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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Streik
   
Gericht: Arbeitsgericht Kiel
Akten­zeichen: ö.D. 4 Ga 23 b/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 18.05.2009
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen:
   

Ar­beits­ge­richt Kiel

Ak­ten­zei­chen: ä. D. 4 Ga 23 b/09
(Bit­te bei al­len Schrei­ben an­ge­ben!)

Verkündet am 18.05.2009

gez. ...
als Ur­kunds­be­amt. d. Geschäfts­stel­le

Ur­teil

Im Na­men des Vol­kes

In dem Rechts­streit

pp•

hat die 4. Kam­mer des Ar­beits­ge­richts Kiel auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 18.05.2009 durch die Rich­te­rin am Ar­beits­ge­richt ... als Vor­sit­zen­de und d. eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin ... als Bei­sit­ze­rin und d. eh­ren­amt­li­chen Rich­ter ... als Bei­sit­zer

für Recht er­kannt:

1. Der An­trags­geg­ne­rin wird un­ter­sagt, ih­re Mit­glie­der und sons­ti­ge Beschäftig­te, die als

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- Kin­der­pfle­ger/in­nen,
- So­zi­alpädago­gi­sche As­sis­tent/in­nen,
- So­zi­al­hel­fer/in­nen,
- Fa­mi­li­en­pfle­ger/in­nen,
- Hei­l­er­zie­hungs­hel­fer/in­nen,
- Er­zie­her/in­nen,
- Hei­l­er­zie­her/in­nen,
- So­zi­al­ar­bei­ter/in­nen,
- So­zi­alpädago­gen/in­nen,
- Heil­so­zi­alpädago­gen/in­nen,
- Kin­der- und Ju­gend­psy­cho­the­ra­peu­ten/in­nen,
- Heim­lei­ter/in­nen und KTE-Lei­ter/in­nen und
- Bewährungs­hel­fer/in­nen so­wie
- Meis­ter und An­ge­stell­te im hand­werk­li­chen Er­zie­hungs­dienst, in die­sen Be­ru­fen tätig sind,

in den Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen, der Kin­der- und Ju­gend­hil­fe und der Fa­mi­li­en- und El­tern­be­ra­tung bei der An­trag­stel­le­rin zu ei­nem Streik im So­zi­al-und Er­zie­hungs­dienst am 19. Mai 2009 zur Durch­set­zung ei­nes Ta­rif­ver­trags zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung für die im Be­reich So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst Beschäftig­ten der An­trag­stel­le­rin auf­zu­ru­fen.

2. Die An­trags­geg­ne­rin wird ver­pflich­tet, ih­ren Streik­auf­ruf vom 14.05.2009 un­verzüglich, dass heißt heu­te bis 16:00 Uhr, durch Veröffent­li­chung auf der Start­sei­te ih­rer In­ter­net­sei­te www.v....de zu wi­der­ru­fen.

3. Der An­trags­geg­ne­rin wird für je­den Fall der Zu­wi­der­hand­lung ge­gen die Un­ter­las­sungs­pflich­ten gemäß Zif­fer 1 ein Ord­nungs­geld in Höhe von 250.000,00 Eu­ro an­ge­droht.

4. Der An­trags­geg­ne­rin wird für den Fall der Nicht­vor­nah­me der Hand­lungs­pflich­ten gemäß Zif­fer 2 ein Zwangs­geld, er­satz­wei­se Zwangs­haft, zu voll­zie­hen an dem Vor­sit­zen­den des Bun­des­vor­stan­des, F. B. so­wie dem Mit-

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glied des Bun­des­vor­stan­des A. M., an­ge­droht.

5. Die An­trags­geg­ne­rin trägt die Kos­ten des Rechts­streits.

6. Der Wert des Streit­ge­gen­stands beträgt 250.000,00 Eu­ro.

 

Rechts­mit­tel­be­leh­rung

Ge­gen die­ses Ur­teil können d. Par­tei­en Be­ru­fung ein­le­gen,

a) wenn sie in dem Ur­teil zu­ge­las­sen wor­den ist,
b) wenn der Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des 600 EUR über­steigt oder
c) in Rechts­strei­tig­kei­ten über das Be­ste­hen, das Nicht­be­ste­hen oder die Kündi­gung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses.

Der Be­ru­fungskläger hat ge­ge­be­nen­falls den Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des glaub­haft zu ma­chen.

Die Ein­le­gung der Be­ru­fung hat

bin­nen ei­ner Not­frist von ei­nem Mo­nat

nach Zu­stel­lung die­ses Ur­teils schrift­lich beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Schles­wig-Hol­stein, De­li­us­s­traße 22, 24114 Kiel zu er­fol­gen. Die Be­ru­fungs­schrift muss die Be­zeich­nung des Ur­teils, ge­gen das die Be­ru­fung ge­rich­tet wird, so­wie die Erklärung, dass ge­gen die­ses Ur­teil Be­ru­fung ein­ge­legt wer­de, ent­hal­ten.

Die Be­ru­fung ist, so­fern nicht be­reits in der Be­ru­fungs­schrift er­folgt,

bin­nen zwei Mo­na­ten

nach Zu­stel­lung die­ses Ur­teils schrift­lich ge­genüber dem Lan­des­ar­beits­ge­richt zu be­gründen.
Der Be­ru­fungskläger muss sich vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt durch ei­nen bei ei­nem deut­schen Ge­richt zu­ge­las­se­nen Rechts­an­walt ver­tre­ten las­sen, ins­be­son­de­re müssen Be­ru­fungs- und ei­ne even­tu­el­le Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift von ei­nem sol­chen un­ter­zeich­net sein. An sei­ne Stel­le kann auch ein Ver­tre­ter ei­nes Ver­ban­des (Ge­werk­schaf­ten, Ar­beit­ge­ber­ver­ei­ni­gun­gen) oder ei­nes Spit­zen­ver­ban­des (Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände) tre­ten, so­fern er kraft Sat­zung

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oder Voll­macht zur Ver­tre­tung be­fugt und die Par­tei Mit­glied des Ver­ban­des oder Spit­zen­ver­ban­des ist. An die Stel­le der vor­ge­nann­ten Ver­tre­ter können auch An­ge­stell­te ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner die­ser Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, tre­ten, so­fern die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung der Ver­bands­mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und der Ver­band für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet. Ist die Par­tei Mit­glied ei­nes Ver­ban­des oder Spit­zen­ver­ban­des, kann sie sich auch durch ei­nen Ver­tre­ter ei­nes an­de­ren Ver­ban­des oder An­ge­stell­ten ei­ner der oben ge­nann­ten ju­ris­ti­schen Per­so­nen mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung ver­tre­ten las­sen.
Mit der Be­ru­fungs­schrift soll ei­ne Aus­fer­ti­gung oder be­glau­big­te Ab­schrift des an-ge­foch­te­nen Ur­teils vor­ge­legt wer­den. Die Geschäfts­stel­le des Lan­des­ar­beits­ge­richts bit­tet, Schriftsätze in fünf­fa­cher Fer­ti­gung ein­zu­rei­chen.

