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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Betriebliche Altersversorgung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Hamm
Akten­zeichen: 3 Sa 1673/06
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 14.03.2007
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Siegen
   

3 Sa 1673/06

1 Ca 1932/06 Ar­beits­ge­richt Sie­gen 3 AZR 317/07

 

Verkündet am 14.03.2007:

Spon­da Re­gie­rungs­an­ge­stell­te als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm

Im Na­men des Vol­kes

Ur­teil

In Sa­chen

J1xxxx N1xxxxxx, S1xxxxxxx 21, 51xxx B1xxxxxxx

- Kläger und Be­ru­fungskläger -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te:
Rechts­anwälte D1. W1xx-H1xxxxxx, L1xxx und P1xxxx, A2 B2xxxxx 22, 52xxx S2xxxx

ge­gen

Fir­ma P2xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx AG, ver­tre­ten durch die Vor­stands­mit­glie­der H2xx W2xxxxx, P3xxx A1xxxxxx, F1xxx B3xxxxx, E1xxxxxx D2xxxxx, D1. D3xxxx E2xxxx, E3xxx-W3xxxxx F2xxxx, D1. H2xx F3xxxxxxx G1xxxxxxx, W4xxxx H3xxx, P4xx. D1. G2xxx K1xxxxx, D1. J2x K2xxxxxxx, G2xxx K3xxxx, D1. L2xxxx M1xxxxxx, M2xxxx M3xxxx, F4xxx N2xxxxxx, J3xxxx P5xx, G3xx-M4xxxxx R1xxx, M5xxxx S3xxxxxx, C1xxxxxxx S4xxxxxxx, F4xxx-J4xxx S5xxxxxxxx, C2xxxxxxxxx S6xxx, D1. N3xxxxx V1xxxxxxx, F4xxx W5xxxx und P4xx. D1. N3xxxxx W6xxxxxxxxxx, M6xxx-C3xxx-S7x. 23 - 24, 61xxx F5xxxxxxx

- Be­klag­te und Be­ru­fungs­be­klag­te -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te:
Rechts­an­walt P4xx. D1. D1. W7xxxxxx F6xxxxx, I1 H4xxxxxxxx 25, 53xxx B4xxxx

hat die 3. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 14.03.2007
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Schmidt
so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Sep­pelf­ri­cke und Till­mann

für Recht er­kannt:

 

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Auf die Be­ru­fung des Klägers wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Sie­gen vom 06.06.2006 – 1 Ca 1932/05 – ab­geändert:
Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, an den Kläger Über­g­angs­bezüge gemäß § 1 Abs. 1 der Richt­li­nie für die Gewährung von Über­g­angs­bezügen in der Fas­sung vom 05.10.1999 ab dem 01.07.2009 bis zum 30.06.2014 zu zah­len.

Die Kos­ten des Rechts­streits trägt die Be­klag­te.

Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.

Tat­be­stand :

Die Par­tei­en strei­ten über ei­ne Ver­pflich­tung der Be­klag­ten, an den Kläger Über­g­angs­bezüge für die Zeit zwi­schen dem 60. und 65. Le­bens­jahr nach vor­zei­ti­ger Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses zu zah­len.

Der am 01.02.11xx ge­bo­re­ne Kläger war seit dem 01.09.1976 bei der Be­klag­ten bzw. de­ren Rechts­vorgänge­rin­nen beschäftigt.
Der zu­letzt ge­schlos­se­ne Dienst­ver­trag da­tiert vom 12./15.12.1991 zwi­schen dem Kläger und der T2xxxxxx-V2xxxxxxxxx Ak­ti­en­ge­sell­schaft als Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten. Zu­letzt war der Kläger bei der C4 & L3 D5xxxxxx R2xxxxxx (künf­tig: C4 & L3) beschäftigt. Der Ver­trag vom 12./15.12.1991 sah in § 10 Ziff. 5. a) ei­ne Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses oh­ne Kündi­gung mit Ab­lauf des Ka­len­der­halb­jah­res vor, in dem der Kläger das 65. Le­bens­jahr voll­ende­te.
Für die Beschäftig­ten bei C4 & L3 galt da­bei ge­ne­rell ver­trag­lich als Al­ters­gren­ze die Voll­endung des 65. Le­bens­jah­res.

 

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Im Jah­re 1998 schlos­sen sich die C4 & L3 und die P6xxxxxxxxxxxx Deutsch­land (künf­tig: P7) zur Be­klag­ten zu­sam­men.
Weil die lei­ten­den An­ge­stell­ten der bei­den Ge­sell­schaf­ten höchst un­ter­schied­li­che Al­ters­ver­sor­gungs­sys­te­me auf­wie­sen, war es un­ter an­de­rem Ziel der Be­klag­ten, die­se Sys­te­me zu har­mo­ni­sie­ren. An­ge­strebt war der Über­gang von ei­nem leis­tungs­ori­en­tier­ten Ver­sor­gungs­sys­tem auf ein bei­trags­ori­en­tier­tes Ver­sor­gungs­sys­tem, zum an­de­ren ei­ne Har­mo­ni­sie­rung der Al­ters­gren­zen auf das Al­ter 60.

Zu die­sem Zweck wur­de ein „Part­ner­pen­si­ons­plan" vom 05.10.1999 rück­wir­kend zum 01.10.1998 in Kraft ge­setzt, der un­ter an­de­rem ei­ne Al­ters­ver­sor­gung auf ei­nen Pen­sio­nie­rungs­tag leg­te, der auf das En­de des Geschäfts­jah­res fi­xiert wur­de, in dem der Part­ner das 60. Le­bens­jahr voll­endet.
Zu­gleich wur­de ei­ne „Richt­li­nie für die Gewährung von Über­g­angs­bezügen" vom 05.10.1998 zum 01.01.2000 in Kraft ge­setzt, die in § 1 un­ter an­de­rem fol­gen­de Re­ge­lun­gen vor­sieht:

„§ 1 Be­ginn und En­de der Zah­lung
1. Über­g­angs­bezüge wer­den ab dem Mo­nat, der auf das Aus­schei­den aus der Ge­sell­schaft folgt, bis zum Ab­lauf des Ka­len­der­vier­tel­jah­res, in dem der Part­ner das 65. Le­bens­jahr voll­endet, gewährt.

2. Schei­det der Part­ner vor Er­rei­chen der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Al­ters­gren­ze (frühes­tens 60. Le­bens­jahr) aus den diens­ten der Ge­sell­schaft aus, entfällt der An­spruch auf Zah­lung der Über­g­angs­bezüge.

