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Neu­es Pro­gramm soll 30 000 Lang­zeit­ar­beits­lo­se in Jobs brin­gen

Lang­zeit­ar­beits­lo­se sol­len aus dem Ab­seits ge­holt, der Kahl­schlag bei der In­te­gra­ti­ons­för­de­rung be­en­det wer­den: Ein neu­es För­der­pro­gramm soll 30 000 Hartz-IV-Be­zie­her in Be­schäf­ti­gung brin­gen. Kri­ti­ker ha­ben Zwei­fel

05.04.2014. (dpa) - Mit ei­nem min­des­tens 470-Mil­lio­nen-Eu­ro schwe­ren För­der­pro­gramm will die Bun­des­re­gie­rung 30 000 Hartz-IV-Emp­fän­ger aus der Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit ho­len.

Das Pro­gramm soll Men­schen oh­ne Be­rufs­ab­schluss hel­fen, wie­der An­schluss an den Ar­beits­markt zu fin­den, sag­te ein Spre­cher des Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­ums am Frei­tag in Ber­lin.

Er be­zog sich auf ei­ne Ant­wort sei­nes Hau­ses auf ei­ne An­fra­ge der Grü­nen.

Der Pro­gramm­start ist für An­fang 2015 ge­plant.

Dar­über hat­te die "Süd­deut­sche Zei­tung" (Frei­tag) zu­erst be­rich­tet.

Bei dem neu­en Pro­gramm han­delt es sich um ei­ne Wei­ter­ent­wick­lung des Mo­dell­pro­jekts "Per­spek­ti­ve in Be­trie­ben" mit bis­lang 33 Teil­neh­mern. Mit­ar­bei­ter der Ar­beits­agen­tu­ren sol­len künf­tig bun­des­weit Be­trie­be da­für ge­win­nen, Lang­zeit­ar­beits­lo­se ein­zu­stel­len. Das neue Pro­gramm ist für Men­schen ge­dacht, die seit zwei Jah­ren oder mehr auf Job­su­che sind. Sie sol­len, wenn für sie ein Ar­beits­platz ge­fun­den wur­de, bis zu 18 Mo­na­ten von Mit­ar­bei­tern des Job­cen­ters be­treut wer­den.

Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­rin An­drea Nah­les (SPD) sag­te der "Leip­zi­ger Volks­zei­tung" (Frei­tag): "Der Man­gel der bis­he­ri­gen För­de­rung war, dass die Be­treu­ung der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen, wenn sie ei­ne Ar­beit an­ge­nom­men ha­ben, zu früh be­en­det wur­de." Dies soll nun um ein hal­bes Jahr ver­län­gert und in­ten­si­viert wer­den. Un­ter den rund ei­ne Mil­li­on Lang­zeit­ar­beits­lo­sen ge­be es "ei­ni­ge Hun­dert­tau­send, die es schwer in ei­nem nor­ma­len Job ha­ben", sag­te Nah­les. "Wir müs­sen uns da ehr­lich ma­chen."

Die vor­ge­se­he­nen 470 Mil­lio­nen Eu­ro kom­men aus dem Eu­ro­päi­schen So­zi­al­fonds. Er­gänzt wer­den sol­len sie aus den Ein­glie­de­rungs­bud­gets der Job­cen­ter. Wie viel das sein wird, steht aber laut Mi­nis­te­ri­um noch nicht fest. Für Ar­beit­ge­ber, die Lang­zeit­ar­beits­lo­se ein­stel­len, sind - im Zeit­ver­lauf ab­neh­men­de - Lohn­kos­ten­zu­schüs­se vor­ge­se­hen.

Die ar­beits­markt­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen, Bri­git­te Poth­mer, be­schei­nig­te dem Pro­gramm "rei­nen Ali­bi-Cha­rak­ter". Sie hat­te die An­fra­ge an die Re­gie­rung ge­rich­tet. "Dem Heer der Ab­ge­häng­ten wird da­mit nicht ge­hol­fen." Al­lein zwi­schen 2010 und 2013 sei­en mehr als 190 000 öf­fent­lich ge­för­der­te Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se weg­ge­fal­len: "Sechs­mal mehr als Nah­les neu schaf­fen will", stell­te Poth­mer fest.

Die Ar­beits­markt­ex­per­tin der Links­frak­ti­on, Sa­bi­ne Zim­mer­mann, sprach von ei­nem "Schmal­spur­pro­gramm mit Ar­beit­ge­ber­sub­ven­ti­on". Wenn die Re­gie­rung es ernst mei­ne, müs­se sie "den Kahl­schlag in der Ar­beits­markt­po­li­tik be­en­den".

Für den Pa­ri­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­band ist das Pro­gramm "nur ein al­ler­ers­ter Schritt". Haupt­ge­schäfts­füh­rer Ul­rich Schnei­der for­der­te ei­ne Auf­sto­ckung der För­der­mit­tel um 2,7 Mil­li­ar­den Eu­ro. Selbst da­mit wer­de nur wie­der der Stand von 2010 vor Be­ginn der Spar­run­den er­reicht, als et­wa 6,6 Mil­li­ar­den Eu­ro zur Ver­fü­gung stan­den. Die Rot­stift-Po­li­tik der Vor­gän­ger­re­gie­rung ha­be zur Hal­bie­rung der För­der­an­ge­bo­te und da­mit zu "ar­beits­markt­po­li­ti­scher Ver­wüs­tung" ge­führt. Der DGB hält das Pro­gramm eben­falls für un­zu­rei­chend.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

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