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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Betriebsratsmitglied, Benachteiligung, Rechtsanwaltskosten
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 7 ABR 68/08
Typ: Beschluss
Ent­scheid­ungs­datum: 20.01.2010
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Frankfurt, Beschluss vom 7.08.2007, 4 BV 47/07
Hessisches Landesarbeitsgericht, Beschluss vom 10.04.2008, 9 TaBV 236/07
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

7 ABR 68/08

9 TaBV 236/07

Hes­si­sches

Lan­des­ar­beits­ge­richt

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am 20. Ja­nu­ar 2010

BESCHLUSS

Schie­ge, Ur­kunds­be­am­ter der Geschäfts­stel­le

 

In dem Be­schluss­ver­fah­ren

mit den Be­tei­lig­ten

1.

An­trag­stel­ler und Be­schwer­deführer,

2.

Rechts­be­schwer­deführe­rin,

3.

hat der Sieb­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der Anhörung vom 20. Ja­nu­ar 2010 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt


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Lin­sen­mai­er, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gräfl, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Kiel so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Kroll­mann und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Schuh für Recht er­kannt:

Auf die Rechts­be­schwer­de der Ar­beit­ge­be­rin wird der Be­schluss des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 10. April 2008 - 9 TaBV 236/07 - auf­ge­ho­ben.

Die Be­schwer­de des An­trag­stel­lers ge­gen den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Frank­furt am Main vom 7. Au­gust 2007 - 4 BV 47/07 - wird zurück­ge­wie­sen.

 

Von Rechts we­gen!

Gründe

I. Die Be­tei­lig­ten strei­ten darüber, ob die Ar­beit­ge­be­rin ver­pflich­tet ist, den

An­trag­stel­ler von Rechts­an­walts­kos­ten frei­zu­stel­len.

Der An­trag­stel­ler ist Mit­glied des zu 3) be­tei­lig­ten, in ei­nem Be­trieb der

zu 2) be­tei­lig­ten Ar­beit­ge­be­rin ge­bil­de­ten Be­triebs­rats. Er ver­lang­te in ei­nem Ur­teils­ver­fah­ren vor dem Ar­beits­ge­richt von der Ar­beit­ge­be­rin die Zah­lung von Ar­beits­vergütung nebst Zin­sen für den 19., 20., 21. Ju­ni 2006 und den 11. Ju­li 2006 so­wie die Ent­fer­nung ei­ner Ab­mah­nung vom 11. Ju­li 2006. In der Ab­mah­nung hat­te die Ar­beit­ge­be­rin dem An­trag­stel­ler vor­ge­wor­fen, sei­ne Ar­beit am 11. Ju­li 2006 nicht auf­ge­nom­men, son­dern oh­ne Ab­mel­dung nicht er­for­der­li­che Be­triebs­rats­auf­ga­ben er­le­digt zu ha­ben. Der An­trag­stel­ler mach­te in dem Rechts­streit gel­tend, am 19. und 20. Ju­ni so­wie am 11. Ju­li 2006 er­for­der­li­che Be­triebs­ratstätig­keit wahr­ge­nom­men und sich hier­zu ord­nungs­gemäß bei sei­nem Vor­ge­setz­ten ab­ge­mel­det so­wie am 21. Ju­ni 2006 ge­ar­bei­tet zu ha­ben. Die Par­tei­en be­en­de­ten den Rechts­streit am 6. No­vem­ber 2006 mit ei­nem Ver­gleich, in dem sich die Ar­beit­ge­be­rin ver­pflich­te­te, die Kla­ge­for­de­run­gen - mit Aus­nah­me der gel­tend ge­mach­ten Zin­sen - zu erfüllen. Außer­dem ver­ein­bar­ten sie in Nr. 4 des Ver­gleichs, dass et­wai­ge ge­richt­li­che Aus­la­gen zwi­schen


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den Par­tei­en ge­teilt wer­den und je­de Par­tei ih­re außer­ge­richt­li­chen Kos­ten selbst trägt. Der da­ma­li­ge Pro­zess­be­vollmäch­tig­te des An­trag­stel­lers stell­te die­sem ein Ho­no­rar iHv. 676,86 Eu­ro in Rech­nung. Er über­mit­tel­te die Kos­ten­no­te auch an die Ar­beit­ge­be­rin. Die­se lehn­te die Zah­lung ab.

