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K+S setzt Pro­duk­ti­on aus - Land­rat ist be­sorgt

Die K+S-Mit­ar­bei­ter in Un­ter­breiz­bach müs­sen un­frei­wil­lig Pau­se ma­chen: Das Un­ter­neh­men dros­selt man­gels Ent­sor­gungs­mög­lich­kei­ten die Pro­duk­ti­on. Der Land­rat im Wart­burg­kreis re­agiert be­sorgt

28.11.2015. (dpa) - Man­gels Mög­lich­kei­ten zur Salz­ab­was­ser­ent­sor­gung dros­selt der Dün­ge­mit­tel- und Salz­pro­du­zent K+S die Ka­li­pro­duk­ti­on.

An den Stand­or­ten Hat­torf (Kreis Hers­feld-Ro­ten­burg) und Un­ter­breiz­bach (Wart­burg­kreis) müs­se die Pro­duk­ti­on vom kom­men­den Diens­tag an vor­über­ge­hend aus­ge­setzt wer­den, teil­te das Dax-Un­ter­neh­men am Frei­tag Kas­sel mit.

Die rund 1750 be­trof­fe­nen Mit­ar­bei­ter sol­len nun zu­nächst ih­re Ar­beits­zeit­kon­ten so­wie Rest­ur­laub ab­bau­en.

Grund für die Ent­schei­dung sei die fort­dau­ern­de Prü­fung durch das Re­gie­rungs­prä­si­di­um (RP) Kas­sel, ob ei­ne Ge­neh­mi­gung zur Ent­sor­gung von Salz­ab­was­ser ver­län­gert wird.

Da­mit ste­he vom 1. De­zem­ber 2015 an die Wer­ra als ein­zi­ger Ent­sor­gungs­weg für die Salz­ab­wäs­ser des Wer­kes Wer­ra zur Ver­fü­gung. Bis­her kann da­für auch die Ver­sen­kung im Erd­bo­den ge­nutzt wer­den.

We­gen der ak­tu­el­len Was­ser­füh­rung des Flus­ses sei­en die Mög­lich­kei­ten zur Salz­ab­was­ser­ent­sor­gung ein­ge­schränkt. Die Voll­aus­las­tung al­ler Stand­or­te des Wer­kes sei so­mit nicht mög­lich, teil­te K+S mit.

Der Land­rat des Wart­burg­krei­ses, Rein­hard Krebs (CDU), zeig­te sich alar­miert. Er ha­be mit gro­ßer Sor­ge die per­so­nel­len Kon­se­quen­zen zur Kennt­nis ge­nom­men, teil­te das Land­rats­amt mit. "Das Un­ter­neh­men und sei­ne Mit­ar­bei­ter dür­fen nicht in ei­ne un­ge­wis­se Zeit ge­schickt wer­den", mahn­te der Land­rat. Sein Land­kreis brau­che die Ar­beits­plät­ze in Un­ter­breiz­bach, aber eben­so ei­ne sau­be­re Um­welt.

"Die Frei­set­zung von Tau­sen­den von Ar­bei­tern im Werk Wer­ra grenzt an Er­pres­sung", kri­ti­sier­te der Lan­des­ge­schäfts­füh­rer des BUND in Thü­rin­gen, Burk­hard Vo­gel. Of­fen­bar wol­le die Un­ter­neh­mens­spit­ze von K+S Po­li­tik und Ge­sell­schaft da­zu zwin­gen, die Ver­pres­sung der Un­ter­neh­mens­ab­wäs­ser wei­ter zu ge­neh­mi­gen, ob­wohl Grund- und Trink­was­ser durch die­se Pra­xis akut ge­fähr­det wür­den.

Für die Wer­ra-We­ser-An­rai­ner­kon­fe­renz (WWA) ist un­ver­ständ­lich, wes­halb auch das Thü­rin­ger Werk von der Ent­schei­dung be­trof­fen ist. In ei­nem An­trag zur Lau­gen­ver­pres­sung vom April die­ses Jah­res ha­be das Un­ter­neh­men an­ge­ge­ben, dass der Stand­ort Un­ter­breiz­bach ab­was­ser­frei ar­bei­te. "Wo es kein Ab­was­ser gibt, da ist auch kei­ne Ab­was­ser­ver­pres­sung nö­tig", heißt es in ei­ner Mit­tei­lung.

Das Un­ter­neh­men setzt in­des wei­ter auf ei­ne Über­gangs­lö­sung. Am Diens­tag hat­te Re­gie­rungs­prä­si­dent Wal­ter Lüb­cke ge­sagt: "Der­zeit prü­fen wir, in wel­chem Rah­men ei­ne streng be­fris­te­te Über­gangs­er­laub­nis mit deut­lich ver­rin­ger­ten Ver­senk­men­gen mög­lich wä­re."

K+S rech­net nach ei­ge­nen An­ga­ben der­zeit nur in Ein­zel­fäl­len mit Aus­wir­kun­gen auf die Be­lie­fe­rung der Kun­den. Auch der an­ge­peil­te ope­ra­ti­ve Jah­res­ge­winn der Grup­pe dürf­te "un­be­rührt blei­ben".

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 9. September 2016

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