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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Arbeitszeit
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 9 AZR 874/06
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 08.05.2007
   
Leit­sätze:

1. Ein "ent­spre­chen­der" Ar­beits­platz iSv. § 9 Tz­B­fG ist ge­ge­ben, wenn auf dem zu be­set­zen­den frei­en Ar­beits­platz die glei­che oder ei­ne zu­min­dest ver­gleich­ba­re Tätig­keit aus­zuüben ist, wie sie der teil­zeit­beschäftig­te Ar­beit­neh­mer schul­det, der den Wunsch nach der Verlänge­rung der Ar­beits­zeit an­ge­zeigt hat. Hin­sicht­lich Eig­nung und Qua­li­fi­ka­ti­on muss der Teil­zeit­beschäftig­te den ob­jek­ti­ven An­for­de­run­gen die­ses Ar­beits­plat­zes genügen.

2. Dem Be­set­zungs­wunsch des teil­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers dürfen nach § 9 Tz­B­fG kei­ne drin­gen­den be­trieb­li­chen Gründe ent­ge­gen­ste­hen. Die­se Gründe be­zie­hen sich auf die Aus­wah­l­ent­schei­dung zwi­schen meh­re­ren Ar­beit­neh­mern für die Be­set­zung des frei­en Ar­beits­plat­zes. Der Ar­beit­ge­ber kann den Berück­sich­ti­gungs­an­spruch nicht da­durch um­ge­hen, dass er die glei­che Tätig­keit auf dem zu be­set­zen­den Ar­beits­platz an­ders vergüten will.

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Mönchengladbach Landesarbeitsgericht Düsseldorf
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

9 AZR 874/06
9 Sa 172/06
Lan­des­ar­beits­ge­richt
Düssel­dorf

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

8. Mai 2007

UR­TEIL

Brüne, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläger, Be­ru­fungs­be­klag­ter und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Be­klag­ter, Be­ru­fungskläger und Re­vi­si­ons­be­klag­ter,

hat der Neun­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf Grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 8. Mai 2007 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Düwell, die Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Böck und Krasshöfer so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Pfel­zer und Bruse für Recht er­kannt:

Auf die Re­vi­si­on des Klägers wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 11. Au­gust 2006 - 9 Sa 172/06 - auf­ge­ho­ben. Die Sa­che wird zur neu­en Ver­hand­lung und Ent-
 


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schei­dung - auch über die Kos­ten des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens - an das Be­ru­fungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über die Ver­pflich­tung des Be­klag­ten, die wöchent­li­che Ar­beits­zeit des Klägers zu erhöhen.

Der 1963 ge­bo­re­ne Kläger ist seit 1994 bei dem Be­klag­ten als Dis­po­nent in der Pan­nen­hil­fe­re­gi­on West in D beschäftigt. Seit dem 1. Ok­to­ber 1994 beträgt sei­ne re­gelmäßige wöchent­li­che Ar­beits­zeit 20 St­un­den. In § 7 des Dienst­ver­tra­ges vom 1. Fe­bru­ar 1994 ha­ben die Par­tei­en die An­wen­dung der Be­stim­mun­gen der gülti­gen Ta­rif­verträge des Kraft­fahr­zeug­ge­wer­bes in Bay­ern ver­ein­bart. Nach § III Ziff. 1.1 des Man­tel­ta­rif­ver­trags für die ge­werb­li­chen Ar­beit­neh­mer und An­ge­stell­ten des Kraft­fahr­zeug­ge­wer­bes in Bay­ern in der Fas­sung vom 5. April 2004 (im Fol­gen­den: MTV-Kraft­fahr­zeug­ge­wer­be) beträgt die re­gelmäßige wöchent­li­che Ar­beits­zeit 36 St­un­den. Nach § III Ziff. 1.4 des MTV-Kraft­fahr­zeug­ge­wer­be kann die in­di­vi­du­el­le re­gelmäßige wöchent­li­che Ar­beits­zeit mit Zu­stim­mung des Ar­beit­neh­mers auf bis zu 40 St­un­den verlängert wer­den. § III Ziff. 1.4 Abs. 4 1. Spie­gel­strich sieht wei­ter vor, dass der Ar­beit­neh­mer da­bei ei­ne die­ser Ar­beits­zeit ent­spre­chen­de Be­zah­lung als Aus­gleich ver­lan­gen kann.

