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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: AGB, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Vergütung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Düsseldorf
Akten­zeichen: 9 Sa 1958/07
Typ: Teilurteil
Ent­scheid­ungs­datum: 11.07.2008
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 05.09.2007, 10 Ca 1917/07
   

9 Sa 1958/07

10 Ca 1917/07
Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf

 

Verkündet am 11. Ju­li 2008

Es­ser
Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT DÜSSEL­DORF

IM NA­MEN DES VOL­KES

TEIL­UR­TEIL

In dem Rechts­streit

des Herrn L. I., C. Weg 46, E.,

- Kläger und Be­ru­fungskläger -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte C. u.a.,
H. Platz 3, E.,

g e g e n

Frau V. I., han­delnd un­ter I. Rei­sen, F. str. 8, S.,

- Be­klag­te und Be­ru­fungs­be­klag­te -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­ter: Nord­rhein-Westfäli­scher Ver­band Nord­rhein- Westfäli­scher Om­ni­bus­un­ter­neh­men e.V., Hein­rich-von-Ste­phan-Str. 1, 40764 Lan­gen­feld, hat die 9. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 30.05.2008 durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt Hein­lein als Vor­sit­zen­de so­wie die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Kött­nitz und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Fe­lix

für R e c h t er­kannt:

Das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 5.9.2007 – 10 Ca 1917/07 – wird teil­wei­se ab­geändert:

Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat April 2006 ei­nen Be­trag in Höhe von 603,32 EUR brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 1.5.2007 zu zah­len.

 

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Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger für den Mo­nat März 2007 ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 75,74 EUR brut­to und für den Mo­nat April 2007 ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 181,82 EUR brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 199,68 EUR seit dem 6.6.2007, aus 10,22 EUR seit dem 1.4.2007 und aus 35,18 EUR seit dem 1.5.2007 zu zah­len.

Die Be­klag­te wird fer­ner ver­ur­teilt, an den Kläger ei­nen Be­trag in Höhe von 122,57 EUR zuzüglich Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 11.4.2007 zu zah­len.

Die wei­ter­ge­hen­de Be­ru­fung wird zurück­ge­wie­sen, so­weit der Kläger mit dem An­trag zu 6) für April 2006 ei­nen höhe­ren Be­trag als 603,32 EUR nebst Zin­sen, mit dem An­trag zu 5) ei­nen höhe­ren Be­trag als 62,40 EUR nebst Zin­sen für März 2007 und als 137,28 EUR nebst Zin­sen für April 2007 und mit dem An­trag zu 8) ei­nen höhe­ren Be­trag als 12,48 EUR ver­langt.

Die Kos­ten­ent­schei­dung bleibt dem Schlus­s­ur­teil vor­be­hal­ten.

Die Re­vi­si­on wird für die Be­klag­te zu­ge­las­sen, so­weit die Be­ru­fungs­kam­mer das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts in Höhe ei­nes Teil­be­tra­ges von 603,32 EUR brut­to nebst Zin­sen und von 199,68 EUR brut­to nebst Zin­sen ab­geändert hat. Für den Kläger wird die Re­vi­si­on zu­ge­las­sen, so­weit die Be­ru­fung in Höhe ei­nes Teil­be­tra­ges von 201,38 EUR brut­to nebst Zin­sen zurück­ge­wie­sen wur­de. Im Übri­gen wird die Re­vi­si­on nicht zu­ge­las­sen.

T A T B E S T A N D :

Die Par­tei­en strei­ten im We­sent­li­chen über die Vergütung von Über­stun­den, Sonn­tags- und Fei­er­tags­ar­beit.

Der Kläger war vom 01.10.1999 bis 30.04.2007 bei der ein Om­nis­bus­un­ter­neh­men be­trei­ben­den Be­klag­ten als Om­ni­bus­fah­rer beschäftigt. Er war im Li­ni­en- und Ge­le­gen­heits­ver­kehr ein­ge­setzt. Er be­zog zunächst ei­nen mo­nat­li­chen Brut­to­lohn von 3.700,00 DM (1.891,78 €). Ab Ju­li 2006 be­trug sein mo­nat­li­cher Brut­to­lohn 2.084,72 €.

Nach dem Ar­beits­ver­trag der Par­tei­en vom 01.10.1999 ist Fol­gen­des ver­ein­bart:

 

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„1. Tätig­keits­be­reich und

Tätig­keits­vor­aus­set­zun­gen ...

1.6 Der Mit­ar­bei­ter ist zu Mehr-, Nacht-, Sonn- und Fei­er­tags­ar­beit im zulässi­gen Um­fang ver­pflich­tet.

6. Tätig­keits­vergütung

a) ...

Der Mo­nats­lohn beträgt brut­to DM 3.700,00.

b) Durch den Wo­chen/Mo­nats­lohn ist al­le an­fal­len­de Mehr­ar­beit ab­ge­gol­ten.
...

10. Kol­lek­tiv­re­ge­lun­gen

Das Ar­beits­verhält­nis un­ter­liegt im Übri­gen den für den Ar­beit­ge­ber gel­ten­den Ta­rif­verträgen für die ge­werb­li­chen Ar­beit­neh­mer im Om­ni­bus­ver­kehr in ih­rer je­weils letz­ten Fas­sung. Die Ta­rif­verträge können im Büro ein­ge­se­hen wer­den.“

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten wird auf den Ar­beits­ver­trag vom 01.10.1999 (Bl. 43 – 45 d. A.) Be­zug ge­nom­men.

Der von der Be­klag­ten ver­wen­de­te Vor­druck des Ar­beits­ver­tra­ges sieht un­ter Zif­fer 6. b) Fol­gen­des vor:

„Durch den Wo­chen/Mo­nats­lohn ist an­fal­len­de Mehr­ar­beit bis St­un­den ab­ge­gol­ten.“

Ein wei­te­rer, vor­for­mu­lier­ter Satz, der die Er­rech­nung der Über­stun­den be­trifft, wur­de ge­stri­chen.

 

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Der Man­tel­ta­rif­ver­trag für die Ar­beit­neh­mer des pri­va­ten Om­ni­bus­ge­wer­bes des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len vom 24.05.2005 (im Fol­gen­den MTV) enthält u.a. fol­gen­de Re­ge­lun­gen:

㤠6

Ärzt­li­che Un­ter­su­chung

(3) Gehört der Ar­beit­neh­mer ein Jahr dem Be­trieb an, hat der Ar­beit­ge­ber die Kos­ten der fünfjähri­gen Rou­ti­ne­un­ter­su­chung zur Verlänge­rung des Führer­schei­nes Klas­se D, D 1 so­wie der Fahr­er­laub­nis zur Fahr­gast­beförde­rung durch das Ge­sund­heits­amt, ein Werks­arzt­zen­trum oder Be­triebs­arzt zu tra­gen. Hier­von aus­ge­nom­men sind Spe­zi­al­un­ter­su­chun­gen und Un­ter­su­chun­gen durch me­di­zi­nisch-psy­cho­lo­gi­sche Diens­te, es sei denn, dass die Un­ter­su­chun­gen auf Ver­lan­gen des Ar­beit­ge­bers durch­geführt wer­den.

§ 7
Ar­beits­zeit­re­ge­lung
Ar­beits­zeit, Ru­he­zeit, Pau­se, Lenk­zeit so­wie Lenk­zeit­un­ter-
bre­chung

(1) Die re­gelmäßige Ar­beits­zeit beträgt 38,5 St­un­den wöchent­lich. Sie kann im Rah­men des Ar­beits­zeit­ge­set­zes verlängert wer­den.

(2) Gemäß § 7 Arb­ZG kann die re­gelmäßige Ar­beits­zeit darüber hin­aus

– an 60 Ta­gen im Jahr auf bis zu 10 St­un­den täglich oh­ne Frei­zeit­aus­gleich verlängert wer­den,

– um bis zu vier St­un­den täglich verlängert wer­den, wenn in die Ar­beits­zeit re­gelmäßig und im er­heb­li­chen Um­fang Ar­beits­be­reit­schaft fällt; dies gilt auch für Nacht­ar­beit­neh­mer.
...

§ 9
Ar­beits­be­wer­tung des Fahr­per­so­nals
im Li­ni­en-, Son­der­li­ni­en- und Frei­stel­lungs­ver­kehr

(1) Zur Loh­nermitt­lung sind nach­ste­hen­de Zei­ten zu berück­sich­ti­gen:

a) die auf Fahr­ten ge­leis­te­ten Lenk­zei­ten,

 

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b) Vor­be­rei­tungs- und Ab­schluss­ar­bei­ten, der Be­reit­schafts­dienst und die Wa­gen­pfle­ge, je­weils in vol­ler Höhe,

c) bei un­ter­bro­che­nen Diens­ten min­des­tens 8 St­un­den, wenn zwi­schen Be­ginn und En­de der tägli­chen Ar­beits­zeit ein Zeit­raum von 12 St­un­den liegt,

d) Pau­sen/Wen­de­zei­ten von we­ni­ger als 20 Mi­nu­ten.

(2) Be­reit­schafts­dienst ist die Zeit, während der der Ar­beit­neh­mer sich auf der Ar­beits­stel­le zur je­der­zei­ti­gen Verfügung des Ar­beit­ge­bers hal­ten muss.

§ 10
Ar­beits­be­wer­tung des Fahr­per­so­nals
im Ge­le­gen­heits­ver­kehr

(1) Zur Loh­nermitt­lung sind nach­ste­hen­de Zei­ten zu berück­sich­ti­gen:

a) die auf Fahr­ten ge­leis­te­ten Lenk­zei­ten, Vor­be­rei­tungs- und Ab­schluss­ar­bei­ten, der Be­reit­schafts­dienst und die Wa­gen­pfle­ge je­weils in vol­ler Höhe,

b) zur Hälf­te die Zeit in­ner­halb der tägli­chen Ar­beits­zeit, in der der Kraft­fah­rer über sie frei verfügen kann. Lie­gen zwi­schen Be­ginn und En­de der tägli­chen Ar­beits­zeit mehr als 10 St­un­den und würde sich durch die hälf­ti­ge An­rech­nung der frei­en Zeit ei­ne Zeit von we­ni­ger als 8 St­un­den er­ge­ben, sind für die Loh­nermitt­lung 8 St­un­den zu­grun­de­zu­le­gen,

c) zu 50 % die Zeit, die ein Fah­rer bei Dop­pel­be­sat­zung als Ablöser auf der Fahrt ver­bringt und zwar auch dann, wenn er sich in der Schlaf­ka­bi­ne aufhält, es sei denn, er ist vom Ar­beit­ge­ber an­ge­wie­sen, Tätig­kei­ten zu ver­rich­ten,

d) zu 50 % We­ge­zei­ten, bei de­nen der Fah­rer kein Fahr­zeug lenkt,

e) Lie­ge­ta­ge außer­halb des Wohn­orts bzw. Stand­orts des Fahr­zeugs, in die kei­ne Wo­chen­ru­he­zeit fällt.