3. die Über­g­angs­bezüge sind höchst­persönli­cher Na­tur. Sie sind nicht ver­erb­lich. Hin­ter­blie­be­ne er­wer­ben we­der beim Ak­tiv­en­tod noch beim Tod des Part­ner, der be­reits Über­g­angs­bezüge be­zo­gen hat, Ansprüche."

Mit Schrei­ben vom 22.12.1999 un­ter­brei­te­te die Be­klag­te dem Kläger ein An­ge­bot zur Har­mo­ni­sie­rung der Al­ters­ver­sor­gung un­ter Her­ab­set­zung der Pen­sio­nie­rungs­gren­ze gemäß ei­nem an­lie­gen­den Ent­wurf ei­ner Ver­ein­ba­rung vom 14.12.1999.
In­halt des An­ge­bots wa­ren der Wech­sel bei der Al­ters­ver­sor­gung von ei­nem leis­tungs­ori­en­tier­ten Sys­tem zu ei­nem bei­trags­ori­en­tier­ten Sys­tem, die Her­ab­set­zung der Al­ters­gren­ze von 65 auf 60 un­ter Gewährung von Über­g­angs­bezügen zum Aus­gleich für die

 

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Her­ab­set­zung des Pen­sio­nie­rungs­al­ters und die Möglich­keit, ei­nen Teil der Tan­tie­me als de­fer­red com­pen­sa­ti­on zu ver­wen­den.
Die Be­klag­te wies da­bei aus­drück­lich dar­auf hin, dass die Um­stel­lung der Al­ters­ver­sor­gung und die Her­ab­set­zung der Al­ters­gren­ze von 65 auf 60 in Kom­bi­na­ti­on mit der Zah­lung von Über­g­angs­bezügen nur als „Pa­ket" an­ge­bo­ten wer­den könne.

Auf­grund die­ses An­ge­bots kam es zu ei­ner Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en gemäß An­ge­bot der Be­klag­ten vom 14./27.12.1999.
Ne­ben der Ände­rung der Ver­sor­gungs­zu­sa­ge in Zif­fer 1 enthält die Ver­ein­ba­rung un­ter Zif­fer 2 fol­gen­de Her­ab­set­zung der ver­trag­li­chen Al­ters­gren­ze ge­gen Über­g­angs­bezüge:

„a) Her­ab­set­zung der Al­ters­gren­ze
Es wird hier­mit ver­ein­bart, dass das An­stel­lungs­verhält­nis am En­de des Mo­nats en­det, der sich un­ter Berück­sich­ti­gung Ih­res Ge­burts­jah­res/mo­nats aus der als An­la­ge 1 bei­gefügten „Richt­li­nie über Gewährung von Über­g­angs­bezügen i.d.F.v. 5. Ok­to­ber 1999" bei­gefügten Ta­bel­le er­gibt, frühes­tens je­doch zum 31. März 2000.

...

b) Über­g­angs­bezüge
Nach Ih­rem Aus­schei­den aus dem ak­ti­ven Dienst er­hal­ten Sie von der Ge­sell­schaft Über­g­angs­bezüge gemäß der als An­la­ge 2 bei­gefügten „Richt­li­nie übe Gewährung von Über­g­angs­bezügen i.d.F.v. 5 Ok­to­ber 1999".

Mit Schrei­ben vom 29.03.2000 bestätig­te die Be­klag­te dem Kläger so­dann als En­de des An­stel­lungs­verhält­nis­ses den 30.06.20009.

Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en en­de­te durch Kündi­gung des Klägers vom 30.03.2004 mit dem 30.09.2004.
Ei­ne nach Aus­spruch der Kündi­gung durch den Kläger er­folg­te außer­or­dent­li­che Kündi­gung der Be­klag­ten führ­te nach rechts­kräfti­gem Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Sie­gen vom 16.08.2004 im Ver­fah­ren 4 Ca 856/04 nicht zur Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses.

 

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Nach Er­tei­lung ei­ner Aus­kunft über Ansprüche auf Leis­tun­gen nach dem Part­ner­pen­si­ons­plan durch die Be­klag­te auf An­for­de­rung des Klägers, be­gehr­te die­ser mit Schrei­ben vom 20.02.2005 auch ei­ne Aus­kunft hin­sicht­lich der Über­g­angs­bezüge.
Dies lehn­te die Be­klag­te mit Schrei­ben vom 23.02.2005 un­ter Hin­weis dar­auf ab, die Über­g­angs­bezüge sei­en kei­ne Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung, der An­spruch ver­fal­le gemäß § 1 Abs. 2 der Richt­li­nie mit dem Aus­tritt aus dem Ar­beits­verhält­nis.

Die Fest­stel­lung ei­ner Zah­lungs­ver­pflich­tung be­gehrt der Kläger mit der un­ter dem 24.11.2005 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge wei­ter.

Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, bei den Über­g­angs­bezügen han­de­le es sich um Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung, für die die Vor­aus­set­zun­gen der Un­ver­fall­bar­keit ein­ge­tre­ten sei­en.

Zum ei­nen sei sei­ner Mei­nung nach in­so­weit zu berück­sich­ti­gen, dass es sich bei dem An­ge­bot der Be­klag­ten hin­sicht­lich der Ände­rung der Al­ters­ver­sor­gung und der da­mit ver­bun­de­nen Her­ab­set­zung der Al­ters­gren­ze um ei­ne grundsätz­li­che Ent­schei­dung der be­trof­fe­nen Mit­ar­bei­ter ge­han­delt ha­be, wie sie ih­re Le­bens­pla­nung bezüglich des Ein­tritts in das Pen­si­ons­al­ter hätten ge­stal­ten wol­len. Die Be­klag­te las­se sei­ner Mei­nung nach auch außer Acht, dass die Ände­run­gen der Al­ters­ver­sor­gung ei­ne grundsätz­li­che struk­tu­rel­le Verände­rung für das Al­ters­ver­sor­gungs­sys­tem dar­ge­stellt hätten und nur als „Pa­ket" den Ar­beit­neh­mern an­ge­bo­ten wor­den sei­en. Er ha­be da­her über­haupt kei­ne Wahl ge­habt, ob er das Ent­fal­len der Über­g­angs­zah­lun­gen bei ei­nem Aus­schei­den vor Er­rei­chen des 60. Le­bens­jah­res ak­zep­tie­re oder nicht. Er ha­be an­de­ren­falls nur das Ge­samt­pa­ket ab­leh­nen können.