Mit Schrei­ben vom 22. Au­gust 2005 teil­te der Kläger dem Be­klag­ten mit, dass er ei­ne Verlänge­rung sei­ner ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit wünsche. Am 24. Au­gust 2005 schrieb der Be­klag­te vier neue in Voll­zeit zu be­set­zen­de Stel­len für Dis­po­nen­ten in der Pan­nen­hil­fe­re­gi­on West ab dem 1. Ok­to­ber 2005 aus. Zur Dau­er der Ar­beits­zeit ist in den Aus­schrei­bun­gen nichts an­ge­ge­ben. Zum Ge­halt heißt es dort: „nach nähe­rer Ver­ein­ba­rung (oh­ne Ta­rif­an­wen­dung)“. Mit Schrei­ben vom 29. Au­gust 2005 teil­te der Kläger dem Be­klag­ten un­ter Be­zug­nah­me auf die Stel­len­aus­schrei­bung mit, er würde sich freu­en, wenn sein An­trag auf Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit vom 22. Au­gust 2005 Berück­sich­ti­gung fin­de. Sein Wunsch sei ei­ne Auf­sto­ckung der Ar­beits­zeit auf Voll­zeit. Im Schrei­ben vom 6. Sep­tem­ber 2005 wies der Be­klag­te den Kläger dar­auf hin, dass die zu be­set­zen­den Stel­len nicht nach dem Ta­rif­ver-
 


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trag für das Kfz-Ge­wer­be, son­dern ta­rif­frei vergütet wer­den sol­len. Soll­te der Kläger den­noch In­ter­es­se ha­ben, könne er sich auf die aus­ge­schrie­be­nen Dis­po­nen­ten­stel­len zu ta­rif­frei­en Be­din­gun­gen be­wer­ben.

Mit Schrei­ben sei­nes Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten vom 23. Sep­tem­ber 2005 wie­der­hol­te der Kläger sei­nen Wunsch nach Verlänge­rung sei­ner bis­he­ri­gen Ar­beits­zeit auf 36 St­un­den Voll­zeit un­ter An­wen­dung der ta­rif­li­chen Be­stim­mun­gen mit Wir­kung vom 1. Ok­to­ber 2005. Ei­ne Zu­stim­mung des Be­klag­ten er­folg­te nicht. Im Jah­re 2006 schrieb der Be­klag­te Stel­len als Sach­be­ar­bei­ter in den Re­gio­nen Mit­te und Süd mit ta­rif­ver­trag­li­cher Vergütung aus.

Mit sei­ner im Ok­to­ber 2005 er­ho­be­nen Kla­ge ver­folgt der Kläger den Wunsch auf Auf­sto­ckung sei­ner Ar­beits­zeit wei­ter.

Er hat zu­letzt be­an­tragt, 


den Be­klag­ten zu ver­ur­tei­len, ei­ner Beschäfti­gung des Klägers als Dis­po­nen­ten in der Pan­nen­hil­fe­re­gi­on in D mit Wir­kung vom 1. Ok­to­ber 2005 in Voll­zeit mit ei­ner wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von 36 St­un­den - hilfs­wei­se 40 St­un­den - zu­zu­stim­men,
hilfs­wei­se, den Be­klag­ten zu ver­ur­tei­len, den Kläger als Dis­po­nen­ten in der Pan­nen­hil­fe­re­gi­on West in D mit Wir­kung vom 1. Ok­to­ber 2005 in Voll­zeit mit ei­ner wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von 36 St­un­den - hilfs­wei­se 40 St­un­den - zu beschäfti­gen.

Der Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Er hat sich dar­auf be­ru­fen, für die neu zu be­set­zen­den Ar­beitsplätze sei nicht mehr die Gel­tung der Ta­rif­verträge für das Kfz-Ge­wer­be in Bay­ern zu ver­ein­ba­ren. Die ta­rif­frei aus­ge­schrie­be­nen Voll­zeit­ar­beitsplätze sei­en des­halb kei­ne ent­spre­chen­den Ar­beitsplätze iSv. § 9 Tz­B­fG. Zu­dem be­tra­ge die re­gelmäßige wöchent­li­che Ar­beits­zeit für die neu­en Stel­len nicht 36, son­dern 40 St­un­den.


Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben und den Be­klag­ten ver­ur­teilt, der Beschäfti­gung des Klägers mit ei­ner wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von 36 St­un­den zu­zu­stim­men. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge auf die Be­ru­fung des Be­klag­ten ins­ge­samt ab­ge­wie­sen und die Re­vi­si­on zu­ge­las­sen. Der Kläger ver­folgt mit sei­ner Re­vi­si­on sei­nen Ar­beits­zeit­verlänge­rungs­an­trag wei­ter.

