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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Befristung: Haushaltsmittel
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg
Akten­zeichen: 21 Sa 961/08
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 20.08.2008
   
Leit­sätze: Vom Gel­tungs­be­reich des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG ist der dem Ge­neh­mi­gungs­vor­be­halt durch die Bun­des­re­gie­rung un­ter­lie­gen­de Haus­halts­plan ei­ner rechtsfähi­gen bun­des­un­mit­tel­ba­ren Körper­schaft des öffent­li­chen Rechts um­fasst.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 14.03.2008, 91 Ca 18818/07
Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.03.2010, 7 AZR 843/08
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt

Ber­lin-Bran­den­burg

 

Verkündet

am 20. Au­gust 2008

Geschäfts­zei­chen (bit­te im­mer an­ge­ben)

21 Sa 961/08

91 Ca 18818/07
Ar­beits­ge­richt Ber­lin

M., VA
als Ur­kunds­be­am­ter/in
der Geschäfts­stel­le

Im Na­men des Vol­kes

 

Ur­teil

In Sa­chen

pp

hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, 21. Kam­mer,
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 20. Au­gust 2008
durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt Sch. als Vor­sit­zen­de
so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Frau F. und Herr G.

für Recht er­kannt:

1) Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 14.03.2008 - 91 Ca 18818/07 - ab­geändert und die Kla­ge ab­ge­wie­sen.

2) Die Kos­ten des Rechts­streits hat die Kläge­rin zu tra­gen.

3) Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob das zwi­schen ih­nen be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis auf Grund ei­ner Be­fris­tungs­ab­re­de zum 31. De­zem­ber 2007 ge­en­det hat, und über die vorläufi­ge Wei­ter­beschäfti­gung der Kläge­rin.

Die Kläge­rin wur­de bei der Be­klag­ten - ei­ner rechtsfähi­gen bun­des­un­mit­tel­ba­ren Körper­schaft des öffent­li­chen Rechts mit Selbst­ver­wal­tung - ab dem 14. No­vem­ber 2005 auf der Grund­la­ge ei­nes am 26. Ok­to­ber 2005 ge­schlos­se­nen schrift­li­chen Ar­beits­ver­trags „als voll­zeit­beschäftig­te An­ge­stell­te auf be­stimm­te Zeit nach § 14 Abs. 1 Nr. 7 des Ge­set­zes über die Teil­zeit­ar­beit und be­fris­te­te Ar­beits­verträge (Tz­B­fG) für die Zeit bis zum 31.12.2007 bei der Agen­tur für A. Ber­lin S.“ ein­ge­stellt. Der Brut­to­mo­nats­ver­dienst der Kläge­rin be­trug zu­letzt

 

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1.665,- €. Im Ar­beits­ver­trag war ge­re­gelt, dass sich das Ar­beits­verhält­nis nach dem Ta­rif­ver­trag zur An­pas­sung des Ta­rif­rechts - Man­tel­ta­rif­li­che Vor­schrif­ten (MTA-O) - vom 10. De­zem­ber 1990 und den die­sen ergänzen­den, ändern­den oder er­set­zen­den Ta­rif­verträgen in der je­wei­li­gen Fas­sung be­stimmt (we­gen des vollständi­gen Ver­trags­wort­lauts wird auf die An­la­ge K 1 zur Kla­ge­schrift = Bl. 9/10 d.A. Be­zug ge­nom­men).

Der am 15. De­zem­ber 2004 durch die Bun­des­re­gie­rung ge­neh­mig­te Haus­halts­plan der Be-klag­ten für das Haus­halts­jahr 2005 sieht Per­so­nal­aus­ga­ben un­ter an­de­rem un­ter der Über-schrift „Ermäch­ti­gun­gen für Kräfte mit be­fris­te­tem Ar­beits­ver­trag, Ar­bei­ter, Nach­wuchs- und sons­ti­ge Kräfte“ vor, in wel­chen auch das „Ka­pi­tel 5 Ti­tel 425 02“ auf­geführt ist. Als „Zweck­be­stim­mung“ ist in Ka­pi­tel 5 Ti­tel 42502 an­ge­ge­ben: „Vergütung und Löhne der Kräfte mit be­fris­te­tem Ar­beits­ver­trag“. Nach den „Erläute­run­gen“ im Haus­halts­plan sind „wei­te­re Erläute­run­gen … der An­la­ge 2 (im An­schluss an Ka­pi­tel 5) zu ent­neh­men“; die An­la­ge 2 ist Be­stand­teil des Haus­halts­plans. Zu Ti­tel 425 02 heißt es in der „An­la­ge 2 zum Haus­halts­plan der Bun­des­agen­tur für A.t für das Haus­halts­jahr 2005 - Per­so­nal­haus­halt“ ex­pli­zit:

„In der Über­sicht zur Grup­pe 425 ‚für Auf­ga­ben nach dem SGB II‛ sind 5000 (Vor­jahr: O) Ermäch­ti­gun­gen für Kräfte mit be­fris­te­tem Ar­beits­ver­trag (§ 14 Abs. 1 Nr. 7 Tz­B­fG) zusätz­lich für die Dau­er von 3 Jah­ren bis 31.12.2007 aus­ge­wie­sen. Mit der zeit­li­chen Be­fris­tung wird die Er­war­tung ver­bun­den, dass der Be­darf für Auf­ga­ben nach dem SGB II in­fol­ge der Ar­beits­markt­ent­wick­lung zurück­ge­hen wird. zu­dem wird die BA per­so­nel­le Ent­las­tungs­wir­kun­gen im SGB III - Be­reich da­zu nut­zen, vor­han­de­nes Dau­er­per­so­nal zusätz­lich für die Auf­ga­ben­er­le­di­gung nach dem SGB II ein­zu­set­zen.“

Am 10. No­vem­ber 2005 un­ter­zeich­ne­te die Kläge­rin ei­nen auf den 26. Ok­to­ber 2005 da­tier­ten Ak­ten­ver­merk (vgl. An­la­ge K 2 zur Kla­ge­schrift = Bl. 11 d.A.), in wel­chem un­ter an­de­rem aus­geführt ist, dass sie „für die Zeit vom 14.11.2005 bis 31. De­zem­ber 2007 als Tea­m­as­sis­ten­tin in ei­ner Ar­Ge be­fris­tet beschäftigt“ ist. In ei­nem mit „Per­so­nal­an­satz“ über­schrie­be­nen Schrei­ben der Be­klag­ten vom 26. Ok­to­ber 2005 (vgl. den „Ent­wurf“ An­la­ge 1 zur Kla­ge­er­wi­de­rung vom 16. Ja­nu­ar 2008 = Bl. 34/35 d.A.) ist aus­geführt, dass die Kläge­rin „mit Wir­kung vom 14.11.2005 … vorüber­ge­hend mit der Wahr­neh­mung der Auf­ga­ben ei­ner Tea­m­as­sis­ten­tin im Be­ar­bei­tungs­ser­vice SGB II (Leis­tun­gen) ei­ner AR­GE bei der Agen­tur für A. Ber­lin S.“ be­auf­tragt wird. Die Kläge­rin nahm ih­re Tätig­keit in ei­ner Ar­beits­ge­mein­schaft nach § 44b SGB II - dem Job­cen­ter T.-K. (Ber­lin) - wahr und war dort nach ih­ren An­ga­ben aus­sch­ließlich mit der Ak­ten­hal­tung be­traut.

