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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Geringfügige Beschäftigung, Sozialversicherung, Lohnsteuer
   
Gericht: Arbeitsgericht Marburg
Akten­zeichen: 2 Ca 9/08
Typ:
Ent­scheid­ungs­datum: 05.09.2008
   
Leit­sätze:

1. En­det das Ar­beits­verhält­nis ei­ner ge­ringfügig beschäftig­ten Per­son nicht ex­akt zum Mo­nats­en­de, son­dern schon zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt im Mo­nat oder währt es kürzer als ei­nen Mo­nat, so ist das im letz­ten Mo­nat er­ziel­te ge­ringfügi­ge Ent­gelt nicht auf ei­ne fik­ti­ve Mo­nats­vergütung hoch zu rech­nen und ent­spre­chend voll zu ver­steu­ern und zu ver­si­chern.

Der Ge­setz­ge­ber hat viel­mehr für die De­fi­ni­ti­on des ge­ringfügi­gen Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses in § 8 Abs. 1 Ziff. 1 SGB IV und die dar­aus fol­gen­de Ver­si­che­rungs­frei­heit al­lei­ne auf die Ver­dienst­gren­ze von 400,-¬€/Mo­nat ab­ge­ho­ben.

2. Nach Sinn und Zweck der ge­setz­li­chen Re­ge­lung gel­ten des­halb die pri­vi­le­gier­ten Ab­ga­ben­pau­scha­len für al­le Ar­beits­verhält­nis­se, in de­nen der Ar­beit­neh­mer nicht mehr als 400,-- € im Mo­nat er­zielt, un­abhängig von der Zahl der Ar­beits­ta­ge im Mo­nat und vom Be­en­di­gungs­zeit­punkt.

3. Die zum Teil von So­zi­al­ver­si­che­rungs­trägern ge­for­der­te Hoch­rech­nung der Vergütung auf ein fik­ti­ves Mo­nats­ein­kom­men bei Teil­mo­na­ten wi­der­spricht dem ge­setz­ge­be­ri­schen Wil­len, der bei der Prüfung der Ge­ring­beschäfti­gung als al­lei­ni­ges Kri­te­ri­um die Höhe des Ar­beits­ent­gel­tes, nicht aber die Dau­er des Ar­beits­verhält­nis­ses in­ner­halb ei­nes Ka­len­der­mo­nats berück­sich­tigt wis­sen woll­te.

Vor­ins­tan­zen:
   

 

Ar­beits­ge­richt Mar­burg
Urt. v. 25.04.2008, Az.: 2 Ca 9/08

Te­nor:

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin 125,22 EUR (in Wor­ten: Hun­dertfünf­und­zwan­zig und 22/100 Eu­ro) net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 11.01.2008 zu zah­len.

2. Die Be­klag­te hat die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.

3. Der Wert des Streit­ge­gen­stan­des wird auf 125,22 EUR fest­ge­setzt.

4. Die Be­ru­fung wird zu­ge­las­sen.

 

Tat­be­stand:

Die Kläge­rin be­gehrt von der Be­klag­ten rest­li­che Vergütung. Die Par­tei­en strei­ten um die Fra­ge, wie die Ab­rech­nung ei­ner Ge­ring­beschäfti­gung bei Aus­schei­den während des lau­fen­den Mo­nats vor­zu­neh­men ist.

Die Kläge­rin war bei der Be­klag­ten als Aus­hilfs­verkäufe­r­in auf der Ba­sis ei­ner ge­ringfügi­gen Beschäfti­gung seit dem 01.12.2006 beschäftigt.

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Ihr Ge­halt be­lief sich auf 400,00 € mo­nat­lich. Die Be­klag­te zahl­te für die Kläge­rin die im Rah­men ei­ner ge­ringfügi­gen Beschäfti­gung zu er­brin­gen­den Pau­scha­len für die Kran­ken­ver­si­che­rung, die Ren­ten­ver­si­che­rung und die Steu­er.

Un­ter dem 04.06.2007 ver­ein­bar­ten die Par­tei­en im We­ge ei­nes außer­ge­richt­li­chen Ver­glei­ches die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund be­triebs­be­ding­ter or­dent­li­cher Kündi­gung zum 15.06.2007.