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Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on ist be­gründet. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt ge­ge­be­nen Be­gründung durf­te die Kla­ge nicht ab­ge­wie­sen wer­den. Da tatrich­ter­li­che Fest­stel­lun­gen da­zu feh­len, ob der vom Kläger gewünsch­te Voll­zeit­ar­beits­platz mit ei­nem Beschäfti­gungs­um­fang von 36 St­un­den wöchent­lich ab dem 1. Ok­to­ber 2005 oder mit 40 St­un­den wöchent­lich ab dem 1. Fe­bru­ar 2006 zu be­set­zen war, be­darf es zur wei­te­ren Aufklärung der Zurück­ver­wei­sung (§ 563 ZPO). Der Hilfs­an­trag auf tatsächli­che Beschäfti­gung ist in der Re­vi­si­ons­in­stanz nicht zur Ent­schei­dung an­ge­fal­len.

I. Ent­ge­gen der An­sicht des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist die Kla­ge auch im Haupt­an­trag zulässig.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu Un­recht an­ge­nom­men, der auf Ver­tragsände­rung ge­rich­te­te An­trag sei un­zulässig. Es hat ge­meint, der An­trag sei nicht hin­rei­chend be­stimmt iSv. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO, weil der Kläger die Höhe der zwi­schen den Par­tei­en strei­ti­gen Vergütung nicht in den Kla­ge­an­trag auf­ge­nom­men ha­be.

Das ist un­zu­tref­fend. Die Kla­ge ist hin­rei­chend be­stimmt. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat es un­ter­las­sen, den An­trag aus­zu­le­gen. Der Be­klag­te soll das An­ge­bot des Klägers an­neh­men, ihn ab dem 1. Ok­to­ber 2005 mit ei­ner re­gelmäßigen ver­trag­li­chen Ar­beits­zeit von 36 Wo­chen­stun­den, hilfs­wei­se von 40 Wo­chen­stun­den, zu beschäfti­gen. Der Kläger be­gehrt die Zu­stim­mung des Be­klag­ten zur Verlänge­rung sei­ner re­gelmäßigen ver­trag­li­chen Ar­beits­zeit gem. § 9 Tz­B­fG in Form ei­ner Ver­ur­tei­lung zur Ab­ga­be ei­ner Wil­lens­erklärung iSv. § 894 ZPO. Aus der Kla­ge­schrift er­gibt sich, dass die mit Aus­nah­me der Ar­beits­zeit übri­gen ver­trag­li­chen Ar­beits­be­din­gun­gen un­verändert blei­ben sol­len. Dies gilt ins­be­son­de­re für die wei­te­re An­wen­dung der ta­rif­ver­trag­li­chen Vergütungs­be­stim­mun­gen. Mit die­sem In­halt ist der An­trag genügend be­stimmt.

II. Die Kla­ge ist be­gründet. Der Kläger hat nach § 9 Tz­B­fG An­spruch auf Verlänge­rung sei­ner ver­trag­li­chen Ar­beits­zeit. Der Be­klag­te ist da­her ver­pflich­tet, den Wunsch des Klägers auf Verlänge­rung sei­ner ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit in der Wei­se zu berück­sich­ti­gen, dass er des­sen Ver­tragsände­rungs­an­ge­bot an­nimmt. Denn § 9 Tz­B­fG ver­pflich­tet den Ar­beit­ge­ber, ei­nen teil­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer, der ihm den Wunsch nach ei­ner Verlänge­rung sei­ner ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit an­ge­zeigt hat, bei der Be­set­zung ei­nes frei­en Ar­beits­plat­zes bei glei­cher Eig­nung be-
 


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vor­zugt zu berück­sich­ti­gen, es sei denn, dass drin­gen­de be­trieb­li­che Gründe oder Ar­beits­zeitwünsche an­de­rer teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer dem ent­ge­gen­ste­hen.


1. Die all­ge­mei­nen An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen des § 9 Tz­B­fG sind erfüllt.

a) Der Kläger ist teil­zeit­beschäftigt iSv. § 2 Tz­B­fG. Sei­ne re­gelmäßige ver­trag­li­che Ar­beits­zeit von 20 St­un­den ist kürzer als die re­gelmäßige wöchent­li­che Ar­beits­zeit ei­nes Voll­zeit­beschäftig­ten (§ 2 Abs. 1 Satz 4 Tz­B­fG), die nach § III Ziff. 1.1 des MTV-Kraft­fahr­zeug­ge­wer­be min­des­tens 36 St­un­den beträgt.