Mit ih­rer am 16. No­vem­ber 2007 beim Ar­beits­ge­richt Ber­lin ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat die Kläge­rin die Un­wirk­sam­keit der ar­beits­ver­trag­li­chen Be­fris­tungs­ab­re­de man­gels Vor­lie­gens ei­ner sach­li­chen Recht­fer­ti­gung gel­tend ge­macht und ih­re Wei­ter­beschäfti­gung bis zum rechts­kräfti­gen Ab­schluss des ge­richt­li­chen Ver­fah­rens be­gehrt. Sie hat in Ab­re­de ge­stellt, über­haupt aus zweck­ge­bun­de­nen Haus­halts­mit­teln beschäftigt zu wer­den. Weil ent­sp­re-

 

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chend den ge­setz­li­chen Vor­ga­ben der Bund die Auf­wen­dun­gen der Grund­si­che­run­gen für Ar­beits-su­chen­de ein­sch­ließlich der Ver­wal­tungs­kos­ten tra­ge, so­weit die Bun­des­agen­tur für A. die Leis­tun­gen er­brin­ge, und die Be­klag­te so­mit nicht auf die von ihr ver­ein­nahm­ten Gel­der zurück­grei­fen müsse, sei bei dem die Be­fris­tung sach­lich recht­fer­ti­gen­den Grund nicht auf den Haus­halts­plan ab­zu­stel­len. Un­ge­ach­tet des­sen sei dem Haus­halts­plan nicht zu ent­neh­men, wel­che tätig­keits­be­zo­ge­ne Zweck­set­zung mit der Be­fris­tung er­reicht wer­den sol­le. Bei ih­rer Tätig­keit han­de­le es sich nicht um ei­ne sol­che, die der vom Haus­halts­ge­ber an­ge­ge­be­nen Zweck­set­zung ent­spre­che. Sie sei aus­sch­ließlich im Be­reich der Ak­ten­hal­tung ein­ge­setzt; die­se Auf­ga­ben fie­len nicht nur im Be­reich der der Be­klag­ten nach dem SGB II über­tra­ge­nen Ar­bei­ten, son­dern auch im SGB III-Be­reich an. Die in der Haus­halts­pla­nerläute­rung zum Aus­druck kom­men­de „Er­war­tung“ ei­nes Auf­ga­ben­be­darfsrück­gangs genüge den sach­li­chen Be­fris­tungs­an­for­de­run­gen kei­nes­falls. Sch­ließlich zei­ge auch ei­ne in­halt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit den Haus­haltsplänen für die Jah­re 2005 bis 2007, dass die Be­klag­te nicht ernst­haft 5.000 neue be­fris­te­te Stel­len ha­be schaf­fen wol­len.

Die Kläge­rin hat zu­letzt be­an­tragt

1. fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en auf Grund der Be­fris-tungs­ab­re­de vom 26.10.2005 nicht zum 31.12.2007 be­en­det wor­den ist und
2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, die Kläge­rin bis zum rechts­kräfti­gen Ab­schluss des Ver­fah­rens als voll­beschäftig­te An­ge­stell­te ent­spre­chend den Be­din­gun­gen des Ar­beits­ver­tra­ges vom 26.10.2007 wei­ter­zu­beschäfti­gen.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te hat sich auf den Be­fris­tungs­grund der Be­reit­stel­lung von 5000 Ermäch­ti­gun­gen zur Beschäfti­gung von Kräften mit be­fris­te­tem Ar­beits­ver­trag im Haus­halts­plan be­ru­fen und die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Kläge­rin wer­de aus Haus­halts­mit­teln vergütet, die mit ei­ner kon­kre­ten Sach­re­ge­lung auf der Grund­la­ge ei­ner nach­voll­zieh­ba­ren Zweck­set­zung ver­se­hen sei­en. Letz­te­res er­sch­ließe sich aus dem Aus­zug des Per­so­nalab­rech­nungs­sys­tems (PAS) und der ent­spre­chen­den Ar­beits­an­lei­tung (vgl. An­la­ge 2 zur Kla­ge­er­wi­de­rung vom 16. Ja­nu­ar 2008 = Bl. 37 bis 40 d.A.). Der Auf­stel­lung des Per­so­nal­haus­halts 2005 lägen Über­le­gun­gen zu Grun­de, nach de­nen sich - aus­ge­hend von ei­ner Be­darfs­kal­ku­la­ti­on für den SGB II-Be­reich nach ei­nem be­stimm­ten Be­treu­ungs­schlüssel und dem dis­po­ni­blen Stel­len-/Ermäch­ti­gungs­po­ten­zi­al - ei­ne De­ckungslücke von 20.963,5 Kräften er­ge­ben ha­be. Weil da­von aus­zu­ge­hen ge­we­sen sei, dass die Kom­mu­nen et­wa 12.200 Kräfte zur Verfügung stel-len würden, ha­be das ver­lei­ben­de De­fi­zit aus der In­an­spruch­nah­me von Amts­hil­fe, Dritt­be­auf-tra­gung und der be­fris­te­ten Beschäfti­gung von zusätz­lich 5000 Beschäftig­ten aus­ge­gli­chen wer­den sol­len, wo­bei der An­nah­me, dass im Jahr 2008 die Auf­ga­ben wie­der mit dem vor­han-de­nen Dau­er­per­so­nal er­le­digt wer­den könn­ten, Pro­gno­sen zur all­ge­mei­nen Wirt­schafts- und da­mit ver­bun­de­nen Ar­beits­markt­ent­wick­lung zu Grun­de ge­le­gen hätten.

 

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Mit am 14. März 2008 verkünde­tem Ur­teil hat das Ar­beits­ge­richt den Kla­ge­anträgen statt­ge-ge­ben und zur Be­gründung - kurz zu­sam­men­ge­fasst - aus­geführt, die Be­fris­tung des Ar­beits-verhält­nis­ses sei nicht sach­lich ge­recht­fer­tigt. Den von der Be­klag­ten vor­ge­leg­ten Auszügen aus dem Haus­halts­plan 2005 sei nicht mit der zu for­dern­den Deut­lich­keit zu ent­neh­men, dass die Kläge­rin aus Haus­halts­mit­teln vergütet wer­de, die mit ei­ner kon­kre­ten Sach­re­ge­lung auf der Grund­la­ge ei­ner nach­voll­zieh­ba­ren Zweck­set­zung ver­bun­den sei­en. Auch der Aus­zug aus dem Per­so­nalab­rech­nungs­sys­tem genüge nicht für ei­ne ge­richt­li­che Über­zeu­gungs­bil­dung da­hin­ge­hend, dass es sich bei der von der Kläge­rin aus­geübten Tätig­keit um ei­ne Auf­ga­be von le­dig­lich vorüber­ge­hen­der Dau­er han­de­le. Die Ak­ten­hal­tung im SGB II-Be­reich könne kei­nes­wegs evi­dent als zeit­lich be­grenz­te Auf­ga­be an­ge­se­hen wer­den. Da­her könne da­hin­ste­hen, ob dem ta­rif­ver­trag­lich ge­re­gel­ten Zi­tier­ge­bot (not­wen­di­ge An­ga­be ei­ner Be­fris-tungs­grund­form ent­spre­chend der An­la­ge 2a - SR 2a - zum MTA) im Ar­beits­ver­trag der Par-tei­en genügt wor­den sei. Die Be­klag­te hat ge­gen das ihr am 23. April 2008 zu­ge­stell­te und we­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten in Be­zug ge­nom­me­ne Ur­teil am 20. Mai 2008 beim Lan­des-ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se mit am 23. Ju­ni 2008 bei Ge­richt ein­ge­gan­ge­nem Schrift­satz be­gründet.