In Zif­fer 4 des Ver­glei­ches ver­ein­bar­ten die Par­tei­en, dass die Be­klag­te den Mo­nat Ju­ni 2007 auf der Grund­la­ge ei­nes Ge­hal­tes in Höhe von 344,86 € brut­to ab­rech­net.

Die Be­klag­te zahl­te so­dann an die Kläge­rin für die Zeit vom 01.06. bis 15.06.2007 ein Ge­halt in Höhe von 219,64 € net­to aus. Da­bei ging die Be­klag­te da­von aus, dass der Vergütungs­an­spruch der ge­ringfügig beschäftig­ten Mit­ar­bei­te­rin bei ei­nem Aus­schei­den während des lau­fen­den Mo­nats fik­tiv auf ein vol­les Mo­nats­ge­halt hoch­zu­rech­nen sei. Die­se Be­rech­nung führ­te nach An­sicht der Be­klag­ten zu ei­nem fik­ti­ven Mo­nats­ge­halt von 689,72 € brut­to. Aus die­sem Grun­de hat­te die Be­klag­te den Lohn­an­spruch der Kläge­rin nicht als ge­ringfügi­ges Ent­gelt, son­dern als voll so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges und zu ver­steu­ern­des Brut­to­ent­gelt ab­ge­rech­net. Dar­aus er­gab sich dann der Be­trag von 219,64 € net­to.

Die Kläge­rin wen­det sich mit ih­rer Kla­ge ge­gen die­se Vor­ge­hens­wei­se. Sie ist der An­sicht, dass die von der Be­klag­ten vor­ge­nom­me­ne fik­ti­ve Be­rech­nungs­wei­se ge­set­zes­wid­rig sei. Die Be­klag­te ha­be zu ho­he Ab­ga­ben ab­geführt. Tatsächlich sei das Mo­nats­ein­kom­men von 400,00 € im Ju­ni 2007 nicht über­schrit­ten wor­den.

Die Kläge­rin ver­weist dar­auf, dass von ei­ner fik­ti­ven Be­rech­nung im Ge­setz nichts ste­he. Ent­schei­dend sei nicht, auf wie viel Ar­beits­ta­ge sich die ge­ringfügi­ge Beschäfti­gung im Mo­nat ver­tei­le. Viel­mehr sei le­dig­lich dar­auf ab­zu­he­ben, ob das ge­sam­te Ent­gelt im Mo­nat 400,00 € über­steigt oder nicht. Un­ter Berück­sich­ti­gung die­ser Grundsätze sei die Be­klag­te ver­pflich­tet ge­we­sen, un­ter Über­nah­me der Pau­scha­len der Kläge­rin den vol­len Brut­to­be­trag als Net­to­be­trag aus­zu­zah­len.

Die Kläge­rin macht des­halb mit ih­rer Kla­ge den Dif­fe­renz­be­trag gel­tend und be­an­tragt,

die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an die Kläge­rin 125,22 EUR net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.07.2007 zu zah­len.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te ist der An­sicht, dass die Vergütung der Kläge­rin für Ju­ni 2007 voll steu­er- und so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig ge­we­sen sei, da ihr Ge­halt un­ter Berück­sich­ti­gung des vol­len Mo­nats über der Ge­ringfügig­keits­gren­ze ge­le­gen ha­be.

Die Be­klag­te ist der An­sicht, dass bei ei­nem Aus­schei­den der ge­ringfügig beschäftig­ten Mit­ar­bei­ter während des lau­fen­den Mo­nats die Vergütung stets auf den vol­len Mo­nat fik­tiv hoch­zu­rech­nen sei.

Die Be­klag­te ver­weist dar­auf, dass auch die zuständi­ge BKK Tau­nus die­se Rechts­an­sicht tei­le.

Nach Aus­kunft der Kran­ken­kas­se sei bei ei­nem vor­zei­ti­gen Aus­schei­den der Mit­ar­bei­te­rin fik­tiv auf den vol­len Mo­nats hoch­zu­rech­nen. Lie­ge die Vergütung dann über der Ge­ringfügig­keits­gren­ze, so sei ent­spre­chend voll zu ver­si­chern und zu ver­steu­ern.