b) Der Kläger hat dem Be­klag­ten im Au­gust 2005 an­ge­zeigt, dass er ei­ne Verlänge­rung sei­ner ver­trag­li­chen Ar­beits­zeit wünsche. Mit An­walts­schrei­ben vom 23. Sep­tem­ber 2005 kon­kre­ti­sier­te er sei­nen Wunsch auf ei­ne Voll­zeittätig­keit von 36 St­un­den wöchent­lich ab dem 1. Ok­to­ber 2005. Seit die­sem Zeit­punkt wa­ren auch, wie sich aus den Aus­schrei­bun­gen des Be­klag­ten er­gibt, freie zur Be­set­zung vor­ge­se­he­ne Voll­zeit­ar­beitsplätze für Dis­po­nen­ten in der Pan­nen­hil­fe­re­gi­on West vor­han­den.

c) Der Kläger hat sei­nen Verlänge­rungs­wunsch im Rah­men der ak­tu­el­len Stel­len­be­set­zung auch aus­rei­chend be­stimmt an­ge­zeigt. Zu­min­dest aus dem Schrei­ben sei­nes Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten vom 23. Sep­tem­ber 2005 war für den Be­klag­ten er­kenn­bar, dass er ei­ne Voll­zeittätig­keit mit 36 St­un­den wöchent­lich ab dem 1. Ok­to­ber 2005 wünsche.


2. § 9 Tz­B­fG be­gründet - wenn sich wie hier kei­ne bes­ser ge­eig­ne­ten Kon­kur­ren­ten be­wer­ben - ei­nen ein­klag­ba­ren Rechts­an­spruch des Ar­beit­neh­mers auf Verlänge­rung sei­ner Ar­beits­zeit durch Ver­tragsände­rung (vgl. Hk-Tz­B­fG/Boecken § 9 Rn. 35; Ja­cobs in An­nuß/Thüsing Tz­B­fG § 9 Rn. 34; Boewer Tz­B­fG § 9 Rn. 50). § 8 und § 9 Tz­B­fG be­zwe­cken die Fle­xi­bi­li­sie­rung der in­di­vi­du­el­len Ar­beits­zeit in­ner­halb des im Übri­gen un­verändert be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses. Die­ser Zweck wird nur er­reicht, wenn der Ar­beit­neh­mer ei­nen durch­setz­ba­ren An­spruch ge­gen den Ar­beit­ge­ber auf ver­trag­li­che Verlänge­rung sei­ner Ar­beits­zeit hat (Se­nat 15. Au­gust 2006 - 9 AZR 8/06 - Rn. 19, AP Tz­B­fG § 9 Nr. 1 = EzA Tz­B­fG § 9 Nr. 1).

3. Die von dem Be­klag­ten am 24. Au­gust 2005 zur Be­set­zung aus­ge­schrie­be­nen vier neu­en Voll­zeit­dis­po­nen­ten­stel­len sind „ent­spre­chen­de freie Ar­beitsplätze“ iSv. § 9 Tz­B­fG.

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a) Der An­spruch nach § 9 Tz­B­fG setzt vor­aus, dass ein „ent­spre­chen­der frei­er Ar­beits­platz“ zu be­set­zen ist. Da­zu muss zu­min­dest ein frei­er und nach dem Wil­len des Ar­beit­ge­bers zu be­set­zen­der Ar­beits­platz vor­han­den sein. Die­ser muss dem Ar­beits­platz ent­spre­chen, auf dem der Ar­beit­neh­mer, der den Verlänge­rungs­wunsch an­ge­zeigt hat, sei­ne ver­trag­lich ge­schul­de­te Tätig­keit ausübt. Da­mit wird ei­ne Ver­gleich­bar­keit der Ar­beitsplätze vor­aus­ge­setzt. Die­se liegt nach § 2 Abs. 1 Satz 3 Tz­B­fG vor, wenn die Tätig­keit gleich oder zu­min­dest ähn­lich ist. Ei­ne aus­rei­chen­de Ver­gleich­bar­keit ist nur dann ge­ge­ben, wenn bei­de Tätig­kei­ten die glei­chen An­for­de­run­gen an die Eig­nung der Ar­beit­neh­mer stel­len.

Der Kläger ist seit Jah­ren als Dis­po­nent beim Be­klag­ten beschäftigt. Es ist des­halb da­von aus­zu­ge­hen, dass er für die neu ein­ge­rich­te­ten und zur Be­set­zung aus­ge­schrie­be­nen „frei­en“ Dis­po­nen­ten­stel­len fach­lich und persönlich ge­eig­net war und noch im­mer ist.


b) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Re­vi­si­on kommt es nur auf die ar­beits­platz­be­zo­ge­ne Ver­gleich­bar­keit, nicht aber auf die vom Ar­beit­ge­ber be­ab­sich­tig­te Ab­wei­chung in der Vergütung an.