Un­ter ausführ­li­cher Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Ge­set­zes­wort­laut und der Ge­set­zes­his­to­rie meint die Be­klag­te, das an­ge­foch­te­ne Ur­teil be­ru­he auf ei­ner feh­ler­haf­ten Aus­le­gung des Be­fris­tungs­grun­des nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG und be­an­tragt,

un­ter Abände­rung des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 14.03.2008 - 91 Ca 18818/07 - die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Die Kläge­rin be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Die Kläge­rin ver­tei­digt die an­ge­foch­te­ne Ent­schei­dung und ver­tieft in ein­ge­hen­der Aus­ein­an-der­set­zung mit den Ar­gu­men­ten der Ge­gen­sei­te ih­re An­sicht, dass die Be­klag­te ih­rer Dar­le-gungs- und Be­weis­last für den Be­fris­tungs­grund nicht ge­recht ge­wor­den sei. Ergänzend ver-tritt sie die Auf­fas­sung, die Be­klag­te könne sich nicht auf den Be­fris­tungs­grund nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG be­ru­fen, weil es sich nicht um ei­nen von ei­nem Haus­halts­ge­setz­ge­ber auf­ge­stell­ten Haus­halt han­de­le.

We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en in der Be­ru­fungs­in­stanz wird auf die Be­ru-fungs­be­gründung (Bl. 109 bis 117 d.A.) und die Be­ru­fungs­be­ant­wor­tung (Bl. 127 bis 132 d.A.) ver­wie­sen.

 

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Ent­schei­dungs­gründe

A.
Die zulässi­ge Be­ru­fung der Be­klag­ten ist be­gründet.

I.
Die Be­ru­fung ist zulässig. Sie ist an sich (§§ 8, Abs. 2; 64 Abs. 1 ArbGG) und we­gen des Be-schwer­de­ge­gen­stan­des (§ 64 Abs. 2 Buchst. c ArbGG) statt­haft; in ge­setz­li­cher Form und Frist ein­ge­legt (§ 517 ZPO i.V.m. § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG, § 66 Abs. 1 Sätze 1 und 2 Ar-bGG) so­wie frist­ge­recht (§ 66 Abs. 1 Sätze 1 und 2 ArbGG) und ord­nungs­gemäß (§ 520 Abs. 3 ZPO i.V.m. § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG) be­gründet wor­den.

II.
Auch in der Sa­che hat die Be­ru­fung Er­folg. Die gemäß § 17 Satz 1 Tz­B­fG recht­zei­tig er­ho­be-ne Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge ist un­be­gründet, weil die im Ar­beits­ver­trag der Par­tei­en vom 26. Ok­to­ber 2005 ver­ein­bar­te Be­fris­tung rechts­wirk­sam ist und so­mit das Ar­beits­verhält­nis zum 31. De­zem­ber 2007 ge­en­det hat.

1. Die Be­fris­tung ist gemäß § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG sach­lich ge­recht­fer­tigt.

a. Nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG liegt ein sach­li­cher Grund für die Be­fris­tung ei­nes Ar­beits­ver­trags vor, wenn der Ar­beit­neh­mer aus Haus­halts­mit­teln vergütet wird, die haus­halts­recht­lich für ei­ne be­fris­te­te Beschäfti­gung be­stimmt sind, und er ent­spre­chend be-schäftigt wird. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts er­for­dert der Sach­grund des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG - wie be­reits die wort­glei­che Vor­schrift des § 57b Abs. 2 Nr. 2 HRG in der bis zum 30. De­zem­ber 2004 gel­ten­den Fas­sung - die Vergütung des Ar­beit-neh­mers aus Haus­halts­mit­teln, die mit ei­ner kon­kre­ten Sach­re­ge­lung auf der Grund­la­ge ei­ner nach­voll­zieh­ba­ren Zweck­set­zung ver­se­hen sind. Die für die Vergütung des be­fris­tet ein­ge-stell­ten Ar­beit­neh­mers verfügba­ren Haus­halts­mit­tel müssen für ei­ne Auf­ga­be von nur vo-rüber­ge­hen­der Dau­er vor­ge­se­hen sein. Die Vor­aus­set­zun­gen des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG lie­gen nicht vor, wenn Haus­halts­mit­tel le­dig­lich all­ge­mein für die Beschäfti­gung von Ar­beit­neh­mern im Rah­men von be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­sen be­reit­ge­stellt wer­den. Dies folgt aus der Aus­le­gung des Ge­set­zes un­ter Berück­sich­ti­gung sei­ner Ent­ste­hungs­ge­schich­te so­wie un­ter der ge­bo­te­nen Be­ach­tung der ver­fas­sungs­recht­li­chen und ge­mein­schafts­recht­li-chen Vor­ga­ben (ausführ­lich: BAG 18. Ok­to­ber 2006 - 7 AZR 419/05 - NZA 2007, 332; zu­letzt: BAG 7. Mai 2008 - 7 AZR 198/07 - NZA 2008, 880). Da­ne­ben er­for­dert der Sach­grund nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG den Ein­satz des be­fris­tet beschäftig­ten Ar­beit­neh­mers ent­sp­re-chend der Zweck­set­zung der be­reit­ste­hen­den Haus­halts­mit­tel, wo­bei die Umstände bei Ver-trags­schluss maßgeb­lich sind (zu­letzt: BAG 7. Mai 2008, a.a.O.).

 

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b. Aus­ge­hend von die­sen Grundsätzen sind im vor­lie­gen­den Streit­fall die Vor­aus­set­zun-gen für ei­ne nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG ge­recht­fer­tig­te Be­fris­tung ge­ge­ben.

aa. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Kläge­rin kann die Be­fris­tung grundsätz­lich auf § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG gestützt wer­den.

