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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Arbeitnehmerüberlassung, Zustimmungsverweigerung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein
Akten­zeichen: 5 TaBV 33/08
Typ: Beschluss
Ent­scheid­ungs­datum: 20.01.2009
   
Leit­sätze:

 

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Lübeck
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein

Ak­ten­zei­chen: 5 TaBV 33/08
3 BV 38/08 ArbG Lübeck
(Bit­te bei al­len Schrei­ben an­ge­ben!)

 

Verkündet am 20.01.2009

Gez. ...
als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le 

 

Be­schluss

Im Na­men des Vol­kes

Im Be­schluss­ver­fah­ren mit den Be­tei­lig­ten

pp.

1.
hat die 5. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Schles­wig-Hol­stein auf die Anhörung der Be­tei­lig­ten am 20.01.2009 durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt ... als Vor­sit­zen­de und d. eh­ren­amt­li­chen Rich­ter ... als Bei­sit­zer und d. eh­ren­amt­li­chen Rich­ter ... als Bei­sit­zer

b e s c h l o s s e n:

 

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1. Die Be­schwer­de des An­trags­geg­ners ge­gen den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Lübeck vom 24. Ju­li 2008, Az. 3 BV 38/08, wird zurück­ge­wie­sen.

2. Die Rechts­be­schwer­de wird nicht zu­ge­las­sen.

 

Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die­sen Be­schluss ist das Rechts­mit­tel der Rechts­be­schwer­de nicht ge­ge­ben; im Übri­gen wird auf § 92 a Ar­beits­ge­richts­ge­setz ver­wie­sen.

 

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Gründe:

I.

Die Be­tei­lig­ten strei­ten im Be­schwer­de­ver­fah­ren über die Er­set­zung der Zu­stim­mung des Be­triebs­rats zur Ein­stel­lung von fünf Leih­ar­beit­neh­mern.

Die An­trag­stel­le­rin be­treibt an den Stand­or­ten N... ..., H... und K... drei psych­ia­tri­sche Ein­rich­tun­gen in Schles­wig-Hol­stein. Der An­trags­geg­ner (künf­tig: Be­triebs­rat) ist der bei ihr ge­bil­de­te 14-köpfi­ge Be­triebs­rat. Die An­trag­stel­le­rin gehört zur A...-Un­ter­neh­mens­grup­pe. Mut­ter­ge­sell­schaft ist die A... Psych­ia­trie Hol­ding GmbH. Die A... Ser­vice­ge­sell­schaft (künf­tig: A...-SG) ist auf dem Ge­biet Zeit­ar­beit und Per­so­nal­lea­sing tätig und eben­falls ei­ne Toch­ter der A... Psych­ia­trie Hol­ding GmbH. Die A...-SG ist im Be­sitz ei­ner Er­laub­nis der Bun­des­agen­tur für Ar­beit zur Durchführung ge­werbsmäßiger Ar­beit­neh­merüber­las­sung. Ihr Fir­men­sitz ist in H..., wo sie auf dem Kran­ken­haus­gelände der An­trag­stel­le­rin ei­ge­ne, vom Kran­ken­haus ab­ge­grenz­te Büroräume mit ei­ge­ner Büro­aus­stat­tung und ei­ge­nem Zu­gang un­terhält. Da­ne­ben hat die A...-SG im Kran­ken­haus in N... ei­nen nur von ihr ge­nutz­ten Büro­raum. Bei der A...-SG ist ei­ne Teil­zeit­kraft, Frau L..., an­ge­stellt, die mit den ein­zu­stel­len­den Leih­ar­beit­neh­mern die Ein­stel­lungs­gespräche führt. Frau L... hat­te da­ne­ben bis zum 31.12.2008 ein Voll­zeit­ar­beits­verhält­nis mit der Ar­beit­ge­be­rin. Seit dem 01.01.2009 beschäftigt die A...-SG zwei Voll­zeit­kräfte und zwei ge­ringfügi­ge Teil­zeit­kräfte auf € 400,00-Ba­sis im Ver­wal­tungs­be­reich. Bei der A...-SG sind ca. 180 Leih­ar­beit­neh­mer an­ge­stellt, die in un­ter­schied­li­chen Ent­lei­her­be­trie­ben in ver­schie­de­nen Bun­desländern ein­ge­setzt wer­den. Auf die Ar­beits­verhält­nis­se der bei der A...-SG beschäftig­ten Leih­ar­beit­neh­mer fin­den die zwi­schen dem DGB und dem Ar­beit­ge­ber­ver­band iGZ ver­ein­bar­ten Ta­rif­verträge für die Zeit­ar­beits­bran­che An­wen­dung. Der Ein­satz der Leih­ar­beit­neh­mer bei den je­wei­li­gen Ent­lei­hern er­folgt dann auf­grund ei­nes zwi­schen der A...-SG und dem Ent­lei­her ge­schlos­se­nen Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ver­trags.

Die An­trag­stel­le­rin be­an­trag­te beim Be­triebs­rat die Zu­stim­mung zur be­fris­te­ten Ein­stel­lung fol­gen­der Leih­ar­beit­neh­me­rin­nen:

 

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Na­me An­trag Zeit­raum

B... 02.04.08 01.05.08 – 30.04.09
P... 07.07.08 15.07.08 – 06.03.09
H... 07.07.08 01.08.08 – 06.03.09
P... 04.07.08 01.08.08 – 31.07.09
St.. 04.07.08 15.10.08 – 14.10.09

Sie un­ter­rich­te­te den Be­triebs­rat in je­dem Ein­zel­fall darüber, dass die be­fris­te­te Ein­stel­lung als Leih­ar­beit­neh­mer nach dem AÜG be­ab­sich­tigt und dass Ver­lei­her die A...-SG sei. We­gen der Un­ter­rich­tun­gen gemäß § 99 Abs. 1 Be­trVG wird im Übri­gen auf die An­la­gen Ast 4, 5, 9, 12, 15 und 18 Be­zug ge­nom­men. Die Leih­ar­beit­neh­me­rin B... war zu­vor bei der An­trag­stel­le­rin auf der Grund­la­ge be­fris­te­ter Ar­beits­verträge vom 01.05.2006 bis 30.04.2008 als Er­zie­he­rin beschäftigt. Nach­dem der Be­triebs­rat sei­ne Zu­stim­mung zur Ein­stel­lung der Leih­ar­beit­neh­me­rin­nen B..., P..., H... und P... ab­ge­lehnt hat­te, er­such­te die An­trag­stel­le­rin den Be­triebs­rat je­weils um Zu­stim­mung zur vorläufi­gen Ein­stel­lung nach § 100 Be­trVG. Auch den be­an­trag­ten Eil­maßnah­men wi­der­sprach der Be­triebs­rat.