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten im We­ge des einst­wei­li­gen Verfügungs­ver­fah­rens um die Durchführung vor Streik­maßnah­men in den Ein­rich­tun­gen der An­trag­stel­le­rin.

Die An­trag­stel­le­rin ist or­dent­li­ches ta­rif­ge­bun­de­nes Mit­glied des Kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des S. (KAV 5.). Der KAV S. ist sei­ner­seits Mit­glied der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände (VKA). Die VKA ist der Dach­ver­band der Kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­verbände Deutsch­lands, der für die­se Ta­rif­verträge für den kom­mu­na­len öffent­li­chen Dienst auf Bun­des­ebe­ne als Ta­rif­ver­trags­par­tei­en auf Ar­beit­ge­ber­sei­te ab­sch­ließt.

Die An­trags­geg­ne­rin ist die zuständi­ge Ge­werk­schaft für den öffent­li­chen Dienst, den Trans­port und Ver­kehr. Zum Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­reich gehören Dienst­leis­tun­gen für die All­ge­mein­heit in öffent­lich recht­li­cher oder pri­vat­recht­li­cher Form, ins­be­son­de­re öffent­li­che Diens­te, der Trans­port und Ver­kehr, die Ver- und Ent­sor­gungs­wirt­schaft ein­sch­ließlich der lei­tungs­ge­bun­de­nen En­er­gie­ver­sor­gung, die Ge­sund­heits- und So­zi­al­diens­te, Ein­rich­tun­gen der In­fra­struk­tu­ren und der For­schung und Ent­wick­lung, Um­welt­schutz­dienst so­wie be­stimm­te pri­va­te Dienst­leis­tun­gen. Nach § 5 Zif­fer 3 der Sat­zung die­nen zur Er­rei­chung die­ser Zie­le der Ab­schluss und die Durch­set­zung von Ta­rif­verträgen und an­de­ren Ver­ein­ba­run­gen, die Ver­tei­di­gung des Streik­rechts, Aus­bau und Streik­frei­heit und Kampf ge­gen die Aus­sper­rung. Ver.di ist Ta­rif­ver­trags­par-

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tei für den Ab­schluss von Ta­rif­verträgen mit der An­trag­stel­le­rin bzw. de­ren Ar­beit­ge­ber­verbänden.

Die VKA hat mit der An­trags­geg­ne­rin am 13. Sep­tem­ber 2005 den Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) - all­ge­mei­ner Teil, der­zeit gültig in der Fas­sung des Ände­rungs­ta­rif­ver­tra­ges Nr. 2 vom 31. März 2008, ab­ge­schlos­sen. Ergänzend zum TVöD wur­den spe­zi­fi­sche Ta­rif­verträge als „be­son­de­re Tei­le" ab­ge­schlos­sen. Der TVÖD- all­ge­mei­ner Teil - und der je­wei­li­ge be­son­de­re Teil be­inhal­ten, das für die Beschäftig­ten der be­tref­fen­den Dienst­leis­tungs­be­rei­che des öffent­li­ches Diens­tes gel­ten­de Ta­rif­recht.
Zur Über­lei­tung der Beschäftig­ten un­ter an­de­rem aus dem Bun­des­an­ge­stell­ten­ta­rif-ver­trag (BAT) in den TVöD und zur Re­ge­lung von Über­g­angs­re­ge­lung ha­ben die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en den Ta­rif­ver­trag zur Über­lei­tung der Beschäftig­ten der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber in den TVöD und zur Re­ge­lung des Über­g­angs­rechts (TVÜ-VKA) vom 13. Sep­tem­ber 2005 ab­ge­schlos­sen, der­zeit gültig in der Fas­sung des Ände­rungs­ta­rif­ver­tra­ges Nr. 2 vom 31. März 2008. Für die im An­trag ge­trof­fe­nen und ge­nann­ten Ein­rich­tun­gen der An­trag­stel­le­rin gel­ten der TVÖD, der TVÜ-VKA so­wie der Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) - be­son­de­rer Teil Ver­wal­tung (BT-V) ¬eben­falls vom 13. Sep­tem­ber 2005 in der Fas­sung des Ände­rungs­ta­rif­ver­tra­ges Nr. 2 vom 31. März 2008. Wei­te­re be­son­de­re Tei­le des TVöD be­ste­hen un­ter an­de­rem für den Be­reich Ent­sor­gung mit dem Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVÖD) ¬be­son­de­rer Teil Ent­sor­gung - (BT-E), für den Be­reich der Kran­kenhäuser mit dem Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) - be­son­de­rer Teil Kran­kenhäuser - (BT-K) so­wie für den Be­reich Kläger und Be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen mit dem Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) - be­son­de­rer Teil Pfle­ge und Be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen (BT-B).

Zur Ge­sund­heitsförde­rung und zum Ge­sund­heits­schutz ent­hal­ten die so­eben ge­nann­ten Ta­rif­verträge Re­ge­lun­gen. So ist z.B. in § 3 Abs. 4 TVöD ei­ne Re­ge­lung zu den all­ge­mei­nen Ar­beits­be­din­gun­gen ge­trof­fen wor­den. In § 6 (VKA) TVöD ist ei­ne Vor­schrift zur Ar­beits­zeit von Chef­fah­re­rin­nen und Chef­fah­rern auf­ge­nom­men wor­den, in § 45 Abs. 3 BT-B sind Vor­ga­ben zu Be­reit­schafts­dienst und Ruf­be­reit­schaft

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ge­re­gelt und in § 45 Abs. 4 BT-K, wort­gleich mit § 45 Abs. 3 BT-B sind Re­ge­lun­gen zum be­trieb­li­chen Ge­sund­heits- und Ar­beits­schutz auf­ge­nom­men wor­den.
Al­le ge­nann­ten Ta­rif­verträge be­fin­den sich in un­gekündig­tem Zu­stand.

Die Ge­sund­heitsförde­rung und der Ge­sund­heits­schutz wa­ren be­reits Ver­hand­lungs­ge­gen­stand im Rah­men der Re­form des Ta­rif­rechts des öffent­li­chen Diens­tes in den Jah­ren 2003 bis 2005. Die Ge­werk­schaft ver.di hat­te hier­zu ent­spre­chen­de For­de­run­gen er­ho­ben (vgl. das For­de­rungs­pa­pier der Ge­werk­schaft v. BI. 50 u. 51 d. A.).