Ent­schei­dend sei aber oh­ne­hin, ob die Re­ge­lung mit gel­ten­dem Recht zu ver­ein­ba­ren sei; dies sei auf­grund ei­nes Ver­s­toßes ge­gen die ge­setz­li­chen Un­ver­fall­bar­keits­vor­schrif­ten gemäß § 1 b Be­trAVG aber nicht der Fall.
Die Über­g­angs­bezüge sei­en als Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung zu qua­li­fi­zie­ren, da sie an den Ein­tritt ei­nes bio­lo­gi­schen Er­eig­nis­ses, nämlich das Er­rei­chen ei­nes be­stimm­ten Le­bens­al­ters an­knüpften, ei­ne Zu­sa­ge des Ar­beit­ge­bers aus ei­nem Ar­beits­verhält­nis her­aus vor­lie­ge und die Leis­tun­gen Ver­sor­gung­s­cha­rak­ter hätten.
Mit der Zah­lung der Über­g­angs­gel­der ha­be nicht der Über­gang in ei­nen an­de­ren Be­ruf oder ei­nen Zeit­raum bis zum Er­rei­chen des Ru­he­stan­des über­brückt wer­den sol­len, son­dern mit Er­rei­chen des 60. Le­bens­jah­res wer­de er, wie von der Be­klag­ten vor­ge­schla­gen, in den Ru­he­stand ge­hen und dann al­lein und aus­sch­ließlich Al­ters­ru­he­geld be­zie­hen.

 

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Die Ein­ord­nung als be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung er­ge­be sich fer­ner aus ei­nem Erläute­rungs­schrei­ben der Be­klag­ten vom 07.01.2000, in dem die Be­klag­te so­wohl Ausführun­gen zur Al­ters­ver­sor­gung als auch zu Über­g­angs­geld­zah­lun­gen ma­che.
Ergänzend sei sei­ner Mei­nung nach auf Schrei­ben der Be­klag­ten bezüglich der The­ma­tik „Part­ner­pen­si­ons­plan" zu ver­wei­sen. In die­sen Schrei­ben sei die Be­klag­te von ei­ner ursprüng­li­chen Dif­fe­ren­zie­rung in den Fol­ge­jah­ren ab­ge­wi­chen und ha­be die Über­g­angs­bezüge in ihr Ge­samt­kon­zept der Ent­wick­lung der Al­ters­ver­sor­gung mit ein­be­zo­gen.

Der Kläger hat be­an­tragt,

fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, an ihn Über­g­angs­bezüge gemäß § 1 Abs. 2 der Richt­li­nie für die Gewährung von Über­g­angs­bezügen in der Fas­sung vom 05. Ok­to­ber 1999 ab dem 01.07.2009 bis zum 30.06.2014 zu zah­len.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, ein An­spruch auf Über­g­angs­bezüge sei nicht ge­ge­ben. Es han­de­le sich bei ih­nen nicht um Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung, so dass kein Ver­s­toß ge­gen § 1 b Be­trAVG ge­ge­ben sei.

Bei den in Re­de ste­hen­den Bezügen han­de­le es sich ih­rer Mei­nung nach um rei­ne Über­g­angs­gel­der oh­ne Ver­sor­gung­s­cha­rak­ter, die le­dig­lich da­zu dien­ten, Ein­kom­mens­ver­lus­te durch Her­ab­set­zung des Pen­si­ons­al­ters von 65 auf 60 aus­zu­glei­chen. Als be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung sei­en Leis­tun­gen aber nur dann zu qua­li­fi­zie­ren, wenn ihr Zweck der Ver­sor­gung von Ar­beit­neh­mern die­ne.
Dies sei ins­be­son­de­re nach den Re­ge­lun­gen der §§ 3 bis 6 der Richt­li­nie für die Gewährung von Über­g­angs­bezügen nicht der Fall.
Der hier­nach er­kenn­ba­re Zweck be­ste­he im Aus­gleich von Ein­kom­mens­ver­lus­ten. Un­er­heb­lich sei da­bei, ob zusätz­lich auch ein Ver­sor­gungs­zweck er­reicht wer­den sol­le. Auch die Be­zeich­nung als Über­g­angs­be­zug stel­le ih­rer Mei­nung nach ein In­diz für den Cha­rak­ter die­ser Leis­tun­gen dar.

 

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Ge­gen ei­ne Qua­li­fi­zie­rung als Leis­tung der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung spre­che, so hat die Be­klag­te ge­meint, auch das auf­ge­stell­te Er­for­der­nis, dass ein aus­rei­chen­des Er­geb­nis er­zielt wer­den müsse, so dass die Leis­tung ent­fal­len könne, wenn der Jah­resüber­schuss hier­zu nicht aus­rei­chend sei.
Ge­gen die Ein­ord­nung der Über­g­angs­bezüge als be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung spre­che schließlich die Ver­fall­klau­sel in § 1 Nr. 2 der Richt­li­nie, nach der bei vor­zei­ti­gem Aus­schei­den des Ar­beit­neh­mers ein vollständi­ges Ver­fal­len des An­spruchs auf Zah­lung der Über­g­angs­bezüge ge­ge­ben sei. Die­se Klau­sel sol­le dem Um­stand Rech­nung tra­gen, dass Part­ner, die aus an­de­ren Gründen vor Er­rei­chen der Al­ters­gren­ze aus dem Un­ter­neh­men aus­ge­schie­den sei­en, von den mit der Her­ab­set­zung der Al­ters­gren­ze ein­her­ge­hen­den Ein­kom­mens­ver­lus­ten gar nicht be­trof­fen sei­en.

Auch rein for­mal un­ter­schei­de sie zwi­schen Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung auf der ei­nen Sei­te und den Über­g­angs­bezügen auf der an­de­ren Sei­te. Die Leis­tun­gen be­ruh­ten auf zwei ver­schie­de­nen Rechts­grund­la­gen.
Der Zweck der Über­g­angs­bezüge sei zu­dem, in­so­weit un­wi­der­spro­chen, in meh­re­ren Part­ner­ver­samm­lun­gen aus­drück­lich an­ge­spro­chen wor­den, an de­nen der Kläger auch teil­ge­nom­men ha­be. Der Zweck der Über­g­angs­bezüge sei dem Kläger da­mit be­kannt ge­we­sen.
Außer­dem ha­be der Kläger die­sen Zweck der Über­g­angs­bezüge, Ein­kom­mens­ver­lus­te durch frühe­re Be­en­di­gung der Er­werbstätig­keit bei ihr aus­zu­glei­chen, selbst in der Kla­ge­schrift be­schrie­ben.