Dar­auf­hin hat die An­trag­stel­le­rin das vor­lie­gen­de Zu­stim­mungs­er­set­zungs­ver­fah­ren beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­lei­tet. Im Lau­fe des Be­schluss­ver­fah­rens hat der Be­triebs­rat sei­ne Wi­dersprüche nur noch auf die Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rungs­rech­te gemäß § 99 Abs. 2 Nrn. 3 und 4 Be­trVG gestützt.

We­gen des wei­te­ren Sach- und Streit­stands in ers­ter In­stanz, ins­be­son­de­re des strei­ti­gen Vor­brin­gens der Be­tei­lig­ten, so­wie der erst­in­stanz­li­chen Anträge wird auf die Dar­stel­lun­gen un­ter Ziff. I. der Gründe des an­ge­foch­te­nen Be­schlus­ses ein­sch­ließlich der In­be­zug­nah­men ver­wie­sen, § 69 Abs. 2 ArbGG.

Das Ar­beits­ge­richt hat mit Be­schluss vom 24.07.2008 den Anträgen statt­ge­ge­ben und die Zu­stim­mung zur Ein­stel­lung der fünf Leih­ar­beit­neh­me­rin­nen er­setzt und im Hin­blick auf die Leih­ar­beit­neh­me­rin­nen B..., P..., H... und P... fest­ge­stellt, dass die vorläufi­ge Ein­stel­lung aus sach­li­chen Gründen drin­gend er­for­der­lich sei. Ein Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rungs­grund nach § 99 Abs. 2 Nr. 3 Be­trVG schei­de aus, weil die Ar­beit­neh­mer, de­ren Ein­stel­lung die An­trag­stel­le­rin be­trei­be, nicht an­de­re Ar­beit­neh-

 

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mer im Sin­ne die­ser Re­ge­lung sei­en, son­dern nur be­trof­fe­ne Ar­beit­neh­mer i. S. v. § 99 Abs. 2 Nr. 4 Be­trVG. Ein Ar­beit­neh­mer könne nie­mals er selbst und zu­gleich ein an­de­rer Ar­beit­neh­mer im recht­li­chen Sin­ne sein. Durch die Ein­stel­lung der Leih­ar­beit­neh­me­rin­nen würden auch nicht an­de­re, be­fris­tet beschäftig­te Ar­beit­neh­mer be­nach­tei­ligt, weil de­ren Sta­tus nicht geändert wer­de. Ins­be­son­de­re hätten die­se kei­nen Rechts­an­spruch auf Ver­trags­verlänge­rung oder Auf­he­bung der Be­fris­tung. Auch ein Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rungs­recht nach § 99 Abs. 2 Nr. 4 Be­trVG lie­ge nicht vor. Die Ein­stel­lung als sol­che sei kei­ne Be­nach­tei­li­gung. Dies er­ken­ne letzt­lich auch der Be­triebs­rat an. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Be­triebs­rats sei es aber auch nicht rechts­miss­bräuch­lich über die A...-SG Ar­beit­neh­mer als Leih­ar­beit­neh­mer be­fris­tet ein­zu­stel­len, die sie, die Ar­beit­ge­be­rin, we­gen § 14 Abs. 2 Tz­B­fG nicht mehr selbst zeit­be­fris­tet beschäfti­gen könne. Die­ser Ein­wand des Be­triebs­rats be­tref­fe nicht die Ein­stel­lung, son­dern die Ar­beits­be­din­gun­gen. Zu ei­ner In­halts­kon­trol­le sei der Be­triebs­rat aber im Rah­men des § 99 Abs. 2 Be­trVG nicht be­rech­tigt. Auch han­de­le ein Ar­beit­ge­ber, der ei­ne Be­fris­tung nicht verlänge­re, um den be­tref­fen­den Ar­beit­neh­mer an­sch­ließend im Rah­men ei­nes Leih­ar­beits­verhält­nis­ses auf dem­sel­ben Ar­beits­platz ein­zu­set­zen, nicht rechts­miss­bräuch­lich. Dem Be­triebs­rat ste­he ein Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rungs­recht un­ter dem As­pekt miss­bräuch­li­cher Aus­nut­zung von grundsätz­lich recht­lich zulässi­gen Ge­stal­tungs­for­men auch nicht gemäß § 99 Abs. 2 Nr. 1 Be­trVG zu. Der be­fris­tet beschäftig­te Ar­beit­neh­mer ha­be kei­nen Rechts­an­spruch auf Ver­trags­verlänge­rung. Es blei­be dem Ar­beit­ge­ber un­be­nom­men, die­sen Ar­beit­neh­mer nach Frist­ab­lauf von ei­ner Zeit­ar­beits­fir­ma zu ent­lei­hen. Da­bei könne es kei­ne Rol­le spie­len, ob er mit der Zeit­ar­beits­fir­ma kon­zern­recht­lich ver­knüpft sei oder nicht. Al­lein aus der kon­zern­recht­li­chen Ver­knüpfung zwi­schen der An­trag­stel­le­rin und der A...-SG las­se sich der vom Be­triebs­rat pau­schal be­haup­te­te und nicht näher be­gründe­te Miss­brauch­stat­be­stand nicht her­lei­ten. Die von der An­trag­stel­le­rin durch­geführ­ten und die von ihr ge­plan­ten vorläufi­gen per­so­nel­len Maßnah­men sei­en gemäß § 100 Abs. 1 Be­trVG aus sach­li­chen Gründen drin­gend er­for­der­lich ge­we­sen. Der Be­triebs­rat könne sich nicht dar­auf be­ru­fen, dass die An­trag­stel­le­rin in Kennt­nis der aus­lau­fen­den Ar­beits­verträge die Be­tei­li­gungs­ver­fah­ren zu spät ein­ge­lei­tet ha­be. Ein Ar­beit­ge­ber sei auch bei Vor­lie­gen be­fris­te­ter Ar­beits­verhält­nis­se nicht ge­hal­ten, das Mit­be­stim­mungs­ver­fah­ren betr. die Ein­stel­lung neu­er Ar­beit­neh­mer so recht­zei­tig ein­zu­lei­ten, dass er auf Maßnah­men gemäß § 100 Be­trVG nicht an­ge­wie­sen sei.

 

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Ge­gen die­sen ihm am 26.08.2008 zu­ge­stell­ten Be­schluss hat der Be­triebs­rat am 20.08.2008 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Be­schwer­de ein­ge­legt und die­se am Mon­tag, den 27.10.2008, be­gründet.