Als Ge­samt­er­geb­nis der Ver­hand­lun­gen wur­den die oben ge­nann­ten Re­ge­lun­gen zur Ge­sund­heitsförde­rung und zum Ge­sund­heits­schutz im all­ge­mei­nen Teil des TvöD und dem be­son­de­ren Teil BT-E auf­ge­nom­men. Die Ge­werk­schaf­ten ha­ben die­sem Ge­samt­pa­ket zu­ge­stimmt, sich in der Nie­der­schrift über die Re­dak­ti­ons­ver­hand­lun­gen vor­be­hal­ten, zu den Fra­gen der Ge­sund­heitsförde­rung und des Ge­sund­heits­schut­zes später er­neut in­itia­tiv zu wer­den (ver­glei­che Nie­der­schrift über die Re­dak­ti­ons­ver­hand­lun­gen zum TVöD, BI. 52 - 54 d. A.).

Im Rah­men wei­te­rer Ver­hand­lun­gen für den da­ma­li­gen Be­reich Kran­kenhäuser und Be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen im Lau­fe des Jah­res 2006 wur­den die Re­ge­lun­gen in § 45 Abs. 3 BT-B und § 4 Abs. 3 BT-K auf­ge­nom­men. Der An­hang zu § 6 TVöD (VKA) wur­de mit dem Ände­rungs­ta­rif­ver­trag Nr. 2 zum TVöD vom 31. März 2008 an­gefügt.

Zur Ver­ein­ba­rung ei­ner Ent­gel­t­ord­nung zum TVöD lau­fen seit dem 17. Ja­nu­ar 2006 Ta­rif­ver­hand­lun­gen, die in den Jah­ren 2006 und 2007 länger­fris­tig un­ter­bro­chen wa­ren. Zu­letzt ha­ben Ver­hand­lun­gen am 15. De­zem­ber 2008, am 19 Fe­bru­ar 2009 und am 20. April 2009 statt­ge­fun­den. Die Ein­grup­pie­rung der Beschäftig­ten ist bis zum Ab­schluss der Ver­hand­lun­gen über ei­ne neue Ent­gel­t­ord­nung wie folgt ge­re­gelt:

§ 12 und 13 TVöD lau­ten wie folgt:

§12
Ein­grup­pie­rung

[der­zeit nicht be­legt, wird im Zu­sam­men­hang mit der Ent­gel­t­ord­nung ge­re­gelt]

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§13
Ein­grup­pie­rung in be­son­de­ren Fällen

[der­zeit nicht be­legt, wird im Zu­sam­men­hang mit der Ent­gel­t­ord­nung ge­re­gelt]

§ 17 TVÜ-VKA re­gelt in Abs. 1 die vorüber­ge­hen­de Wei­ter­gel­tung der Ein­grup­pie­rungs­vor­schrif­ten nach dem Bun­des­an­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag (BAT/BAT-0) bis zum in Kraft tre­ten der Ein­grup­pie­rungs­vor­schrif­ten des TVöD mit Ent­gel­t­ord­nung. Die Vor­schrift lau­tet:

§17
Ein­grup­pie­rung

1. Bis zum in Kraft tre­ten der Ein­grup­pie­rungs­vor­schrif­ten des TVöD (mit Ent­gel­t­ord­nung) gel­ten die §§ 22, 23, 25 BAT und An­la­ge 3 zum BAT § 22, 23 BAT-0/BAT-Ost­deut­sche Spar­kas­sen ein­sch­ließlich der Vergütungs­ord­nung so­wie die lan­des­be­zirk­li­chen Lohn­grup­pen­ver­zeich­nis­se gemäß Rah­men­ta­rif­ver­trag zu § 20 BMT-G und des Ta­rif­ver­tra­ges zu § 20 Abs. BMT-G-O (Lohn­grup­pen­ver­zeich­nis) über den 30. Sep­tem­ber 2005 hin­aus fort (...).

Auch die­se Ta­rif­re­ge­lun­gen und Ta­rif­verträge be­fin­den sich in un­gekündig­tem Zu­stand.

im Rah­men der Ta­rif­run­de 2008 ha­ben die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en im Ei­ni­gungs­pa­pier vom 31. März 2009 in An­la­ge 1 Zif­fer 4 ver­ein­bart, nach Ab­schluss der Ta­rif­run­de 2008 über­g­angs­wei­se ins­be­son­de­re die Ein­grup­pie­rung für die Beschäftig­ten im So­zi­al und Er­zie­hungs­dienst oh­ne Präju­dizwir­kung für die Ver­hand­lung der Ent­gel­t­ord­nung zu ver­ein­ba­ren, um un­an­ge­mes­se­ne und un­ge­woll­te Ex­pek­t­anz­ver­lus­te im Verhält­nis zum ab­gelösten BAT/BAT-O zu ver­mei­den, die da­durch ein­tre­ten können, dass die ge­lau­fe­nen Ver­hand­lun­gen zur Ent­gel­t­ord­nung nicht recht­zei­tig zu ei­nem Er­geb­nis geführt wer­den können (BI. 61 d. A.).

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Gleich­zei­tig ha­ben die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en durch § 1 Nr. 13 des Ände­rungs­ta­rif­ver­tra­ges Nr. 2 zum TVCI-VKA den frühes­ten mögli­chen Kündi­gungs­zeit­punkt für ei­ne Kündi­gung der wei­ter­gel­ten­den Ein­grup­pie­rungs­be­stim­mun­gen in § 34 Abs. 2 Satz 2 TVO-VKA vom 31. De­zem­ber 2007 auf den 31. De­zem­ber 2010 verlängert.

Im Rah­men der Ta­rif­run­de 2008 ha­ben die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en im Ei­ni­gungs­pa­pier vom 31. März 2008 An­la­ge 4 un­ter Punkt 13 ver­ein­bart, auf der Bun­des­ebe­ne für die kom­mu­na­len Nah­ver­kehrs­be­trie­be im Lau­fe des Jah­res 2008 Ta­rif­gespräche auf­zu­neh­men, um die sich ab­zeich­nen­den An­for­de­run­gen aus dem Pro­zess der de­mo­gra­phi­schen Ent­wick­lung bun­des­weit zu ge­stal­ten. Ver­ein­bart wur­de, dass da­bei un­ter an­de­rem das The­ma Ge­sund­heits­ma­nage­ment auf­ge­grif­fen wird.

Die Gespräche sei­nen am 27. Ja­nu­ar 2009 auf­ge­nom­men und am 1. April 2009 fort­ge­setzt wor­den. Die nächs­ten Ter­mi­ne sind ge­plant für den 3. Ju­ni 2009 und den 16. Sep­tem­ber 2009.