aa) Das folgt schon aus dem Wort­laut von § 9 Tz­B­fG. Der Ar­beits­platz muss ent­spre­chend sein, nicht aber der Ar­beits­ver­trag. Ar­beits­platz ist nach gebräuch­li­cher Aus­le­gung die Beschäfti­gung in ört­lich-räum­li­cher und zu­gleich in funk­tio­na­ler Hin­sicht (vgl. BAG 30. No­vem­ber 1983 - 4 AZR 374/81 - Rn. 48, AP TVG § 1 Ta­rif­verträge: Me­tall­in­dus­trie Nr. 20 = EzA TVG § 4 Me­tall­in­dus­trie Nr. 16). Die vom Ar­beit­ge­ber be­ab­sich­tig­te Ände­rung von sons­ti­gen nicht ar­beits­platz­be­zo­ge­nen Ar­beits­ver­trags­in­hal­ten ist des­halb un­be­acht­lich. Ein ent­spre­chen­der Ar­beits­platz liegt vor, wenn der zu be­set­zen­de und vom Ar­beit­neh­mer gewünsch­te Ar­beits­platz dem ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Tätig­keits­be­reich des Ar­beit­neh­mers und da­mit sei­ner Eig­nung und Qua­li­fi­ka­ti­on ent­spricht (vgl. Mei­nel/Heyn/Herms Tz­B­fG 2. Aufl. § 9 Rn. 20 ff.; Schüren AuR 2001, 321; Rolfs RdA 2001, 129, 139). Auf sons­ti­ge ar­beits­plat­z­un­abhängi­ge Ver­trags­in­hal­te kann es nur an­kom­men, wenn sie auf an­ders­ar­ti­gen Ar­beits­in­hal­ten, Auf­ga­ben oder Kom­pe­ten­zen be­ru­hen (ErfK/Preis 7. Aufl. § 9 Tz­B­fG Rn. 7; BAG 25. Ok­to­ber 1994 - 3 AZR 987/93 - AuR 2001, 146 zu ei­ner ver­gleich­ba­ren ta­rif­li­chen Re­ge­lung).

bb) Die­se Aus­le­gung wird durch ei­nen Ver­gleich mit § 7 Abs. 2 Tz­B­fG bestätigt. Da­nach hat der Ar­beit­ge­ber ei­nen Ar­beit­neh­mer, der ihm den Wunsch nach Verände­rung von Dau­er und La­ge sei­ner ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit an­ge­zeigt hat,

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über zu be­set­zen­de ent­spre­chen­de Ar­beitsplätze zu in­for­mie­ren. Nach der Be­gründung des Aus­schus­ses für Ar­beit und So­zi­al­ord­nung soll in die­sem Zu­sam­men­hang nur über sol­che Ar­beitsplätze in­for­miert wer­den, die für den Ar­beit­neh­mer auf Grund sei­ner Eig­nung und Wünsche in Fra­ge kom­men (BT-Drucks. 14/4625 S. 20). Die Be­schränkung auf „ent­spre­chen­de Ar­beitsplätze“ soll des­halb gewähr­leis­ten, dass der Ar­beit­neh­mer ent­spre­chend sei­ner bis­he­ri­gen Tätig­keit auch für den zu be­set­zen­den Ar­beits­platz persönlich ge­eig­net ist. Aus die­sem Grund be­zieht sich die In­for­ma­ti­ons­pflicht des Ar­beit­ge­bers auch nicht auf die Ar­beits­ver­trags­in­hal­te des zu be­set­zen­den Ar­beits­plat­zes.

Die­se Grundsätze gel­ten eben­so für die Aus­le­gung des Be­griffs des „ent­spre­chen­den frei­en Ar­beits­plat­zes“ in § 9 Tz­B­fG; denn der vor­aus­ge­hen­de In­for­ma­ti­ons­an­spruch des § 7 Abs. 2 Tz­B­fG dient ua. der Ver­wirk­li­chung der Ansprüche nach § 9 Tz­B­fG. Der ände­rungs­wil­li­ge teil­zeit­beschäftig­te Ar­beit­neh­mer soll durch die In­for­ma­ti­ons­pflicht des Ar­beit­ge­bers nach § 7 Abs. 2 Tz­B­fG die Möglich­keit er­hal­ten, sei­ne Ansprüche nach § 9 Tz­B­fG durch­zu­set­zen. Das setzt vor­aus, dass der Ar­beit­ge­ber über die zu be­set­zen­den Ar­beitsplätze in­for­mie­ren muss, die ei­nen An­spruch des Ar­beit­neh­mers nach § 9 Tz­B­fG be­gründen können.