(1) Zwar ent­schei­det die Be­klag­te als rechtsfähi­ge bun­des­un­mit­tel­ba­re Körper­schaft des öffent­li­chen Rechts mit Selbst­ver­wal­tung (§ 367 Abs. 1 SGB III) nicht als Haus­halts­ge­setz­ge­ber über die be­stimm­te Ver­wen­dung von Haus­halts­mit­teln. Hin­ge­gen spricht § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG nicht vom „Haus­halts­ge­setz“, son­dern von „Haus­halts­mit­teln“ und von ei­ner „haus­halts­recht­li­chen“ Be­stim­mung die­ser Mit­tel für die be­fris­te­te Beschäfti­gung. Dem Ge­set­zes­wort­laut nach sind so­mit nicht nur die Bun­des- und Länder­haus­halts­ge­set­ze vom Gel­tungs­be­reich um­fasst (ErfK/Müller-Glöge, 8. Aufl., § 14 Tz­B­fG Rn. 97 m.w.N.; HWK/Schma­len­berg, 3. Aufl., § 14 Tz­B­fG Rn. 58). Haus­halts­mit­tel sind viel­mehr al­le Mit­tel, die nach dem öffent­li­chen Haus­halts­recht in ei­nem Haus­halts­plan aus­ge­wie­sen sind (Schlach­ter in: Laux/Schlach­ter, Tz­B­fG 2007, § 14 Rn. 73). Die Be­klag­te un­ter­liegt bei der Auf­stel­lung und Ausführung ih­res Haus­halts­plans so­wie der sons­ti­gen Haus­halts­wirt­schaft dem öffent­li­chen Haus­halts­recht: Gemäß § 77a Sätze 1 und 3 SGB IV gel­ten für sie die Vor­schrif­ten der Bun­des­haus­halts­ord­nung (BHO) sinn­gemäß; Ab­wei­chun­gen können (nur) nach § 1 Abs. 3 SGB III ver­ein­bart wer­den (Ver­ein­ba­run­gen über beschäfti­gungs­po­li­ti­sche Zie­le). Die all­ge­mei­nen Grundsätze der Haus­halts­wirt­schaft des Bun­des sind zu be­ach­ten (§ 77a Satz 2 SGB IV). Die Haus­halts- und Wirt­schaftsführung der Be­klag­ten wird durch den Rech­nungs­hof des Bun­des ge­prüft (§ 55 Haus­halts­grundsätze­ge­setz [HGrG]).

Es kann un­ent­schie­den blei­ben, ob das in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG ge­re­gel­te Haus-halts­be­fris­tungs­pri­vi­leg bei ei­nem über haus­halts­ge­setz­ge­be­ri­sche Ent­schei­dun­gen hin­aus-ge­hen­den Gel­tungs­be­reichs­verständ­nis ge­ne­rel­len ver­fas­sungs- und eu­ro­pa­recht­li­chen Zu-lässig­keits­be­den­ken un­ter­liegt, weil dies letzt­lich auf ei­ne Selbst­ermäch­ti­gung zu rechtmäßi-gen ar­beits­ver­trag­li­chen Be­fris­tungs­ab­re­den oh­ne ent­spre­chen­de Le­gi­ti­ma­ti­on hin­aus­lie­fe (so aber [be­zo­gen auf ei­ne als Körper­schaft des öffent­li­chen Rechts or­ga­ni­sier­te Hoch­schu­le, die sich selbst ei­nen Haus­halts­plan gibt]: LAG Ber­lin-Bran­den­burg 16. März 2007 - 6 Sa 2102/06 - LA­GE § 14 Tz­B­fG Nr. 35 [Re­vi­si­on zu­ge­las­sen und ein­ge­legt beim Bun­des­ar­beits­ge­richt un­ter dem Az. 7 AZR 360/07]; of­fen ge­las­sen für die Bun­des­agen­tur für A.: LAG Nie­der­sach­sen 17. Ok­to­ber 2007 - 15 Sa 535/07 - ZTR 2008, 396; kri­tisch gleich­falls: LAG Ber­lin-Bran­den­burg 4. De­zem­ber 2007 - 3 Sa 1406/07 - zi­tiert nach ju­ris [Re­vi­si­on zu­ge­las­sen und ein­ge­legt beim Bun­des­ar­beits­ge­richt un­ter dem Az. 7 AZR 162/08]; vgl. auch: Dörner, Der be­fris­te­te Ar­beits­ver­trag, 2004, Rn. 219; auf die be­son­de­re Be­deu­tung des Bud­get­rechts der Par­la­men­te stellt ab: KR/Lip­ke, 8. Aufl., § 14 Tz­B­fG Rn. 221a). Aus Sicht des er­ken­nen­den

 

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Ge­richts greift der An­satz ei­nes Haus­halts­ge­set­zes bei § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG al­ler­dings oh­ne­hin aus zwei Gründen zu kurz: Zum ei­nen ver­mag ei­ne hin­rei­chen­de Le­gi­ti­ma­ti­on auch oh­ne Haus­halts­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz an­ge­nom­men zu wer­den. So wird et­wa der Haus­halt ei­ner Ge­mein­de als Auf­ga­be der kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tung von den de­mo­kra­tisch gewähl­ten Ge­mein­de­ver­tre­tern man­gels Ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz nicht in der Form ei­nes Haus­halts­ge­set­zes ver­ab­schie­det. Die kom­mu­na­le Ge­bietskörper­schaft kann mit­hin (in der se­man­ti­schen Be­zeich­nung) al­len­falls als Haus­halts­ge­ber und nicht als Haus­halts­ge­setz­ge­ber an­ge­se­hen wer­den, oh­ne dass die Gel­tung von § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG für den „un­ter­ge­setz­li­chen“ kom­mu­na­len Haus­halts­plan mit Ver­weis auf sei­ne man­geln­de Le­gi­ti­ma­ti­ons­grund­la­ge ab­ge­lehnt wer­den könn­te. Zum an­de­ren er­scheint das Er­for­der­nis ei­ner be­son­de­ren par­la­men­ta­ri­schen Le­gi­ti­ma­ti­on der Haus­halts­mit­tel­zu­wei­sung für die be­fris­te­te Beschäfti­gung aus ver­fas­sungs­recht­li­cher und eu­ro­pa­recht­li­cher Sicht nicht durch­schla­gend ge­bo­ten: Nach den ei­ner­seits aus dem ver­fas­sungs­recht­li­chen Un­ter­maßver­bot (kon­kret: nach Art. 12 Abs. 1 GG zu gewähren­der Min­dest­be­stands­schutz) und an­de­rer­seits aus den ge­mein­schafts­recht­li­chen Vor­ga­ben (kon­kret: Ge­bot zur Ver­hin­de­rung des Miss­brauchs durch auf­ein­an­der fol­gen­de be­fris­te­te Ar­beits­verträge nach der Richt­li­nie EGRL 70/99 des Ra­tes vom 28. Ju­ni 1999 zur Durchführung der EGB-UN­ICE-CEEP-Rah­men­ver­ein­ba­rung über be­fris­te­te Ar­beits­verträge) ab­zu­lei­ten­den An­for­de­run­gen wäre ein Verständ­nis von § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG (nur) dann zu weit­ge­hend, wenn der Ar­beit­neh­mer bei ent­spre­chen­der Beschäfti­gung aus Haus­halts­mit­teln vergütet wird, die all­ge­mein und oh­ne An­ord­nung ei­ner be­son­de­ren Zweck­be­stim­mung für ei­ne be­fris­te­te Beschäfti­gung be­stimmt sind (ausführ­lich: BAG 18. Ok­to­ber 2006, a.a.O., zu I.1.c.aa. und d. der Gründe). Ei­ne sol­che Zweck­be­stim­mung ver­mag hin­ge­gen auch ein un­ter­ge­setz­li­cher Haus­halts­plan zu tref­fen. Das ent­schei­den­de ver­fas­sungs- und richt­li­ni­en­kon­for­me Aus­le­gungs­kri­te­ri­um ist die fest-stell­ba­re Zweck­bin­dung der Haus­halts­mit­tel an ei­ne be­stimm­te zeit­lich be­grenz­te Auf­ga­be, nicht, ob dies in for­mel­ler und ma­te­ri­el­ler Ge­set­zes­form durch ei­ne Ent­schei­dung des Haus­halts­ge­setz­ge­bers ge­sche­hen ist (vgl. hier­zu auch die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zur In­ter­pre­ta­ti­on des wort­glei­chen § 57b Abs. 2 Nr. 2 HRG, wel­che dann als zu weit­ge­hend und ver­fas­sungs­recht­lich be­denk­lich an­ge­se­hen wor­den ist, wenn „we­der der Haus­halts­ge­setz­ge­ber noch die als Ar­beit­ge­ber han­deln­de Hoch­schul- oder For­schungs­ein­rich­tung die Mit­tel er­kenn­bar für ei­ne be­stimm­te zeit­lich be­grenz­te Auf­ga­be ge­wid­met hat“; BVerfG 24. April 1996 - 1 BvR 712/86 - BVerfGE 94, 268, zu II.1.b. der Gründe). Im Übri­gen dürf­te je­den­falls bei bun­des­un­mit­tel­ba­ren ju­ris­ti­schen Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts durch den auf den Haus­halts­plan be­zo­ge­nen all­ge­mei­nen mi­nis­te­ri­el­len Ge­neh­mi­gungs­vor­be­halt (§ 108 Satz 1 BHO) ei­ne un­au­to­ri­sier­te Selbst­be­fug­nis zur Schaf­fung „ei­ge­ner Be­fris­tungs­gründe“ ge­ne­rell nicht eröff­net sein (in­so­weit of­fen ge­las­sen: LAG Ber­lin-Bran­den­burg 16. März 2007, a.a.O., zu 2.1.4.1.1.1 der Gründe). Bun­des­un­mit­tel­ba­ren ju­ris­ti­schen Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts kommt im en­ge­ren Sin­ne ge­ra­de kei­ne ei­ge­ne Haus­halts­kom­pe­tenz zu.