Mit der am 30. Ja­nu­ar 2007 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen An-

trags­schrift hat der An­trag­stel­ler von der Ar­beit­ge­be­rin die Frei­stel­lung von den Ho­no­raransprüchen sei­nes Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten ver­langt. Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, bei den zur Durch­set­zung sei­ner Vergütungs­ansprüche und des An­spruchs auf Ent­fer­nung der er­teil­ten Ab­mah­nung ent­stan­de­nen Rechts­an­walts­kos­ten han­de­le es sich um Kos­ten des Be­triebs­rats iSd. § 40 Be­trVG, wel­che die Ar­beit­ge­be­rin zu tra­gen ha­be. Die ge­richt­li­che Gel­tend­ma­chung sei­ner in­di­vi­du­al­recht­li­chen Ansprüche ge­genüber der Ar­beit­ge­be­rin sei durch sei­ne Be­triebs­ratstätig­keit ver­an­lasst ge­we­sen. Wenn er die­se Kos­ten selbst tra­gen müsse, wer­de er we­gen der Be­triebs­ratstätig­keit be­nach­tei­ligt. Das sei nach § 78 Satz 2 Be­trVG un­zulässig.

Der An­trag­stel­ler hat be­an­tragt,

die Ar­beit­ge­be­rin zu ver­pflich­ten, ihn von sei­ner Zah­lungs-

ver­pflich­tung ge­genüber den Rechts­anwälten K und H, Frank­furt am Main iHv. 676,86 Eu­ro frei­zu­stel­len.

Die Ar­beit­ge­be­rin hat die Ab­wei­sung des An­trags be­an­tragt und ge-

meint, nach der in dem Ver­gleich ge­trof­fe­nen Kos­ten­re­ge­lung müsse der An­trag­stel­ler die durch die Hin­zu­zie­hung sei­nes Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten ent­stan­de­nen Kos­ten selbst tra­gen.

Das Ar­beits­ge­richt hat den An­trag ab­ge­wie­sen. Auf die Be­schwer­de

des An­trag­stel­lers hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts ab­geändert und dem An­trag statt­ge­ge­ben. Mit der Rechts­be­schwer­de be­gehrt die Ar­beit­ge­be­rin die Wie­der­her­stel­lung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung. Der An­trag­stel­ler be­an­tragt die Zurück­wei­sung der Rechts­be­schwer­de.

II. Die Rechts­be­schwer­de ist be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat

dem An­trag zu Un­recht statt­ge­ge­ben. Der An­trag­stel­ler hat ge­genüber der


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Ar­beit­ge­be­rin kei­nen An­spruch auf Frei­stel­lung von den durch die Hin­zu­zie­hung sei­nes Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten in dem vor­an­ge­gan­ge­nen Ur­teils­ver­fah­ren ver­ur­sach­ten Rechts­an­walts­kos­ten. Dem An­spruch steht Nr. 4 des in dem Vor­pro­zess ab­ge­schlos­se­nen Ver­gleichs ent­ge­gen. Da­nach hat der An­trag­stel­ler die ihm ent­stan­de­nen Rechts­an­walts­kos­ten selbst zu tra­gen. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist die Kos­ten­re­ge­lung in dem Ver­gleich wirk­sam. Sie verstößt nicht ge­gen das Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot des § 78 Satz 2 Be­trVG. Auf das Verhält­nis von § 12a Abs. 1 Satz 1 ArbGG zu § 78 Satz 2 Be­trVG kommt es da­bei ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts nicht an.