cc) Für die­se Aus­le­gung spricht der Zu­sam­men­hang mit § 8 Tz­B­fG und der mit dem Berück­sich­ti­gungs­ge­bot in § 9 Tz­B­fG ver­folg­te Zweck. Aus­drück­li­ches Ziel des am 1. Ja­nu­ar 2001 in Kraft ge­tre­te­nen Tz­B­fG ist nach § 1 die­ses Ge­set­zes die Förde­rung der Teil­zeit­ar­beit. Da­zu dient der in § 8 Tz­B­fG be­gründe­te An­spruch des Ar­beit­neh­mers auf un­be­fris­te­te Ver­rin­ge­rung sei­ner ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit. Mit­tel­bar gehört auch die Verlänge­rung der Ar­beits­zeit nach § 9 Tz­B­fG da­zu. Der Ge­setz­ge­ber ist da­von aus­ge­gan­gen, dass die Be­reit­schaft zum Wech­sel in Teil­zeit ge­stei­gert wird, wenn dem Ar­beit­neh­mer ein An­spruch auf Rück­kehr zu ei­ner erhöhten Ar­beits­zeit ein­geräumt wird (BT-Drucks. 14/4374 S. 12, 18). Da­mit soll der Wech­sel von Voll­zeit-zu Teil­zeit­ar­beit und um­ge­kehrt er­leich­tert wer­den (BT-Drucks. 14/4625 S. 2). Das Rück­kehr­recht zur Voll­zeit­ar­beit nach § 9 Tz­B­fG soll dem Ar­beit­neh­mer die Ent­schei­dung zur (vorüber­ge­hen­den) Teil­zeit­ar­beit er­leich­tern, da er nicht befürch­ten muss, dau­er­haft auf höhe­re Ver­dienstmöglich­kei­ten zu ver­zich­ten (BT-Drucks. 14/4625 S. 15). Die­sem Zweck würde es zu­wi­der­lau­fen, wenn der Ar­beit­ge­ber durch Ver­schlech­te­rung der Ar­beits­be­din­gun­gen für die neu zu be­set­zen­de Stel­le den An­spruch aus § 9 Tz­B­fG für den ände­rungs­wil­li­gen Teil­zeit­ar­beit­neh­mer ein­sei­tig un­at­trak­tiv ge­stal­ten könn­te. § 8 und § 9 Tz­B­fG be­zwe­cken die Fle­xi­bi­li­sie­rung der in­di­vi­du­el­len Ar-

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beits­zeit in­ner­halb ei­nes im Übri­gen un­verändert be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses (Se­nat 15. Au­gust 2006 - 9 AZR 8/06 - Rn. 19, AP Tz­B­fG § 9 Nr. 1 = EzA Tz­B­fG § 9 Nr. 1).

dd) Zu­dem wer­den bei ei­ner Ver­rin­ge­rung oder Verlänge­rung der Ar­beits­zeit aus­sch­ließlich Um­fang und ge­ge­be­nen­falls Ver­tei­lung der Ar­beits­zeit verändert. Im Übri­gen bleibt der Ar­beits­ver­trag un­verändert. Die Vergütung wird le­dig­lich nach dem Grund­satz „pro ra­ta tem­po­ris“ ent­spre­chend an­ge­passt. Der Ge­setz­ge­ber hat in § 9 Tz­B­fG da­von ab­ge­se­hen, bei der Be­set­zung ei­nes frei­en Voll­zeit­ar­beits­plat­zes durch ei­nen Teil­zeit­ar­beit­neh­mer die Gel­tung sämt­li­cher Ar­beits­be­din­gun­gen des zu be­set­zen­den Voll­zeit­ar­beits­plat­zes auf das Ar­beits­verhält­nis mit dem bis­he­ri­gen Teil­zeit­ar­beit­neh­mer vor­zu­se­hen oder ei­ne ei­genständi­ge An­pas­sungs­re­ge­lung auf­zu­neh­men.


ee) Für die­se Aus­le­gung spre­chen auch prak­ti­sche Erwägun­gen. Der In­halt des Ar­beits­ver­trags steht erst mit Ver­trags­schluss fest. Wären für die Prüfung ei­nes ent­spre­chen­den frei­en Ar­beits­plat­zes die In­hal­te des Ar­beits­ver­trags, zB die Höhe der Vergütung, maßge­bend, könn­te erst zu die­sem Zeit­punkt fest­ge­stellt wer­den, ob ein ent­spre­chen­der Ar­beits­platz zu be­set­zen ist. Der Ar­beit­ge­ber könn­te sei­ner In­for­ma­ti­ons­pflicht nach § 7 Abs. 2 Tz­B­fG des­halb erst bei Un­ter­schrifts­rei­fe des Ar­beits­ver­trags nach­kom­men. Erst nach die­sem Zeit­punkt (Erfüllung der In­for­ma­ti­ons­pflicht) stünde fest, ob er bei der Be­set­zung des Ar­beits­plat­zes teil­zeit­beschäftig­te Ar­beit­neh­mer be­vor­zugt berück­sich­ti­gen muss.