 

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Zu­min­dest beim Haus­halts­plan der Be­klag­ten grei­fen die er­ho­be­nen Be­den­ken im Er­geb­nis oh­ne­hin nicht durch: Der Haus­halts­plan der Be­klag­ten wird von ih­rem Vor­stand auf­ge­stellt (vgl. § 71a Abs. 1 Satz 1 SGB IV) und ih­rem Ver­wal­tungs­rat fest­ge­stellt (vgl. § 71a Abs. 1 Satz 1 SGB IV). Der Ver­wal­tungs­rat setzt sich als Selbst­ver­wal­tungs­or­gan (§ 371 Abs. 1 SGB III) drit­tel­pa­ritätisch aus Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer, der Ar­beit­ge­ber so­wie der öffent­li­chen Körper­schaf­ten zu­sam­men (§ 371 Abs. 5 SGB III). Sei­ne 21 Mit­glie­der wer­den durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für A. und S. be­ru­fen (§§ 373 Abs. 6; 377 Abs. 1, 2 SGB III); vor­schlags­be­rech­tigt sind un­ter an­de­rem die ta­rif­sch­ließen­den Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­ge­ber bzw. ih­re Verbände (näher: § 379 Abs. 2 und 3 SGB III). Der Ver­wal­tungs­rat über­wacht den Vor­stand und die Ver­wal­tung. Er kann vom Vor­stand die Durchführung von Prüfun­gen durch die In­nen­re­vi­si­on ver­lan­gen und Sach­verständi­ge mit ein­zel­nen Auf­ga­ben der Über­wa­chung be­auf­tra­gen (§ 373 Abs. 1 SGB III) so­wie je­der­zeit Aus­kunft über die Geschäftsführung ver­lan­gen (§ 373 Abs. 2 SGB III). Ist der Ver­wal­tungs­rat der Auf­fas­sung, dass der Vor­stand sei­ne Pflich­ten ver­letzt hat, kann er die An­ge­le­gen­heit dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les vor­tra­gen (§ 373 Abs. 4 SGB III). Sch­ließlich be­sch­ließt er die Sat­zung und erlässt die An­ord­nun­gen nach dem SGB III (§ 373 Abs. 5 SGB III). Im Rah­men der ge­setz­li­chen Selbst­ver­wal­tung wird der Ver­wal­tungs­rat der Be­klag­ten so­mit qua­si als „Le­gis­la­tiv­or­gan mit Recht­set­zungs­be­fug­nis“ tätig. Ent­spre­chend ist von der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung zur Rechts­la­ge vor In­kraft­tre­ten des Tz­B­fG in kei­ner die hie­si­ge Be­klag­te (da­mals noch Bun­des­an­stalt für A.) be­tref­fen­den Be­fris­tungs­kon­trollent­schei­dung die An­wen­dung der für Haus­halts­ge­set­ze gel­ten­den Recht­spre­chungs­grundsätze auf die Haus­halts­fest­stel­lun­gen des Ver­wal­tungs­rats (da­mals noch ge­re­gelt im AFG) ver­neint oder auch nur pro­ble­ma­ti­siert wor­den (vgl. z.B. BAG 16. Ja­nu­ar 1987 - 7 AZR 487/85 - NZA 1988, 279 [die­se Ent­schei­dung spricht in Be­zug auf den Haus­halts­plan der Bun­des­an­stalt für Ar­beit von „Erwägun­gen des Haus­halts­ge­bers“] und BAG 27. April 1988 - 7 AZR 359/87 - zi­tiert nach ju­ris [die­se Ent­schei­dung spricht in Be­zug auf den Haus­halts­plan der Bun­des­an­stalt für Ar­beit von „Erwägun­gen des Haus­halts­ge­setz­ge­bers“]). Hin­zu kommt - und dies ist für die er­ken­nen­de Be­ru­fungs­kam­mer aus­schlag­ge­bend - die Ge­neh­mi­gungs­bedürf­tig­keit des Haus­halts­plans der Be­klag­ten durch die Bun­des­re­gie­rung (vgl. § 71a Abs. 2 SGB IV). Die Be­klag­te ist nicht au­to­nom und selbst ermäch­tigt in der Ver­wen­dung ih­rer Mit­tel, son­dern an ei­ne ex­ter­ne Ent­schei­dung durch ein Exe­ku­tiv­or­gan des Bun­des ge­bun­den (auf die Ge­neh­mi­gungs­bedürf­tig­keit als ent­schei­den­des Kri­te­ri­um der Recht­fer­ti­gung der An­wen­dung der Grundsätze haus­halts­recht­li­cher Ent­schei­dun­gen des Haus­halts­ge­setz­ge­bers auf den Haus­halts­plan der Be­klag­ten stellt gleich­falls ab: LAG Düssel­dorf 19. Au­gust 1999 - 11 Sa 469/99 - LA­GE § 620 BGB Nr. 60, zu A.I.4.b.dd. der Gründe [zur frühe­ren Rechts­la­ge nach § 216 Abs. 2 AFG]). Durch den der Bun­des­re­gie­rung zu­ge­wie­se­nen Ge­neh­mi­gungs­vor­be­halt ist ein hin­rei­chen­des de­mo­kra­ti­sches Le­gi­ti­ma­ti­ons­ni­veau - ver­mit­telt durch ei­ne Le­gi­ti­ma­ti­ons­ket­te - für den Haus­halts­plan der Be­klag­ten und die dort aus­ge­wie­se­nen haus­halts­recht­li­chen Be­stim­mun­gen, wie et­wa be­fris­te­te Ermäch­ti­gun­gen, ge­wahrt. Fer­ner gel­ten, wie be­reits aus­geführt, nach § 77a Sätze 1 und 3 SGB IV für den Haus­halts­plan der Be­klag­ten die Vor-