1. Nach Nr. 4 des Ver­gleichs hat je­de Par­tei ih­re außer­ge­richt­li­chen
Kos­ten selbst zu tra­gen. Zu die­sen Kos­ten gehören auch die dem An­trag­stel­ler ent­stan­de­nen Rechts­an­walts­kos­ten. Mit die­ser Kos­ten­ver­ein­ba­rung ha­ben der An­trag­stel­ler und die Ar­beit­ge­be­rin die Kos­ten­tra­gungs­pflicht ab­sch­ließend ge­re­gelt. Es kann des­halb da­hin­ste­hen, ob und ggf. un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ein Be­triebs­rats­mit­glied, das in ei­nem Ur­teils­ver­fah­ren in­di­vi­du­al­recht­li­che im Zu­sam­men­hang mit der Wahr­neh­mung sei­nes Be­triebs­rats­amts ent­stan­de­ne Ansprüche ge­genüber dem Ar­beit­ge­ber gel­tend macht, nach § 40 Abs. 1 Be­trVG oder nach § 823 Abs. 2 BGB iVm. § 78 Satz 2 Be­trVG vom Ar­beit­ge­ber die Er­stat­tung der durch die Hin­zu­zie­hung ei­nes Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten ver­ur­sach­ten Kos­ten ver­lan­gen kann.

2. Die Re­ge­lung in Nr. 4 des Ver­gleichs ist wirk­sam. Sie ist nicht nach
§ 134 BGB iVm. § 78 Satz 2 Be­trVG nich­tig. Der An­trag­stel­ler wird durch die in dem Ver­gleich über­nom­me­ne Ver­pflich­tung, die durch die Hin­zu­zie­hung sei­nes Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten ent­stan­de­nen Kos­ten selbst zu tra­gen, nicht iSv. § 78 Satz 2 Be­trVG we­gen sei­ner Be­triebs­ratstätig­keit be­nach­tei­ligt. § 12a Abs. 1 Satz 1 Be­trVG ist hierfür oh­ne Be­deu­tung.

a) Nach § 78 Satz 2 Be­trVG dürfen Mit­glie­der des Be­triebs­rats we­gen

ih­rer Tätig­keit nicht be­nach­tei­ligt oder begüns­tigt wer­den. Die Re­ge­lung dient - eben­so wie das Eh­ren­amts­prin­zip (§ 37 Abs. 1 Be­trVG) - der in­ne­ren und äußeren Un­abhängig­keit der Be­triebs­rats­mit­glie­der (BAG 12. Fe­bru­ar 1975


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- 5 AZR 79/74 - zu III 1 der Gründe, AP Be­trVG 1972 § 78 Nr. 1 = EzA Be­trVG 1972 § 78 Nr. 4; vgl. zur in­halts­glei­chen Be­stim­mung in § 8 BPers­VG: BAG 16. Fe­bru­ar 2005 - 7 AZR 95/04 - zu I 1 der Gründe, AP BPers­VG § 46 Nr. 26 = EzA BPers­VG § 46 Nr. 3). Je­des Be­triebs­rats­mit­glied soll oh­ne Furcht vor Maßre­ge­lun­gen und Sank­tio­nen des Ar­beit­ge­bers sein Amt ausüben können (BAG 12. Fe­bru­ar 1975 - 5 AZR 79/74 - aaO). Ver­ein­ba­run­gen, die ge­gen das Begüns­ti­gungs- oder Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot ver­s­toßen, sind nach § 134 BGB nich­tig (BAG 16. Fe­bru­ar 2005 - 7 AZR 95/04 - aaO).