Der Be­triebs­rat trägt vor, bei der A...-SG han­de­le es sich um ei­ne 100%ige Toch­ter der An­trag­stel­le­rin. Die Geschäftsführer der A...-SG sei­en im Un­ter­neh­men der An­trag­stel­le­rin tätig. Der Be­triebs­rat be­strei­tet mit Nicht­wis­sen, dass Frau L... von der A...-SG vergütet wird bzw. die An­trag­stel­le­rin die Tätig­keit der Frau L... der A...-SG in Rech­nung stellt, folg­lich blei­be das un­ter­neh­me­ri­sche Ri­si­ko der Beschäfti­gung der Frau L... bei der An­trag­stel­le­rin. Frau B. sei mehrjährig bei der An­trag­stel­le­rin an­ge­stellt ge­we­sen und wer­de jetzt über die von der An­trag­stel­le­rin be­trie­be­ne A...-SG auf dem glei­chen Ar­beits­platz bei der An­trag­stel­le­rin ein­ge­setzt. Die­se Kon­struk­ti­on sei not­wen­dig ge­we­sen, da ei­ne sach­grund­lo­se Be­fris­tung nach § 14 Abs. 2 Tz­B­fG bei der An­trag­stel­le­rin nicht mehr möglich ge­we­sen sei. Die An­trag­stel­le­rin sei auch An­sprech­part­ner für die Be­gründung des Leih­ar­beits­verhält­nis­ses ge­we­sen. Es ge­be kei­ne ei­genständi­gen Ak­ti­vitäten der A...-SG, am Markt tätig zu wer­den und Ar­beits­kräfte zu re­kru­tie­ren, die dann im We­ge der Ar­beit­neh­merüber­las­sung bei an­de­ren Un­ter­neh­men ein­ge­setzt würden. Am 13.03.2008 ha­be die Geschäftsführung der An­trag­stel­le­rin, Frau K..., Frau B. so­wie wei­te­ren be­fris­tet an­ge­stell­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen mit­ge­teilt, dass bei der An­trag­stel­le­rin ei­ne Wei­ter­beschäfti­gung auf­grund der ex­plo­die­ren­den Kos­ten nicht möglich sei. In­des­sen bestünde bei der A...-SG die Möglich­keit ei­ner Wei­ter­beschäfti­gung. Für die Be­wer­bun­gen sei Frau L... in H... ver­ant­wort­lich. Die Geschäftsführe­rin der An­trag­stel­le­rin ha­be zu­dem die zu er­war­ten­den Ar­beits­be­din­gun­gen erläutert. Mit­hin sei­en die zukünf­ti­gen ver­trag­li­chen Be­din­gun­gen nicht mit der A...-SG, son­dern mit der An­trag­stel­le­rin aus­ge­han­delt wor­den. Hierfür spre­che auch das Schrei­ben der An­trag­stel­le­rin vom 19.05.2008 an die A...-SG (Bl. 175 d. A.). Da­nach soll­te die Grund­vergütung der Leih­ar­beit­neh­mer nach Ab­spra­che mit der Geschäftsführung, Frau K..., für die qua­li­fi­zier­ten Pfle­ge­kräfte bei­be­hal­ten wer­den. Die An­trag­stel­le­rin ha­be zu­sam­men mit der A...-SG ein un­ter­neh­me­ri­sches Kon­zept gewählt, das fak­tisch nicht zu Ände­run­gen in den be­trieb­li­chen Abläufen der An­trag­stel­le­rin führen soll­te, gleich­wohl aber zum Ver­lust des Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes so­wie des

 

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equal-pay-An­spruchs al­ler im Be­trieb beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer führen soll­te. Die Nut­zung der A...-SG sei rechts­miss­bräuch­lich, da sie ei­ne Kon­struk­ti­on dar­stel­le, die al­lein dar­auf ge­rich­tet sei, in­ner­be­trieb­lich ge­schul­de­te Leis­tun­gen – wie die zur Zeit in Aus­sicht ste­hen­den ta­rif­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen mit der Ge­werk­schaft ver.di – an ei­nen Teil der von ihr ein­ge­setz­ten Pfle­ge­kräfte nicht er­brin­gen zu müssen, oh­ne die ei­ge­nen be­trieb­li­chen und per­so­nal­ver­wal­tungsmäßigen Abläufe der An­trag­stel­le­rin ändern zu müssen. Ins­be­son­de­re die Wei­ter­beschäfti­gung von Alt-Ar­beit­neh­mern ma­che deut­lich, dass die A...-SG nicht am Markt tätig wer­de, son­dern eher wie ein ab­ge­son­der­ter Teil der Per­so­nal­ab­tei­lung für die An­trag­stel­le­rin Ar­beits­kräfte re­kru­tie­re, die dann bei der An­trag­stel­le­rin zu er­heb­lich schlech­te­ren Be­din­gun­gen wie­der ein­ge­setzt würden. Ob­gleich for­mal be­trach­tet ei­ne Mit­ar­bei­te­rin noch­mals sie selbst und zu­gleich ei­ne an­de­re Ar­beit­neh­me­rin i. S. v. § 99 Abs. 2 Nr. 3 Be­trVG sein könne, gel­te dies je­den­falls dann nicht, wenn – wie vor­lie­gend – ein neu­er Ver­trags­ar­beit­ge­ber tatsächlich nicht am Markt auf­tre­te und die Ver­trags­in­hal­te vor Aus­lau­fen des ursprüng­li­chen be­fris­te­ten Ver­tra­ges mit dem Alt-Ar­beit­ge­ber für den Neu-Ar­beit­ge­ber mit­ge­teilt würden und so­mit die Ar­beit­neh­me­rin noch während des Laufs des al­ten Ar­beits­verhält­nis­ses in ein neu­es Beschäfti­gungs­verhält­nis „ge­zwun­gen“ wer­de. Der Be­triebs­rat hält den Ein­wand, dass die Ein­stel­lung aus sach­li­chen Gründen nicht drin­gend er­for­der­lich ge­we­sen sei, auf­recht. Die An­trag­stel­le­rin ha­be von Be­ginn an Ver­trags­kon­struk­tio­nen gewählt, die den be­reits beschäftig­ten bzw. neu ein­zu­stel­len­den Mit­ar­bei­tern aus­sch­ließlich zum Nach­teil ge­reich­ten, oh­ne die­se be­son­de­ren Umstände im Vor­feld mit dem Be­triebs­rat zu be­ra­ten. Folg­lich sei kein Grund er­sicht­lich, die­se Mit­ar­bei­ter im Zu­ge vorläufi­ger per­so­nel­ler Maßnah­men ein­zu­stel­len. Viel­mehr ha­be die An­trag­stel­le­rin die Möglich­keit, die be­ste­hen­den Beschäfti­gungs­verhält­nis­se zu verlängern. Dann wäre das Zeit­pro­blem nicht auf­ge­tre­ten. Die Not­wen­dig­keit der Eil­maßnah­me ha­be sich erst da­durch er­ge­ben, dass die An­trag­stel­le­rin rechts­miss­bräuch­lich ei­ne Ver­trags­kon­struk­ti­on gewählt ha­be, die nicht halt­bar sei und ihn, den Be­triebs­rat, zur Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rung nicht nur be­rech­ti­ge, son­dern auch ver­pflich­te.