So ist es auch hier. Nach der Aus­schrei­bung soll das Ge­halt oh­ne Ta­rif­an­wen­dung „nach nähe­rer Ver­ein­ba­rung“ fest­ge­legt wer­den. Ob dies die Ta­rif­vergütung des Klägers un­ter­schrei­tet, würde erst mit der Ver­ein­ba­rung fest­ste­hen. Im Übri­gen be­haup­tet der Be­klag­te noch nicht ein­mal, dass die an­ge­streb­te „ta­rif­freie“ Vergütung die Ta­rif­vergütung un­ter­schrei­ten soll.

c) Ein Ar­beits­platz ist schließlich nur dann „ent­spre­chend“ iSv. § 9 Tz­B­fG, wenn er mit dem an­ge­zeig­ten Ar­beits­zeit­wunsch des Teil­zeit­beschäftig­ten übe­rein­stimmt. Die zu be­set­zen­den Ar­beitsplätze ent­spre­chen dem zeit­li­chen Zu­schnitt des Verlänge­rungs­wun­sches des Klägers. Gleich, ob der Be­klag­te die Voll­zeit mit 36 St­un­den oder 40 St­un­den in der Wo­che fest­le­gen will, der Kläger ist mit bei­den Fest­le­gun­gen ein­ver­stan­den.

aa) Da der Kläger vor­ran­gig ei­ne Verlänge­rung sei­ner Ar­beits­zeit auf 36 Wo­chen­stun­den wünscht, ist von ent­schei­dungs­er­heb­li­cher Be­deu­tung, wie der Ar­beit­ge­ber

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den Um­fang des Beschäfti­gungs­be­darfs fest­ge­legt hat. Wenn die aus­ge­schrie­be­nen Ar­beitsplätze, wie der Be­klag­te be­haup­tet, als Voll­zeit­stel­len mit 40 St­un­den in der Wo­che be­setzt wer­den sol­len, fehlt es an dem „ent­spre­chen­den“ zeit­li­chen Zu­schnitt des Ar­beits­plat­zes. Der Ar­beit­ge­ber ist im Rah­men des § 9 Tz­B­fG nicht ver­pflich­tet, den frei­en Ar­beits­platz den Ar­beits­zeitwünschen des Ar­beit­neh­mers an­zu­pas­sen (Ha­nau NZA 2001, 1168; Mei­nel/Heyn/Herms § 9 Rn. 18). Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat hier kei­ne tatsächli­chen Fest­stel­lun­gen ge­trof­fen. Die Aus­schrei­bun­gen selbst ent­hal­ten kei­ne An­ga­ben über die re­gelmäßige Dau­er der Ar­beits­zeit. In die­sem Zu­sam­men­hang kann da­hin­ste­hen, ob die Kla­ge not­wen­di­ger­wei­se auf ei­ne Voll­zeit­beschäfti­gung ge­rich­tet sein muss oder der ände­rungs­wil­li­ge Ar­beit­neh­mer auch ei­ne Teil­zeit­beschäfti­gung in größerem als im bis­he­ri­gen Um­fang gel­tend ma­chen kann (so Rolfs RdA 2001, 129, 139). Der Kläger hat aus­drück­lich ei­ne Beschäfti­gung mit 36 St­un­den wöchent­lich als Voll­zeit ver­langt. Das setzt vor­aus, dass die zu be­set­zen­den Voll­zeit­stel­len auch ei­nen zeit­li­chen Um­fang von 36 St­un­den wöchent­lich ha­ben sol­len.


bb) Falls die aus­ge­schrie­be­nen Stel­len in Voll­zeit mit 40 St­un­den in der Wo­che be­setzt wer­den sol­len, han­delt es sich je­den­falls im Hin­blick auf den zeit­li­chen Zu­schnitt um ei­nen ent­spre­chen­den Ar­beits­platz iSv. § 9 Tz­B­fG, so­weit der Kläger hilfs­wei­se ei­ne Ände­rung sei­nes Ar­beits­ver­trags mit ei­ner Voll­zeittätig­keit von 40 St­un­den in der Wo­che gel­tend macht. Der gewünsch­te Ar­beits­zeit­um­fang wäre dann mit dem zeit­li­chen Um­fang der Ar­beitsplätze iden­tisch. Al­ler­dings bestünde der An­spruch erst ab dem 1. Fe­bru­ar 2006, da der Kläger ei­ne Ände­rung sei­ner Ar­beits­zeit auf 40 St­un­den in der Wo­che erst­mals mit Schrift­satz vom 17. Ja­nu­ar 2006, dem Be­klag­ten am 18. Ja­nu­ar 2006 über­ge­ben, gel­tend ge­macht hat. Das ist ein neu­er, wei­te­rer Wunsch nach § 9 Tz­B­fG. Der An­spruch ent­steht frühes­tens, nach­dem der Ar­beit­neh­mer dem Ar­beit­ge­ber sei­nen Wunsch auf ei­ne ent­spre­chen­de Verlänge­rung der ver­trag­li­chen Ar­beits­zeit an­ge­zeigt hat.