An die­sem Zweck der Über­g­angs­bezüge ände­re sich ih­rer Mei­nung nach auch nichts da­durch, dass sie im Schrei­ben vom 22.12.1999 das An­ge­bot als „Pa­ket" zu­sam­men­ge­fasst ha­be. Bei der Zu­sam­men­fas­sung von ver­schie­de­nen Leis­tun­gen han­de­le es sich zum ei­nen le­dig­lich um Ver­trags­tech­nik, zum an­de­ren ha­be auch ei­ne iso­lier­te Ver­ein­ba­rung der Gewährung von Über­g­angs­bezügen oh­ne gleich­zei­ti­ge Her­ab­set­zung der ver­trag­li­chen Al­ters­gren­ze kei­nen Sinn er­ge­ben.
Das Ar­gu­ment des Klägers, Über­g­angs­bezüge würden erst ab Er­rei­chen ei­ner ver­trag­li­chen Al­ters­gren­ze ge­zahlt wer­den, sei als rein for­ma­les Ar­gu­ment ein­zu­stu­fen. Die­ses könne zur Be­stim­mung des Zwe­ckes der Leis­tung nicht aus­schlag­ge­bend sein.

Auch aus dem Schrei­ben vom 07.01.2000 sei nichts im Hin­blick auf ei­ne Ein­stu­fung als Leis­tung der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung her­zu­lei­ten. Das Schrei­ben ent­hal­te so­wohl die Har­mo­ni­sie­rung der Al­ters­ver­sor­gung, als auch die Her­ab­set­zung der Pen­sio­nie­rungs­gren­ze.

 

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Die wei­te­ren vom Kläger an­ge­spro­che­nen Schrei­ben ent­hiel­ten le­dig­lich der Ein­fach­heit hal­ber in ei­ner Über­sicht zu­sam­men­ge­fass­te In­for­ma­tio­nen zur Ent­wick­lung der Al­ters­ver­sor­gung wie zu den Aus­gangs­da­ten der Über­g­angs­bezüge.

Mit Ur­teil vom 06.06.2006 hat das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ab­ge­wie­sen.
Zur Be­gründung hat es aus­geführt, die Vor­aus­set­zun­gen von § 1 Ziff. 2 der Richt­li­nie sei­en erfüllt.
Der Wirk­sam­keit die­ser Be­stim­mung stünden nicht die Un­ver­fall­bar­keits­vor­schrif­ten der §§ 1, 1 b und 30 f Be­trAVG ent­ge­gen. Es han­de­le sich bei den Über­g­angs­bezügen nicht um Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung.
Die Recht­spre­chung dif­fe­ren­zie­re in­so­weit streng nach dem je­wei­li­gen Zweck der Leis­tung. Die­ne sie nach Wort­laut und Zweck der Zu­sa­ge der Ver­sor­gung des Begüns­tig­ten im Al­ter, bei In­va­li­dität oder bei Tod, so erfülle sie da­mit ei­nen Ver­sor­gungs­zweck und sei der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung zu­zu­rech­nen. Ge­he die Zweck­set­zung da­hin­ge­hend, dass die Zu­sa­ge ei­nen Zeit­raum bis zum Ein­tritt in den Ru­he­stand über­brücken hel­fen sol­le, lie­ge kei­ne be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung vor. Un­er­heb­lich sei da­bei die Dau­er der Leis­tungs­gewährung und die Be­zeich­nung der Leis­tung.
Ge­mes­sen an die­sen Vor­aus­set­zun­gen han­de­le es sich vor­lie­gend nicht um Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung. Die zu­ge­sag­ten Über­g­angs­bezüge hätten Ein­kom­mens­ver­lus­te aus­glei­chen sol­len, die mit ei­ner Her­ab­set­zung der ver­trag­li­chen Al­ters­gren­ze ver­bun­den ge­we­sen sei­en. Zwar knüpfe die Zu­sa­ge da­mit an ein bio­lo­gi­sches Er­eig­nis an, der Zweck der Leis­tung lie­ge aber nicht in ei­ner Al­ters­ver­sor­gung, son­dern im fi­nan­zi­el­len Aus­gleich der Nach­tei­le, die Mit­ar­bei­ter da­durch er­lit­ten, dass sie mit ei­ner Her­ab­set­zung der ver­trag­li­chen Al­ters­gren­ze ihr Ein­verständ­nis erklärt hätten. Die Zweck­set­zung der Über­g­angs­gel­der er­ge­be sich un­ter an­de­rem auch dar­aus, dass ih­re Zah­lung auf die Zeit vom 60. bis zum 65. Le­bens­jahr be­schränkt sei.

Ge­gen das un­ter dem 26.09.2006 zu­ge­stell­te Ur­teil, auf des­sen Ent­schei­dungs­gründe im Übri­gen Be­zug ge­nom­men wird, hat der Kläger un­ter dem 18.10.2006 Be­ru­fung zum Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­legt und die­se nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 18.12.2006 un­ter dem 01.12.2006 be­gründet.

Er ver­bleibt bei der Auf­fas­sung, bei den zu­ge­sag­ten Über­g­angs­bezügen han­de­le es sich um Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung.

Dau­er der Leis­tungs­gewährung und die Be­zeich­nung der Leis­tung durch die Par­tei­en sei­en sei­ner Mei­nung nach un­er­heb­lich.

 

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Trotz kla­rer und ein­deu­ti­ger De­fi­ni­ti­on durch die Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ge­lan­ge das Ar­beits­ge­richt zur feh­ler­haf­ten Rech­t­auf­fas­sung, die Zu­sa­ge der Über­g­angs­bezüge knüpfe zwar an ein bio­lo­gi­sches Er­eig­nis an, der Zweck der Leis­tung sei je­doch nur die Kom­pen­sa­ti­on des fi­nan­zi­el­len Aus­gleichs der Nach­tei­le, die durch die Her­ab­set­zung der ver­trag­li­chen Al­ters­gren­ze vom 65. auf das 60. Le­bens­jahr entstünden. In­so­fern sei die Zah­lung der Über­g­angs­gel­der zeit­lich be­schränkt. Ei­ne zeit­li­che Be­schränkung sei im Rah­men von Al­ters­ver­sor­gungs­ansprüchen nicht möglich.

Im Übri­gen sei zu berück­sich­ti­gen, dass es al­lein und aus­sch­ließlich im Ent­schei­dungs- und Ver­ant­wor­tungs­be­reich der Be­klag­ten ge­le­gen ha­be, die Al­ters­gren­ze ih­rer Mit­ar­bei­ter her­ab­zu­set­zen. Nach Auf­fas­sung der Be­klag­ten hätten dem­ent­spre­chend ih­re Mit­ar­bei­ter mit Er­rei­chen des 60. Le­bens­jah­res in den Ru­he­stand ge­hen und ab die­sem Zeit­punkt aus dem Ar­beits­le­ben aus­schei­den sol­len. Wenn nun aber ein Ar­beit­neh­mer mit Er­rei­chen des 60. Le­bens­jah­res in den Ru­he­stand tre­te, müsse er im Rah­men der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung auch ent­spre­chend ver­sorgt sein. Die­se Ver­sor­gung wer­de durch die Um­stel­lung der Al­ters­ver­sor­gung und Zah­lung der in Re­de ste­hen­den Über­g­angs­bezüge si­cher­ge­stellt. Die­se hätten ihn nach Er­rei­chen des 60. Le­bens­jah­res im Al­ter ver­sor­gen und nicht zur Über­brückung ei­nes be­stimm­ten Zeit­rau­mes, z. B. ei­ner er­war­te­ten Ar­beits­lo­sig­keit oder bis zum Er­rei­chen der Al­ters­gren­ze die­nen sol­len.