(2) Be­reit­schafts­dienst ist die Zeit, während der der Ar­beit­neh­mer

a) sich auf der Ar­beits­stel­le zur je­der­zei­ti­gen Verfügung des Ar­beit­ge­bers hal­ten muss oder

b) zur je­der­zei­ti­gen Verfügung des Fahr­gas­tes (bei Mietom­ni­bus­fahr­ten) steht.

 

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§ 13
Zu­schläge

(1) Al­le Zu­schläge wer­den auf der Ba­sis des St­un­den­loh­nes be­rech­net. Erhält der Ar­beit­neh­mer ein mo­nat­li­ches Ge­halt, so beträgt der St­un­den­satz 1/167 des Mo­nats­ge­hal­tes.

(2) Für über 173 St­un­den mo­nat­lich hin­aus ge­leis­te­te Ar­beit wird ein Mehr­ar­beits­zu­schlag von 25 % ge­zahlt, so­fern sie nicht gemäß Abs. 3 durch Frei­zeit­gewährung aus­ge­gli­chen wird.

(3) Mehr­ar­beit, die über 173 St­un­den mo­nat­lich hin­aus geht, kann durch Frei­zeit­gewährung aus­ge­gli­chen wer­den, die auf Wunsch des Ar­beit­neh­mers ganztägig zu er­fol­gen hat. Mehr­ar­beit, die noch durch Frei­zeit aus­ge­gli­chen wer­den muss, ist in der je­wei­li­gen Ent­gel­tab­rech­nung oder ei­ner ge­son­der­ten Auf­zeich­nung aus­zu­wei­sen. Mehr­ar­beit, die im Lau­fe des Ka­len­der­jah­res ge­leis­tet wur­de, ist spätes­tens bis zum 31.03. des Fol­ge­jah­res aus­zu­glei­chen. Mehr­ar­beit, die bis zum 31.03. des Fol­ge­jah­res nicht durch Frei­zeit­gewährung aus­ge­gli­chen wur­de, ist mit der April­a­b­rech­nung ein­sch­ließlich des Mehr­ar­beits­zu­schla­ges zu vergüten.

(4) Für Sonn­tags­ar­beit wird ein Zu­schlag von 25 % ge­zahlt. ...

(6) Für Ar­beit an ge­setz­li­chen Fei­er­ta­gen wird ein Zu­schlag von 100 % ge­zahlt. Für auf Werk­ta­ge fal­len­de Fei­er­ta­ge entfällt die Pflicht zur Gewährung ei­nes Er­satz­ru­he­ta­ges.

...

(9) Im Li­ni­en-, Son­der­li­ni­en- und Frei­stel­lungs­ver­kehr wird für ge­teil­te Diens­te ein Zu­schlag von € 5,11 je Ar­beits­tag ge­zahlt, wenn min­des­tens ei­ne Un­ter­bre­chung mehr als 1 St­un­de beträgt.

§ 21
Aus­schluss­fris­ten für die Gel­tend­ma­chung von
Ansprüchen aus dem Ar­beits­verhält­nis

(1) ...

(2) Ansprüche aus Mehr­ar­beit so­wie auf Zah­lung von Zu­la­gen je­der Art und auf Er­stat­tung von Bar­aus­la­gen so­wie al­le übri­gen Ansprüche aus dem Ar­beits­ver­trag sind spätes­tens zwei Mo­na­te nach Fällig­keit schrift­lich gel­tend zu ma­chen. Dies gilt auch für

 

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Ansprüche des Ar­beit­ge­bers. Im Fal­le der Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­tra­ges verkürzt sich die vor­ste­hen­de Frist auf ei­nen Mo­nat nach Ver­trags­en­de. Aus­ge­nom­men von die­sen Aus­schluss­fris­ten sind Ansprüche aus un­er­laub­ter Hand­lung.

(3) Nach Ab­lauf der an­geführ­ten Fris­ten ist die Gel­tend­ma­chung von Ansprüchen aus dem Ar­beits­verhält­nis aus­ge­schlos­sen, es sei denn, dass sie dem Ar­beit­ge­ber oder sei­nem Be­auf­trag­ten ge­genüber bzw. vom Ar­beit­ge­ber ge­genüber dem Ar­beit­neh­mer oder sei­nem Be­auf­trag­ten vor­her er­folg­los schrift­lich gel­tend ge­macht wor­den sind. In die­sem Fal­le tritt die ge­setz­li­che Verjährung in Kraft.“

Bei ei­nem Ein­satz des Klägers im Li­ni­en­ver­kehr muss­te die­ser sei­ne Ar­beit auf dem Be­triebs­hof der Be­klag­ten auf­neh­men und be­en­den. Hat­te er den Bus der Li­nie SB 50/24 zu fah­ren, war der Dienst ge­teilt und er muss­te zwei An­fahr­ten und zwei Ab­fahr­ten von bzw. zum Be­triebs­hof durchführen, die je­weils ei­ne hal­be St­un­de, ins­ge­samt al­so zwei St­un­den, dau­er­ten. Wur­de der Kläger mit dem Bus der Li­nie 751/25 ein­ge­setzt, benötig­te er für die An- und Ab­fahrt ins­ge­samt 40 Mi­nu­ten. Für die übri­gen Li­ni­en be­trug die An- und Ab­fahrt je­weils ins­ge­samt ei­ne St­un­de.

Der Kläger war vom 01.04.2006 bis 13.04.2006 (9 Ar­beits­ta­ge) ar­beits­unfähig krank. Vom 14.04.2006 bis 28.04.2006 ar­bei­te­te er im Li­ni­en­dienst, wie folgt:

14.04.2006 Li­nie 770/22 von 5.46 Uhr bis 16.05 Uhr so­wie
ei­ne St­un­de An- und Ab­fahrt

15.04.2006 Li­nie 760 von 5.20 Uhr bis 5.53 Uhr so­wie ei­ne
St­un­de An- und Ab­fahrt

16.04.2006 Li­nie 770/22 von 5.46 Uhr bis 16.05 Uhr so­wie
ei­ne St­un­de An- und Ab­fahrt

18.04.2006 Li­nie SB 50/24 von 6.10 Uhr bis 8.41 Uhr und
von 16.12 Uhr bis 19.36 Uhr so­wie zwei St­un­den An- und Ab­fahrt

19.04.2006 Li­nie SB 50/24 von 6.10 Uhr bis 8.41 Uhr und
von 16.12 Uhr bis 19.36 Uhr so­wie zwei St­un­den An- und Ab­fahrt

 

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20.04.2006 Li­nie SB 50/24 von 6.10 Uhr bis 8.41 Uhr und
von 16.12 Uhr bis 19.36 Uhr so­wie zwei St­un­den An- und Ab­fahrt

21.04.2006 Li­nie SB 50/24 von 6.10 Uhr bis 8.41 Uhr und
von 16.12 Uhr bis 19.36 Uhr so­wie zwei St­un­den An- und Ab­fahrt

22.04.2006 Li­nie 760 von 5.20 Uhr bis 15.53 Uhr so­wie ei­ne
St­un­de An- und Ab­fahrt

23.04.2006 Li­nie 016/23 von 6.23 Uhr bis 15.34 Uhr so­wie
ei­ne St­un­de An- und Ab­fahrt

24.04.2006 Li­nie 751/25 von 5.56 Uhr bis 14.06 Uhr so­wie
40 Mi­nu­ten An- und Ab­fahrt

25.04.2006 Li­nie 751/25 von 5.56 Uhr bis 14.06 Uhr so­wie
40 Mi­nu­ten An- und Ab­fahrt

26.04.2006 Li­nie 751/25 von 5.56 Uhr bis 14.06 Uhr so­wie
40 Mi­nu­ten An- und Ab­fahrt

27.04.2006 Li­nie 751/25 von 5.56 Uhr bis 14.06 Uhr so­wie
40 Mi­nu­ten An- und Ab­fahrt

28.04.2006 Li­nie 751/25 von 5.56 Uhr bis 14.06 Uhr so­wie
40 Mi­nu­ten An- und Ab­fahrt.

Ob der Kläger am 21.04.2006 wei­te­re 2,5 St­un­den für ei­ne Fahrt zu ei­ner Re­pa­ra­tur­werkstätte auf­ge­bracht hat, ist zwi­schen den Par­tei­en strei­tig.

Am 29.04.2006 fuhr der Kläger ei­ne Rei­se­ge­sell­schaft nach Würz­burg. Nach von ihm im Lau­fe des vor­lie­gen­den Rechts­streits vor­ge­leg­ten hand­schrift­li­chen Auf­zeich­nun­gen fuhr er um 5.00 Uhr vom Be­triebs­hof der Be­klag­ten zur Auf­trag­ge­be­rin der Be­klag­ten in Dor­ma­gen, lud dann die Fahrgäste an meh­re­ren Stel­len bis 8.00 Uhr auf, kam um 15.30 Uhr in Würz­burg an und be­gab sich an­sch­ließend mit der Rei­se­ge­sell­schaft auf ei­ne Stadt­rund­fahrt, die et­wa zwei St­un­den dau­er­te. Nach den Auf­zeich­nun­gen leg­te er zwei Pau­sen von ei­ner hal­ben St­un­de ein. Hin­sicht­lich des 30.04.2006 hat er mit Schrift­satz vom 29.05.2007 vor­ge­tra­gen, er sei um 8.30 Uhr nach Tau­bers­bi­schofs­heim

 

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ge­fah­ren und um 16.30 Uhr zurück­ge­kehrt. In sei­nen hand­schrift­li­chen Auf­zeich­nun­gen heißt es hin­ge­gen, er sei am 30.04. um 10.00 Uhr nach Wert­hoch­heim und Hoch­berg ge­fah­ren und um 20.00 Uhr zurück­ge­kehrt.