Der Be­triebs­rat be­an­tragt,

den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Lübeck vom 24.07.2008 zum Ak­ten­zei­chen 3 BV 38/08 ab­zuändern und die Anträge zurück­zu­wei­sen.

 

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Die An­trag­stel­le­rin be­an­tragt,

die Be­schwer­de zurück­zu­wei­sen.

Die An­trag­stel­le­rin ver­tei­digt den an­ge­foch­te­nen Be­schluss. Bei der A...-SG han­de­le es sich um ei­ne vollständig ei­genständi­ge Schwes­ter­ge­sell­schaft der An­trag­stel­le­rin mit ei­ge­nem Fir­men­sitz, ei­ge­nen Büroräum­en und ei­ge­nem Per­so­nal, wel­ches auch von der A...-SG vergütet wer­de. Die­se Zeit­ar­beits­fir­ma re­kru­tie­re auch Ar­beits­kräfte am frei­en Markt. Die Ein­stel­lungs­gespräche führ­ten auch die Ver­tre­ter der A...-SG, nämlich de­ren Geschäftsführer T... oder de­ren An­ge­stell­te L.... Hier­ge­gen sprächen we­der die so­ge­nann­ten Kenn­lern­gespräche, die sie als Ent­lei­he­rin mit den Leih­ar­beit­neh­mern führe, noch der Um­stand, dass ehe­mals bei ihr be­fris­tet an­ge­stell­te Ar­beit­neh­mer nach Frist­ab­lauf von der A...-SG ein­ge­stellt und so­dann im We­ge ei­nes Ar­beits­neh­merüber­las­sungs­ver­trags bei ihr, der An­trag­stel­le­rin, wie­der ein­ge­setzt würden. Sie ha­be die un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung ge­trof­fen, in verstärk­tem Maße Leih­ar­beit­neh­mer ein­zu­set­zen. Dies sei recht­lich zulässig und nicht rechts­miss­bräuch­lich. Es sei auch nicht zu be­an­stan­den, in der Re­gel nur mit ei­ner Zeit­ar­beits­fir­ma, die zur glei­chen Un­ter­neh­mens­grup­pe gehöre, zu­sam­men­zu­ar­bei­ten. Dem Be­triebs­rat ste­he we­der ein Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rungs­recht nach § 99 Abs. 2 Nr. 3 noch nach Nr. 4 Be­trVG zu.

We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Be­tei­lig­ten im Be­schwer­de­ver­fah­ren wird auf den münd­lich vor­ge­tra­ge­nen In­halt der zwi­schen ih­nen ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie den In­halt des Sit­zungs­pro­to­kolls vom 20.01.2009 ver­wie­sen.

II.

Die Be­schwer­de ist zulässig, ins­be­son­de­re ist sie in der ge­setz­li­chen Form und Frist ein­ge­legt und be­gründet wor­den, §§ 89 Abs. 1, Abs. 2; 89 Abs. 2; 66 Abs. 1; 64 Abs. 6 ArbGG i. V. m. §§ 518; 519 ZPO.

 

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In der Sa­che selbst hat die Be­schwer­de in­des­sen kei­nen Er­folg, sie ist un­be­gründet.

Das Ar­beits­ge­richt hat zu Recht die Zu­stim­mung zu den Ein­stel­lun­gen der für im An­trag ge­nann­ten fünf Leih­ar­beit­neh­me­rin­nen er­setzt und die drin­gen­de Er­for­der­lich­keit der vorläufi­gen Beschäfti­gung fest­ge­stellt. Zur Ver­mei­dung unnöti­ger Wie­der­ho­lun­gen wird an die­ser Stel­le auf die sorgfälti­ge Be­gründung un­ter Ziff. II. der Gründe des an­ge­foch­te­nen Be­schlus­ses ver­wie­sen. Le­dig­lich ergänzend und auf die mit der Be­schwer­de­be­gründung vor­ge­tra­ge­nen Einwände ein­ge­hend, soll noch auf Fol­gen­des hin­ge­wie­sen wer­den:

1. Der Zu­stim­mungs­er­set­zungs­anträge sind be­gründet.

a) Die An­trag­stel­le­rin hat den Be­triebs­rat je­weils un­ter Wah­rung der ge­setz­lich gemäß § 99 Abs. 3 Be­trVG vor­ge­schrie­be­nen Wo­chen­frist um­fas­send i. S. v. § 99 Abs. 1 S. 1 Be­trVG über die be­ab­sich­tig­te Ein­stel­lung der fünf Leih­ar­beit­neh­me­rin­nen un­ter­rich­tet. Ins­be­son­de­re hat sie dem Be­triebs­rat je­weils die Per­so­na­li­en der be­tref­fen­den Mit­ar­bei­te­rin, de­ren be­ab­sich­ti­ge Beschäfti­gungs­dau­er und Ar­beits­zeit so­wie Ein­satz­be­reich als auch den Na­men des Ver­lei­hers un­ter Hin­weis auf die Möglich­keit zur Ein­sicht­nah­me in den Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ver­trag mit­ge­teilt. Ei­nes ge­son­der­ten Hin­wei­ses dar­auf, dass Frau B. be­reits zu­vor ein be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis mit ihr, der An­trag­stel­le­rin, hat­te, be­durf­te es nicht. Un­strei­tig war dem Be­triebs­rat die­ser Um­stand be­kannt. Zwi­schen den Be­tei­lig­ten ist die Ord­nungs­gemäßheit der Un­ter­rich­tung nach § 99 Be­trVG auch nicht mehr im Streit.

b) Die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats gilt zwar nicht nach § 99 Abs. 3 S. 2 Be­trVG als be­reits er­teilt. Der Be­triebs­rat hat den be­ab­sich­tig­ten Ein­stel­lun­gen der Leih­ar­beit­neh­me­rin­nen form- und frist­ge­recht wi­der­spro­chen und in in­halt­lich zu be­ach­ten­der Wei­se Ver­wei­ge­rungs­gründe vor­ge­bracht, die sich den Gründen des § 99 Abs. 2 Nr. 1, Nr. 3 und Nr. 4 Be­trVG zu­ord­nen las­sen. Auch dies ist zwi­schen den Be­tei­lig­ten un­strei­tig.