Der Kläger be­an­tragt,

un­ter Abände­rung des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Sie­gen vom 06.06.2006 fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, an ihn Über­g­angs­bezüge gemäß § 1 Abs. 1 der Richt­li­nie für die Gewährung von Über­g­angs­bezügen in der Fas­sung vom 05. Ok­to­ber 1999 ab dem 01.07.2009 bis zum 30.06.2014 zu zah­len.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Sie ver­tei­digt das ar­beits­ge­richt­li­che Ur­teil.

 

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Das Ar­beits­ge­richt ha­be ei­nen An­spruch des Klägers zu­tref­fend des­we­gen ver­neint, da § 1 Zif­fer 2 der Richt­li­nie dem ent­ge­gen­ste­he.

Auch ha­be das Ar­beits­ge­richt zu­tref­fend an­ge­nom­men, dass der Wirk­sam­keit die­ser Be­stim­mung die Un­ver­fall­bar­keits­vor­schrif­ten der §§ 1, 1 b und 30 f Be­trAVG nicht ent­ge­genstünden.
Mit der Ab­leh­nung der An­nah­me, es lägen Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung vor, be­fin­de sich das Ar­beits­ge­richt in Übe­rein­stim­mung mit der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts, das ei­ne Ein­ord­nung ei­ner Leis­tung un­ter Würdi­gung des vor­ran­gi­gen Zwecks der Leis­tung vor­neh­me. In­so­weit stel­le das Ar­beits­ge­richt zu­tref­fend fest, dass die zu­ge­sag­ten Über­g­angs­bezüge Ein­kom­mens­ver­lus­te des mit Er­rei­chen des 60. Le­bens­jah­res aus­schei­den­den Mit­ar­bei­ters zu­min­dest teil­wei­se aus­glei­chen soll­ten und ihn in Kom­bi­na­ti­on mit der seit die­sem Zeit­punkt dann auch zu zah­len­den be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung zu­min­dest annähernd so stel­len soll­ten, als ste­he er wei­ter­hin im Ar­beits­verhält­nis. Der Zweck der Leis­tung lie­ge da­nach nicht in ei­ner Al­ters­ver­sor­gung, son­dern im fi­nan­zi­el­len Aus­gleich der Nach­tei­le, die da­durch ge­ge­ben sei­en, dass der Ar­beit­neh­mer ein Ein­verständ­nis mit der Her­ab­set­zung der ver­trag­li­chen Al­ters­gren­ze erkläre.

Zwar ha­be das Ar­beits­ge­richt die Ein­ord­nung der Über­g­angs­bezüge als be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung auch aus dem Grund ver­neint, dass es kei­ne be­fris­te­ten Ver­sor­gungs­leis­tun­gen im Sin­ne des § 1 Be­trAVG ge­ben könne, die Be­fris­tung der Leis­tung ha­be das Ar­beits­ge­richt je­doch le­dig­lich als zusätz­li­ches Ar­gu­ment her­an­ge­zo­gen.

Die Ein­wen­dun­gen des Klägers in der Be­ru­fungs­be­gründung sei­en ih­rer Mei­nung nach nicht ge­eig­net, ei­ne ab­wei­chen­de Ent­schei­dung zu be­gründen.
Das Ar­beits­ge­richt ha­be die Fest­stel­lung nach ein­ge­hen­der Würdi­gung des Zwecks der Leis­tung ge­trof­fen.
Nur das An­knüpfen an ein bio­lo­gi­sches Er­eig­nis als Vor­aus­set­zung für die Gewährung der Über­g­angs­bezüge recht­fer­ti­ge de­ren Ein­ord­nung als be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung nicht. So­weit der Kläger vor­tra­ge, die Her­ab­set­zung der Al­ters­gren­ze ha­be al­lein in ih­rem Ent­schei­dungs- und Ver­ant­wor­tungs­be­reich ge­le­gen, tref­fe auch dies nicht zu. Die Her­ab­set­zung der ver­trag­li­chen Al­ters­gren­ze be­ru­he viel­mehr auf Ver­ein­ba­rung.
Eben­so ge­he die An­nah­me des Klägers fehl, die Über­g­angs­bezüge hätten die durch die Um­stel­lung der Al­ters­ver­sor­gung an­geb­lich re­du­zier­ten Al­ters­ver­sor­gungs­bezüge aus­glei­chen sol­len. Da­ge­gen spre­che ge­ra­de die Be­fris­tung der Über­g­angs­bezüge.

 

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Hin­sicht­lich des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en wird auf den In­halt der ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen Be­zug ge­nom­men.

Ent­schei­dungs­gründe :

Die Be­ru­fung des Klägers ist zulässig und auch be­gründet.

A.

Durch­grei­fen­de Be­den­ken ge­gen die Zulässig­keit der Be­ru­fung be­ste­hen nicht.

Die Be­ru­fung ist statt­haft gemäß §§ 8 Abs. 2, 64 Abs. 1, 2 b) ArbGG.
Die Be­ru­fung ist auch form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den, §§ 66 Abs. 1, 64 Abs. 6 ArbGG, §§ 517 ff. ZPO.

B.

Die Be­ru­fung des Klägers ist auch be­gründet.

Die Be­klag­te ist ver­pflich­tet, an den Kläger Über­g­angs­bezüge nach der Richt­li­nie für die Gewährung von Über­g­angs­bezügen in der Zeit vom 01.07.2009 bis zum 30.06.2014 zu zah­len.

I.
Für das Fest­stel­lungs­be­geh­ren des Klägers be­steht ein Fest­stel­lungs­in­ter­es­se nach § 256 Abs. 1, 1. Al­ter­na­ti­ve ZPO.

 

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1) Nach § 46 Ab­satz 2 Satz 1 ArbGG, § 256 Ab­satz 1, 1. Al­ter­na­ti­ve ZPO kann auf Fest­stel­lung des Be­ste­hens oder Nicht­be­ste­hens ei­nes Rechts­verhält­nis­ses ge­klagt wer­den, wenn ein recht­li­ches In­ter­es­se dar­an be­steht, dass das Rechts­verhält­nis als­bald fest­ge­stellt wird.