Vom 01.03.2007 bis 21.03.2007 hat­te der Kläger Ur­laub. Vom 22.03. bis 31.03.2007 war er im Li­ni­en­dienst ein­ge­setzt und ar­bei­te­te wie folgt:

22.03.2007 Li­nie SB 50/24 von 6.10 Uhr bis 8.41 Uhr und
von 16.12 Uhr bis 19.36 Uhr so­wie 1,5 St­un­den An- und Ab­fahrt

23.03.2007 Li­nie SB 50/24 ge­teilt 6,85 St­un­den so­wie
1,5 St­un­den An- und Ab­fahrt

24.03.2007 Li­nie 015/22 von 5.42 Uhr bis 14.16 Uhr

25.03.2007 Li­nie 770/22 so­wie ei­ne St­un­de An- und Ab­fahrt

26.03.2007 Li­nie SB 50/21 von 5.46 Uhr bis 14.42 Uhr
so­wie ei­ne St­un­de An- und Ab­fahrt

27.03.2007 Li­nie SB 50/21 von 5.46 Uhr bis 14.42 Uhr
so­wie ei­ne St­un­de An- und Ab­fahrt

29.03.2007 Li­nie SB 50/24 von 6.10 Uhr bis 8.41 Uhr und
von 16.12 Uhr bis 19.36 Uhr so­wie 1,5 St­un­den An- und Ab­fahrt

30.03.2007 Li­nie SB 50/24 ge­teilt 6,85 St­un­den so­wie
1,5 St­un­den An- und Ab­fahrt

31.03.2007 Li­nie 759/25 7,17 St­un­den so­wie ei­ne St­un­de
An- und Ab­fahrt.

Vom 18.04.2007 bis 30.04.2007 be­fand sich der Kläger im Ur­laub (9 Ar­beits­ta­ge). Vom 01.04.2007 bis 17.04.2007 war er im Li­ni­en­dienst ein­ge­setzt und ar­bei­te­te, wie folgt:

01.04.2007 Li­nie 016/23 9,80 St­un­den so­wie ei­ne St­un­de
An- und Ab­fahrt

 

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02.04.2007 Li­nie 751/25 von 14.15 Uhr bis 21.57 Uhr so­wie
40 Mi­nu­ten An- und Ab­fahrt

03.04.2007 Li­nie SB 50/22 8,17 St­un­den so­wie ei­ne Stun-
de An- und Ab­fahrt

05.04.2007 Li­nie 751/25 von 5,56 Uhr bis 14.06 Uhr so­wie
ei­ne St­un­de An- und Ab­fahrt

06.04.2007 Li­nie 016/23 von 6.23 Uhr bis 15.34 Uhr so­wie
ei­ne St­un­de An- und Ab­fahrt

07.04.2007 Li­nie 015/24 von 6.28 Uhr bis 14.38 Uhr so­wie
ei­ne St­un­de An- und Ab­fahrt

08.04.2007 Li­nie 016/23 von 6.23 Uhr bis 15.34 so­wie
ei­ne St­un­de An- und Ab­fahrt

10.04.2007 Li­nie SB 50/24 von 6.10 Uhr bis 8.41 Uhr und
von 16.12 Uhr bis 19.36 Uhr so­wie 1,5 St­un­den An- und Ab­fahrt

11.04.2007 Li­nie SB 50/24 von 6.10 Uhr bis 8.41 Uhr und
von 16.12 Uhr bis 19.36 Uhr so­wie 1,5 St­un­den An- und Ab­fahrt

12.04.2007 Li­nie SB 50/24 ge­teilt 5,92 St­un­den so­wie
1,5 St­un­den An- und Ab­fahrt

13.04.2007 Li­nie SB 50/24 ge­teilt 6,85 St­un­den so­wie
1,5 St­un­den An- und Ab­fahrt

14.04.2007 Li­nie 759/25 9,02 St­un­den so­wie ei­ne St­un­de
An- und Ab­fahrt

15.04.2007 Li­nie 016/23 von 6.23 Uhr bis 15.34 Uhr so­wie
ei­ne St­un­de An- und Ab­fahrt

16.04.2007 Li­nie 751/25 von 5.56 Uhr bis 14.06 Uhr so­wie
40 Mi­nu­ten An- und Ab­fahrt

17.04.2007 Li­nie 762/20 und Li­nie 773/20 so­wie ei­ne
St­un­de An- und Ab­fahrt.

 

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Im März 2007 ließ sich der Kläger ärzt­lich un­ter­su­chen. Mit Schrei­ben vom 27.03.2007 teil­te er der Be­klag­ten mit, es sei­en bei ihm am 15.03.2007 die all-ge­mein fälli­gen Un­ter­su­chun­gen durch­geführt wor­den und bat um Über­wei­sung von 122,57 € für die ärzt­li­che Un­ter­su­chung so­wie 51,00 € für die „Verlänge­rung Fahrg.“ Aus der, der Be­klag­ten vor­ge­leg­ten Quit­tung des Herrn Dr. med. L.-I. T. er­gibt sich, dass der Kläger 122,57 € auf­ge­wen­det hat für „Au­genärztl. + ärztl. Gut­ach­ten + Re­ak­ti­ons­test, Verlänge­rung P-Schein“.

Mit An­walts­schrei­ben vom 15.11.2006 hat der Kläger von der Be­klag­ten u.a. Zu­schläge von 25 %für die Mo­na­te Ja­nu­ar 2005 bis ein­sch­ließlich Ok­to­ber 2006 für die Ar­beits­zeit über 173 St­un­den so­wie Zu­schläge von 25 % für die Ar­beit an 16 Sonn­ta­gen im Jahr 2006 und von 100 % für Fei­er­tags­ar­beit gel­tend ge­macht. Mit An­walts­schrei­ben vom 29.12.2006 hat er sei­ne Ansprüche für die Mo­na­te Mai bis Ok­to­ber 2006 spe­zi­fi­ziert.

Mit ei­nem am 20.03.2007 bei dem Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz hat der Kläger Kla­ge er­ho­ben. Mit ei­nem wei­te­ren Schrift­satz vom 29.05.2007 hat er die Kla­ge er­wei­tert. Die mit der Kla­ge­er­wei­te­rung gel­tend ge­mach­ten Ansprüche hat er ge­genüber der Be­klag­ten mit ei­nem Te­le­fax-schrei­ben vom 31.05.2007 gel­tend ge­macht. Das Te­le­fax­schrei­ben er­reich­te das Te­le­fa­x­emp­fangs­gerät der Be­klag­ten am 31.05.2007 um 18.27 Uhr. Die Be­klag­te nahm von dem Schrei­ben am 31.05.2007 ge­gen 22.30 Uhr Kennt­nis.

Der Kläger hat be­an­tragt,

1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn für den Mo­nat Ju­li 2006 ei­nen Be­trag in Höhe von 1.489,64 € brut­to, für Au­gust 2006 ei­nen Be­trag in Höhe von 1.671,85 € brut­to, für Sep­tem­ber 2006 ei­nen Be­trag von 2.056,08 € brut­to, für Ok­to­ber 2006 ei­nen Be­trag von 2.043,76 € brut­to, für No­vem­ber 2006 ei­nen Be­trag von 1.383,72 € brut­to und für De­zem­ber 2006 ei­nen Be­trag von 984,52 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von je­weils fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len;

 

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2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 490,96 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von je­weils fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len;

3. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 443,60 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von je­weils fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len;

4. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 240,17 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von je­weils fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len;

5. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn für den Mo­nat März 2007 ei­nen Be­trag in Höhe von 440,86 € brut­to und für April 2007 ei­nen Be­trag in Höhe von 592,33 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von je­weils fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len;

6. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn für den Mo­nat April 2006 ei­nen Be­trag in Höhe von 905,58 € brut­to, für den Mo­nat Mai 2006 ei­nen Be­trag in Höhe von 2.186,02 € brut­to und für den Mo­nat Ju­ni 2006 ei­nen Be­trag in Höhe von 1.945,94 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von je­weils fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.05.2007 zu zah­len;

7. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 254,09 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro¬zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.05.2007 zu zah­len;

8. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 134,16 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro¬zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 36,88 € seit dem 01.04.2007 so­wie aus 97,28 € seit dem 01.05.2007 zu zah­len;

9. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 40,88 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent¬punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 10,22 € seit dem 01.04.2007 so­wie aus 10,22 € seit dem 01.05.2007 zu zah­len;

10. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn ei­nen Be­trag in Höhe von 173,57 € zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 11.04.2007 zu zah­len.

 

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Die Be­klag­te hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Pau­schal­lohn­ver­ein­ba­rung im Ar­beits­ver­trag sei wirk­sam, und hat sich auch auf den Ver­fall der Ansprüche be­ru­fen.

Das Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf hat die Be­klag­te durch Ur­teil vom 05.09.2007, auf des­sen In­halt Be­zug ge­nom­men wird, ver­ur­teilt, an den Kläger für März 2007 339,46 €, für April 2007 389,53 €, für ge­teil­te Diens­te im Ok­to­ber 2006 25,55 €, für Fei­er­ta­ge im April 2007 229,13 €, für Sonn­ta­ge im März und April 2007 120,06 € und für ge­teil­te Diens­te im März und April 2007 20,44 € nebst den be­an­trag­ten Zin­sen zu zah­len. Im Übri­gen hat es die Kla­ge ab­ge­wie­sen.

Ge­gen das ihm am 12.10.2007 zu­ge­stell­te Ur­teil hat der Kläger mit ei­nem am 12.11.2007 bei dem Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se – nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 14.01.2008 – mit ei­nem am 14.01.2008 bei dem Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz be­gründet.

Er be­an­tragt,

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 05.09.2007 – 10 Ca 1917/07 – teil­wei­se ab­zuändern und

1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger für den Mo­nat Ju­li 2006 ei­nen Be­trag in Höhe von 1.489,64 € brut­to, für Au­gust 2006 ei­nen Be­trag in Höhe von 1.671,85 € brut­to, für Sep­tem­ber 2006 ei­nen Be­trag von 2.056,08 € brut­to, für Ok­to­ber 2006 ei­nen Be­trag von 2.043,76 € brut­to, für No­vem­ber 2006 ei­nen Be­trag von 1.383,72 € brut­to und für De­zem­ber 2006 ei­nen Be­trag von 984,52 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von je­weils 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len;

2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 490,96 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von je­weils 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len;

 

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3. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 443,60 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von je­weils 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len;

4. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 214,62 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von je­weils 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len;

5. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger für den Mo­nat März 2007 ei­nen Be­trag in Höhe von 101,40 € brut­to und für April 2007 ei­nen Be­trag in Höhe von 203,20 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von je­weils 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len;

6. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger für den Mo­nat April 2006 ei­nen Be­trag in Höhe von 905,58 € brut­to, für den Mo­nat Mai 2006 ei­nen Be­trag in Höhe von 2.186,02 € brut­to und für den Mo­nat Ju­ni 2006 ei­nen Be­trag in Höhe von 1.945,94 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von je­weils 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.05.2007 zu zah­len;

7. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 24,96 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.05.2007 zu zah­len;

8. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 14,10 € brut­to zu zah­len;

9. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger ei­nen wei­te­ren Be­trag in Höhe von 20,44 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 10,22 € seit dem 01.04.2007 so­wie aus 10,22 € seit dem 01.05.2007 zu zah­len;

10. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger ei­nen Be­trag in Höhe von 122,57 € zzgl. Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 11.04.2007 zu zah­len.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en wird auf die Schriftsätze und den sons­ti­gen Ak­ten­in­halt Be­zug ge­nom­men.

 

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E N T S C H E I D U N G S G R Ü N D E :

I.

Über die Be­ru­fung des Klägers war durch Teil­ur­teil gemäß § 301 Abs. 1 ZPO zu ent­schei­den, da nur ein Teil der Ansprüche zur End­ent­schei­dung reif ist. Ent­schei­dungs­reif ist der An­spruch des Klägers auf Vergütung im April 2006 ge­leis­te­ter Über­stun­den (An­trag zu 6.), auf Vergütung von im März und April 2007 ge­leis­te­ter Über­stun­den, so­weit das Ar­beits­ge­richt der Kla­ge nicht statt­ge­ge­ben hat (An­trag zu 5.), auf Fei­er­tags­zu­schläge für den 06.04. und 08.04.2007, so­weit das Ar­beits­ge­richt der Kla­ge nicht statt­ge­ge­ben hat (An­trag zu 7.), auf Sonn­tags­zu­schläge für März und April 2007, so­weit das Ar­beits­ge­richt der Kla­ge nicht statt­ge­ge­ben hat (An­trag zu 8.), auf den Zu­schlag für ge­teil­te Diens­te für März und April 2007, so­weit das Ar­beits­ge­richt der Kla­ge nicht statt­ge­ge­ben hat (An­trag zu 9.) und auf Er­stat­tung von Arzt­kos­ten (An­trag zu 10.).

