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Pro­fes­so­ren­man­gel an Fach­hoch­schu­len

Aus­ge­schrie­be­ne Pro­fes­su­ren an staat­li­chen Fach­hoch­schu­len zie­hen laut ei­ner Stu­die nur sehr we­ni­ge Be­wer­ber an. Je­de sechs­te Stel­le bleibt un­be­setzt.
Professor hält Vorlesung an Hochschule vor Studenten

31.05.2017. (dpa/wie) - Am Diens­tag ver­öf­fent­lich­te das Deut­sche Zen­trum für Hoch­schul- und Wis­sen­schafts­for­schung (DZHW) ei­nen Be­richt, aus dem her­vor­geht, dass es den staat­li­chen Fach­hoch­schu­len (FH) schwer fällt, ih­re of­fe­nen Pro­fes­so­ren­stel­len zu be­set­zen. 

Grund da­für sind man­geln­de Be­wer­ber. Et­wa die Hälf­te der Pro­fes­su­ren müs­sen mehr­fach aus­ge­schrie­ben wer­den.

Auf der ei­nen Sei­te sei­en die Stel­len laut der Stu­die nicht at­trak­tiv ge­nug. "Ein gro­ßes Pro­blem liegt dar­in, dass im öf­fent­li­chen Dienst, an den Fach­hoch­schu­len eben nicht so be­zahlt wird wie in der Wirt­schaft", sag­te auch der Prä­si­dent der Hoch­schul­rek­to­ren­kon­fe­renz (HRK), Horst Hipp­ler. Hier müss­ten die zu­stän­di­gen Län­der die Be­sol­dungs­struk­tu­ren über­den­ken. Laut Hipp­ler sei ei­ne ge­teil­te An­stel­lung ("shared em­ploy­ment") ei­ne Al­ter­na­ti­ve. "Da­mit wür­de man zwei Flie­gen mit ei­ner Klap­pe schla­gen, weil es Ver­bin­dun­gen in bei­de Rich­tun­gen und letzt­lich ein Netz­werk von Wirt­schaft und Fach­hoch­schu­len er­gibt."

For­schungs­mi­nis­te­rin Jo­han­na Wan­ka hält die Si­tua­ti­on für "alar­mie­rend" und sieht den Haupt­grund für den Be­wer­ber­man­gel eben­falls in der Ver­gü­tung. "Für die Fach­hoch­schu­len ist es schwie­rig, die bes­ten Leu­te zu ge­win­nen, wenn gleich­zei­tig die Wirt­schaft boomt und die Un­ter­neh­men at­trak­ti­ve­re Ge­häl­ter zah­len."

Ein wei­te­rer As­pekt des Pro­blems ist der DZHW zu­fol­ge die man­geln­de for­ma­le Qua­li­fi­ka­ti­on der Be­wer­ber. Hier feh­le es oft­mals an aus­rei­chend Pra­xis­er­fah­rung, wel­che für den Be­ruf ei­nes Fach­hoch­schul­pro­fes­sors je­doch "das Herz­stück der Qua­li­fi­ka­ti­on" sei, so Mi­nis­te­rin Wan­ka. "Hier könn­ten in­no­va­ti­ve Mo­del­le der Kom­bi­na­ti­on von Pra­xis­er­fah­rung und wis­sen­schaft­li­cher Tä­tig­keit ei­ne Lö­sung zur Ver­bes­se­rung der Be­wer­ber­la­ge (...) sein", schlug Mo­ni­ka Jung­bau­er-Gans vom DZHW vor.

Die DZHW-Stu­die be­sagt, dass 36 Pro­zent der FH-Pro­fes­su­ren mehr­fach aus­ge­schrie­ben wer­den müs­sen. Die Lis­te der zur Be­ru­fung vor­ge­schla­ge­nen Be­wer­ber um­fasst bei je­der zwei­ten Stel­le we­ni­ger als drei Na­men. Je­de sechs­te Pro­fes­so­ren­stel­le bleibt auch nach mehr­fa­cher Aus­schrei­bung un­be­setzt.

Be­son­ders be­trof­fen sei­en laut Wan­ka die Fach­ge­bie­te In­ge­nieur­wis­sen­schaf­ten, Rechts-, Wirt­schafts- und So­zi­al­wis­sen­schaf­ten so­wie das Ge­sund­heits­we­sen. Des­halb wür­de man der­zeit an ei­nem Bund-Län­der­pro­gramm ar­bei­ten. Dies wür­de al­ler­dings erst in der nächs­ten Le­gis­la­tur­pe­ri­ode ab 2018 grei­fen, so die Mi­nis­te­rin.


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Letzte Überarbeitung: 5. August 2017

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