Ein sol­ches Fest­stel­lungs­in­ter­es­se ist dann zu be­ja­hen, wenn
a) ein Rechts­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en strei­tig ist,
b) ein recht­li­ches In­ter­es­se an der Fest­stel­lung ge­ge­ben ist;

Ein recht­li­ches In­ter­es­se ist dann an­zu­neh­men, wenn
aa ) ei­ne tatsächli­che Un­si­cher­heit be­steht,
bb ) die­se durch die er­streb­te ge­richt­li­che Ent­schei­dung be­sei­tigt wer­den kann, und
cc ) die­ses In­ter­es­se auch an als­bal­di­ger Fest­stel­lung be­steht.

2) Das be­son­de­re Fest­stel­lungs­in­ter­es­se muss als Sa­chur­teils­vor­aus­set­zung in je­der La­ge des Ver­fah­rens ge­ge­ben sein.
Sein Vor­lie­gen ist von Amts we­gen zu prüfen (BAG, Ur­teil vom 26.09.2002, EzA § 256 ZPO Nr. 67; BAG, Ur­teil vom 05.06.2003, EzA § 256 ZPO 2002 Nr. 2).

3) Das er­for­der­li­che recht­li­che In­ter­es­se be­steht auch dann, wenn le­dig­lich ein Teil ei­nes Rechts­verhält­nis­ses zwi­schen den Par­tei­en strei­tig und die ge­richt­li­che Ent­schei­dung ge­eig­net ist, die­sen Streit zu klären (BAG, Ur­teil vom 24.03.1998, EzA § 21e GVG Nr. 1; BAG, Ur­teil vom 21.01.2003, EzA § 4 TVG Luft­fahrt Nr. 7).
Die Fest­stel­lungs­kla­ge muss al­ler­dings ge­eig­net sein, die zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­den Streit­fra­gen ab­sch­ließend zu klären (BAG, Ur­teil vom 14.12.2005, EzA § 256 ZPO 2002 Nr. 7).

Das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se ist re­gelmäßig nicht ge­ge­ben, wenn nur ein­zel­ne Ele­men­te ei­nes Rechts­verhält­nis­ses, abs­trak­te Rechts­fra­gen oder recht­li­che Vor­fra­gen zur Ent­schei­dung des Ge­richts ge­stellt wer­den sol­len, weil dann durch die Ent­schei­dung kein Rechts­frie­den ein­tritt. Rechts­frie­den kann durch ein Fest­stel­lungs­ur­teil nur ge­schaf­fen wer­den, wenn die Rechts­kraft der Ent­schei­dung über die zwi­schen den
Par­tei­en strit­ti­gen Fra­gen ei­ne ge­richt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung um den­sel­ben Fra­gen­kom­plex aus­sch­ließt. Die hierfür ge­bo­te­ne ma­te­ri­el­le Rechts­kraft kann ein Fest­stel­lungs­ur­teil nur in dem Um­fang schaf­fen, in wel­chem es über das strit­ti­ge Rechts­verhält­nis ent­schei­det. Da­zu muss das strit­ti­ge Rechts­verhält­nis selbst, nicht nur

 

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des­sen Er­geb­nis oder Fol­gen Ge­gen­stand der Ur­teils­for­mel des Fest­stel­lungs­ur­teils und des Fest­stel­lungs­an­trags sein. Denn nur die Ur­teils­for­mel selbst erwächst bei ei­nem Fest­stel­lungs­ur­teil in Rechts­kraft, die Ur­teils­gründe da­ge­gen nicht (BAG, Ur­teil vom 29.11.2001, EzA § 256 ZPO Nr. 64).

4) Un­ter Berück­sich­ti­gung die­ser An­for­de­run­gen ist ein Fest­stel­lungs­in­ter­es­se zu be­ja­hen.

a) Zwi­schen den Par­tei­en ist ein Teil ei­nes Rechts­verhält­nis­ses strei­tig, weil un­ter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen darüber be­ste­hen, ob dem Grun­de nach ein An­spruch des Klägers auf Gewährung von Über­g­angs­bezügen in der Zu­kunft ge­ge­ben ist.
Durch die vom Kläger be­gehr­te Fest­stel­lung ist ein wei­te­rer Streit der Par­tei­en hierüber aus­ge­schlos­sen.
Streit der Par­tei­en kann es dann in Zu­kunft nur über die Fra­ge ge­ben, in wel­cher Höhe Über­g­angs­bezüge zu zah­len sind.

b) Ein recht­li­ches In­ter­es­se ist ge­ge­ben, weil durch die un­ter­schied­li­che Auf­fas­sung der Par­tei­en über die Zah­lungs­pflicht dem Grun­de nach ei­ne tatsächli­che Un­si­cher­heit ge­ge­ben ist, die durch die er­streb­te ge­richt­li­che Ent­schei­dung be­sei­tigt wer­den kann.

Die Möglich­keit, ei­ne Kla­ge auf künf­ti­ge Leis­tung nach § 259 ZPO zu er­he­ben, be­sei­tigt das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se da­bei nicht. Der kla­gen­den Par­tei steht in­so­weit ein Wahl­recht zu (BAG, Ur­teil vom 15.01.1992, EzA § 37 Be­trVG 1972 Nr. 110; BAG, Ur­teil vom 29.07.2003, EzA § 1 Be­trAVG Ablösung Nr. 42).

c) Das In­ter­es­se des Klägers be­steht schließlich auch an als­bal­di­ger Fest­stel­lung.
Der Kläger muss die Möglich­keit ha­ben, sich recht­zei­tig dar­auf ein­zu­rich­ten, ob er mit der Gewährung von Über­g­angs­bezügen rech­nen kann oder nicht.

II.
Der Kläger hat nach Auf­fas­sung der Kam­mer auch ei­nen An­spruch auf Gewährung von Über­g­angs­bezügen nach der Richt­li­nie für die Gewährung von Über­g­angs­bezügen mit Stand vom 05.10.1999.

1) Un­ter den Par­tei­en be­steht kein Streit darüber, dass der Kläger die in der Richt­li­nie für die Gewährung von Über­g­angs­bezügen vom 05.10.1999, die auf­grund der Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en vom 14./27.12.1999 In­halt des Ar­beits­ver­tra­ges ge­wor­den ist, ge­nann­ten

 

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Vor­aus­set­zun­gen nicht erfüllt, weil § 1 Ziff. 2 der Richt­li­nie ei­nen er­satz­lo­sen Ent­fall des An­spruchs auf Zah­lung von Über­g­angs­bezügen vor­sieht, wenn der Ar­beit­neh­mer vor Er­rei­chen der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Al­ters­gren­ze aus den Diens­ten der Be­klag­ten aus­schei­det.
Dies war bei Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses am 30.09.2004 un­strei­tig der Fall.