II.

1. Die Be­ru­fung ist hin­sicht­lich der Ansprüche, über die durch Teil­ur­teil zu ent­schei­den ist, zulässig (§§ 64 Abs. 1, Abs. 2 b, 66 Abs. 1, 64 Abs. 6 ArbGG, 519, 520 Abs. 3 ZPO). Sie ist auch teil­wei­se be­gründet.

2. Die Be­ru­fung ist hin­sicht­lich des An­spruchs des Klägers auf Vergütung im April 2006 ge­leis­te­ter Über­stun­den in Höhe ei­nes Teil­be­tra­ges von 603,32 € brut­to be­gründet; im Übri­gen ist sie un­be­gründet.

Die Be­klag­te ist ver­pflich­tet, an den Kläger für ge­leis­te­te Über­stun­den ei­ne Vergütung zu zah­len, denn die Ver­ein­ba­rung in Zif­fer 6. b) des Ar­beits­ver­tra­ges, dass durch den mit dem Kläger ver­ein­bar­ten Mo­nats­lohn al­le an­fal­len­de Mehr­ar­beit ab­ge­gol­ten ist, ist un­wirk­sam. Dies hat zur Fol­ge, dass dem Kläger ei­ne Über­stun­den­vergütung nach § 612 BGB zu­steht. Ein Ver­fall des An­spruchs ist nicht ein­ge­tre­ten.

 

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a) Nach § 310 Abs. 3 BGB fin­den die Vor­schrif­ten des Ab­schnitts 2 im Buch 2 (Recht der Schuld­verhält­nis­se) des BGB bei Verträgen zwi­schen ei­nem Un­ter­neh­mer und ei­nem Ver­brau­cher (Ver­brau­cher­verträge) mit fol­gen­den Maßga­ben An­wen­dung:

1. All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen gel­ten als vom Un­ter­neh­mer ge­stellt, es sei denn, dass sie durch den Ver­brau­cher in den Ver­trag ein­geführt wur­den;

2. § 305 c Abs. 2 und die §§ 306 und 307 bis 309 des BGB so­wie Art. 29 a EGBGB fin­den auf vor­for­mu­lier­te Ver­trags­be­din­gun­gen auch dann An­wen­dung, wenn die­se nur zur ein­ma­li­gen Ver­wen­dung be­stimmt sind und so­weit der Ver­brau­cher auf­grund der Vor­for­mu­lie­rung auf ih­ren In­halt kei­nen Ein­fluss neh­men konn­te;

3. Bei der Be­ur­tei­lung der un­an­ge­mes­se­nen Be­nach­tei­li­gung nach § 307 Abs. 1 u. 2 sind auch die den Ver­trags­schluss be­glei­ten¬den Umstände zu berück­sich­ti­gen.

Bei dem Ar­beits­ver­trag der Par­tei­en han­delt es sich um ei­nen Ver­trag zwi­schen ei­nem Un­ter­neh­mer und ei­nem Ver­brau­cher im Sin­ne von § 310 Abs. 3 BGB. Nach § 14 BGB ist Un­ter­neh­mer u.a. ei­ne natürli­che Per­son, die bei Ab­schluss ei­nes Rechts­geschäfts in Ausübung ih­rer selbständi­gen be­ruf­li­chen Tätig­keit han­delt. Das trifft auf die Be­klag­te bei Ab­schluss des Ar­beits­ver­trags zu.

Nach § 13 BGB ist Ver­brau­cher je­de natürli­che Per­son, die ein Rechts­geschäft zu ei­nem Zwe­cke ab­sch­ließt, der we­der ih­rer ge­werb­li­chen noch ih­rer selbständi­gen be­ruf­li­chen Tätig­keit zu­ge­rech­net wer­den kann. Der Kläger erfüll­te die­se Vor­aus­set­zun­gen bei Ab­schluss des Ar­beits­ver­trags (BAG vom 25.05.2005, AP Nr. 1 zu § 310 BGB).

b) Bei der Klau­sel in Zif­fer 6. b) des Ar­beits­ver­tra­ges der Par­tei­en han­delt es sich um ei­ne All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung. Nach § 305 Abs. 1 S. 1 BGB sind All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen al­le für ei­ne Viel­zahl von Verträgen vor­for­mu­lier­ten Ver­trags­be­din­gun­gen, die ei­ne Ver­trags­par­tei der an­de­ren Ver-

 

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trags­par­tei bei Ab­schluss ei­nes Ver­trags stellt. Die Be­klag­te hat ei­nen Ar­beits­ver­trags­vor­druck ver­wen­det und die dort vor­ge­se­he­ne For­mu­lie­rung so geändert, dass durch den Wo­chen/Mo­nats­lohn al­le an­fal­len­de Mehr­ar­beit ab­ge­gol­ten sein soll­te. Da­mit gilt die Klau­sel nach § 310 Abs. 3 Nr. 1 BGB als von der Be­klag­ten ge­stellt, wenn sie nicht durch den Kläger in den Ver­trag ein­geführt wur­de. Das be­haup­tet selbst die Be­klag­te nicht. Es kommt auch nicht dar­auf an, ob sie die Klau­sel mehr­fach ver­wen­det hat, denn nach § 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB genügt die ein­ma­li­ge Ver­wen­dung im Fall des Klägers.

c) Nach § 307 Abs. 1 BGB sind Be­stim­mun­gen in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen un­wirk­sam, wenn sie den Ver­trags­part­ner des Ver­wen­ders ent­ge­gen den Ge­bo­ten von Treu und Glau­ben un­an­ge­mes­sen be­nach­tei­li­gen. Ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung kann sich auch dar­aus er­ge­ben, dass die Be­stim­mung nicht klar und verständ­lich ist.

Ge­gen­stand der da­mit vor­zu­neh­men­den In­halts­kon­trol­le sind die ein­zel­nen AGB-Be­stim­mun­gen, wenn sie in­halt­lich trenn­bar und ein­zeln aus sich her­aus verständ­lich sind. Es kommt dar­auf an, ob die AGB-Be­stim­mun­gen sprach­lich und in­halt­lich teil­bar sind (BAG, Ur­teil vom 15.03.2005, AP Nr. 7 zu § 781 BGB; BGH, Ur­teil vom 25.06.2003, NJW 2003, S. 2899). Die Zer­le­gung ei­ner ih­rem Wort­laut nach ein­deu­tig ein­heit­li­chen Re­ge­lung in meh­re­re selbständi­ge Re­ge­lun­gen ist nicht zulässig (BAG vom 11.04.2006, NZA 2006, S. 1042, 1045). Die Teil­bar­keit oder Un­teil­bar­keit von Klau­seln ist mit­tels ei­ner Strei­chung mit ei­nem „blau­en Stift“ zu er­mit­teln (Blue-Pen­cil-Test). Maßgeb­lich ist, ob ei­ne Klau­sel meh­re­re sach­li­che Re­ge­lun­gen enthält und ih­re Tei­le sprach­lich ein­deu­tig ab­trenn­bar sind. Ge­gen­stand der In­halts­kon­trol­le sind dann für sich je­weils ver­schie­de­ne, nur for­mal ver­bun­de­ne AGB-Be­stim­mun­gen (BAG vom 12.03.2008 – 10 AZR 152/07 – Ju­ris).

Nach die­sen Grundsätzen un­ter­liegt die Klau­sel, durch den Mo­nats­lohn sei al­le an­fal­len­de Mehr­ar­beit ab­ge­gol­ten, ei­ner von der Ver­ein­ba­rung der Mo­nats­vergütung in Zif­fer 6 a) des Ar­beits­ver­tra­ges ge­trenn­ten Wirk­sam­keits­kon­trol­le. Denn die Klau­seln ent­hal­ten un­ter­schied­li­che sach­li­che Re­ge­lun­gen, auch

 

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wenn sie in­halt­lich zu­sam­menhängen. Die Fest­le­gung des Mo­nats­lohns be­zieht sich auf die Vergütung für die vom Kläger ge­schul­de­te Ar­beits­leis­tung, während die Klau­sel, dass durch den Mo­nats­lohn al­le an­fal­len­de Mehr­ar­beit ab­ge­gol­ten ist, zum Aus­druck bringt, ei­nen wei­te­ren An­spruch auf Mehr­ar­beits­vergütung ha­be der Kläger nicht, viel­mehr sei die Vergütung für an­fal­len­de Mehr­ar­beit in dem ver­ein­bar­ten Mo­nats­lohn ent­hal­ten. Auch oh­ne Her­an­zie­hung der Ver­ein­ba­rung in Zif­fer 6. b) des Ar­beits­ver­tra­ges bleibt die Ver­ein­ba­rung des Mo­nats­lohns in Zif­fer 6. a) verständ­lich. Eben­so ist die sprach­li­che Tren­nung oh­ne wei­te­res möglich.

d) Nach § 307 Abs. 3 BGB gilt u. a. § 307 Abs. 1 BGB nur für Be­stim­mun­gen in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen, durch die von Rechts­vor­schrif­ten ab­wei­chen­de oder die­se ergänzen­de Re­ge­lun­gen ver­ein­bart wer­den. An­de­re Be­stim­mun­gen können nach § 307 Abs. 1 S. 2 BGB in Ver­bin­dung mit § 307 Abs. 1 S. 1 BGB un­wirk­sam sein. Bei der nach § 307 Abs. 1 S. 2 BGB vor­zu­neh­men­den Trans­pa­renz­kon­trol­le kommt es mit­hin nicht dar­auf an, ob es sich um All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen han­delt, durch die von Rechts­vor­schrif­ten ab­wei­chen­de oder die­se ergänzen­de Re­ge­lun­gen ver­ein­bart wer­den. Die Trans­pa­renz­kon­trol­le ist auch bei preis­be­stim­men­den, leis­tungs­be­schrei­ben­den Ver­trags­klau­seln, al­so bei Ab­re­den über den un­mit­tel­ba­ren Ge­gen­stand der Haupt­leis­tung, vor­zu­neh­men (Preis im ErfK, 8. Aufl., §§ 305 – 310 BGB Rdn. 44). Ist die Ver­ein­ba­rung, dass durch den Mo­nats­lohn al­le an­fal­len­de Mehr­ar­beit ab­ge­gol­ten ist, nicht klar und verständ­lich und er­gibt sich dar­aus ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung im Sin­ne von § 307 Abs. 1 BGB, kommt es mit­hin nicht dar­auf an, ob sie als nicht kon­trollfähi­ge Haupt­leis­tungs­ab­re­de oder als kon­trollfähi­ge Preis­ne­ben­ab­re­de an­zu­se­hen ist.

e) Von er­heb­li­cher Be­deu­tung für die Durch­schau­bar­keit und Verständ­lich­keit ei­nes Klau­sel­werks ist, dass der Ver­trags­part­ner über den In­halt und Um­fang sei­ner Rech­te in­for­miert ist. Be­stand­teil des Trans­pa­renz­ge­bots ist es da­her, dass der Klau­sel­in­halt möglichst weit­ge­hend kon­kre­ti­siert und hin­rei­chend be­stimmt zu fas­sen ist (BAG vom 14.08.2007, AP Nr. 2 zu § 6 ATG; BAG vom

 

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13.03.2007, AP Nr. 26 zu § 307 BGB; Fuchs in Ull­mer/Brand­ner/Hen­sen, AGB-Recht, 10. Aufl., § 307 BGB Rdn. 338).