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We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf den münd­lich vor­ge­tra­ge­nen In­halt der von den Par­tei­en ge­wech­sel­ten Schriftsätze so­wie auf die Sit­zungs­nie­der­schrif­ten vom 05. Fe­bru­ar 2008 (Bl. 17 d.A.) und vom 25. April 2008 (Bl. 36 d.A.) Be­zug ge­nom­men.

 

Ent­schei­dungs­gründe

Die Kla­ge ist zulässig und be­gründet.

An der Zulässig­keit der Kla­ge be­ste­hen kei­ne Be­den­ken. Die Kläge­rin hat An­spruch auf die ein­ge­klag­te rest­li­che Vergütung. Der Kla­ge war des­halb statt­zu­ge­ben.

I.

Im Ver­gleich vom 04.06.2007 ha­ben die Par­tei­en un­ter Zif­fer 4 ge­re­gelt, dass die Be­klag­te an die Kläge­rin für Ju­ni 2007 Vergütung auf der Grund­la­ge ei­nes Ge­halts in Höhe von 344,86 € brut­to zahlt.

In die­sem Ver­gleich ist der Zah­lungs­be­trag zwar als Brut­to-Be­trag aus­ge­wie­sen. Zwi­schen den Par­tei­en war je­doch nicht ver­ein­bart wor­den, dass die Be­klag­te die­sen Zah­lungs­be­trag zur Ver­steue­rung und Ver­si­che­rung we­gen des Aus­schei­dens der Kläge­rin in der Mo­nats­mit­te fik­tiv auf ei­nen vol­len Mo­nats­be­trag hoch­rech­net und dann ent­spre­chend ver­steu­ert und ver­si­chert.

Viel­mehr ist die Ver­ein­ba­rung je­den­falls für die Kläge­rin so zu ver­ste­hen, dass der dort ge­re­gel­te Zah­lungs­be­trag wie bis­her ab­ge­rech­net, von der Be­klag­ten die Pau­schal­beträge er­bracht und der Be­trag dann an die Kläge­rin aus­ge­zahlt wird.

Dies er­gibt sich auch dar­aus, dass im Ver­gleich un­ter Zif­fer 4 auch das Ge­halt für den Mo­nat Mai 2007 als Brut­to­be­trag mit 329,72 € auf­geführt ist, die­ser Be­trag dann aber von der Be­klag­ten ent­spre­chend der bis­he­ri­gen ver­trag­li­chen Ge­stal­tung an die Kläge­rin voll aus­ge­zahlt wor­den ist.

II.

Aus den ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen folgt die von der Be­klag­ten vor­ge­nom­me­ne und von der Kran­ken­ver­si­che­rung ge­for­der­te fik­ti­ve Hoch­rech­nung der Bezüge auf ei­nen vol­len Mo­nat nicht. Der Wort­laut des Ge­set­zes gibt kei­ne Hand­ha­be für ei­ne sol­che Be­rech­nung. Viel­mehr ist nach dem Wort­laut des Ge­set­zes stets von ei­ner ge­ringfügi­gen Beschäfti­gung aus­zu­ge­hen, wenn die Vergütung im Mo­nat 400,00 € nicht über­steigt.

In § 7 Abs. 1 SGB V ist für die Kran­ken­ver­si­che­rung, in § 5 Abs. 2 Ziff. 1 SGB VI für die Ren­ten­ver­si­che­rung und in § 27 Abs. 2 SGB III für die Ar­beitsförde­rung ge­re­gelt, dass die­je­ni­gen Per­so­nen in ih­rer Beschäfti­gung ver­si­che­rungs­frei sind, die ei­ne ge­ringfügi­ge Beschäfti­gung nach § 8 SGB IV ausüben.

Nach § 8 Abs. 1 Ziff. 1 SGB IV liegt ei­ne sol­che ge­ringfügi­ge Beschäfti­gung un­ter an­de­rem dann vor, wenn das Ar­beits­ent­gelt aus die­ser Beschäfti­gung re­gelmäßig im Mo­nat 400,00 € nicht über­steigt.

Auch die De­fi­ni­ti­on der Beschäfti­gung in nicht­selbständi­ger Ar­beit während ei­ner Frei­stel­lung nach § 7 Abs. 1 a Ziff. 2 SGB IV stellt dar­auf ab, dass das mo­nat­lich fälli­ge Ar­beits­ent­gelt 400,00 € über­steigt.