2) Die­se Be­stim­mung stellt aber ei­nen Ver­s­toß ge­gen zwin­gen­de Grundsätze des Be­trAVG dar, weil sie ge­gen die Un­ver­fall­bar­keits­re­ge­lung nach § 30 f Be­trAVG i.V.m. § 1 Abs. 1 Be­trAVG a.F. verstößt.

a) Un­ter den Par­tei­en be­steht da­bei kein Streit darüber, dass die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Un­ver­fall­bar­keit des An­spruchs des Klägers auf Gewährung von Über­g­angs­bezügen nach § 30 f Be­trAVG i.V.m. § 1 Abs. 1 Be­trAVG a.F. dann ge­ge­ben ist, wenn es sich um Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung han­delt.
Das Ar­beits­verhält­nis des Klägers en­de­te vor Ein­tritt der zu­letzt maßgeb­li­chen Al­ters­gren­ze, je­doch nach Voll­endung des 35. Le­bens­jah­res.
Zu die­sem Zeit­punkt be­stand die Zu­sa­ge min­des­tens drei Jah­re und der Kläger war be­reits min­des­tens zwölf Jah­re be­triebs­zu­gehörig, weil er schon seit dem 01.09.1976 bei der Be­klag­ten bzw. ei­ner Rechts­vorgänge­rin beschäftigt war.

b) Bei den ver­spro­che­nen Über­g­angs­bezügen nach der Richt­li­nie für die Gewährung von Über­g­angs­bezügen vom 05.10.1999 han­delt es sich nach Auf­fas­sung der Kam­mer auch um Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung.

aa) Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung sind nach § 1 Abs. 1 S. 1 Be­trAVG Leis­tun­gen der Al­ters-, In­va­li­ditäts- oder Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung, die aus An­lass ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses vom Ar­beit­ge­ber zu­ge­sagt wer­den.

bb) Zum Be­griff der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung gehören da­nach das Ver­spre­chen ei­ner Leis­tung zum Zweck der Ver­sor­gung, ein den Ver­sor­gungs­an­spruch auslösen­des bio­lo­gi­sches Er­eig­nis wie Al­ter, In­va­li­dität oder Tod, so­wie die Zu­sa­ge an ei­nen Ar­beit­neh­mer aus An­lass des Ar­beits­verhält­nis­ses (BAG, Ur­teil vom 26.04.1988, EzA § 7 Be­trAVG Nr. 25; BAG, Ur­teil vom 10.03.1992, EzA § 1 Be­trAVG Le­bens­ver­si­che­rung Nr. 3; BAG, Ur­teil vom 10.08.1993, EzA § 1 Be­trAVG Nr. 66; BAG, Ur­teil vom 03.11.1998, EzA § 7 Be­trAVG Nr. 56; BAG, Ur­teil vom 18.03.2003, DB 2004, S. 1624).

 

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Da­bei kommt es nicht dar­auf an, wie ei­ne Leis­tung be­zeich­net wird (BAG, Ur­tei­le vom 10.08.1993, 03.11.1998,. aaO.; BAG, Ur­teil vom 18.02.2003, EzA § 1 Be­trAVG Ablösung Nr. 35).

Eben­so we­nig kommt es auf die Art der Leis­tung an (BAG, Ur­tei­le vom 10.08.1993 und 18.03.2003, aaO.).

Ent­schei­dend für die Ein­ord­nung als be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung ist, ob die zu­ge­sag­te Leis­tung der Be­stim­mung zur Al­ters­si­che­rung dient. Es han­del­te sich dann um ei­ne Leis­tung der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung, wenn die Leis­tung ins­be­son­de­re da­zu be­stimmt ist, die Ver­sor­gung des Ar­beit­neh­mers nach sei­nem Aus­schei­den aus dem Er­werbs- oder Be­rufs­le­ben zu si­chern. Ent­schei­dend ist da­nach al­lein, wel­cher Zweck mit der Leis­tung ver­folgt wird (BAG, Ur­tei­le vom 10.03.1992, 10.08.1993 und 03.11.1998, aaO.).

Auch dann, wenn Leis­tun­gen für ei­nen Zeit­raum vor Voll­endung des 65. Le­bens­jah­res ver­spro­chen wer­den, muss es für die Ein­ord­nung als be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung bei dem Zweck blei­ben, ei­nem aus dem ak­ti­ven Ar­beits­le­ben aus­ge­schie­de­nen Ar­beit­neh­mer bei der Si­che­rung sei­nes Le­bens­stan­dards im Al­ter zu hel­fen (BAG, Ur­teil vom 03.11.1998, aaO.).

Da­bei genügt es für die Ein­ord­nung als be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung, wenn die­ser Ver­sor­gungs­zweck die Leis­tung prägt (BAG, Ur­tei­le vom 10.08.1993 und 18.03.2003, aaO.).

Nicht als Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung sind dem­ge­genüber Leis­tun­gen an­zu­se­hen, die zu dem Zweck er­bracht wer­den, ei­nen Ar­beit­neh­mer über­g­angs­wei­se bis zur Be­gründung ei­nes neu­en Ar­beits­verhält­nis­ses zu si­chern oder die zur Er­leich­te­rung des Über­gangs in den Ru­he­stand ge­zahlt wer­den soll (BAG, Ur­tei­le vom 26.04.1988, 10.03.1992, 03.11.1998 und 18.03.2003, aaO.).

cc) Un­ter Zu­grun­de­le­gung die­ser Kri­te­ri­en sind die in Re­de ste­hen­den Über­g­angs­bezüge nach Auf­fas­sung der Kam­mer als Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung ein­zu­stu­fen.

1. Un­ter den Par­tei­en be­steht kein Streit darüber, dass es sich um ei­ne Zu­sa­ge der Be­klag­ten aus An­lass ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses han­delt.

 

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2. Die Leis­tung knüpft in § 1 Ziff. 1 der Richt­li­nie auch an ein bio­lo­gi­sches Er­eig­nis an, nämlich das Er­rei­chen ei­nes be­stimm­ten Le­bens­jah­res.
Nach § 1 Ziff. 1 wer­den die Über­g­angs­bezüge ab dem Mo­nat ge­leis­tet, der auf das Aus­schei­den des Ar­beit­neh­mers aus der Ge­sell­schaft folgt.
Das Aus­schei­den er­folgt mit Er­rei­chen der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Al­ters­gren­ze.

3. Sch­ließlich han­delt es sich auch um ei­ne Leis­tung, die zum Zwe­cke der Ver­sor­gung des Klägers nach Aus­schei­den aus dem Er­werbs- oder Be­rufs­le­ben er­folgt.