Die­sen An­for­de­run­gen wird die Klau­sel in Zif­fer 6 b) des Ar­beits­ver­tra­ges der Par­tei­en nicht ge­recht. Nach Zif­fer 1.6 des Ar­beits­ver­tra­ges ist der Kläger zu Mehr­ar­beit in zulässi­gem Um­fang ver­pflich­tet. In wel­chem Um­fang Mehr­ar­beit zulässig ist, er­gibt sich aus § 7 Abs. 1 und 2 des MTV vom 24.05.2005 bzw. den ent­spre­chen­den ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen der vor In­kraft­tre­ten die­ses Ta­rif­ver­tra­ges gel­ten­den Ta­rif­verträge. Da­nach wird auf die Ar­beits­zei­to­ber­gren­zen in § 3 Arb­ZG Be­zug ge­nom­men und von den wei­te­ren Verlänge­rungsmöglich­kei­ten nach § 7 Abs. 1 Arb­ZG Ge­brauch ge­macht. Die Gel­tung der ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen in ih­rer je­wei­li­gen Fas­sung ist in Zif­fer 10 des Ar­beits­ver­tra­ges ver­ein­bart. Bei ei­ner Ge­samt­be­trach­tung der Re­ge­lun­gen in Zif­fern 1.6 und 6. b) so­wie der Ver­wei­sungs­klau­sel in Zif­fer 10. des Ar­beits­ver­tra­ges war für den Kläger so­mit er­kenn­bar, dass er zu Mehr­ar­beit in den Gren­zen des § 3 Arb­ZG bzw. der ta­rif­ver­trag­li­chen Be­stim­mun­gen ver­pflich­tet war und durch den ver­ein­bar­ten Mo­nats­lohn nur zulässi­ge Mehr­ar­beit ab­ge­gol­ten sein soll­te.

Da­durch war er aber noch nicht hin­rei­chend darüber in­for­miert, in wel­chem Um­fang die Be­klag­te Mehr­ar­beit vergüten woll­te. Denn ei­ne Kon­kre­ti­sie­rung der An­zahl der zu er­war­ten­den Mehr­ar­beits­stun­den enthält die Klau­sel nicht. Ei­ner­seits hat die Be­klag­te mit dem Kläger da­her ver­ein­bart, dass er zu Mehr­ar­beit ver­pflich­tet ist und an­de­rer­seits hat sie of­fen­ge­las­sen, wel­che Ge­gen­leis­tung sie für die Mehr­ar­beit er­bringt. Sie hat dem Kläger auch nicht et­wa durch An­ga­be der An­zahl der Mehr­ar­beits­stun­den, die mit dem Mo­nats­lohn ab­ge­gol­ten sind, zu er­ken­nen ge­ge­ben, wie vie­le Ar­beits­stun­den im Mo­nat er höchs­tens als Ge­gen­leis­tung für den ver­ein­bar­ten Mo­nats­lohn zu leis­ten hat und ihm da­mit ermöglicht, zu er­rech­nen, wel­chen St­un­den­lohn er erhält, wenn er während der re­gulären Ar­beits­zeit zuzüglich der Ar­beits­zeit, die mit dem Mo­nats­lohn ab­ge­gol­ten ist, ein­ge­setzt wird. Im Ar­beits­ver­trag fehlt mit­hin ei­ne In­for­ma­ti­on darüber, in wel­cher Höhe der Kläger An­spruch auf Mehr­ar­beits­vergütung hat. Dies

 

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be­nach­tei­ligt ihn un­an­ge­mes­sen im Sin­ne von § 307 Abs. 1 S. 2 BGB (eben­so Hümme­rich, NZA 2003, S. 753, 757; Lak­ies, AGB im Ar­beits­recht, Rdn. 702 ff.).

f) Sind All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen ganz oder teil­wei­se un­wirk­sam, bleibt der Ver­trag gemäß § 306 Abs. 1 BGB im Übri­gen wirk­sam. So­weit die Be­stim­mun­gen un­wirk­sam sind, rich­tet sich der In­halt des Ver­trags nach den ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten (§ 306 Abs. 2 BGB). Für die Vergütung ei­ner Ar­beits­leis­tung be­steht ei­ne ge­setz­li­che Vor­schrift in § 612 BGB. Nach § 612 Abs. 1 BGB gilt ei­ne Vergütung als still­schwei­gend ver­ein­bart, wenn die Dienst­leis­tung den Umständen nach nur ge­gen ei­ne Vergütung zu er­war­ten ist. Die Leis­tung von nicht durch Frei­zeit aus­ge­gli­che­ner Mehr­ar­beit durch den Kläger war nur ge­gen ei­ne Vergütung zu er­war­ten. Während bei lei­ten­den An­ge­stell­ten re­gelmäßig ei­ne Vergütung un­abhängig von der Ar­beits­zeit ver­ein­bart wird, ist dies bei sons­ti­gen Ar­beit­neh­mern im All­ge­mei­nen nicht der Fall (BAG vom 17.03.1982, AP Nr. 33 zu § 612 BGB). Wird kein Frei­zeit­aus­gleich gewährt, ist die­sen Ar­beit­neh­mern da­her grundsätz­lich Vergütung für Über­stun­den zu zah­len (BAG vom 04.05.1994, AP Nr. 1 zu § 1TVG Ta­rif­verträge Ar­bei­ter­wohl­fahrt).

Ist die Höhe der Vergütung nicht be­stimmt, ist nach § 612 Abs. 2 BGB bei Be­ste­hen ei­ner Ta­xe die taxmäßige Vergütung, in Er­man­ge­lung ei­ner Ta­xe die übli­che Vergütung als ver­ein­bart an­zu­se­hen. § 612 Abs. 2 gilt auch, wenn ei­ne Vergütungs­ver­ein­ba­rung un­wirk­sam ist (BAG vom 28.09.1994, AP Nr. 38 zu § 2 BeschFG 1985). Da Gebühren für vom Kläger er­brach­te Über­stun­den nicht be­ste­hen, rich­tet sich die Höhe sei­nes Vergütungs­an­spruchs da­nach, wel­che Vergütung für die von ihm er­le­dig­te Mehr­ar­beit üblich ist.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ist im öffent­li­chen Dienst die als die übli­che Vergütung im Sin­ne von § 612 Abs. 2 BGB an­zu­se­hen­de Vergütung die ta­rif­li­che Vergütung, weil es im öffent­li­chen Dienst herr­schen­de Übung ist, nach Ta­rif zu vergüten (BAG vom 25.01.1989, AP Nr. 2 zu § 2 BeschFG 1985; BAG vom 26.09.1990, AP Nr. 9 zu § 2 BeschFG 1985). Die­se Recht­spre­chung kann nicht un­ein­ge­schränkt auf pri­va­te Un­ter­neh­men über­tra­gen wer­den. Ist et­wa ei­ne Vergütungs­ver­ein­ba­rung we­gen ei­nes Ver­s­toßes

 

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ge­gen das Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer nich­tig und zahlt der Ar­beit­ge­ber voll­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mern ei­ne über­ta­rif­li­che Vergütung, ist Richt­schnur für die Er­mitt­lung der „übli­chen Vergütung“ die Vergütung, die der Ar­beit­ge­ber ver­gleich­ba­ren Voll­zeit­beschäftig­ten zahlt (BAG vom 26.05.1993, AP Nr. 2 zu § 612 BGB Dis­kri­mi­nie­rung).

g) Auch im vor­lie­gen­den Streit­fall ist die ta­rif­ver­trag­li­che Vergütung nicht die „übli­che Vergütung“. Die Ta­rif­verträge für das pri­va­te Om­ni­bus­ge­wer­be des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len fin­den nicht auf­grund bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­ge­bun­den­heit gemäß §§ 3 Abs. 1, 4 Abs. 1 TVG An­wen­dung. Hier­von ist aus­zu­ge­hen, da we­der der Kläger noch die Be­klag­te dies gel­tend ge­macht ha­ben. Es ist auch nicht er­sicht­lich, dass die Be­klag­te an­de­ren Ar­beit­neh­mern, die mit dem Kläger ver­gleich­bar sind, die ta­rif­ver­trag­lich vor­ge­se­he­ne Vergütung für Mehr­ar­beit zahlt. Sie hat hier­zu vor­ge­tra­gen, mit zwei wei­te­ren Ar­beit­neh­mern, die wie der Kläger im Ge­le­gen­heits- und im Li­ni­en­ver­kehr ein­ge­setzt wor­den sei­en, ha­be sie ei­ne ent­spre­chen­de Pau­schal­lohn­ver­ein­ba­rung ab­ge­schlos­sen. Den übri­gen Ar­beit­neh­mern, die aus­sch­ließlich im Li­ni­en­ver­kehr ein­ge­setzt sei­en, zah­le sie ei­nen St­un­den­lohn. Dies hat der Kläger nicht gemäß § 138 ZPO mit Ge­gen­tat­sa­chen be­strit­ten. Aus­zu­ge­hen ist so­mit da­von, dass die Be­klag­te je­den­falls den mit dem Kläger ver­gleich­ba­ren Ar­beit­neh­mern, die auch im Ge­le­gen­heits­ver­kehr ein­ge­setzt sind, die ta­rif­ver­trag­li­che Vergütung für Mehr­ar­beit nicht zahlt.