Der Wort­laut des Ge­set­zes stellt da­mit le­dig­lich dar­auf ab, ob im Mo­nat ein Ge­setz­ver­dienst bis zur Höhe von 400,00 € oder ein Ver­dienst über die­se Höhe hin­aus vom Beschäftig­ten bzw. Ar­beit­neh­mer er­zielt wor­den ist. Der Wort­laut des Ge­set­zes hebt nicht dar­auf ab, ob die Ar­beit­neh­me­rin den gan­zen Mo­nat oder nur ei­nen Teil ge­ar­bei­tet hat. Ei­ne fik­ti­ve Hoch­rech­nung der

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Vergütung bei ei­ner Teil­beschäfti­gung ist vom Ge­setz nicht vor­ge­se­hen.

III.

Die von der Be­klag­ten her­an­ge­zo­ge­ne Aus­kunft der Kran­ken­kas­se BKK Tau­nus ist zur Ent­schei­dung des Rechts­streits we­der maßgeb­lich, noch hilf­reich. Die Kran­ken­kas­se hat das Ge­setz zu ih­ren Guns­ten in­ter­pre­tiert, oh­ne ei­ne schlüssi­ge Be­gründung dafür ab­zu­ge­ben.

Das Ge­richt hat aus In­ter­es­se um ei­ne te­le­fo­ni­sche Stel­lung­nah­me der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung zu die­ser Fra­ge ge­be­ten. Die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung kommt zum ge­gen­tei­li­gen Er­geb­nis. Da­nach lie­ge Ver­si­che­rungs­frei­heit bis zu ei­nem Ent­gelt von 400,00 € vor, un­abhängig von der Dau­er des Ar­beits­verhält­nis­ses im Mo­nat.

Sol­che em­pe­ri­schen Er­geb­nis­se sind je­doch zur Ent­schei­dung des Rechts­streits nicht von Be­deu­tung.

IV.

Das Ge­richt kommt auch un­ter Aus­le­gung der Vor­schrift des § 8 Abs. 1 Ziff. 1 SGB IV nach Sinn und Zweck zum Er­geb­nis, dass für die Fra­ge der Ver­si­che­rungs­frei­heit ein­zig und al­lein ent­schei­dend ist, ob die Vergütung im Mo­nat 400,00 € über­steigt oder nicht. Da­bei spielt es kei­ne Rol­le, ob das Ar­beits­verhält­nis zum Mo­nats­en­de oder zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt während des Mo­nats ge­en­det hat.

Das Ge­setz hat für die Be­rech­nung der 400,00 € - Gren­ze kei­ne Zeiträume ge­setzt und ge­wollt. Nach Sinn und Zweck auch des § 27 Abs. 2 SGB III , des § 5 Abs. 2 Nr. 1 SGB VI und des § 7 SGB V soll al­lein ent­schei­dend sein, ob die Ver­dienst­gren­ze von 400,00 € im Mo­nat über­schrit­ten ist oder nicht. Der Ge­setz­ge­ber woll­te mit der Ver­si­che­rungs­frei­heit für Einkünf­te bis 400,00 € im Mo­nat ei­ne Pri­vi­le­gie­rung der Ge­ring­ver­die­ner ei­ner­seits und ei­ne Ver­ein­fa­chung für al­le Be­tei­lig­ten an­de­rer­seits er­rei­chen. Mit der Ge­ring­ver­dienst­gren­ze woll­te der Ge­setz­ge­ber außer­dem ei­nen An­reiz zur Schaf­fung zusätz­li­cher Beschäfti­gung ge­ben. Zu­dem ist der Ge­setz­ge­ber dem Drängen ver­schie­de­ner Ge­wer­be­zwei­ge ge­folgt, kostengüns­ti­ge Beschäfti­gungs­verhält­nis­se zu schaf­fen, die auch Ar­beits­lo­sen und Ar­beit­neh­mern ei­nen An­reiz bie­ten, den zusätz­li­chen Er­werb zu täti­gen. Des­halb hat es der Ge­setz­ge­ber mitt­ler­wei­le auch so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig täti­gen Ar­beit­neh­mern ermöglicht, zusätz­lich ei­ne pri­vi­le­gier­te Ge­ring­beschäfti­gung durch­zuführen.