aa) Ei­ne Be­nach­tei­li­gung iSv. § 78 Satz 2 Be­trVG ist je­de Schlech

ter­stel­lung im Ver­gleich zu an­de­ren Ar­beit­neh­mern, die nicht auf sach­li­chen Gründen, son­dern auf der Tätig­keit als Be­triebs­rats­mit­glied be­ruht. Ei­ne Be­nach­tei­li­gungs­ab­sicht ist nicht er­for­der­lich. Es genügt die ob­jek­ti­ve Schlech­ter­stel­lung ge­genüber Nicht­be­triebs­rats­mit­glie­dern (vgl. et­wa Fit­ting 25. Aufl. § 78 Rn. 17; GK-Be­trVG/Kreutz 9. Aufl. § 78 Rn. 46; Ri­char­di/Thüsing Be­trVG 12. Aufl. § 78 Rn. 20). Ei­ne un­zulässi­ge Be­nach­tei­li­gung ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds kann da­her auch dar­in lie­gen, dass das Be­triebs­rats­mit­glied al­lein auf­grund sei­ner Amts­stel­lung endgültig mit Vermögens­auf­wen­dun­gen be­las­tet wird, die im Fal­le ei­nes sons­ti­gen Ar­beit­neh­mers in ei­ner im Übri­gen ver­gleich­ba­ren Si­tua­ti­on im Er­geb­nis nicht den Ar­beit­neh­mer, son­dern den Ar­beit­ge­ber tref­fen würden. Bei ei­ner sol­chen Fall­ge­stal­tung ist dem Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot des § 78 Satz 2 Be­trVG da­durch Rech­nung zu tra­gen, dass auch dem Be­triebs­rats­mit­glied un­ter den­sel­ben Vor­aus­set­zun­gen und in dem­sel­ben Um­fang ein Er­stat­tungs­an­spruch ge­gen sei­nen Ar­beit­ge­ber gewährt wird (BAG 31. Ja­nu­ar 1990 - 1 ABR 39/89 - zu II 2 a der Gründe, BA­GE 65, 28). Aus § 78 Satz 2 Be­trVG er­gibt sich je­doch nicht, dass jed­we­der im Zu­sam­men­hang mit der Be­triebs­ratstätig­keit ent­ste­hen­de „Nach­teil“ aus­zu­glei­chen ist (BAG 13. Ju­ni 2007 - 7 ABR 62/06 - Rn. 14, AP Be­trVG 1972 § 38 Nr. 31 = EzA Be­trVG 2001 § 40 Nr. 13).

bb) Ei­ne zwi­schen ei­nem Be­triebs­rats­mit­glied und dem Ar­beit­ge­ber ver­ein

bar­te Re­ge­lung der Pflicht zur Kos­ten­tra­gung in ei­nem ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils­ver­fah­ren über in­di­vi­du­al­recht­li­che, im Zu­sam­men­hang mit der Be­triebs-


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ratstätig­keit ste­hen­de Ansprüche stellt kei­ne un­zulässi­ge Be­nach­tei­li­gung oder Be­vor­zu­gung des Be­triebs­rats­mit­glieds dar. Die­ses macht da­mit viel­mehr von ei­ner Möglich­keit Ge­brauch, die an­de­ren Ar­beit­neh­mern oh­ne Be­triebs­rats­amt in ver­gleich­ba­rer Si­tua­ti­on eben­falls of­fen­steht. Auch die­se Ar­beit­neh­mer können in ei­nem Rechts­streit mit ih­rem Ar­beit­ge­ber über in­di­vi­du­al­recht­li­che Ansprüche Ver­glei­che über die dem Rechts­streit zu­grun­de lie­gen­den For­de­run­gen schließen und Ver­ein­ba­run­gen darüber tref­fen, wer in wel­chem Um­fang die ge­richt­li­chen und außer­ge­richt­li­chen Kos­ten trägt. Der Fähig­keit ei­nes Be­triebs­rats­mit­glieds, sich über die Kos­ten­tra­gung in ei­nem Ur­teils­ver­fah­ren über strei­ti­ge Ansprüche mit dem Ar­beit­ge­ber zu ei­ni­gen, steht nicht ent­ge­gen, dass die Ansprüche im Zu­sam­men­hang mit der Be­triebs­ratstätig­keit ste­hen. Viel­mehr läge dar­in ei­ne un­zulässi­ge Be­schränkung der das ar­beits­ge­richt­li­che Ur­teils­ver­fah­ren prägen­den Dis­po­si­ti­ons­ma­xi­me.

