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Pro­gno­se: Trotz mehr Zu­wan­de­rung droht Fach­kräf­teen­g­pass

Nicht al­le Jung-Aka­de­mi­ker wer­den in den nächs­ten Jah­ren ei­nen Spit­zen­job fin­den, war­nen Ar­beits­markt­for­scher: Der Wirt­schaft feh­le vor al­lem Be­rufs­nach­wuchs mit mitt­le­rem Qua­li­fi­ka­ti­ons­ni­veau. Zu­gleich ge­hen die Ar­beits­markt­chan­cen für Un­ge­lern­te wei­ter zu­rück

08.03.2014. (dpa) - Trotz hö­he­rer Zu­wan­de­rung und stei­gen­der Er­werbs­quo­ten vor al­lem bei Frau­en be­fürch­ten Ar­beits­markt­for­scher künf­tig ei­nen er­heb­li­chen Man­gel an Fach­kräf­ten mit mitt­le­rem Qua­li­fi­ka­ti­ons­ni­veau.

Dies geht aus ei­ner ak­tu­el­len ge­mein­sa­men Pro­gno­se des Bun­des­in­sti­tuts für Be­rufs­bil­dung (BIBB) und des In­sti­tuts für Ar­beits- und Be­rufs­for­schung (IAB) her­vor.

Da­nach wer­den der deut­schen Wirt­schaft vor al­lem be­trieb­lich aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te feh­len - wäh­rend die Ar­beits­markt­chan­cen für Un­ge­lern­te wei­ter sin­ken.

Laut der Pro­gno­se wer­den rund 10,5 Mil­lio­nen be­ruf­lich Aus­ge­bil­de­te aus der so­ge­nann­ten Ba­by-Boo­mer-Ge­ne­ra­ti­on bis 2030 aus Al­ters­grün­den den Ar­beits­markt ver­las­sen. Im sel­ben Zeit­raum wür­den aber nur 7,5 Mil­lio­nen jün­ge­re Per­so­nen ins Er­werbs­le­ben ein­tre­ten. Auch bei Meis­tern und Tech­ni­kern sei ab Mit­te des kom­men­den Jahr­zehnts mit grö­ße­ren Eng­päs­se zu rech­nen.

Die Ar­beits­markt­for­scher ver­wei­sen zu­gleich auf die ge­stie­ge­nen Stu­den­ten­zah­len. Zwar wer­de auch der Be­darf an Hoch­schul­ab­sol­ven­ten in der Wirt­schaft noch wei­ter zu­neh­men. Gleich­wohl sei es nicht si­cher, ob die­ses An­ge­bot an aka­de­misch aus­ge­bil­de­ten Fach­kräf­ten "auch im obe­ren Qua­li­fi­ka­ti­ons­seg­ment" be­schäf­tigt wer­den kön­ne, fol­gern die For­scher. Dem al­ters­be­ding­ten Aus­schei­den von 3,1 Mil­lio­nen Aka­de­mi­kern aus dem Ar­beits­le­ben bis 2030 wer­de ein Neu­an­ge­bot von rund 4,7 Mil­lio­nen Hoch­schul­ab­sol­ven­ten ge­gen­über ste­hen, so die Pro­gno­se.

In der Fol­ge sei da­mit zu rech­nen, dass ein Teil die­ser for­mal hö­her Qua­li­fi­zier­ten in an­de­re Tä­tig­keits­be­rei­che aus­wei­chen wer­de, heißt es wei­ter. Dies könn­te zum Bei­spiel in Dienst­leis­tungs­be­ru­fen ge­sche­hen. Ins­ge­samt rech­nen die Ar­beits­markt­for­scher mit ei­ner lang­fris­ti­gen Struk­tur­ver­än­de­rung in der Volks­wirt­schaft. Un­ter­neh­men wür­den den Qua­li­fi­ka­ti­ons­mix ih­rer Be­leg­schaft ver­än­dern und zum Bei­spiel Auf­ga­ben­ge­bie­te zwi­schen aka­de­misch aus­ge­bil­de­ten Per­so­nen, Fach­kräf­ten und ge­ring Qua­li­fi­zier­ten neu ver­tei­len.

Nach den Be­rech­nun­gen der In­sti­tu­te wird zu­gleich der Be­darf der Wirt­schaft an Ar­beits­kräf­ten oh­ne ab­ge­schlos­se­ne Be­rufs­aus­bil­dung bis 2030 um wei­te­re 900 000 Per­so­nen sin­ken. Zwar ge­he auch hier das An­ge­bot zu­rück. Gleich­wohl wird im­mer noch mit ei­nem Über­an­ge­bot von im­mer schwe­rer ver­mit­tel­ba­ren nur ge­ring oder nicht qua­li­fi­zier­ten Per­so­nen ge­rech­net.

Die Bun­des­re­gie­rung sieht zu­neh­mend Pro­ble­me bei der Be­set­zung von Lehr­stel­len. Es wer­de "grund­sätz­lich schwie­ri­ger, das be­trieb­li­che An­ge­bot und die Nach­fra­ge der Ju­gend­li­chen zu­sam­men­zu­füh­ren" und zwar "nach Be­ru­fen, re­gio­nal und an­for­de­rungs­spe­zi­fisch", heißt es in ei­nem Schrei­ben von Bil­dungs­staats­se­kre­tär Ste­fan Mül­ler (CSU) an die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ro­se­ma­rie Hein (Lin­ke), aus dem die "Bild"-Zei­tung (Frei­tag) zi­tier­te.

Im ver­gan­ge­nem Jahr konn­ten 33 500 Lehr­stel­len bun­des­weit nicht be­setzt wer­den. Zu­gleich konn­ten über 80 000 jun­ge Men­schen, die zu­vor den Ar­beits­agen­tu­ren als "aus­bil­dungs­fä­hig" ein­ge­stuft wor­den wa­ren, nicht in ei­ne Lehr­stel­le ver­mit­telt wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 7. Juni 2016

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