Die­se Maßnah­men und das zu­grun­de­lie­gen­de Bündel an Mo­ti­va­tio­nen lässt nach An­sicht des Ge­richts nur den Schluss zu, dass der Ge­setz­ge­ber die Pri­vi­le­gie­rung der ge­ringfügi­gen Beschäfti­gung al­lei­ne von der Höhe des Ar­beits­ent­gel­tes im Mo­nat abhängig ge­macht hat, un­abhängig vom Um­fang und Dau­er der Beschäfti­gung in­ner­halb des Mo­nats.

Es ist des­halb auch un­er­heb­lich, ob das Ar­beits­verhält­nis der ge­ring beschäftig­ten Per­so­nen ex­akt zum Mo­nats­en­de oder schon zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt im Mo­nat en­de­te. Ent­schei­dend ist ein­zig und al­lein die Fra­ge, ob der Mit­ar­bei­ter in dem be­tref­fen­den Mo­nat in dem ge­ringfügi­gen Beschäfti­gungs­verhält­nis ei­ne Vergütung von 400,00 € über­steigt oder nicht. Der Be­en­di­gungs­zeit­punkt z.B. in der Mo­nats­mit­te oder am Mo­nats­en­de war für die Fra­ge der Ver­si­che­rungs­frei­heit so­wohl im ge­setz­ge­be­ri­schen Ver­fah­ren wie auch bei den Mo­ti­ven des Ge­setz­ge­bers oh­ne Be­deu­tung.

Die Be­klag­te über­sieht, dass bei be­stimm­ten Aus­for­mun­gen der Teil­zeit­ar­beit, wie beim Ab­ruf­ar­beits­verhält­nis auf­grund des ge­rin­gen Be­darfs des ab­ru­fen­den Ar­beit­ge­bers ein kur­zes Teil­zeit­ar­beits­verhält­nis ty­pi­scher­wei­se auch mit­ten im Mo­nat en­det. Es ist aber nicht er­kenn­bar, dass ge­ra­de die­se kur­zen Ar­beits­verhält­nis­se mit ih­rer in der Re­gel sehr ge­rin­gen Ver­diens­ten nicht un­ter die Pri­vi­le­gie­rung und Ver­si­che­rungs­frei­heit der ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten fal­len sol­len. Ge­ra­de hier zeigt sich, dass der Ge­setz­ge­ber nicht die Dau­er des Ar­beits­verhält­nis­ses, son­dern die Höhe des Ar­beits­ent­gel­tes als al­lei­ni­ges Kri­te­ri­um berück­sich­tigt se­hen woll­te.

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Im Er­geb­nis ist so­mit fest­zu­hal­ten, dass die Kla­ge be­gründet ist. Der Ge­setz­ge­ber hat in sei­ner De­fi­ni­ti­on des ge­ringfügi­gen Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses in § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV al­lei­ne nur auf die Ver­dienst­gren­ze von 400,00 € ab­ge­ho­ben. Die­se Re­ge­lung gilt auch dann, wenn das Ar­beits­verhält­nis nicht ei­nen vol­len Mo­nat ge­dau­ert oder im Lau­fe ei­nes Mo­nats ge­en­det hat. Die Hoch­rech­nung auf ei­ne fik­ti­ve Mo­nats­vergütung ist vom Ge­setz­ge­ber nicht ge­wollt und nach Sinn und Zweck der Vor­schrift ab­zu­leh­nen.

Der Kla­ge war des­halb statt­zu­ge­ben.

V.

Die Be­klag­te hat die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen, da sie un­ter­le­gen ist, § 91 ZPO .

Die gem. § 61 Abs. 1 ArbGG im Ur­teil vor­zu­neh­men­de Fest­set­zung des Ge­gen­stands­werts folgt aus § 3 ZPO und ist an der Höhe des Kla­ge­be­trags ori­en­tiert.

Die Be­ru­fung war we­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung nach § 64 Abs. 2 a , Abs. 3 Ziff. 1 ArbGG zu­zu­las­sen.

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