Ist aber die „übli­che Vergütung“ ver­gleich­ba­rer Ar­beit­neh­mer für Mehr­ar­beit nicht die ta­rif­ver­trag­li­che Vergütung, kommt nur in Be­tracht, die mit dem Kläger ver­ein­bar­te Vergütung für die Er­mitt­lung der nach § 612 BGB zu be­stim­men­den Vergütung her­an­zu­zie­hen. Die Fort­zah­lung der ver­ein­bar­ten Vergütung für Mehr­ar­beit ent­spricht auch der Üblich­keit, so­fern kei­ne Ta­rif­verträge an­ge­wandt wer­den. Da die Par­tei­en in Zif­fer 6 a) des Ar­beits­ver­tra­ges ei­nen Mo­nats­lohn ver­ein­bart ha­ben, hängt so­mit die Höhe der an den Kläger zu zah­len­den Mehr­ar­beits­vergütung da­von ab, wel­che Ver­ein­ba­run­gen die Par­tei­en bezüglich des Um­fangs der mo­nat­li­chen Ar­beits­leis­tung ge­trof­fen ha­ben, die der Kläger als

 

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Ge­gen­leis­tung für den Mo­nats­lohn schul­det. In­so­weit ver­weist Zif­fer 10 des Ar­beits­ver­tra­ges auf die für die Be­klag­te gel­ten­den Ta­rif­verträge für die ge­werb­li­chen Ar­beit­neh­mer im Om­ni­bus­ver­kehr in ih­rer je­wei­li­gen Fas­sung. Die­se fin­den nach dem Wort­laut der Be­zug­nah­me­klau­sel „im Übri­gen“, al­so so­weit der Ar­beits­ver­trag kei­ne ei­ge­ne Re­ge­lung enthält, An­wen­dung. Zur Ar­beits­zeit ist in Zif­fer 1.6 des Ar­beits­ver­tra­ges der Par­tei­en le­dig­lich ver­ein­bart, dass der Kläger zu Mehr-, Nacht-, Sonn- und Fei­er­tags­ar­beit in zulässi­gem Um­fang ver­pflich­tet ist. Wel­che Ar­beits­zeit als Mehr­ar­beit und wel­che als Nor­mal­ar­beits­zeit an­zu­se­hen ist, er­gibt sich da­her aus den in Be­zug ge­nom­me­nen ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen.

Da­nach hat­te der Kläger im April 2006 ei­ne re­gelmäßige Ar­beits­zeit von 38,5 St­un­den wöchent­lich (§ 7 Abs. 1 S. 1 MTV vom 24.05.2005). Die von ihm für die­sen Mo­nat an­ge­setz­te mo­nat­li­che re­gelmäßige Ar­beits­zeit von 167 St­un­den ist je­den­falls nicht überhöht (38,5 : 7 x 30 = 165). Da die Ver­ein­ba­rung über die pau­scha­le Ab­gel­tung al­ler an­fal­len­den Mehr­ar­beit in Zif­fer 6. b) des Ar­beits­ver­tra­ges un­wirk­sam ist, war der in Zif­fer 6. a) ver­ein­bar­te Mo­nats­lohn mit­hin im April 2006 für 167 St­un­den ge­schul­det. Dar­aus er­rech­net sich für die­sen Mo­nat, aus­ge­hend von ei­nem Mo­nats­lohn von 1.891,78 € brut­to (= 3.700,00 DM), ein St­un­den­lohn von 11,33 € brut­to, der auch als Mehr­ar­beits­vergütung zu zah­len ist. Zu Un­recht geht der Kläger in­so­weit von ei­nem St­un­den­lohn von 12,48 € aus. Sein Mo­nats­lohn wur­de erst ab Ju­li 2006 auf 2.084,72 € brut­to erhöht.

Ei­nen Zu­schlag von 25 % auf die Mehr­ar­beits­vergütung kann der Kläger hin­ge­gen nicht ver­lan­gen. Da er nicht sub­stan­ti­iert dar­ge­legt hat, dass die Be­klag­te den mit ihm ver­gleich­ba­ren Ar­beit­neh­mern, die im Ge­le­gen­heits- und Li­ni­en­ver­kehr ein­ge­setzt wer­den, Mehr­ar­beits­zu­schläge zahlt, kann der Mehr­ar­beits­zu­schlag nach § 13 Abs. 2 MTV nicht als Be­stand­teil der übli­chen Vergütung im Sin­ne von § 612 Abs. 2 BGB an­ge­se­hen wer­den.

h) Bei Be­stim­mung der Höhe der an den Kläger zu zah­len­den Mehr­ar­beits­vergütung kann nicht zu­guns­ten der Be­klag­ten berück­sich­tigt wer­den, dass die

 

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Par­tei­en den Ar­beits­ver­trag vor In­kraft­tre­ten des Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­set­zes ge­schlos­sen ha­ben. Ei­ne sog. gel­tungs­er­hal­ten­de Re­duk­ti­on ist im Recht der All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen nicht vor­ge­se­hen. Der Ge­setz­ge­ber hat sich mit Art. 229 § 5 EGBGB für die An­wend­bar­keit der §§ 305 ff. BGB auch auf Verträge ent­schie­den, die bei ih­rem Ab­schluss noch nicht dem An­wen­dungs­be­reich des Rechts All­ge­mei­ner Geschäfts­be­din­gun­gen un­ter­fie­len. Durch die Über­lei­tungs­vor­schrift war den Ar­beits­ver­trags­par­tei­en ein zeit­li­cher Spiel­raum eröff­net, sich auf die geänder­te recht­li­che La­ge ein­zu­stel­len. Die Ver­trags­par­tei­en können nicht da­von aus­ge­hen, dass die recht­li­che Be­ur­tei­lung ein­zel­ner Ver­trags­re­ge­lun­gen während der ge­sam­ten Dau­er des Ar­beits­verhält­nis­ses un­verändert bleibt (BAG vom 19.12.2007, NZA 2008, S. 464).

Die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner ergänzen­den Ver­trags­aus­le­gung zur Sch­ließung der durch die un­wirk­sa­me Pau­schal­ver­ein­ba­rung ent­stan­de­nen Ver­tragslücke sind nicht ge­ge­ben. Die ergänzen­de Ver­trags­aus­le­gung bie­tet bei Alt­verträgen le­dig­lich dann die Möglich­keit ei­ner fle­xi­blen Kor­rek­tur, wenn der Weg­fall der un­wirk­sa­men Klau­sel sich nicht durch dis­po­si­ti­ves Ge­set­zes­recht füllen lässt und zu ei­nem Er­geb­nis führt, das den bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen nicht in ver­tret­ba­rer Wei­se Rech­nung trägt (BAG vom 19.12.2007, a.a.O.; BAG vom 28.11.2007, NZA 2008, S. 293; BAG vom 24.10.2007, AP Nr. 32 zu § 307 BGB). Im vor­lie­gen­den Streit­fall steht mit § 612 BGB dis­po­si­ti­ves Ge­set­zes­recht für den zu re­geln­den Sach­ver­halt zur Verfügung. Schon aus die­sem Grund ist ei­ne ergänzen­de Ver­trags­aus­le­gung nicht vor­zu­neh­men.

i) Der An­spruch des Klägers auf Zah­lung ei­ner Mehr­ar­beits­vergütung für April 2006 ist nicht ver­fal­len. Dies gilt auch, wenn die Aus­schluss­klau­sel nach § 21 Abs. 2 und 3 MTV An­wen­dung fin­det. Die Ver­ein­ba­rung in Zif­fer 10. des Ar­beits­ver­tra­ges, dass das Ar­beits­verhält­nis „im Übri­gen“ den für den Ar­beit­ge­ber gel­ten­den Ta­rif­verträgen für die ge­werb­li­chen Ar­beit­neh­mer im Om­ni­bus­ver­kehr un­ter­liegt, ist da­hin­ge­hend aus­zu­le­gen, dass die ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen gel­ten sol­len, so­weit ei­ne ein­zel­ver­trag­li­che Re­ge­lung nicht ge­trof­fen wur­de.

 

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Hin­sicht­lich des Er­for­der­nis­ses der Gel­tend­ma­chung von Ansprüchen ist ar­beits­ver­trag­lich nichts ver­ein­bart.

Frag­lich ist al­ler­dings, ob der An­spruch des Klägers nach § 21 Abs. 2 S. 1 MTV in­ner­halb von zwei Mo­na­ten nach Fällig­keit schrift­lich gel­tend zu ma­chen war. Es han­delt sich nicht um ei­nen An­spruch aus dem Ar­beits­ver­trag, son­dern um ei­nen An­spruch nach § 612 BGB. Da nach dem Wort­laut des § 21 Abs. 2 S. 1 MTV Ansprüche auf Mehr­ar­beit, auf Zu­la­gen, Er­stat­tung von Bar­aus­la­gen und al­le übri­gen Ansprüche aus dem Ar­beits­ver­trag in­ner­halb der dort ge­nann­ten Frist gel­tend zu ma­chen sind, kommt in Be­tracht, dass sich auch der Satz­teil „Ansprüche aus Mehr­ar­beit“ nur auf Ansprüche aus dem Ar­beits­ver­trag be­zieht. Selbst wenn dies nicht zu­trifft, ist ein Ver­fall nach § 21 Abs. 2 S. 1 MTV je­doch nicht ein­ge­tre­ten. Denn der An­spruch des Klägers auf die Mehr­ar­beits­vergütung für April 2006 war nicht vor dem 30.04.2007 fällig und wur­de bis zum 30.06.2007 schrift­lich gel­tend ge­macht.

Der Ar­beits­ver­trag der Par­tei­en enthält kei­ne Ver­ein­ba­rung zur Fällig­keit des An­spruchs des Klägers auf ei­ne Mehr­ar­beits­vergütung, so dass in­so­weit die ar­beits­ver­trag­li­che Be­zug­nah­me­klau­sel nach Zif­fer 10 An­wen­dung fin­det. Da­mit gilt für die Fällig­keit des An­spruchs § 13 Abs. 3 S. 4 MTV. Die­se ta­rif­ver­trag­li­che Be­stim­mung re­gelt ent­ge­gen der Über­schrift zu § 13 MTV nicht nur die Fällig­keit von Mehr­ar­beits­zu­schlägen. Sie be­zieht sich viel­mehr auf die ge­sam­te Mehr­ar­beits­vergütung.

Ih­re An­wen­dung wird nicht da­durch aus­ge­schlos­sen, dass die Be­klag­te nicht gemäß § 13 Abs. 3 S. 2 MTV in der je­wei­li­gen Ent­gel­tab­rech­nung oder ei­ner ge­son­der­ten Auf­zeich­nung nach­ge­wie­sen hat, wel­che Mehr­ar­beit noch durch Frei­zeit aus­ge­gli­chen wer­den muss. Denn auf den Fällig­keits­zeit­punkt der Mehr­ar­beits­vergütung hat dies nach dem Wort­laut des § 13 Abs. 3 S. 4 MTV kei­ne Aus­wir­kun­gen. Es ist auch nicht et­wa des­halb ein frühe­rer Fällig­keits­zeit­punkt an­zu­neh­men, weil die Be­klag­te dem Kläger kei­nen Frei­zeit­aus­gleich für die im April 2006 ge­leis­te­ten Über­stun­den gewährt hat. Das Un­ter­blei­ben ei­nes Frei­zeit­aus­gleichs schließt die Gel­tung des § 13 Abs. 3 S. 4 MTV eben­falls

 

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nicht aus. Da ei­ne ar­beits­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung zu Fra­gen des Frei­zeit­aus­gleichs nicht ge­trof­fen wur­de, er­gibt sich viel­mehr aus Zif­fer 10 des Ar­beits­ver­tra­ges, dass auch in­so­weit die ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen An­wen­dung fin­den. Des­halb ist die Fällig­keit der Mehr­ar­beits­vergütung des Klägers nicht schon nach § 614 BGB nach Ab­leis­tung der Mehr­ar­beit En­de April 2006 ein­ge­tre­ten.