Die Bun­des­ta­rif­kom­mis­si­on öffent­li­cher Dienst der An­trags­geg­ne­rin hat in ih­rer Sit­zung am 11.112. Sep­tem­ber 2009 Eck­punk­te für die im Rah­men der Ta­rif­run­de 2008 ver­ein­bar­ten über­g­angs­wei­sen Ein­grup­pie­rungs­re­ge­lun­gen für die Beschäftig­ten So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst be­schlos­sen. Un­ter an­de­rem heißt es hier­in, dass der Be­schluss zur Höhe der For­de­rung ein An­satz für die Mit­glie­der­dis­kus­sio­nen und -mo­bi­li­sie­rung sein soll.

Am 15. De­zem­ber 2008 ha­ben die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en be­tont, dass die Ver­ein­ba­rung ei­ner Ent­gel­t­ord­nung so­wie - oh­ne Präju­dizwir­kung - die über­g­angs­wei­se Ein­grup­pie­rung für den So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst an­ge­strebt und der Be­ginn der Ta­rif­ver­hand­lung für den So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst auf den 20. Ja­nu­ar 2009 fest­ge­legt wer­den.

Die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die Ein­grup­pie­rungs­re­ge­lun­gen der Beschäftig­ten im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst sind am 20. Ja­nu­ar 2009 auf­ge­nom­men wor­den.

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In den Ver­hand­lun­gen am 20. Ja­nu­ar 2009 äußer­te der Ver­hand­lungsführer der An­trags­geg­ne­rin, Herr M. W., ge­genüber den Ar­beit­ge­ber­ver­tre­tern, die Ein­grup­pie­rung der Beschäftig­ten im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst nicht nur vorüber­ge­hend, son­dern dau­er­haft neu re­geln zu wol­len so­wie das The­ma Ge­sund­heitsförde­rung und Ge­sund­heits­schutz mit in die Ver­hand­lun­gen ein­brin­gen zu wol­len. Sei­tens der VKA sei die For­de­rung zu Ge­sund­heitsförde­rung und zum Ge­sund­heits­schutz als nicht zum ver­ab­re­de­ten Ver­hand­lungs­ge­gen­stand gehörend für die zu führen­den Ein­grup­pie­rungs­ver­hand­lun­gen zurück­ge­wie­sen wor­den. Der Ver­tre­ter der VKA äußer­te sich da­hin­ge­hend, zu die­sem Ver­hand­lungs­ge­gen­stand kein Man­dat in­ne zu ha­ben, si­cher­te aber ei­ne Stel­lung­nah­me bis En­de Mai 2009 zu. Der Ver­hand­lungsführer der An­trags­geg­ne­rin hat dar­auf­hin an­gekündigt, die For­de­rung förm­lich ein­brin­gen zu wol­len (vgl. Ver­hand­lungs­nie­der­schrift vom 20. Ja­nu­ar 2009 Bl. 87 d. A.).

Am 8. April 2009 hat die Ge­werk­schaft ver.di Lan­des­be­zirk N. zu ei­ner Pro­zess­kund­ge­bung am 23. April 2009 in K... auf­ge­ru­fen, um auf die ih­rer An­sicht nach schlech­te Be­zah­lung und die For­de­rung nach höhe­rer Ein­grup­pie­rung für die Beschäftig­ten im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst auf­merk­sam zu ma­chen.

Mit Schrei­ben vom 25. März 2009 über­sandt das Mit­glied des Bun­des­vor­stan­des der An­trags­geg­ne­rin Herr M. an den Präsi­den­ten der VKA Herr Dr. B. ein For­de­rungs­pa­pier zu ei­ner Ta­rif­ver­trag zu ei­ner be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst, ver­bun­den mit dem Vor­schlag, die ge­for­der­ten Ta­rif­ver­hand­lun­gen mit den Ta­rif­ver­hand­lun­gen zur Ein­grup­pie­rung im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst zu ver­bin­den (BI. 94 d. A.).

Die in dem Schrei­ben als „For­de­rungs­pa­pier" be­zeich­ne­te An­la­ge enthält ei­nen Ta­rif­ver­trags­text, der un­ter an­de­rem ei­nen An­spruch der Beschäftig­ten auf jähr­li­che Er­mitt­lung der mit ih­rer Ar­beit ver­bun­de­nen phy­si­schen und psy­chi­schen Gefähr­dung so­wie auf die Erörte­rung er­for­der­li­cher Maßnah­men des Ar­beits­schut­zes und der Ge­sund­heitsförde­rung be­gründet.

Des Wei­te­ren ist un­ter Punkt III Punkt 2 bis 5 die Ein­rich­tung ei­ner be­trieb­li­chen Kom­mis­si­on in je­dem Be­trieb/je­der Ver­wal­tung vor­ge­se­hen, de­ren Mit­glie­der je zur

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Hälf­te vom Ar­beit­ge­ber und vom Be­trieb/Per­so­nal­rat aus dem Be­trieb ge­nannt wer­den. Be­steht in ei­nem Be­trieb ei­ner Ver­wal­tung kein Be­triebs- bzw. Per­so­nal­rat, so soll ei­ne ver­trags­sch­ließen­de Ge­werk­schaft die Mit­glie­der der be­trieb­li­chen Kom­mis­si­on aus dem Be­trieb/der Ver­wal­tung be­nen­nen können. Der be­trieb­li­chen Kom­mis­si­on wird ins­be­son­de­re ein Letz­tent­schei­dungs­recht ein­geräumt, wenn ei­ne Ei­ni­gung über die zu tref­fen­den „Maßnah­men" des Ar­beits­schut­zes und der Ge­sund­heitsförde­rung zwi­schen Ar­beit­ge­ber und Beschäftig­ten nicht zu­stan­de kommt. Wei­ter sieht der Ta­rif­ver­trag der III 5. die Ein­rich­tung so­ge­nann­ter „Zir­kel zur Ge­sund­heitsförde­rung" durch die be­trieb­li­che Kom­mis­si­on vor. Die­sen Ge­sund­heits­zir­keln wird ein Vor­schlags­recht ein­geräumt. Bei Ab­leh­nung ei­nes Vor­schla­ges durch den Ar­beit­ge­ber wird der be­trieb­li­chen Kom­mis­si­on ein Letz­tent­schei­dungs­recht über den Vor­schlag ein­geräumt (vgl. da­zu den Ta­rif­ver­trag zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst BI. 95 - 95 d. A. auf des­sen In­halt Be­zug ge­nom­men wird).

Am 30. März 2009 fand ein wei­te­rer Ver­hand­lungs­ter­min zur Ein­grup­pie­rung der Beschäftig­ten im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst statt, der oh­ne Er­geb­nis blieb.