 

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c) In­des­sen stützt die vom Be­triebs­rat in den je­wei­li­gen Wi­dersprüchen an­ge­ge­be­ne Be­gründung kei­nen Ver­wei­ge­rungs­grund i. S. v. § 99 Abs. 2 Be­trVG. Es liegt we­der ein Ge­set­zes­ver­s­toß i. S. d. Nr. 1 (aa) noch ei­ne Be­nach­tei­li­gung von Ar­beit­neh­mern nach Nr. 3 (bb) noch ei­ne Be­nach­tei­li­gung an­de­rer Ar­beit­neh­mer nach Nr. 4 (cc) die­ser Vor­schrift vor.

aa) Der Be­triebs­rat kann sich bei der Ein­stel­lung der Leih­ar­beit­neh­me­rin B. und der übri­gen vier Leih­ar­beit­neh­me­rin­nen nicht mit Er­folg auf ei­nen Ge­set­zes­ver­s­toß gemäß § 99 Abs. 2 Nr. 1 Be­trVG be­ru­fen.

(1) Ob­gleich der Be­triebs­rat so­wohl in ers­ter als auch in zwei­ter In­stanz sei­ne je­wei­li­gen Wi­dersprüche nur noch auf die Ver­wei­ge­rungs­gründe gemäß § 99 Abs. 2 Nr. 3 und Nr. 4 Be­trVG be­schränkt hat, lässt sich sei­nem Sach- und Rechts­vor­trag ent­neh­men, dass er nach wie vor ei­nen Ge­set­zes­ver­s­toß gemäß § 99 Abs. 2 Nr. 1 Be­trVG rügt. Der ex­pli­zi­ten Be­nen­nung ei­nes ge­setz­lich vor­ge­se­he­nen Ver­wei­ge­rungs­grun­des be­darf es nicht. Viel­mehr genügt es, dass sich die Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rungs­gründe des Be­triebs­ra­tes noch ei­nem der ge­setz­li­chen Tat­bestände nach § 99 Abs. 2 Be­trVG zu­ord­nen las­sen (BAG Be­schl. v. 11.06.2002 – 1 ABR 43/01 -, AP Nr. 118 zu § 99 Be­trVG 1972). Der Be­triebs­rat be­haup­tet, dass es sich bei der A...-SG um ei­ne von der An­trag­stel­le­rin be­herrsch­te, we­der mit ei­ge­nem Per­so­nal aus­ge­stat­te­te noch am frei­en Markt täti­ge Ver­leih­fir­ma han­de­le, de­ren ein­zi­ger Un­ter­neh­mens­zweck sei, die von der An­trag­stel­le­rin an­sons­ten in­ner­be­trieb­lich ge­schul­de­ten (ta­rif­li­chen) Leis­tun­gen an ei­nen Teil der in ih­ren Kli­ni­ken beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer nicht er­brin­gen zu müssen. Hier­bei han­de­le es sich um ei­ne rechts­miss­bräuch­li­che Um­ge­hungs­kon­struk­ti­on. Bei dem Ein­wand des Rechts­miss­brauchs han­delt es sich in­des­sen um die Rüge ei­nes Ver­s­toßes ge­gen den Grund­satz von Treu und Glau­ben gemäß § 242 BGB und da­mit ei­nen Ge­set­zes­ver­s­toß gemäß § 99 Abs. 2 Nr. 1 Be­trVG.

(2) Die vor­lie­gend gewähl­te Ver­trags­kon­struk­ti­on zur sach­grund­los be­fris­te­ten Wei­ter­beschäfti­gung der Ar­beit­neh­me­rin B. durch Zwi­schen­schal­tung der A...-SG verstößt we­der ge­gen das Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz noch ge­gen das Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ge­setz.

 

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(a) Ein Be­triebs­rat kann sei­ne Zu­stim­mung zu ei­ner per­so­nel­len Maßnah­me nach § 99 Abs. 2 Be­trVG nur dann ver­sa­gen, wenn die Maßnah­me selbst ge­gen ein Ge­setz, ei­nen Ta­rif­ver­trag oder sons­ti­ge Norm verstößt. Da­zu be­darf es zwar kei­nes Ver­bots­ge­set­zes im tech­ni­schen Sin­ne, dass un­mit­tel­bar die Un­wirk­sam­keit der Maßnah­me her­beiführt; der Zweck der be­tref­fen­den Norm, die Ein­stel­lung selbst zu ver­hin­dern, muss aber hin­rei­chend deut­lich zum Aus­druck kom­men.

(b) Hier­an ge­mes­sen verstößt die Ein­stel­lung als sol­che bzw. der Ein­satz der be­tref­fen­den, bei der A...-SG an­ge­stell­ten Leih­ar­beit­neh­mer we­der ge­gen § 14 Abs. 2 Tz­B­fG noch ge­gen die Vor­schrif­ten des AÜG. Un­ge­ach­tet des­sen, dass we­der ein Ver­s­toß ge­gen § 14 Abs. 2 Tz­B­fG noch ein Ver­s­toß ge­gen das equal-pay-Ge­bot gemäß § 9 Nr. 2 AÜG die Ein­stel­lung bzw. die Beschäfti­gung der Leih­ar­beit­neh­mer beim Ent­lei­her als sol­che ver­bie­tet und so­mit auch kei­nen Ver­wei­ge­rungs­grund nach § 99 Abs. 2 Nr. 1 Be­trVG be­gründen könn­te, liegt ein der­ar­ti­ger Ver­s­toß hier auch nicht vor.