Mit sei­nem Schrei­ben vom 31.05.2007 hat der Kläger den An­spruch auch recht­zei­tig gel­tend ge­macht. Die Aus­schluss­frist von zwei Mo­na­ten nach Fällig­keit ist zwei­fel­los ein­ge­hal­ten. Der Kläger hat aber auch die Aus­schluss­frist nach § 21 Abs. 2 S. 3 MTV ge­wahrt. Denn die Be­klag­te hat von sei­nem Schrei­ben vom 31.05.2007 am sel­ben Tag Kennt­nis er­langt. Auch die vor­ge­schrie­be­ne Schrift­form ist durch die Über­mitt­lung per Te­le­fax ge­wahrt (BAG vom 11.10.2000, AP Nr. 153 zu § 4 TVG Aus­schluss­frist). So­mit be­darf es kei­ner Ent­schei­dung, ob die ar­beits­ver­trag­li­che Be­zug­nah­me auf die­se ta­rif­ver­trag­li­che Re­ge­lung der In­halts­kon­trol­le standhält.

h) Die Mehr­ar­beits­vergütung für April 2006 beträgt 603,32 € brut­to, da der Kläger in die­sem Mo­nat 53,52 Über­stun­den ge­leis­tet hat (11,33 € x 53,52 = 603,32 €). Wel­che Zei­ten zur Er­mitt­lung der Mehr­ar­beits­vergütung zu berück­sich­ti­gen sind, er­gibt sich aus §§ 9 und 10 MTV. Ei­ne ei­ge­ne Re­ge­lung über die Ar­beits­be­wer­tung enthält der Ar­beits­ver­trag der Par­tei­en nicht, so dass auch in­so­weit gemäß Zif­fer 10 des Ar­beits­ver­tra­ges die ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen An­wen­dung fin­den.

Die Be­klag­te hat nicht be­strit­ten, dass der Kläger gemäß § 9 MTV am 14.04.2006 11,32 St­un­den, am 15.04.2006 11,55 St­un­den, am 16.04.2006 11,32 St­un­den, vom 18.04. bis 21.04.2006 je­weils 7,92 St­un­den, am 22.04.2006 11,55 St­un­den und am 23.04.2006 10,18 St­un­den ein­ge­setzt war oder Pau­sen von we­ni­ger als 20 Mi­nu­ten an­fie­len. Hin­sicht­lich des 24.04. bis 28.04.2006 ist zwi­schen den Par­tei­en un­strei­tig ge­wor­den, dass die Dau­er der An- und Ab­fahrt je­weils 40 Mi­nu­ten beträgt, so dass für die­se Ta­ge ei­ne Ein­satz­zeit von je­weils 8,83 St­un­den an­zu­set­zen ist. Für den 29.04.2006 hat

 

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der Kläger zunächst vor­ge­tra­gen, er sei um 4.30 Uhr am Be­triebs­hof ab­ge­fah­ren. Aus den von ihm vor­ge­leg­ten hand­schrift­li­chen No­ti­zen er­gibt sich aber, dass er erst um 5.00 Uhr ab­ge­fah­ren ist. Da die Be­klag­te nicht sub­stan­ti­iert be­strit­ten hat, dass sei­ne Ar­beits­zeit an die­sem Tag um 17.30 Uhr ge­en­det hat, er­gibt sich abzüglich der un­strei­ti­gen Pau­se von ins­ge­samt ei­ner St­un­de für den 29.04.2006 ei­ne Ar­beits­zeit von 11,5 St­un­den. Die Dar­le­gun­gen des Klägers zu sei­ner Ar­beits­zeit am 30.04.2006 sind wi­dersprüchlich. Ei­ner­seits be­haup­tet er in sei­nem kla­ge­er­wei­tern­den Schrift­satz vom 29.05.2007, er sei um 8.30 Uhr vom Ho­tel nach Tau­bers­bi­schofs­heim ge­fah­ren und um 16.30 Uhr zurück­ge­kehrt, während es an­de­rer­seits in sei­nen hand­schrift­li­chen Auf­zeich­nun­gen heißt, er sei um 10.00 Uhr nach Hoch­berg ge­fah­ren und um 20.00 Uhr zurück­ge­kehrt. Da­mit kann nicht fest­ge­stellt wer­den, dass der Kläger am 30.04.2006 Mehr­ar­beit ge­leis­tet hat.

Vom 01.04.2006 bis 13.04.2006 war der Kläger un­strei­tig ar­beits­unfähig krank. Er hat in­so­weit sei­ne ursprüng­lich vor­ge­se­he­ne Ar­beits­zeit mit neun Ar­beits­ta­gen zu je­weils 7,7 St­un­den re­guläre Ar­beits­zeit an­ge­ge­ben, oh­ne dass die Be­klag­te dem ent­ge­gen­ge­tre­ten ist. Da die Be­klag­te auch nicht vor­ge­tra­gen hat, er ha­be am 30.04.2006 we­ni­ger als die re­guläre Ar­beits­zeit von 7,7 St­un­den ge­ar­bei­tet, ist auch für die­sen Tag von ei­ner re­gulären Ar­beits­zeit von 7,7 St­un­den aus­zu­ge­hen. Da­mit er­gibt sich für den ge­sam­ten Mo­nat April 2006, dass für die Be­rech­nung des An­spruchs auf Mehr­ar­beits­vergütung ei­ne Ar­beits­zeit von 220,25 St­un­den zu­grun­de­zu­le­gen ist. Abzüglich der re­gelmäßigen mo­nat­li­chen Ar­beits­zeit von 167 St­un­den ver­blei­ben mit­hin 53,52 St­un­den zu vergüten­der Mehr­ar­beit.

Ei­ne höhe­re Mehr­ar­beits­vergütung kann der Kläger für die­sen Mo­nat hin­ge­gen nicht ver­lan­gen. Sei­ne Be­haup­tung, am 21.04.2006 wei­te­re 2,5 St­un­den we­gen ei­ner Fahrt zu ei­ner Re­pa­ra­tur­werk­statt ge­leis­tet zu ha­ben, hat er nicht un­ter Be­weis ge­stellt. Wie aus­geführt, hat er auch kei­nen An­spruch auf Mehr­ar­beits­zu­schläge. Sein St­un­den­lohn be­trug im April 2006 noch nicht 12,48 €.

 

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i) Die Mehr­ar­beits­vergütung ist nach §§ 286 Abs. 1 S. 1, Abs. 2 Nr. 1, 288 Abs. 1 BGB ab dem 01.05.2007 in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen. Ei­ner Mah­nung be­durf­te es nicht, da nach § 13 Abs. 3 S. 4 MTV die Mehr­ar­beit mit der April­a­b­rech­nung des Fol­ge­jah­res zu vergüten ist.

3. Die Be­klag­te ist außer­dem ver­pflich­tet, an den Kläger – über die ihm vom Ar­beits­ge­richt zu­er­kann­ten Beträge hin­aus – für März 2007 ei­ne wei­te­re Vergütung in Höhe von 75,74 € brut­to und für April 2007 ei­ne wei­te­re Vergütung in Höhe von 181,82 € brut­to zu zah­len.

a) Mit dem An­trag zu 5. ver­langt der Kläger rest­li­che Mehr­ar­beits­vergütung für März und April 2007, so­weit das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ab­ge­wie­sen hat. Da die Ver­ein­ba­rung in Zif­fer 6. b) des Ar­beits­ver­tra­ges über die pau­scha­le Ab­gel­tung al­ler an­fal­len­den Mehr­ar­beit mit dem Mo­nats­lohn un­wirk­sam ist, hat der Kläger auch für die­se Mo­na­te An­spruch auf ei­ne Mehr­ar­beits­vergütung gemäß § 612 BGB. Die „übli­che Vergütung“ für die Mehr­ar­beit des Klägers ist die ver­ein­bar­te Ar­beits­vergütung (s. o.). Die­se be­trug im März und April 2007 je­weils 2.084,72 € brut­to, so dass sich bei ei­ner re­gelmäßigen mo­nat­li­chen Ar­beits­zeit von 167 St­un­den ein St­un­den­lohn von 12,48 € brut­to er­gibt.

Bei ei­nem Ein­satz des Klägers im Li­ni­en­dienst muss­te er un­strei­tig sei­ne Ar­beit auf dem Be­triebs­hof an­tre­ten und von dort aus zur End­hal­te­stel­le fah­ren. Er muss­te auch zum Be­triebs­hof zurück­keh­ren. Die­se Fahr­ten rech­nen ent­we­der zu den Lenk­zei­ten gemäß § 9 Abs. 1 a MTV oder zu den Vor­be­rei­tungs­zei­ten gemäß § 9 Abs. 1 b MTV, so dass auch für sie ei­ne Mehr­ar­beits­vergütung zu zah­len ist.

Zwi­schen den Par­tei­en ist im Be­ru­fungs­ver­fah­ren nicht mehr strei­tig, dass der Kläger, wenn er bei Einsätzen mit Bus­sen der Li­nie SB 50/24 ge­teil­te Diens­te wahr­zu­neh­men hat­te, zwei St­un­den für die An- und Ab­rei­se von und zum Be­triebs­hof benötigt hat. Sie ha­ben fer­ner un­strei­tig ge­stellt, dass die An- und

 

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Ab­fahrts­zei­ten beim Ein­satz mit Bus­sen der Li­nie 751/25 40 Mi­nu­ten be­tru­gen. Nicht strei­tig ist fer­ner, dass der Kläger für die An- und Ab­rei­se bei Einsätzen mit an­de­ren Li­ni­en­bus­sen ei­ne St­un­de benötig­te. Da­mit sind die vom Ar­beits­ge­richt vor­ge­nom­me­nen Abzüge teil­wei­se neu zu be­ur­tei­len. Da­bei hat die Be­haup­tung der Be­klag­ten, sie zah­le mit Aus­nah­me der Li­nie SB 50/24 ei­ne pau­scha­le Vergütung für 30 Mi­nu­ten pro An- und Ab­fahrt, un­berück­sich­tigt zu blei­ben. Denn ei­ne ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung mit dem Kläger hat sie nicht dar­ge­legt.

Am 23.03. und 30.03.2007 war der Kläger nach sei­nen, von der Be­klag­ten nicht be­strit­te­nen, Dar­le­gun­gen im ge­teil­ten Dienst der Li­nie SB 50/24 tätig, hat al­ler­dings nur je­weils 1,5 St­un­den für die An- und Ab­fahrt an­ge­setzt. Nach­dem das Ar­beits­ge­richt je­weils 0,5 St­un­den in Ab­zug ge­bracht hat, nach dem un­strei­ti­gen Vor­brin­gen bei ge­teil­ten Diens­ten und ei­nem Ein­satz mit Bus­sen der Li­nie SB 50/24 so­gar An- und Ab­fahrts­zei­ten von zwei St­un­den an­fal­len, ist die wei­te­re For­de­rung des Klägers für ei­ne St­un­de Mehr­ar­beit be­gründet. Hin­zu kom­men für den 25.03., 26.03., 27.03. und 30.03.2007 je­weils ei­ne St­un­de An- und Ab­fahrts­zeit, so dass die Be­klag­te für März 2007 ei­ne zusätz­li­che Mehr­ar­beits­vergütung in Höhe von 62,40 € brut­to zu zah­len hat.