Die VKA hat am 30. März 2009 münd­lich und mit Schrei­ben vom 2. April 2009 schrift­lich aus­geführt, dass sie die For­de­rung auf Ab­schluss ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung in ih­ren Gre­mi­en be­ra­ten und im An­schluss dar­auf zurück­kom­men wer­de. Es wur­de sei­tens der VKA zu­ge­si­chert, dass sie sich im ver­ein­bar­ten wei­te­ren Ver­hand­lungs­ter­min am 27. Mai 2009 zu die­ser For­de­rung äußern wird (vgl. Schrei­ben vom 2. April 2009 BI. 97 - 98 d. A. so­wie die Ver­hand­lungs­nie­der­schrift zum 30. März 2009 BI. 99 d. A.).

Mit Rund­schrei­ben R 107/09 hat die VKA am 30. März 2009 zur Sit­zung des Präsi­di­ums der VKA am 26. Mai 2009 ein­ge­la­den.

In ei­nem wei­te­ren Schrei­ben vom 7. und 9. April 2009 ha­be die An­trags­geg­ne­rin zu Ta­rif­ver­hand­lun­gen über ih­re For­de­rung ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst auf­ge­for­dert und für den 29. April 2009 nach Ber­lin ein­ge­la­den (BI. 106 - 108 d. A.).

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Mit Schrei­ben vom 17. April 2009 ha­be die VKA die ter­min­lich nicht ab­ge­stimm­te Ein­la­dung zu Ta­rif­ver­hand­lun­gen zurück­ge­wie­sen. In die­sem Schrei­ben ha­be die VKA be­tont, in der Fra­ge der Auf­nah­me von Ta­rif­ver­hand­lun­gen zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung nach ih­rer Präsi­di­ums­sit­zung am 26. Mai 2009 auf die An­trags­geg­ne­rin zu­zu­kom­men (BI. 109 - 110 d. A.).

Am 21. April 2009 wur­den die Ta­rif­ver­hand­lung zur Ein­grup­pie­rung der Beschäftig­ten im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst in Ber­lin wei­ter­geführt. Hier­bei hiel­ten die Ver­tre­ter der An­trags­geg­ne­rin wei­ter an ih­rer For­de­rung auf Auf­nah­me von Ta­rif­ver­hand­lung zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung noch im April 2009 fest. Die Ar­beit­ge­ber­sei­te wie­der­hol­te ih­re Ankündi­gung, nach der Be­schluss­fas­sung in den Gre­mi­en am 26. Mai 2009 am 27. Mai 2009 auf die For­de­rung zu re­agie­ren (vgl. Nie­der­schrift über die Fort­set­zung der Ta­rif­ver­hand­lun­gen BI. 112 d. A.).

Mit Pres­se­erklärung vom 4. Mai 2009 ha­be die An­trags­geg­ne­rin an­gekündigt, dass im An­schluss Ur­ab­stim­mun­gen über wei­te­re Streik­maßnah­men statt­fin­den wer­den.

Am 6 Mai 2009 wur­de in den Ein­rich­tun­gen der An­trag­stel­le­rin ein Warn­streik durch­geführt.

Der Warn­streik wur­de der An­trag­stel­le­rin durch den Lan­des­be­zirk N. nicht an­gekündigt.

Am 7 Mai 2009 wur­de bei der Ge­werk­schaft ver.di ei­ne Ur­ab­stim­mung ein­ge­lei­tet. Die­se wur­de vom 8. bis 13. Mai 2009 durch­geführt. Mit Pres­se­erklärung vom 14. Mai 2009 teil­te der Bun­des­vor­stand der An­trags­geg­ne­rin mit, die Beschäftig­ten sei­en zu un­be­fris­te­ten Streiks auf­ge­ru­fen, die am Frei­tag, den 15. Mai be­gin­nen. Ein Schwer­punkt sei zunächst un­ter an­de­rem Schles­wig-Hol­stein, hier würde es be­reits ab Frei­tag zu Ar­beits­nie­der­le­gung in Kin­der­ta­gesstätten, So­zi­al- und Ju­gendämtern kom­men. Am 18. und 19. Mai würde auch in wei­te­ren Bun­desländern ge­streikt wer­den.

Für die Ein­rich­tun­gen der An­trag­stel­le­rin hat die An­trags­geg­ne­rin durch den ver.di-Be­zirk KIP. zu Streiks ab 15.119. Mai 2009 für die Beschäftig­ten im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst auf­ge­ru­fen (BI. 116 d. A.).

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Der An­trag­stel­le­rin wur­de der Streik durch den Be­zirk K./P. der ver.di erst am 14. Mai 2009 per E-Mail um 11.56 Uhr an­gekündigt. Die Ankündi­gung ging per Rund­mail an al­le Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen so­wie Ju­gend­treffs und dem So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst der An­trag­stel­le­rin. Am Diens­tag den 12. Mai 2009 wur­den die ge­nann­ten Ein­rich­tun­gen darüber in­for­miert, dass es vor­be­halt­lich des Er­geb­nis­ses der Ur­ab­stim­mung der Mit­glie­der der An­trags­geg­ne­rin am 15. Mai 2009 zu Streik­maßnah­men im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst kom­men könn­te. Ei­ne aus­drück­li­che Ankündi­gung von Streik­maßnah­men ge­genüber der Ver­wal­tungs­spit­ze der An­trag­stel­le­rin ist nicht er­folgt.

Ei­ne ver.di-Stu­die ha­be er­ge­ben, dass nur 58 % der So­zi­al­ar­bei­te­rin­nen und 26 % der Er­zie­he­rin­nen sich vor­stel­len können, un­ter den ge­genwärti­gen Ar­beits­be­din­gun­gen ge­sund in Ren­te zu ge­hen. Die Ar­beits­be­las­tun­gen ha­ben dra­ma­tisch zu­ge­nom­men. Im­mer mehr Kin­der und Ju­gend­li­che müssen von im­mer we­ni­ger Beschäftig­ten be­treut wer­den. Es gibt im­mer mehr Über­las­tungs­an­zei­gen von Beschäftig­ten. Die so­zia­len und ge­sell­schaft­li­chen Pro­ble­me neh­men im­mer mehr zu, mit de­nen sich die Beschäftig­ten aus­ein­an­der set­zen müssen.