Die Über­las­sung ei­nes Ar­beit­neh­mers an sei­nen vor­ma­li­gen Ver­trags­ar­beit­ge­ber, bei dem die­ser zu­vor zwei Jah­re sach­grund­los be­fris­tet beschäftigt war, führt grundsätz­lich nicht zur Un­wirk­sam­keit ei­ner an­sch­ließend mit dem Ver­lei­her i. S. d. § 1 AÜG nach § 14 Abs. 2 Tz­B­fG ver­ein­bar­ten sach­grund­lo­sen Be­fris­tung (BAG Urt. v. 18.10.2006 – 7 AZR 145/06 -, AP Nr. 4 zu § 14 Tz­B­fG). Es ist mit­hin recht­lich nicht zu be­an­stan­den, dass ein Ar­beit­ge­ber ei­nen be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag nicht verlängert, son­dern von der ge­setz­lich zulässi­gen Möglich­keit Ge­brauch macht, über den Ab­schluss ei­nes Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ver­tra­ges die bei der Per­so­nal­lea­sing­fir­ma so­dann an­ge­stell­te Mit­ar­bei­te­rin aus­zu­lei­hen und in sei­nem Be­trieb als Leih­ar­beit­neh­me­rin wei­ter­zu­beschäfti­gen. Ei­ne sol­che Ver­trags­ge­stal­tung verstößt für sich ge­nom­men we­der ge­gen den Tat­be­stand des § 14 Abs. 2 Tz­B­fG noch ge­gen die ar­beits- und ge­wer­be­recht­li­chen Vor­ga­ben der §§ 3, 9 AÜG. Der Ge­setz­ge­ber hat für die Zulässig­keit der sach­grund­lo­sen Be­fris­tung nach § 14 Abs. 2 Tz­B­fG nicht auf die vor­he­ri­ge Beschäfti­gung in ei­nem Be­trieb oder für den Be­triebs­in­ha­ber, son­dern auf den recht­li­chen Be­stand ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem Ver­trags­ar­beit­ge­ber ab-

 

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ge­stellt (BAG Urt. v. 18.10.2006 – 7 AZR 145/06 -, a.a.O.). Dies wird vom Be­triebs­rat letzt­lich auch nicht in Ab­re­de ge­stellt.

(3) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Be­triebs­rats ist die Ein­stel­lung der fünf Leih­ar­beit­neh­mer aber auch nicht des­halb rechts­miss­bräuch­lich und da­mit gemäß § 242 BGB ver­bo­ten, weil die An­trag­stel­le­rin mit dem zur A...-Grup­pe gehören­den Per­so­nal­lea­sing­un­ter­neh­men ei­nen Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ver­trag ab­ge­schlos­sen hat. Hier­bei han­delt es sich um die A...-SG, die un­be­strit­ten seit dem 04.03.2008 über ei­ne AÜG-Ge­neh­mi­gung verfügt, die kürz­lich oh­ne Auf­la­gen und oh­ne Wi­der­rufs­vor­be­halt bis zum 06.03.2010 verlängert wor­den ist. Es kann mit­hin un­ter­stellt wer­den, dass ir­gend­wel­che Ver­sa­gungs­gründe nach § 3 AÜG nicht vor­lie­gen und sich die A...-SG bei der ge­werbsmäßigen Ar­beit­neh­merüber­las­sung im Rah­men des ge­setz­lich Zulässi­gen hält.

(a) So­weit der Be­triebs­rat be­haup­tet, die A...-SG sei nicht am frei­en Markt tätig, son­dern re­kru­tie­re eher wie ein ab­ge­son­der­ter Teil der Per­so­nal­ab­tei­lung für die An­trag­stel­le­rin Ar­beits­kräfte, die dann zu deut­lich schlech­te­ren Be­din­gun­gen bei der An­trag­stel­le­rin ein­ge­setzt würden, wird dies durch nichts be­legt. Un­strei­tig verfügt die A...-SG über ei­ne AÜG-Er­laub­nis. Sie wen­det un­strei­tig die für Zeit­ar­beit zwi­schen ver.di und iDG ab­ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträge an. Sie hat nicht nur ei­nen for­mel­len Fir­men­sitz, son­dern auch ei­ge­ne Räum­lich­kei­ten, ei­ge­ne Büro­aus­stat­tung und ei­ge­nes Per­so­nal. Sie ist in den Bran­chen­buch­ein­trägen im In­ter­net ver­tre­ten. An­ge­sichts des­sen ist nicht verständ­lich, war­um der Be­triebs­rat gleich­wohl da­von aus­geht, dass es sich bei der A...-SG nur um ei­nen so­ge­nann­ten Stroh­mann der An­trag­stel­le­rin han­de­le. Es ist rechts­un­er­heb­lich, ob sich der Ar­beit­ge­ber ei­ner ex­ter­nen oder kon­zern­an­gehöri­gen Per­so­nal­lea­sing­fir­ma be­dient, so­fern der Zeit­ar­beits­fir­ma die Er­laub­nis zur Ar­beit­neh­merüber­las­sung nach § 2 AÜG er­teilt wor­den ist (LAG Nie­der­sach­sen Urt. v. 18.02.2008 – 12 TaBV 142/07 -, zit. n. Ju­ris). Es ist nicht rechts­miss­bräuch­lich, wenn der Ar­beit­ge­ber von der ge­setz­lich zulässi­gen Möglich­keit des Ein­sat­zes von Leih­ar­beit­neh­mern Ge­brauch macht und an­stel­le ei­ge­nen Per­so­nals Leih­ar­beit­neh­mer ein­stellt. We­der das Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz noch das Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ge­setz ver­bie­ten es, ei­nen be­reits zwei Jah­re lang sach-grund­los be­fris­te­ten Ar­beit­neh­mer nach Frist­ab­lauf als Leih­ar­beit­neh­mer von ei­ner

 

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Zeit­ar­beits­fir­ma zu über­neh­men. Nach Auf­he­bung der Höchst­zu­las­sungs­dau­er von 24 Mo­na­ten in § 3 Abs. 1 Nr. 6 AÜG a. F. hat der Ge­setz­ge­ber die Nut­zungs- und Ge­stal­tungsmöglich­kei­ten der Leih­ar­beit be­wusst er­wei­tert, so­dass selbst ei­ne auf Dau­er an­ge­leg­te Ar­beit­neh­merüber­las­sung recht­lich zulässig ist. So­wohl die An­trag­stel­le­rin als auch die A...-SG hal­ten sich im Rah­men des ge­setz­lich Er­laub­ten. Es wäre al­lein Sa­che des Ge­setz­ge­bers, die Leih­ar­beit ggf. dort zu be­schränken, wo Leih­ar­bei­ter un­mit­tel­bar vor de­ren Ein­satz in dem Beschäfti­gungs­be­trieb eben­dort als Ver­trags­ar­beit­neh­mer tätig ge­we­sen sind.