3.1. Für die Fest­le­gung der Rechts­na­tur der zu­ge­sag­ten Leis­tung kam es da­bei nicht auf die Be­zeich­nung durch die Be­klag­te an.
Die Be­zeich­nung der in Re­de ste­hen­den Leis­tung als Über­g­angs­be­zug stellt ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten nicht ein­mal ein In­diz für die Ein­ord­nung dar, weil es auf den prägen­den Zweck der Leis­tung in­so­weit an­kommt.

Eben­so we­nig ist ent­schei­dend, dass es sich um Leis­tun­gen han­delt, die an das Er­rei­chen ei­nes Al­ters von 60 voll­ende­ten Le­bens­jah­ren an­knüpfen, da auch sol­che Leis­tun­gen im Rah­men be­trieb­li­cher Al­ters­ver­sor­gung oh­ne wei­te­res möglich sind und es auch bei An­knüpfung an ein sol­ches Le­bens­jahr aus­sch­ließlich auf den Zweck der zu­ge­sag­ten Leis­tung an­kommt.

Des Wei­te­ren ist für die Ein­ord­nung nicht ent­schei­dend, dass sich der An­spruch der Ar­beit­neh­mer aus ei­ner an­de­ren Grund­la­ge, nämlich der Richt­li­nie her­lei­tet, als die „ei­gent­li­che" be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung, die im Part­ner­pen­si­ons­plan ge­re­gelt ist.

Um­ge­kehrt kommt es für die Ein­ord­nung der Leis­tung aber auch nicht dar­auf an, dass die Be­klag­te Auskünf­te und Erklärun­gen zu streit­los als be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung zu qua­li­fi­zie­ren­den Leis­tun­gen ei­ner­seits und Über­g­angs­bezügen an­de­rer­seits in ein­heit­li­chen Schrei­ben ab­gibt. Hier­aus lässt sich kein Schluss auf den Zweck der zu­ge­sag­ten Leis­tung her­lei­ten.

Letzt­lich ist es für die Ein­ord­nung auch oh­ne Be­deu­tung, ob die Zu­sa­ge von Über­g­angs­bezügen im Rah­men ei­nes ein­heit­li­chen Ver­trags­wer­kes zu­sam­men mit der Her­ab­set­zung der ver­trag­li­chen Al­ters­gren­ze er­folg­te.

 

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3.2. Der Zweck der Leis­tung liegt nach Auf­fas­sung der Kam­mer er­kenn­bar in der Ver­sor­gung der Ar­beit­neh­mer nach dem Aus­schei­den aus dem Ar­beits­verhält­nis. Das Ein­set­zen der Zah­lung aber erst nach Pen­sio­nie­rung des Ar­beit­neh­mers ist ent­schei­dend (s. hier­zu BAG, Ur­teil vom 18.03.2003, aaO.).
Die Leis­tung in Form ei­nes Über­g­angs­be­zu­ges setzt ge­ra­de das Aus­schei­den des Klägers aus dem Er­werbs- und Be­rufs­le­ben vor­aus.
Aus die­sem Grund dient die Leis­tung da­her auch nicht der Er­leich­te­rung ei­nes Wech­sels in den Ru­he­stand, weil ge­ra­de die Pen­sio­nie­rung Vor­aus­set­zung für die Gewährung der Leis­tung über­haupt ist.

Die Leis­tung dient da­her nicht der Er­leich­te­rung des Wech­sels in den Ru­he­stand. Eben­so we­nig lässt sich ein Zweck er­ken­nen, Zei­ten der Er­werbs­lo­sig­keit bis zur Be­gründung ei­nes neu­en Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses zu über­brücken.

Dass die Gewährung des Über­g­angs­gel­des da­bei nach den ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen dem Aus­gleich dafür dient, dass die Ar­beit­neh­mer ein­ver­nehm­lich ei­ne Al­ters­gren­ze von zu­vor 65 nun­mehr auf 60 her­ab­ge­setzt ha­ben, steht die­ser Ein­ord­nung in kei­ner Wei­se ent­ge­gen.
Ge­ra­de weil die Beschäfti­gungs­verhält­nis­se nun­mehr zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt en­den soll­ten und an die­se Be­en­di­gung Leis­tun­gen an­knüpfen soll­ten, le­gen den Zweck of­fen, der Ver­sor­gung des Ar­beit­neh­mers im Al­ter zu die­nen.

3.3. Für die Ein­ord­nung ist schließlich oh­ne Be­deu­tung, dass § 1 Ziff. 2 der Über­g­angs­richt­li­nie ein vor­zei­ti­ges Aus­schei­den des Ar­beit­neh­mers als an­spruchsschädlich an­sieht.
Bei die­ser Re­ge­lung han­delt es sich um ei­ne bloße Rechts­fol­gen­re­ge­lung, die kei­ne Rück­schlüsse auf die Rechts­na­tur der zu­ge­sag­ten Leis­tung zulässt (vgl. hier­zu BAG, Ur­teil vom 18.02.2003, aaO.).

Die­se so­ge­nann­te Blei­be­re­ge­lung ist an den Maßstäben der Un­ver­fall­bar­keits­vor­schrif­ten des Be­trAVG zu mes­sen.

3.4. So­weit die Be­klag­te in die­ser Ein­ord­nung ei­nen Ein­griff in ih­re Pri­vat­au­to­no­mie sieht, kann dem nicht ge­folgt wer­den.
Die Be­klag­te ist zwar grundsätz­lich bei Zu­sa­ge ei­ner Leis­tung frei dar­in, fest­zu­le­gen, zu wel­chem Zweck sie die Leis­tung er­brin­gen will.

 

- 18 - 

Die­se Frei­heit er­streckt sich al­ler­dings nicht dar­auf, mit bin­den­der Wir­kung fest­le­gen zu können, ob es sich um Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung han­deln soll oder nicht. Für die­se Ein­ord­nung sind die zwin­gen­den Be­stim­mun­gen des Be­trAVG al­lein maßgeb­lich.

C.

Die Be­klag­te hat die Kos­ten des Rechts­streits als un­ter­le­ge­ne Par­tei nach § 91 Abs. 1 ZPO zu tra­gen.

We­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung der Sa­che war die Re­vi­si­on nach § 72 Abs. 2 ArbGG zu­zu­las­sen.

Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von Re­vi­si­on ein­ge­legt wer­den.

Für die ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt,

Hu­go-Preuß-Platz 1,

99084 Er­furt,

Fax-Nr.: (03 61) 26 36 - 2 00 0

ein­ge­legt wer­den.

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

* Ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

 

Schmidt 

Sep­pelf­ri­cke 

Till­mann
 

 

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