 

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schrif­ten der Bun­des­haus­halts­ord­nung (BHO) sinn­gemäß. Die Be­klag­te ist al­so bei der Er-stel­lung und Fest­stel­lung des Haus­halts­plans an die­sel­ben nor­ma­ti­ven Vor­ga­ben wie der Bund beim durch Haus­halts­ge­setz fest­zu­stel­len­den Haus­halts­plan (hier­zu: § 1 Satz 1 BHO) ge­bun­den.

(2) Der Ver­weis der Kläge­rin auf § 363 Abs. 3 SGB III, nach wel­chem der Bund der Be-klag­ten die Kos­ten für die von ihm durch Ge­setz zusätz­lich über­tra­ge­nen Auf­ga­ben trägt und in­so­weit auch die Ver­wal­tungs­kos­ten er­stat­tet, verfängt nicht. Gemäß § 77a SGB IV i.V.m. § 106 Abs. 1 Sätze 2 und 3 BHO müssen im Haus­halts­plan der Be­klag­ten al­le im Haus­halts­jahr zu er­war­ten­den Ein­nah­men so­wie die vor­aus­sicht­lich zu leis­ten­den Aus­ga­ben und die vor­aus­sicht­lich benötig­ten Ver­pflich­tungs­ermäch­ti­gun­gen ent­hal­ten sein und sind in Ein­nah­me und Aus­ga­be aus­zu­glei­chen. In den Haus­halts­plan dürfen nur die Aus­ga­ben und Ver­pflich­tungs­ermäch­ti­gun­gen ein­ge­stellt wer­den, die zur Erfüllung der Auf­ga­ben der ju­ris­ti­schen Per­son not­wen­dig sind. Die haus­halts­recht­li­chen Vor­schrif­ten neh­men Ein­nah­men durch ei­ne ge­setz­lich ge­re­gel­te Kos­ten­er­stat­tungs­pflicht bzw. Aus­ga­ben in Erfüllung ei­ner nor­ma­tiv zusätz­lich über­tra­ge­nen Auf­ga­be nicht aus. Es han­delt sich al­so um im Haus­halts­plan aus­zu­wei­sen­de Mit­tel.

(3) So­weit die Kläge­rin die „Ernst­haf­tig­keit“ der Schaf­fung von 5.000 neu­en be­fris­te­ten Stel­len ent­spre­chend dem Haus­halts­plan 2005 im SGB II-Be­reich durch ei­nen Ver­gleich der für die Vergütung und Löhne von Kräften mit be­fris­te­ten Ar­beits­verträgen aus­ge­wie­se­nen Haus­halts­mit­tel in den Haus­halts­jah­ren 2003 bis 2006 (Bl. 22 d.A. und Bl. 52 d.A.) in Fra­ge stellt, ver­kennt sie, dass sich das „We­ni­ger“ (bspw. beim im Jahr 2004 ver­an­schlag­ten „Soll“ in Höhe von 24.700,- T€ ge­genüber dem im Jahr 2005 ver­an­schlag­ten Soll in Höhe von 11.800,- T€ trotz Ermäch­ti­gung für 5.000 Kräfte mit be­fris­te­tem Ar­beits­ver­trag) im Haus­halts-plan für 2005 selbst erklärt. Dort ist hier­zu nämlich aus­geführt: „W e n i g e r durch Um­set­zung der Aus­ga­ben im Rah­men der Durchführung des SGB II nach Tit. 971 01.“ (vgl. S. 78 des Haus­halts­plans = Bl. 22 d.A.).

bb. Die Kläge­rin ist aus Haus­halts­mit­teln vergütet wor­den, die haus­halts­recht­lich für ei­ne be­fris­te­te Beschäfti­gung be­stimmt wa­ren. Es han­delt sich um Haus­halts­mit­tel, die mit ei­ner kon­kre­ten Sach­re­ge­lung auf der Grund­la­ge ei­ner nach­voll­zieh­ba­ren Zweck­set­zung für ei­ne nur vorüber­ge­hen­de Beschäfti­gung ver­se­hen sind. Die Kläge­rin wur­de auch ent­spre­chend der Zweck­set­zung der zur Verfügung ste­hen­den Haus­halts­mit­tel beschäftigt. 

(1) Die Vergütung der Kläge­rin er­folg­te aus den Ermäch­ti­gun­gen des Haus­halts­ti­tels 425 02. Dies er­sch­ließt sich aus dem von der Be­klag­ten als An­la­ge 2 zur Kla­ge­er­wi­de­rung vom 16. Ja­nu­ar 2008 zur Ak­te ge­reich­ten Aus­zug aus dem Per­so­nalab­rech­nungs­sys­tem (PAS; vgl. Bl. 37 bis 39 d.A.). Die­sem ist beim Schlüssel „2112“ die Kenn­zif­fer „12“ zu ent­neh­men. Nach der „Ar­beits­an­lei­tung PAS“ drückt die Kenn­zif­fer „12“ die Bu­chungs­stel­le „5/42502/01“

 

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(Ar­beit­neh­mer mit be­fris­te­tem Ar­beits­ver­trag) aus. Da­mit ist ein Be­zug zu den Ermäch­ti­gun­gen des Haus­halts­ti­tels 425 02 (al­so zu den Haus­halts­mit­teln, die für ei­ne be­fris­te­te Beschäfti­gung be­stimmt sind) her­ge­stellt.