(b) Ei­ne an­de­re Be­ur­tei­lung der Sach- und Rechts­la­ge er­gibt sich auch nicht dar­aus, dass Frau L... bis zum 31.12.2008 ganz über­wie­gend im Rah­men ei­nes Voll­zeit­ar­beits­verhält­nis­ses für die An­trag­stel­le­rin tätig ge­we­sen ist. Die A...-SG hat ih­re Geschäftstätig­keit erst im März 2008 auf­ge­nom­men, so­dass na­tur­gemäß die anfäng­lich er­for­der­li­chen Ver­wal­tungs­ar­bei­ten eher ge­ring ge­we­sen sind und erst nach und nach an Um­fang zu­nah­men, so­dass zwi­schen­zeit­lich zwei Voll­zeit­kräfte ein­ge­stellt wor­den sind. Zu­dem wird von dem Be­triebs­rat auch nicht be­strit­ten, dass die A...-SG, d.h. de­ren Geschäftsführer bzw. die Mit­ar­bei­te­rin L..., mit den ein­zu­stel­len­den Leih­ar­beit­neh­mern selbst die Ein­stel­lungs­gespräche geführt hat.

(c) Ei­ne rechts­miss­bräuch­li­che Ver­trags­kon­struk­ti­on lässt sich auch nicht dar­aus ab­lei­ten, dass die An­trag­stel­le­rin die bei ihr be­fris­tet an­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mer/in­nen vor Frist­ab­lauf auf die Möglich­keit ei­ner evtl. Wei­ter­beschäfti­gung auf­grund ei­nes Leih­ar­beits­verhält­nis­ses mit der A...-SG hin­weist. Von die­ser Ver­trags­kon­struk­ti­on pro­fi­tiert letzt­lich nicht nur die An­trag­stel­le­rin, die ei­ne be­reits ein­ge­ar­bei­te­te Leih­ar­beit­neh­me­rin von der A...-SG über­nimmt, son­dern auch die be­tref­fen­de Ar­beit­neh­me­rin, de­ren Ar­beits­verhält­nis mit der An­trag­stel­le­rin ausläuft, oh­ne dass die­se ei­nen An­spruch auf Verlänge­rung oder Neu­ab­schluss ei­nes mit der An­trag­stel­le­rin be­ste­hen­den (Zeit-)Ar­beits­ver­tra­ges hat.

(d) Der Be­triebs­rat be­ruft sich zum Be­leg des Rechts­miss­brauchs zu Un­recht dar­auf, dass sich die An­trag­stel­le­rin im Rah­men des Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ver­tra­ges mit der A...-SG vor­behält, vor der Über­nah­me „neu­er“ Leih­ar­beit­neh­mer mit je­nen ein so­ge­nann­tes Kenn­lern­gespräch zu führen. Der­ar­ti­ge Kenn­lern­gespräche

 

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zwi­schen Ent­lei­her und Leih­ar­beit­neh­mer sind we­der ge­setz­wid­rig noch an­sons­ten zu be­an­stan­den, son­dern sach­ge­recht, um die Ge­eig­net­heit des Leih­ar­beit­neh­mers für die vor­ge­se­he­ne Po­si­ti­on in den Kli­ni­ken der An­trag­stel­le­rin zu über­prüfen. Da­bei kommt es nicht dar­auf an, ob die­se Kenn­lern­gespräche erst nach Ein­stel­lung durch die A...-SG aber vor Über­nah­me durch die An­trag­stel­le­rin oder schon im so­ge­nann­ten An­bahnungs­verhält­nis mit der A...-SG statt­fin­den. Es kann der An­trag­stel­le­rin nicht zum Vor­wurf ge­macht wer­den, dass sie bei Ab­schluss der Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­verträge von der A...-SG nicht „die Kat­ze im Sack kauft“, son­dern die Ein­stel­lung von der Ge­eig­net­heit der je­wei­li­gen Leih­ar­beit­neh­mer abhängig macht.

Auch ei­ne Ge­samt­schau der Umstände lässt kei­nen Rück­schluss auf ei­ne rechts­miss­bräuch­li­che Ver­trags­kon­struk­ti­on zwi­schen der An­trag­stel­le­rin und der A...-SG zur Um­ge­hung kündi­gungs- und be­fris­tungs­recht­li­cher Vor­schrif­ten zu. Es mag für die be­trof­fe­nen Leih­ar­beit­neh­mer be­dau­er­lich und ar­beits­markt­po­li­tisch nicht wünschens­wert sein, dass die An­trag­stel­le­rin letzt­lich aus Kos­ten­gründen Dau­er­ar­beitsplätze nur noch mit Leih­ar­beit­neh­mern be­setzt, in­des­sen ist die­se Vor­ge­hens­wei­se durch die der­zei­ti­ge Ge­set­zes­la­ge ge­deckt und da­mit auch nicht rechts­miss­bräuch­lich.

bb) Ein Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rungs­grund nach § 99 Abs. 2 Nr. 3 Be­trVG liegt eben­falls nicht vor. Nach die­ser Vor­schrift kann der Be­triebs­rat sei­ne Zu­stim­mung zur Ein­stel­lung ver­sa­gen, wenn die durch Tat­sa­chen be­gründe­te Be­sorg­nis be­steht, dass in­fol­ge der Ein­stel­lung im Be­trieb beschäftig­te Ar­beit­neh­mer gekündigt wer­den oder sons­ti­ge Nach­tei­le er­lei­den. Die bei der An­trag­stel­le­rin beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer wer­den durch die Ein­glie­de­rung der Leih­ar­beit­neh­mer nicht be­nach­tei­ligt. We­der droht ih­nen ei­ne Kündi­gung noch schlech­te­re Ar­beits­be­din­gun­gen. Hier­zu hat der Be­triebs­rat nichts vor­ge­tra­gen. Ins­be­son­de­re kann sich der Be­triebs­rat nicht mit Er­folg dar­auf be­ru­fen, dass die An­trag­stel­le­rin nicht be­reit sei, be­fris­te­te Ar­beits­verhält­nis­se mit Ver­trags­ar­beit­neh­mern zu verlängern. Nach Frist­ab­lauf ha­ben die­se Ver­trags­ar­beit­neh­mer kei­nen An­spruch auf un­be­fris­te­te Wei­ter­beschäfti­gung oder Frist­verlänge­rung ih­res be­fris­te­ten Ar­beits­ver­tra­ges. Ei­ne Be­nach­tei­li­gung an­de­rer Ar­beit­neh­mer i. S. v. § 99 Abs. 2 Nr. 3 Be­trVG ist auch nicht des­halb an­zu­neh­men, wenn der durch Frist­ab­lauf aus­ge­schie­de­ne Ver­trags­ar­beit­neh­mer im We­ge der Ar-

 

