­hal­ten?" Die­se Ori­en­tie­rung im neu­en Team er­ge­be sich nicht von al­lei­ne, mahnt der Coach. "Das muss man sich er­ar­bei­ten." Ein sol­ches Netz­werk hel­fe auch da­bei, sich re­gel­mä­ßig Feed­back ge­ben zu las­sen und so Pro­ble­me früh zu er­ken­nen.

Al­ler­dings kann in der Pro­be­zeit nicht nur der Ar­beit­ge­ber kurz­fris­tig kün­di­gen - man selbst kann auch re­la­tiv kurz­fris­tig die Sa­chen hin­wer­fen. Das kom­me gar nicht sel­ten vor und kön­ne manch­mal sinn­voll sein, sa­gen die Ex­per­ten. "Man muss sich klar­ma­chen: Schwie­rig­kei­ten, die schon in der Pro­be­zeit auf­tre­ten, die wer­den sich im Lau­fe der Jah­re noch mas­siv ver­stär­ken", sagt Wehr­le.

Schon nach ein paar Mo­na­ten wie­der auf der Stra­ße zu ste­hen, macht sich aber nicht gut im Le­bens­lauf. Wenn es tat­säch­lich nur ein paar Wo­chen wa­ren, kann man die­se Epi­so­de noch ge­flis­sent­lich ver­schwei­gen, sagt Pütt­jer. Aber wenn ein Ar­beits­ver­hält­nis erst nach sechs Mo­na­ten am En­de der Pro­be­zeit schei­tert, wird das schwie­rig. "Wenn man selbst merkt, dass es mit der neu­en Fir­ma gar nicht klappt, soll­te man des­halb über­le­gen, mög­lichst schnell wie­der aus­zu­stei­gen", rät er. Aber auch das soll­te über­legt sein. "Ganz wich­tig ist dann, nicht ein­fach wut­ent­brannt al­les hin­zu­schmei­ßen - das rächt sich im­mer. Man darf kei­ne ver­brann­te Er­de hin­ter­las­sen." Sonst ist der Ruf in der Bran­che schnell rui­niert.

Hes­se emp­fiehlt, in ei­ner sol­chen Si­tua­ti­on mög­lichst früh den Kon­takt mit dem Vor­ge­setz­ten zu su­chen. "Auch Ar­beit­ge­ber sind nicht al­le aus St­ein und rei­ben sich die Hän­de, wenn sie wie­der je­man­den in der Pro­be­zeit ab­ge­schos­sen ha­ben", sagt er. Oft wis­se auch der Chef, dass die Ein­ar­bei­tung aus ver­schie­de­nen Grün­den nicht gut ge­lau­fen ist. Und manch­mal kön­ne man dann im ge­gen­sei­ti­gen Ein­ver­ständ­nis das Ar­beits­ver­hält­nis in ei­nen Pro­jekt­ver­trag ab­än­dern, der plan­ge­mäß en­det - ein wohl­wol­len­des Ar­beits­zeug­nis in­klu­si­ve.

An­sons­ten rät Hes­se, bei spä­te­ren Be­wer­bun­gen of­fen mit dem The­ma um­zu­ge­hen und zu si­gna­li­sie­ren, dass man aus den Feh­lern von da­mals ge­lernt hat. Da sei es wie in der Lie­be. "Vie­le wa­ren schon mal bis über bei­de Oh­ren ver­liebt - und nach dem drit­ten Ren­dez­vous war es dann schon wie­der aus."

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Letzte Überarbeitung: 18. Dezember 2013

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