(2) Die in der An­la­ge 2 zum Haus­halts­plan 2005 ge­ge­be­ne Erläute­rung zu Ti­tel 425 02 stellt dar, dass in der Über­sicht zur Grup­pe 425 „für Auf­ga­ben nach dem SGB II“ 5000 Er-mäch­ti­gun­gen für be­fris­te­te Ar­beits­kräfte aus­ge­wie­sen sind. Da­mit ver­knüpft die Erläute­rung zum ei­nen die im ent­spre­chen­den Haus­halts­ti­tel ein­ge­stell­ten Haus­halts­mit­tel mit ei­ner zeit­li­chen Be­gren­zung und zum an­de­ren mit ei­ner kon­kre­ten Sach­re­ge­lung auf der Grund­la­ge ei­ner nach­voll­zieh­ba­ren Zweck­set­zung („Ermäch­ti­gung“ be­deu­tet in die­sem Zu­sam­men­hang ei­ne an die Ver­wal­tung ge­rich­te­te „Er­laub­nis“ für die Ein­stel­lung be­fris­tet Beschäftig­ter). Dass bei der Erläute­rung die Ermäch­ti­gun­gen an­zahl- und nicht be­tragsmäßig an­geführt sind, steht der Wirk­sam­keit der Be­fris­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG nicht ent­ge­gen. Denn die be­tragsmäßige Aus­wei­sung der für die be­fris­te­te Beschäfti­gung zur Verfügung ste­hen­den Haus­halts­mit­tel im Haus­halts­plan ist nicht er­for­der­lich (BAG 18. April 2007 - 7 AZR 316/06 - zi­tiert nach ju­ris, zu A.II.1. der Gründe).

Die zeit­li­che Be­gren­zung war er­kenn­bar an die Er­war­tung ge­knüpft, dass ei­ner­seits der Ar-beits­an­fall im SGB II-Be­reich zurück­geht und an­de­rer­seits künf­tig im SGB III-Be­reich frei wer­den­de per­so­nel­le Res­sour­cen ge­nutzt wer­den können. Die Haus­halts­plan­vor­ga­be weist mit­hin die In­ten­ti­on der Ab­de­ckung ei­nes zeit­lich be­grenz­ten Be­darfs an der Ar­beits­leis­tung aus. Dies ist ei­ne kon­kre­te Sach­re­ge­lung auf der Grund­la­ge ei­ner nach­voll­zieh­ba­ren Zweck-set­zung. Sie ori­en­tiert sich letzt­lich am Sach­grund des vorüber­ge­hen­den Be­darfs an der Ar-beits­leis­tung, den der Ge­setz­ge­ber als sach­li­che Recht­fer­ti­gung für die be­fris­te­te Beschäfti-gung in § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Tz­B­fG an­er­kannt hat. Der Haus­halt­ge­ber be­schränkt sich ge­ra­de nicht dar­auf, Haus­halts­mit­tel le­dig­lich all­ge­mein für die Beschäfti­gung von Ar­beit­neh­mern im Rah­men von be­fris­te­ten Ar­beits­verträgen be­reit­zu­stel­len. Er be­stimmt viel­mehr die Haus­halts­mit­tel kon­kret für die Beschäfti­gung von Ar­beit­neh­mern in be­fris­te­ten Ar­beits­verträgen zur Bewälti­gung des im SGB II-Be­reich in den Jah­ren 2005, 2006 und 2007 an­fal­len­den höhe­ren Ar­beits­be­darfs ge­genüber ei­nem von ihm ab dem Jahr 2008 er­war­te­ten zurück­ge­gan­ge­nen Be­darf. Der öffent­li­che Ar­beit­ge­ber hat zwar auch beim Be­fris­tungs­grund nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 Tz­B­fG die an­ge­stie­ge­ne Ar­beits­men­ge nach­voll­zieh­bar dar­zu­le­gen (so - je­den­falls „im Be­strei­tens­fall“ - BAG 14. Fe­bru­ar 2007 - 7 AZR 193/06 - NZA 2007, 871). Dem ist die Be­klag­te aber nach­ge­kom­men. Sie hat be­reits erst­in­stanz­lich - von der Kläge­rin nicht sub­stan­zi­iert in Ab­re­de ge­stellt - ih­re per­so­nel­le Be­darfs­kal­ku­la­ti­on im Hin­blick auf die Auf­ga­ben nach dem SGB II of­fen ge­legt und näher dar­ge­stellt, an­hand wel­cher Pa­ra­me­ter in wel­cher Größen­ord­nung sie von der Beschäfti­gung von ge­ra­de 5000 zusätz­li­chen Kräften aus­ge­gan­gen ist. Die tätig­keits­be­zo­ge­ne Zweck­bin­dung „an sich“ (Auf­ga­ben­er­le­di­gung nach dem SGB II) ist eben­so nach­voll­zieh­bar wie die Zeit­wei­lig­keit (zu er­war­ten­der Rück­gang des Ar­beits­an­falls und per­so­nel­le Ent­las­tungs­wir­kung in an­de­ren Be­rei­chen). Ei­ne Nach­voll­zieh-

 

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bar­keit des nur vorüber­ge­hen­den Ar­beits­kräfte­be­darfs im Sin­ne ei­ner „ein­seh­ba­ren Erklärung“ bzw. „Plau­si­bi­lität“ genügt beim Haus­halts­mit­tel­be­fris­tungs­grund. Ent­spre­chend hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt bei­spiels­wei­se die Erläute­rung zu ei­nem Ti­tel in ei­nem Haus­halts­plan mit dem Wort­laut

„Die Mit­tel sind be­stimmt zur Bewälti­gung von Nach­fra­ge­spit­zen im Di­rekt­leih-ver­kehr und für Ver­tre­tungsfälle. Mehr ent­spre­chend dem erhöhten Auf­kom­men bei den Ein­nah­men.”

als aus­rei­chen­de Zweck­be­stim­mung an­ge­se­hen (BAG 18. Ok­to­ber 2006, a.a.O., zu I.2. der Gründe; vgl. auch BAG 7. Mai 2008, a.a.O., zu II.1.b. der Gründe). An­ders als beim Sach­grund nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Tz­B­fG muss sich die Pro­gno­se des öffent­li­chen Ar­beit­ge­bers auch nicht dar­auf be­zie­hen, dass die Ar­beits­men­ge nach Ab­lauf des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags mit dem verfügba­ren Per­so­nal bewältigt wer­den kann (BAG 14. Fe­bru­ar 2007, a.a.O.). An den Sach­grund der Nr. 7 von § 14 Abs. 1 Satz 2 Tz­B­fG sind nicht die­sel­ben (Dar­le­gungs-)An­for­de­run­gen wie an den Sach­grund der Nr. 1 von § 14 Abs. 1 Satz 2 Tz­B­fG zu stel­len (BAG 7. Mai 2008, a.a.O., zu II.1.c. der Gründe).