cc) Ent­ge­gen der Ausführun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist § 12a Abs. 1

Satz 1 ArbGG für die ver­gleichs­wei­se Re­ge­lung der Kos­ten­tra­gung oh­ne Be­deu­tung. Der An­wen­dungs­be­reich die­ser Vor­schrift ist schon des­halb nicht eröff­net, weil es im Fal­le ei­nes Ver­gleichs an ei­ner im Sin­ne von § 12a Abs. 1 Satz 1 ArbGG ob­sie­gen­den Par­tei fehlt. Die Par­tei­en ei­nes Rechts­streits wer­den zwar bei Ver­gleichs­ver­hand­lun­gen übli­cher­wei­se Be­dacht dar­auf neh­men, dass im Fal­le ei­nes Ur­teils ei­ne Er­stat­tung von erst­in­stanz­lich ent­stan­de­nen Rechts­an­walts­kos­ten nicht er­folgt. Es ist ih­nen je­doch un­be­nom­men, in ei­nem Ver­gleich ei­ne hier­von ab­wei­chen­de Re­ge­lung zu tref­fen und ggf. auch ei­ne Er­stat­tung die­ser Kos­ten zu ver­ein­ba­ren.

b) Hier­nach wird der An­trag­stel­ler durch die in Nr. 4 des Ver­gleichs ge-

trof­fe­ne Kos­ten­re­ge­lung nicht we­gen der Wahr­neh­mung sei­nes Be­triebs­rats­amts be­nach­tei­ligt. Der An­trag­stel­ler hat die Kos­ten­ver­ein­ba­rung im Rah­men ei­nes Ver­gleichs zur Be­en­di­gung des mit der Ar­beit­ge­be­rin geführ­ten Rechts­streits über in­di­vi­du­al­recht­li­che Ansprüche auf Zah­lung von Vergütung und Ent­fer­nung ei­ner Ab­mah­nung ge­trof­fen. Er hat sich in dem Ver­gleich ver­pflich­tet, sei­ne Rechts­an­walts­kos­ten selbst zu tra­gen. An die­ser Ver­ein­ba­rung war er durch das Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot in § 78 Satz 2 Be­trVG nicht ge­hin­dert. Die Kos­ten sind zwar


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- je­den­falls zum über­wie­gen­den Teil - ent­stan­den, weil ihm die Ar­beit­ge­be­rin für Zei­ten, in de­nen er Be­triebs­ratstätig­kei­ten wahr­ge­nom­men hat, die Vergütung vor­ent­hal­ten und ihm im Zu­sam­men­hang mit der Ausübung von Be­triebs­ratstätig­kei­ten ei­ne Ab­mah­nung er­teilt hat. In die­se kon­kre­te Si­tua­ti­on konn­te er nur we­gen sei­ner Be­triebs­ratstätig­keit ge­ra­ten. Dies führt aber nicht da­zu, dass er über die von ihm gel­tend ge­mach­ten For­de­run­gen und die durch ih­re Ver­fol­gung ent­stan­de­nen Kos­ten - an­ders als Ar­beit­neh­mer oh­ne Be­triebs­rats­amt in ver­gleich­ba­rer Si­tua­ti­on - nicht mehr wirk­sam im We­ge ei­nes Ver­gleichs dis­po­nie­ren konn­te. Dar­in - und nicht in der von ihm selbst ge­trof­fe­nen Kos­ten­ver­ein­ba­rung - läge ei­ne Be­nach­tei­li­gung we­gen der Wahr­neh­mung sei­nes Be­triebs­rats­amts iSv. § 78 Satz 2 Be­trVG.

Lin­sen­mai­er Gräfl Kiel

Kroll­mann Schuh

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