Bei der vom Kläger gel­tend ge­mach­ten Mehr­ar­beits­vergütung für April 2007 hat das Ar­beits­ge­richt für den 12.04. und 13.04.2007 je­weils 0,5 St­un­den An- und Ab­rei­se­zeit ab­ge­zo­gen. Da der Kläger auch an die­sen Ta­gen nach sei­nen, von der Be­klag­ten nicht be­strit­te­nen, Dar­le­gun­gen mit ei­nem Bus der Li­nie SB 50/24 im ge­teil­ten Dienst ein­ge­setzt war, hat er An­spruch auf ei­ne wei­te­re Mehr­ar­beits­vergütung für ei­ne St­un­de. Außer­dem hat das Ar­beits­ge­richt die vom Kläger für den 01.04., 02.04., 03.04., 05.04., 06.04., 07.04., 08.04., 14.04., 15.04., 16.04. und 17.04.2007 gel­tend ge­mach­ten An- und Ab­fahrts­zei­ten ab­ge­zo­gen. Für den 02.04., 05.04. und 16.04.2007 steht ihm je­doch die Mehr­ar­beits­vergütung für je­weils 40 Mi­nu­ten zu, da er an die­sen Ta­gen mit ei­nem Bus der Li­nie 751/25 ge­fah­ren ist. Im Übri­gen war er auf sons­ti­gen Li­ni­en ein­ge­setzt, so dass in­so­weit An- und Ab­fahrts­zei­ten von je­weils ei­ner St­un­de zu vergüten sind. Ins­ge­samt hat der Kläger da­her für April 2007 An­spruch auf ei­ne

 

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wei­te­re Mehr­ar­beits­vergütung in Höhe von 137,28 € brut­to (11 St­un­den x 12,48 €).

Ei­ne darüber hin­aus­ge­hen­de Mehr­ar­beits­vergütung für März und April 2007 kann der Kläger nicht ver­lan­gen. Hin­sicht­lich der An- und Ab­fahrts­zei­ten be­ruht die Be­rech­nung des Zah­lungs­an­spruchs auf dem in der Be­ru­fungs­in­stanz un­strei­tig ge­wor­de­nen Par­tei­vor­brin­gen. Zu­schläge für die Mehr­ar­beit kann der Kläger nicht ver­lan­gen (s. o.).

b) Mit dem An­trag zu 7. ver­langt der Kläger rest­li­che Fei­er­tags­vergütung für den 06.04. und 08.04.2007, mit dem An­trag zu 8. Sonn­tags­zu­schläge für den 25.03., 01.04., 08.04. und 15.04.2007, mit dem An­trag zu 9. Zu­schläge für ge­teil­te Diens­te für den 23.03., 30.03., 12.04. und 13.04.2007. Die Ver­ein­ba­rung über die Ab­gel­tung al­ler an­fal­len­den Mehr­ar­beit durch den Mo­nats­lohn in Zif­fer 6 b) des Ar­beits­ver­tra­ges be­zieht sich nicht auf Fei­er­tags- und Sonn­tags­ar­beit. Nach Zif­fer 10 des Ar­beits­ver­tra­ges fin­den da­her in­so­weit die ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen über Sonn- und Fei­er­tags­zu­schläge An­wen­dung (§ 13 Abs. 4 und 6 MTV). An­wen­dung fin­det auch die ta­rif­ver­trag­li­che Re­ge­lung über den Zu­schlag für ge­teil­te Diens­te (§ 13 Abs. 9 MTV). Da der Kläger sei­ne Ansprüche für März und April 2007 am 31.05.2007 schrift­lich gel­tend ge­macht hat, sind sie nicht nach § 21 MTV ver­fal­len.

Für den 06.04. und 08.04.2007 hat der Kläger An­spruch auf den Fei­er­tags­zu­schlag nach § 13 Abs. 6 MTV in Höhe wei­te­rer 24,96 € brut­to. Denn das Ar­beits­ge­richt hat für die­se Ta­ge die An- und Ab­fahrts­zeit von je­weils ei­ner St­un­de nicht berück­sich­tigt, die nach dem in der Be­ru­fungs­in­stanz un­strei­tig ge­wor­de­nen Vor­brin­gen der Par­tei­en ge­leis­tet wur­de. Für den 25.03.2007 hat der Kläger An­spruch auf den Sonn­tags­zu­schlag nach § 13 Abs. 4 MTV für ei­ne wei­te­re St­un­de An- und Ab­fahrts­zeit in Höhe von 3,12 € brut­to. Für je­weils ei­ne St­un­de An- und Ab­fahrts­zeit am 01.04., 08.04. und 15.04.2007 kann der Kläger 9,36 € brut­to ver­lan­gen. Sch­ließlich hat er An­spruch auf den Zu­schlag von 5,11 € nach § 13 Zif­fer 9 MTV für den 23.03. und 30.03.2007 so­wie den 12.04 und 13.04.2007, weil er an die­sen Ta­gen nach sei­nem, von der Be­klag­ten nicht

 

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be­strit­te­nen, Vor­brin­gen im ge­teil­ten Dienst ein­ge­setzt war. Für März und April 2007 er­gibt sich da­her je­weils ein wei­te­rer Zah­lungs­an­spruch von 10,22 €. Ins­ge­samt hat die Be­klag­te da­her an Zu­schlägen für die­se Mo­na­te zusätz­lich 57,88 € brut­to zu zah­len.

c) Ei­nen Teil­be­trag in Höhe von 199,68 € (An­trag zu 5.) hat die Be­klag­te nach § 291 BGB ab dem 06.06.2007 zu ver­zin­sen, ei­nen wei­te­ren Teil­be­trag von 10,22 € nach §§ 286 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1, 288 Abs. 1 BGB ab dem 01.04.2007 so­wie ei­nen wei­te­ren Teil­be­trag von 35,18 € nach §§ 286 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1, 288 Abs. 1 BGB ab dem 01.05.2007, da die Zu­schläge nach § 13 Abs. 4, 6, 9 MTV gemäß § 614 BGB am Mo­nats­en­de fällig wa­ren.

4. Be­gründet ist schließlich der An­trag des Klägers zu 10. Nach Zif­fer 10. des Ar­beits­ver­tra­ges der Par­tei­en fin­det auch § 6 Abs. 3 MTV auf das Ar­beits­verhält­nis An­wen­dung. Der Kläger hat ei­nen Be­leg vor­ge­legt, aus dem her­vor­geht, dass ihm Kos­ten in Höhe von 122,57 € ent­stan­den sind für ein au­genärzt­li­ches und ärzt­li­ches Gut­ach­ten so­wie ei­nen Re­ak­ti­ons­test. An­halts­punk­te dafür, dass er sich ei­ner Spe­zi­al­un­ter­su­chung un­ter­zo­gen hat, sind dar­aus nicht er­sicht­lich. Der Auf­fas­sung der Be­klag­ten, Kos­ten für ei­ne au­genärzt­li­che Un­ter­su­chung sei­en nicht zu er­set­zen, ist nicht zu fol­gen. Aus dem Wort­laut des § 6 Abs. 3 MTV lässt sich dies nicht ent­neh­men.

Ein­wen­dun­gen ge­gen den Zins­an­spruch hat die Be­klag­te nicht er­ho­ben.

III.

Nach dem Grund­satz der Ein­heit­lich­keit der Kos­ten­ent­schei­dung bleibt die­se dem Schlus­s­ur­teil vor­be­hal­ten.

Die Rechts­fra­ge, ob die Klau­sel in Zif­fer 6 b des Ar­beits­ver­tra­ges un­wirk­sam ist und wie sich die Mehr­ar­beits­vergütung des Klägers be­misst, hat nach Auf­fas-

 

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sung der Be­ru­fungs­kam­mer grundsätz­li­che Be­deu­tung im Sin­ne von § 72 Abs. 2 Nr. 1 BGB. So­weit die Be­klag­te im zwei­ten Rechts­zug zur Zah­lung ei­ner Mehr­ar­beits­vergütung ver­ur­teilt wur­de (603,32 € für April 2006, 62,40 € für März 2007 und 137,28 € für April 2007), war die Re­vi­si­on da­her zu­zu­las­sen. Das­sel­be gilt, so­weit die Be­ru­fung we­gen des An­spruchs des Klägers auf ei­nen Zu­schlag von 25 %, aus­ge­hend von ei­nem St­un­den­lohn von 11,33 € (April 2006) bzw. 12,48 € (März und April 2007) zurück­ge­wie­sen und an­ge­nom­men wur­de, der Kläger ha­be le­dig­lich An­spruch auf ei­ne Mehr­ar­beits­vergütung in Höhe des ver­ein­bar­ten Grund­loh­nes. Dies trifft für ei­nen Be­trag in Höhe von 201,38 € brut­to zu (151,46 € für April 2006, 49,92 € für März und April 2007).

Im Übri­gen sind Rechts­fra­gen von grundsätz­li­cher Be­deu­tung nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich. Auch sind die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Di­ver­genz­re­vi­si­on nicht er­sicht­lich (§ 72 Abs. 2 Nr. 2 ArbGG).

R E C H T S M I T T E L B E L E H R U N G

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von bei­den Par­tei­en

RE­VISION

ein­ge­legt wer­den, so­weit sie zu­ge­las­sen wur­de.

Die Re­vi­si­on muss

in­ner­halb ei­ner Not­frist * von ei­nem Mo­nat

nach der Zu­stel­lung die­ses Ur­teils schrift­lich beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt,

Hu­go-Preuß-Platz 1,

99084 Er­furt,

Fax: (0361) 2636 - 2000

ein­ge­legt wer­den.

Die Re­vi­si­on ist gleich­zei­tig oder

in­ner­halb von zwei Mo­na­ten nach Zu­stel­lung die­ses Ur­teils

 

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schrift­lich zu be­gründen.

Die Re­vi­si­ons­schrift und die Be­gründung der Re­vi­si­on müssen von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1. Rechts­anwälte,
2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,
3. Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, die die Vor­aus­set­zun­gen des § 11 Abs. 2 Satz 2 Nr. 5 ArbGG erfüllen.

In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Re­vi­si­ons­schrift und die Be­gründung un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Bezüglich der Möglich­kei­ten elek­tro­ni­scher Ein­le­gung und Be­gründung der Re­vi­si­on – ei­ne Ein­le­gung per E-Mail ist aus­ge­schlos­sen! - wird ver­wie­sen auf die Ver­ord­nung über den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr beim Bun­des­ar­beits­ge­richt vom 09. März 2006 (BGBl. I S. 519).

* Ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

 

Hein­lein 

Kött­nitz 

Fe­lix

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