Die für die Vergütung der be­fris­tet ein­ge­stell­ten Kläge­rin verfügba­ren Haus­halts­mit­tel wa­ren für ei­ne Auf­ga­be von nur vorüber­ge­hen­der Dau­er vor­ge­se­hen. Zwar ar­gu­men­tiert die Kläge­rin zu­tref­fend, dass die Auf­ga­ben­er­le­di­gung im SGB II-Be­reich eben­so dau­er­haft anfällt wie die von ihr aus­sch­ließlich er­le­dig­te Auf­ga­be der Ak­ten­hal­tung. Hin­ge­gen kommt es nicht dar­auf an, dass die vom be­fris­tet Beschäftig­ten er­le­dig­ten Ar­bei­ten ih­rem In­halt nach le­dig­lich vorüber­ge­hend zu er­le­di­gen sind. Von vorüber­ge­hen­der Dau­er ist ei­ne Auf­ga­be (auch) dann, wenn sie künf­tig nicht mehr anfällt, weil die zu bewälti­gen­de Ar­beits­men­ge nur für ei­nen ge­wis­sen Zeit­raum ge­stie­gen war oder weil - wie im vor­lie­gen­den Fall - der Haus­halt­ge­ber da­von aus­geht, dass ein zunächst ver­mehr­ter Ar­beits­an­fall auf Grund ei­ner zu er­war­ten­den Ent­wick­lung auf ein mit dem vor­han­de­nen Per­so­nal zu bewälti­gen­des Maß ab­sinkt. Um ei­ne Dau­er­auf­ga­be han­delt es sich z.B., wenn der öffent­li­che Ar­beit­ge­ber ei­nen dau­er­haf­ten An-stieg der Ar­beits­men­ge an­nimmt und un­ge­ach­tet des­sen auf or­ga­ni­sa­to­ri­sche Maßnah­men zur An­pas­sung der Stel­len­aus­stat­tung an den Be­darf, wie et­wa das Ein­wer­ben neu­er Stel­len, ver­zich­tet (BAG 7. Mai 2008, a.a.O., zu II.1.c. der Gründe). Von ei­nem beständig „ho­hen Ni­veau“ der Ar­beits­men­ge im SGB II-Be­reich ist der Haus­halt­ge­ber aber ge­ra­de nicht aus­ge­gan­gen, wie die Erläute­run­gen zu Ti­tel 425 02 zei­gen.

(3) Sch­ließlich wur­de die Kläge­rin ent­spre­chend der haus­halts­recht­li­chen Zweck­set­zung im SGB II-Be­reich beschäftigt. Es sind kei­ne An­halts­punk­te er­sicht­lich, dass sie in ei­nem an-de­ren Be­reich als der im SGB II-Be­reich an­fal­len­den Ak­ten­hal­tung ge­ar­bei­tet hat. Sie ver­weist zwar auf die im SGB III-Be­reich dau­er­haft an­fal­len­de Auf­ga­be der Ak­ten­hal­tung, be­haup­tet aber nicht, dass sie da­mit be­traut war. Da­ge­gen spricht im Übri­gen ih­re Tätig­keit im Job­cen­ter T.-K. (Ber­lin). Das Job­cen­ter ist ei­ne Ar­beits­ge­mein­schaft des Be­zirks­am­tes T.-K.

 

- 12 -

und der A.agen­tur Ber­lin S.. In ge­mein­sa­mer Träger­schaft wer­den Leis­tun­gen nach dem SGB II er­bracht (vgl. auch die In­for­ma­tio­nen auf der all­ge­mein zugäng­li­chen Präsen­ta­ti­on des Job­cen­ters im In­ter­net un­ter http://www.ber­lin.de/job­cen­ter/t.-k./ [Stand 10. Sep­tem­ber 2008]).

2. Die im Ur­teil des Ar­beits­ge­richts an­ge­spro­che­ne Pro­ble­ma­tik des Zi­tier­ge­bots nach der An­la­ge 2a (SR 2a) zum MTA ge­bie­tet kei­ne an­de­re Sicht­wei­se. Nach Nr. 2 (1) der SR 2a MTA ist im Ar­beits­ver­trag zu ver­ein­ba­ren, ob der An­ge­stell­te als Zeit­an­ge­stell­ter, als An­ge-stell­ter für Auf­ga­ben von be­grenz­ter Dau­er oder als Aus­hilfs­an­ge­stell­ter ein­ge­stellt wird. Un-terfällt ein Ar­beits­verhält­nis kraft bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­bin­dung oder ein­zel­ver­trag­li­cher Be­zug-nah­me den SR 2a MTA, kann sich der Ar­beit­ge­ber zur Recht­fer­ti­gung ei­ner Be­fris­tung nicht auf Sach­gründe be­ru­fen, die zu ei­ner im Ar­beits­ver­trag nicht ver­ein­bar­ten Be­fris­tungs­grund-form gehören (BAG 17. April 2004 - 7 AZR 283/01 - EzA § 620 BGB Nr. 191). Im Ar­beits­ver­trag vom 26. Ok­to­ber 2005 ist auf den da­mals noch gel­ten­den MTA-O (nicht den MTA) Be­zug ge­nom­men. Der MTA-O ent­hielt kei­ne den SR 2a MTA ent­spre­chen­den Son­der­re­ge­lun­gen für Zeit­an­ge­stell­te, An­ge­stell­te für Auf­ga­ben von be­grenz­ter Dau­er und für Aus­hilfs­an­ge­stell­te. Ein ta­rif­ver­trag­li­ches Zi­tier­ge­bot war mit­hin nicht ein­zu­hal­ten.

3. Der auf die vorläufi­ge Wei­ter­beschäfti­gung ge­rich­te­te An­trag war gleich­falls ab­zu­wei­sen. Ein Wei­ter­beschäfti­gungs­an­pruch der Kläge­rin bis zum rechts­kräfti­gen Ab­schluss des Rechts­streits käme nur in Be­tracht, wenn die Un­wirk­sam­keit der Be­fris­tung und da­mit der Fort­be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses fest­ge­stellt wären.

III.
Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO. Im Hin­blick auf § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG ist die Re­vi­si­on für die Kläge­rin zu­ge­las­sen wor­den.

 

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Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der Kläge­rin beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt,

Hu­go-Preuß-Platz 1, 99084 Er­furt

(Post­adres­se: 99113 Er­furt),

Re­vi­si­on ein­ge­legt wer­den. Für die Be­klag­te ist kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb

ei­ner Not­frist von ei­nem Mo­nat

schrift­lich beim Bun­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­legt wer­den.

Sie ist gleich­zei­tig oder in­ner­halb

ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten

schrift­lich zu be­gründen.

Bei­de Fris­ten be­gin­nen mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­setz­ten Ur­teils, spä-tes­tens aber mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Die Re­vi­si­ons­schrift muss die Be­zeich­nung des Ur­teils, ge­gen das die Re­vi­si­on ge­rich­tet wird und die Erklärung ent­hal­ten, dass ge­gen die­ses Ur­teil Re­vi­si­on ein­ge­legt wer­de.
Die Re­vi­si­ons­schrift und die Re­vi­si­ons­be­gründung müssen von ei­nem Pro­zess­be­vollmäch­tig-ten un­ter­zeich­net sein.
Als Pro­zess­be­vollmäch­tig­te sind zu­ge­las­sen:
• Rechts­anwälte,
• Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver-gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der, wenn die­se durch Per­so­nen mit Befähi­gung zum Rich­ter­amt han­deln,
• ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der im vor-ge­nann­ten Punkt be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus-schließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit-glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet und die­se durch Per­so­nen mit Befähi­gung zum Rich-ter­amt han­deln.

Der Schrift­form wird auch durch Ein­rei­chung ei­nes elek­tro­ni­schen Do­ku­ments i. S. d. § 46b ArbGG genügt. Nähe­re In­for­ma­tio­nen da­zu fin­den sich auf der In­ter­net­sei­te des Bun­de­sar-beits­ge­richts un­ter www.bun­des­ar­beits­ge­richt.de.

 

Sch.

F.

G.

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