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beit­neh­merüber­las­sung durch den Ar­beit­ge­ber von der Per­so­nal­lea­sing­ge­sell­schaft als Leih­ar­beit­neh­mer wie­der in den Be­trieb ein­ge­glie­dert wird. Der Leih­ar­beit­neh­mer ist dann nicht mehr an­de­rer (Ver­trags-)Ar­beit­neh­mer der Ar­beit­ge­be­rin, denn zum Zeit­punkt sei­ner be­ab­sich­tig­ten Ein­stel­lung als Leih­ar­beit­neh­mer be­stand mit der Ar­beit­ge­be­rin kein Ver­trags­ar­beits­verhält­nis mehr, das durch Kündi­gung oder sons­ti­ge Nach­tei­le hätte be­droht wer­den können. Das Ar­beits­ge­richt hat zu Recht dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Ar­beit­neh­mer, des­sen Ein­stel­lung der Ar­beit­ge­ber be­trei­be, nicht zu­gleich ein an­de­rer (Ver­trags-)Ar­beit­neh­mer i. S. v. § 99 Abs. 2 Nr. 3 Be­trVG sein könne. Ein Ar­beit­neh­mer kann nie­mals er selbst und zu­gleich ein an­de­rer Ar­beit­neh­mer im recht­li­chen Sin­ne sein.

cc) Sch­ließlich liegt auch kein Ver­wei­ge­rungs­grund nach § 99 Abs. 2 Nr. 4 Be­trVG vor. Hier­nach steht dem Be­triebs­rat ein Ver­wei­ge­rungs­recht zu, wenn die kon­kre­te per­so­nel­le Maßnah­me selbst zu ei­ner Be­nach­tei­li­gung des be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mers führt. Zwar können auch bei Neu­ein­stel­lun­gen von Ar­beit­neh­mern durch Ver­ein­ba­rung schlech­te­rer Ar­beits­be­din­gun­gen Be­nach­tei­li­gun­gen vor­kom­men. Der­ar­ti­ge Be­nach­tei­li­gun­gen be­gründen je­doch kei­ne Zu­stim­mungs­ver­wei­ge­rung nach § 99 Abs. 2 Nr. 4 Be­trVG, son­dern al­len­falls nach § 99 Abs. 2 Nr. 1 Be­trVG (Fit­ting, 24. Aufl., Rn. 245 zu § 99 Be­trVG), wie bei­spiels­wei­se die Beschäfti­gung ei­nes Ausländers oh­ne gülti­ge Ar­beits­ge­neh­mi­gung. Die Ein­stel­lung als sol­che ist kei­ne Be­nach­tei­li­gung. We­der Lohn­wu­cher noch ein Ver­s­toß ge­gen das equal-pay-Ge­bot ver­bie­ten die Beschäfti­gung als sol­che. Auch in die­sen Fällen kommt im Rah­men der Mit­be­stim­mung bei Ein­stel­lun­gen kein Ver­wei­ge­rungs­recht nach § 99 Abs. 2 Be­trVG in Be­tracht. Vor­lie­gend kommt hin­zu, dass Ver­trags­part­ner nicht die An­trag­stel­le­rin, son­dern die A...-SG ist. Die In­te­gra­ti­on in den Ent­lei­her­be­trieb kann nie­mals zu ei­ner Be­nach­tei­li­gung des Leih­ar­beit­neh­mers führen. Dies gilt un­abhängig da­von, wie die ar­beits­ver­trag­li­chen Be­din­gun­gen des Leih­ar­beits­verhält­nis­ses mit dem Ver­lei­her aus­ge­stal­tet sind (Wen­sing/Frei­se, BB 2004, 2238 ff., 2243). Un­ge­ach­tet des­sen sind auch kei­ne An­halts­punk­te er­sicht­lich, dass die A...-SG die be­tref­fen­den Ar­beit­neh­mer zu ge­set­zes­wid­ri­gen, den Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ge­setz wi­der­spre­chen­den Ar­beits­be­din­gun­gen ein­ge­stellt hat. Die A...-SG wen­det die Ta­rif­verträge für Zeit­ar­beit an.

 

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2. Das Ar­beits­ge­richt hat dem Fest­stel­lungs­an­trag nach § 100 Abs. 1 Be­trVG statt­ge­ge­ben. Die vorläufi­ge Ein­stel­lung der be­tref­fen­den vier Leih­ar­beit­neh­me­rin­nen war ob­jek­tiv eil­bedürf­tig. Es wird in der Be­schwer­de­instanz vom Be­triebs­rat nicht in Ab­re­de ge­stellt, dass die je­wei­li­gen Stel­len, auf de­nen die be­tref­fen­den Leih­ar­beit­neh­mer ein­ge­setzt wor­den sind, auch zwin­gend be­setzt wer­den muss­ten. Der vorläufi­ge Ein­satz der Leih­ar­beit­neh­mer war aus be­triebs­or­ga­ni­sa­to­ri­schen Gründen drin­gend er­for­der­lich. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Be­triebs­rats kommt es auch nicht dar­auf an, dass die An­trag­stel­le­rin die Not­wen­dig­keit der Wie­der­be­set­zung der be­tref­fen­den Stel­len hätte vor­her­se­hen können, da die­se mit be­fris­tet beschäftig­ten Ar­beit­neh­me­rin­nen be­setzt ge­we­sen sei­en und der Frist­ab­lauf er­kenn­bar seit lan­gem fest­ge­stan­den ha­be. Die An­trag­stel­le­rin muss­te in­des­sen nicht da­mit rech­nen, dass der Be­triebs­rat die je­weils frist­ge­recht und ord­nungs­gemäß be­an­trag­ten Zu­stim­mun­gen zur Ein­stel­lung der be­tref­fen­den Leih­ar­beit­neh­mer nicht er­tei­len wird. Ins­be­son­de­re war die An­trag­stel­le­rin un­ter kei­nem recht­li­chen Ge­sichts­punkt ver­pflich­tet, an Stel­le des Ein­sat­zes von Leih­ar­beit­neh­mern die Ar­beits­verträge der be­fris­tet an­ge­stell­ten Ver­trags­ar­beit­neh­mer zu verlängern. Die An­trag­stel­le­rin hat den Wi­der­spruch des Be­triebs­rats, der die Eil­maßnah­me er­for­der­lich mach­te, auch nicht – wie be­reits aus­geführt - durch rechts­miss­bräuch­li­che Ver­trags­ge­stal­tung selbst ver­ur­sacht.

3. Nach al­le­dem war die Be­schwer­de des Be­triebs­rats zurück­zu­wei­sen.

Es be­stand kein An­lass für die Zu­las­sung der Rechts­be­schwer­de nach §§ 92 Abs. 1; 72 Abs. 2 ArbGG.

 

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