Die An­trag­stel­le­rin be­treut der­zeit in ih­ren Kin­der­ta­gesstätten 3.364 Kin­der in 37 Ein­rich­tun­gen. Ein Not­dienst ließ sich nur für we­ni­ge Kin­der or­ga­ni­sie­ren. Es sind min­des­tens 2.800 Kin­der durch die Streik­maßnah­men oh­ne Be­treu­ung. Le­dig­lich 2 von 37 Ein­rich­tun­gen er­hal­ten ih­ren Be­trieb voll auf­recht, in 3 Ein­rich­tun­gen wird ein ein­ge­schränk­ter Be­trieb auf­recht er­hal­ten. Es ste­hen kei­ne Ver­tre­tungs­kräfte zur Verfügung, so dass im Fal­le ei­nes Ar­beits­kamp­fes die meis­ten der Ein­rich­tun­gen ge­schlos­sen wer­den müssen. Nach An­ga­ben der An­trag­stel­le­rin wäre es un­zulässig, in ei­ner Kin­der­ta­gesstätte als Not­dienst ei­ne ein­zel­ne Er­zie­he­rin ein­zu­set­zen, da die­se die Auf­sichts­pflicht nicht gewähr­leis­ten kann, er­for­der­lich sind zu­min­dest 2 Er­zie­he­rin­nen. Sei­tens der An­trag­stel­le­rin wur­den Ein­rich­tun­gen, in de­nen auf­grund des Ar­beits­kamp­fes nur noch ei­ne Er­zie­he­rin zur Verfügung ste­hen würde, die­se Ein­rich­tung für die Dau­er des Streiks ge­schlos­sen und die ein­zel­ne Er­zie­he­rin an an­de­re Kin­der­ta­gesstätten ver­teilt, so dass we­nigs­tens hier ein Not­dienst statt­fin­den kann.

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Der Ta­rif­ver­trag zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst sol­le für über 220.000 Beschäftig­te gel­ten. Der Ta­rif­ver­trag sol­le bun­des­weit und da­mit in den 16 Mit­glieds­verbänden der VKA gel­ten. Beschäftig­te im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst wer­den na­he­zu von je­der Kom­mu­ne beschäftigt. Der Ta­rif­ver­trag sol­le mit­hin für ei­ne große Viel­zahl kom­mu­na­ler Ar­beit­ge­ber gel­ten.

Die An­trag­stel­le­rin ist der Auf­fas­sung, dass dem An­trag auf Er­lass ei­ner einst­wei­li­gen Verfügung statt zu ge­ben sei, da ein Verfügungs­an­spruch und auch ein Verfügungs­grund vor­lie­gen würde. Der be­ab­sich­tig­te Streik sei ein­deu­tig rechts­wid­rig. Die Rechts­wid­rig­keit des be­ab­sich­tig­ten Streiks fol­ge be­reits aus der der­zeit im Verhält­nis zur VKA be­ste­hen­den re­la­ti­ven Frie­dens­pflicht der An­trags­geg­ne­rin. Die Frie­dens­pflicht sei ei­ne aus dem ob­li­ga­to­ri­schen Teil des Ta­rif­ver­tra­ges be­ru­hen­de, zwi­schen den ver­trag­schließen­den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en be­ste­hen­de ge­setz­li­che Rechts­pflicht, die es den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ver­bie­te, ei­nen be­ste­hen­den Ta­rif­ver­trag da­durch in­halt­lich in Fra­ge zu stel­len, dass die Ände­rung oder Ver­bes­se­rung der ver­trag­lich ge­re­gel­ten Ge­genstände mit Mit­teln des Ar­beits­kamp­fes er­reicht wer­den soll.

Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en hätten dem TVöD ein­sch­ließlich der be­son­de­ren Tei­le so­wie dem TVÜ-VKA als Ge­samt­re­ge­lungs­werk der Ar­beits­be­din­gun­gen für die un­ter den An­wen­dungs­be­reich fal­len­den Beschäftig­ten wirk­sam ab­ge­schlos­sen. Die Ta­rif­verträge sei­en bis­her we­der durch die VKA noch durch die An­trags­geg­ne­rin gekündigt wor­den. Sie sei­en auch nicht durch an­de­re Maßnah­men wie z.B. den Ab­schluss ei­nes Ände­rungs­ta­rif­ver­tra­ges außer Kraft ge­setzt wor­den. Das mit dem Ta­rif­ver­trag un­mit­tel­bar ver­bun­de­ne Ar­beits­kampf­ver­bot be­ste­he in Be­zug auf die dar­in ge­re­gel­ten Ge­genstände. Man spre­che in­so­weit von ei­ner re­la­ti­ven Frie­dens­pflicht. Sie un­ter­sa­ge ei­nen Ar­beits­kampf, wenn er sich ge­gen den Be­stand des Ta­rif­ver­tra­ges oder ge­gen ein­zel­ne sei­ner Be­stim­mun­gen rich­tet, der ei­ne Be­sei­ti­gung oder Abände­rung an­stre­be. Die An­trags­geg­ne­rin stre­be ei­nen Ta­rif­ver­trag zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst an. Der TVöD und die be­son­de­ren Tei­le ent­hiel­ten zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung und zum Ge­sund­heits­schutz an ver­schie­de­nen Stel­len be­reits Re­ge­lun­gen, so z.B. in § 3 Abs. 4 TVöD

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und in § 45 TVöDIBT-B, § 45 TVöD/BT-K so­wie § 43 TVöD/BT-E. Da­mit hätten die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en bei Ab­schluss des TVöD und der da­zu­gehöri­gen be­son­de­ren Tei­le so­wie des TVÜNKA die Ge­sund­heitsförde­rung und den Ge­sund­heits­schutz ab­sch­ließend ge­re­gelt.

So­weit der von der An­trags­geg­ne­rin ge­for­der­te Ta­rif­ver­trag bis­lang nicht ge­re­gel­te Ge­genstände wie die Ein­rich­tung ei­ner „be­trieb­li­chen Kom­mis­si­on" vor­se­he, würden sie den­noch von der Frie­dens­pflicht um­fasst. Wenn ei­ne For­de­rung im Lau­fe der Ver­hand­lung an­ge­spro­chen wor­den sei, die­se aber so­dann nicht durch­ge­setzt wer­den konn­te und die­ser For­de­rung als ein­zel­ner Be­stand­teil ei­nes größeren „Ver­hand­lungs­pa­ke­tes" im Er­geb­nis ei­nem Kom­pro­miss zum Op­fer ge­fal­len sei, so er­fas­se die Frie­dens­pflicht in dem ge­sam­ten ursprüng­li­chen Kom­plex auch die­se For­de­rung. So lie­ge der Fall hier. Im Rah­men der TVöD-Ver­hand­lun­gen ha­be die An­trags­geg­ne­rin um­fas­sen­de Re­ge­lun­gen zum Ge­sund­heits­schutz und zur Ge­sund­heitsförde­rung ge­for­dert, sich da­mit aber nicht voll­umfäng­lich durch­ge­setzt. Die nun ge­for­der­ten bis­lang nicht ge­re­gel­ten Ar­beits­be­din­gun­gen sei­en dem sei­ner­zei­ti­gen Ver­hand­lungs­pa­ket zu­zu­ord­nen, sie beträfen eben­falls Re­ge­lun­gen zum Ge­sund­heits­schutz und zur Ge­sund­heitsförde­rung. Mit dem Ab­schluss des TVÖD und sei­ner be­son­de­ren Tei­le ha­be die An­trags­geg­ne­rin ak­zep­tiert, dass die­ser The­men­kom­plex ab­sch­ließend ta­rif­ver­trag­lich ge­re­gelt sei. Da­mit sei die­ser Ta­rif­ge­gen­stand um­fas­send im TVöD und in den be­son­de­ren Tei­len ge­re­gelt. Der Vor­be­halt in der Ver­hand­lungs­nie­der­schrift hier­zu er­neut in­itia­tiv wer­den zu wol­len, ände­re dar­an nichts, so­lan­ge der TVÖD und die be­son­de­ren Tei­le un­gekündigt fort­bestünden.