4. Der be­gehr­ten Verlänge­rung sei­ner Ar­beits­zeit steht ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Be­klag­ten kein drin­gen­der be­trieb­li­cher Grund iSv. § 9 Tz­B­fG ent­ge­gen, weil er die frei­en Ar­beitsplätze nach sei­ner un­ter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dung „ta­rif­frei“ be­set­zen will. Die Ab­sicht des Ar­beit­ge­bers, die auf Voll­zeit­ar­beitsplätzen aus­zuüben­de glei­che Tätig­keit künf­tig an­ders als die Teil­zeit­ar­beit zu vergüten, ist kein ent­ge­gen­ste­hen­der be­trieb­li­cher Grund iSv. § 9 Tz­B­fG.
 


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a) Nach § 9 Tz­B­fG dürfen der vor­ran­gi­gen Berück­sich­ti­gung des die Verlänge­rung wünschen­den Ar­beit­neh­mers kei­ne drin­gen­den be­trieb­li­chen Gründe ent­ge­gen­ste­hen. Die ne­ga­ti­ve An­spruchs­vor­aus­set­zung des Nich­tent­ge­gen­ste­hens be­zieht sich re­gelmäßig nur auf die per­so­nel­le Aus­wahl für die Be­set­zung des frei­en Ar­beits­plat­zes. Denn der An­spruch auf Ar­beits­zeit­verlänge­rung setzt schon vor­aus, dass der Ar­beit­ge­ber in frei­er Ent­schei­dung die Be­set­zung des frei­en Voll­zeit­ar­beits­plat­zes für sinn­voll hält. Wenn ein ent­spre­chen­der Ar­beits­platz nach dem Wil­len des Ar­beit­ge­bers be­setzt wer­den soll, können be­trieb­li­che Ab­leh­nungs­gründe sich nur im Zu­sam­men­hang mit der Aus­wah­l­ent­schei­dung er­ge­ben, zB ob der Teil­zeit­beschäftig­te auch persönlich in der La­ge ist, die länge­re Ar­beits­zeit zu ver­rich­ten (vgl. Hk-Tz­B­fG/Boecken § 9 Rn. 26). Eben­so kann der vor­ran­gi­gen Aus­wahl des teil­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers ent­ge­gen­ste­hen, dass er zum drin­gend be­trieb­lich not­wen­di­gen Zeit­punkt der Be­set­zung des Voll­zeit­ar­beits­plat­zes noch nicht zur Verfügung steht. Das ent­spricht der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Se­nats, nach der es um die Beschäfti­gung mit länge­rer Ar­beits­zeit geht, die aus Sicht des Ar­beit­ge­bers möglich ist (Se­nat 15. Au­gust 2006 - 9 AZR 8/06 - Rn. 31, AP Tz­B­fG § 9 Nr. 1 = EzA Tz­B­fG § 9 Nr. 1).


b) Aus al­le­dem folgt: Der Be­klag­te war vor­lie­gend nicht be­rech­tigt, im Rah­men sei­ner Aus­wah­l­ent­schei­dung die Verlänge­rung der Ar­beits­zeit des Klägers zu ver­wei­gern. Da­bei kann es letzt­lich da­hin­ste­hen, ob ei­ne un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung, ge­ne­rell für neu ein­ge­stell­te Ar­beit­neh­mer aus Kos­ten­gründen das Vergütungs­sys­tem zu wech­seln, ge­eig­net ist, als ent­ge­gen­ste­hen­der be­trieb­li­cher Grund iSv. § 9 Tz­B­fG ein­ge­wandt zu wer­den. Der Be­klag­te hat hier noch nicht ein­mal ei­nen Sys­tem­wech­sel dar­ge­legt. So hat der Be­klag­te im Jah­re 2006 für die Re­gio­nen Mit­te und Süd wei­ter­hin Stel­len mit ta­rif­li­cher Ein­grup­pie­rung aus­ge­schrie­ben.


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