Der an­gekündig­te Streik sei auch des­we­gen rechts­wid­rig, weil er ge­gen das dem Ar­beits­kampf­recht im­ma­nen­te Ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zip ver­s­toße. Un­ter der Berück­sich­ti­gung der Rechts­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts sei­en der Streik­ruf und die an­gekündig­ten Streik­maßnah­men ein­deu­tig rechts­wid­rig. Da an­ge­sichts un­gekündig­ter und der­zeit unkünd­ba­rer Ein­grup­pie­rungs­re­ge­lun­gen Druck auf die Ar­beit­ge­ber­sei­te in den Ein­grup­pie­rungs­ta­rif­ver­hand­lun­gen durch den Ar­beits­kampf nicht aus­geübt wer­den könne, sei ei­ne wei­te­re nach An­sicht der An­trags­geg­ne­rin er­streik­ba­re For­de­rung er­ho­ben wor­den.

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Die­se For­de­rung sei erst­mals am 25. März 2009 der Ar­beit­ge­ber­sei­te zu­ge­gan­gen. Zwi­schen der ers­ten Ankündi­gung am 20. Ja­nu­ar 2009 und die­sem Ter­min hätten rund 8 Wo­chen ge­le­gen, was ziem­lich ge­nau der Zeit­raum sei, den die VKA zur an¬schließen­den Gre­mi­en­be­fas­sung er­be­ten ha­be. Die An­trags­geg­ne­rin wüss­te von der Erörte­rung über die For­de­rung ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst am 26. Mai 2009 im Präsi­di­um der VKA, dem Vor­tag ei­nes oh­ne­hin be­reits an­be­raum­ten Ver­hand­lungs­ter­mins.

Die For­de­rung der An­trags­geg­ne­rin sei durch die VKA nicht zurück­ge­wie­sen wor­den. Die VKA wer­de sich am 27. Mai 2009 äußern. Ei­ne Zeit­span­ne zwi­schen kon­kre­ten For­de­rungs­zu­gang und Ein­las­sung von 9 Wo­chen (25. März bis 27. Mai 2009) könne auch nicht als zu lang an­ge­se­hen wer­den, son­dern es sei im Ge­gen­teil als ge­rin­ge Zeit­span­ne zu wer­ten. An­ge­sichts des brei­ten Wir­kungs­krei­ses des an­ge­streb­ten Ta­rif­ver­tra­ges sei ei­ne Zeit­span­ne von 9 Wo­chen zur Rück­kopp­lung und zur Bil­dung ei­ner Mit­glie­der­mei­nung, die so­dann in den Gre­mi­en der VKA de­mo­kra­tisch le­gi­ti­miert zu ei­ner ab­sch­ließen­den Ent­schei­dung über ei­ne Ver­hand­lungs­auf­nah­me führe, der An­trags­geg­ne­rin zu­mut­bar.
Be­reits die ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge Ent­schei­dungs­fin­dung in­ner­halb ei­ner an­ge­mes­se­nen Zeit­span­ne durch Ar­beits­kampf­maßnah­men zu be­glei­ten, ver­s­toße ge­gen das Ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zip ei­nes je­den Ar­beits­kamp­fes. Dass die An­trags­geg­ne­rin ul­ti­ma­tiv ei­ne Ver­hand­lungs­auf­nah­me im April 2009 for­de­re, ände­re hier­an nichts. Es müsse de­mo­kra­ti­schen Grundsätzen fol­gend möglich sein, sich ar­beit­ge­ber­in­tern mit ei­ner neu­en For­de­rung erst zu be­fas­sen und hierfür auch ei­ne aus­rei­chen­de Zeit­span­ne zur Verfügung zu ha­ben, oh­ne dass während die­ser Zeit be­reits Ar­beits­kampf geführt wer­de. Das zu Be­ur­tei­lung der aus­ge­rech­ne­ten Zeit­span­ne nicht auf die ers­te Ankündi­gung des Ver­hand­lungsführers der An­trags­geg­ne­rin in den Ta­rif­ver­hand­lun­gen des 20. Ja­nu­ar 2009 ab­ge­stellt wer­den könne, ver­ste­he sich hier­bei von selbst, denn Vor­stel­lun­gen, wie die Ta­rif­re­ge­lung aus Sicht der An­trags­geg­ne­rin aus­se­hen sol­le, wur­den nicht geäußert. Es feh­le auch ei­ne Kon­kre­ti­sie­rung wann und in wel­chem Um­fang ge­genüber der VKA For­de­rung er­ho­ben wer­den.

Der Streik sei auch des­we­gen rechts­wid­rig, weil die An­trags­geg­ne­rin kein er­streik­ba­res Ziel ver­fol­ge. Der Ar­beits­kampf dürfe nur als In­stru­ment zur Durch­set­zung ta­rif­li-

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cher Re­ge­lun­gen ein­ge­setzt wer­den. Er sei nur dann zulässig, wenn er um den Ab­schluss ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges geführt wer­de, der sei­ner­seits auch in­halt­lich nicht rechts­wid­rig sein dürfe. Die­se Ta­rif­be­zo­gen­heit des Ar­beits­kamp­fes be­deu­te zu­gleich, dass Ar­beitskämp­fe nur zur Durch­set­zung von rechtmäßigen Ta­rif­for­de­run­gen zulässig sei­en. Der Ar­beits­kampf um ei­nen ta­rif­ver­trag­lich nicht re­gel­ba­ren Ge­gen­stand sei un­zulässig. Das von der An­trags­geg­ne­rin ver­folg­te Ziel gel­te der Durch­set­zung ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges, der dem For­de­rungs­pa­pier vom 20. März 2009 ent­spre­che. Die In­hal­te die­ses ge­for­der­ten Ta­rif­ver­tra­ges sei­en rechts­wid­rig. Der ge­for­der­te Ta­rif­ver­trag ver­s­toße ge­gen das für die An­trag­stel­le­rin gel­ten­de Per­so­nal­ver­tre­tungs-recht, das Mit­be­stim­mungs­ge­setz Schles­wig-Hol­stein (MBG). Der Ta­rif­ver­trag se­he Re­ge­lun­gen vor, die we­gen des Ver­s­toßes ge­gen § 97 BPers­VG i.V.m. § 90 MBG nich­tig sei­en. Man­gels Ta­rif­be­zo­gen­heit sei der Ar­beits­kampf da­her rechts­wid­rig. Im Übri­gen ge­he es der An­trags­geg­ne­rin dar­um, Druck auf die lau­fen­den Ein­grup­pie­rungs­ver­hand­lun­gen aus­zuüben. Durch den zeit­li­chen Zu­sam­men­hang zwi­schen den Ein­grup­pie­rungs­ver­hand­lun­gen und ei­ner nach über 3 Jah­ren nach der Ankündi­gung im Rah­men der TVöD Ver­hand­lun­gen ur­plötz­lich im Rah­men der Ein­grup­pie­rungs­ta­rif­ver­hand­lun­gen er­ho­be­nen For­de­run­gen zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung dränge sich die­ser Ein­druck auf, zu­mal im Rah­men der Ta­rif­run­de 2008 aus­sch­ließlich für den Nah­ver­kehr Ver­ab­re­dun­gen ge­trof­fen wor­den sei­en, die die­ses The­ma mit um­fass­ten. In al­len Äußerun­gen der Ver­tre­ter der An­trags­geg­ne­rin wer­de die For­de­rung auf ein höhe­res Ein­kom­men mit der Förde­rung zur Ge­sund­heitsförde­rung ver­knüpft. Die von der An­trags­geg­ne­rin ver­tre­te­nen Mit­glie­der würden vor­ran­gig dar­auf ein­ge­stimmt, dass es um ihr Ein­kom­men ge­he. Dafür sol­le letzt­lich ge­streikt wer­den, un­ter Zu­hil­fe­nah­me ei­ner zusätz­li­chen For­de­rung, die die Ein­grup­pie­rungs­for­de­rung ergänze. Es be­ste­he auch ei­ne kon­kre­te Wie­der­ho­lungs­ge­fahr, da be­reits in der Pres­se­mit­tei­lung vom 14.05.2009 der Bun­des­vor­stand der An­trags­geg­ne­rin zu un­be­fris­te­ten Streiks auf­ge­ru­fen ha­be.

Die an­gekündig­ten Ar­beits­kampf­maßnah­men sei­en zu un­ter­sa­gen, da sie im Rah­men ei­ner In­ter­es­sen­abwägung zur Abände­rung we­sent­li­cher Nach­tei­le für die An­trag­stel­le­rin er­for­der­lich sei­en. Das In­ter­es­se an dem ein­ge­for­der­ten Ta­rif­ver­trag zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung sei we­gen des­sen rechts­wid­ri­gen In­halts nicht in die Verhält­nismäßig­keitsprüfung auf­zu­neh­men. Die VKA ha­be Ta­rif­ver­hand­lun­gen

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zur Ge­sund­heitsförde­rung nicht ab­ge­lehnt, son­dern sich man­gels Ver­hand­lungs­man­dat in ih­ren Gre­mi­en zunächst der Rück­kopp­lung ver­si­chern müssen. Im Ge­gen­satz zu den be­haup­te­ten In­ter­es­sen der An­trags­geg­ne­rin stünden die In­ter­es­sen der Kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber an der Erfüllung der so­zi­al­staat­li­chen Fürsor­ge­pflicht im pädago­gi­schen Be­reich nämlich, den Bürge­rin­nen und Bürgern ein funk­ti­onstüch­ti­ges Sys­tem an pädago­gi­schen Ein­rich­tun­gen zur Verfügung zu stel­len. Ins­be­son­de­re sei­en die Ar­beits­kampf­maßnah­men in ers­ter Li­nie ge­gen El­tern und Kin­der ge­rich­tet, die auf die Ver­hand­lung kei­nen un­mit­tel­ba­ren Ein­fluss hätten. In den sel­tens­ten Fällen könn­ten El­tern kurz­fris­tig ei­ne Aus­weich­un­ter­brin­gung für ih­re Kin­der or­ga­ni­sie­ren. Hin­zu­kom­me bei be­rufstäti­gen El­tern, dass häufig kurz­fris­tig Ur­laub oder ei­ne Frei­stel­lung durch die je­wei­li­gen Ar­beit­ge­ber er­fol­gen müsse. Ei­ne grundsätz­li­che Aus­weichmöglich­keit, wie sie z. B. bei Streiks im Nah­ver­kehr be­ste­he, sei bei pädago­gi­schen Ein­rich­tun­gen, ins­be­son­de­re bei Kin­der­ta­gesstätten nicht ge­ge­ben, da selbst dann, wenn orts­nah an­de­re nicht be­streik­te Kin­der­ta­gesstätten vor­han­den sei­en, we­gen der Be­treu­ungs­schlüssel nicht mehr Kin­der als ei­ne be­stimm­te An­zahl auf­ge­nom­men wer­den dürf­ten. Ei­ne kurz­zei­ti­ge Un­ter­brin­gung in ei­ner an­de­ren Ein­rich­tung sei un­ter er­heb­li­chem Auf­wand durchführ­bar, zum Ei­nen benötig­ten ge­ra­de Kleinst- und Klein­kin­der ei­ne Ein­gewöhnungs­pha­se, die ih­nen in ei­nem sol­chen Fall nicht gewährt wer­den könne. Vie­le Kin­der würden sich des­halb wei­gern, in an­de­re Ein­rich­tun­gen von Beschäftig­ten be­treut zu wer­den, die sie nicht ken­nen. Darüber hin­aus sei al­lein aus tatsächli­chen Gründen ei­ne an­der­wei­ti­ge Un­ter­brin­gung nicht mit ab­so­lu­ter Ge­wiss­heit si­cher­zu­stel­len, da al­le Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen vom Streik­auf­ruf be­trof­fen sei­en.

Die An­trag­stel­le­rin be­an­tragt da­her,

1. Der An­trags­geg­ne­rin wird un­ter­sagt, ih­re Mit­glie­der und sons­ti­ge Beschäftig­te, die als
- Kin­der­pfle­ger/in­nen,
- So­zi­alpädago­gi­sche As­sis­tent/in­nen,
- So­zi­al­hel­fer/in­nen,
- Fa­mi­li­en­pfle­ger/in­nen,
- Hei­l­er­zie­hungs­hel­fer/in­nen,
- Er­zie­her/in­nen,
- Hei­l­er­zie­her/in­nen,
- So­zi­al­ar­bei­ter/in­nen,

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- So­zi­alpädago­gen/in­nen,
- Heil­so­zi­alpädago­gen/in­nen,
- Kin­der- und Ju­gend­psy­cho­the­ra­peu­ten/in­nen,
- Heim­lei­ter/in­nen und KTE-Lei­ter/in­nen und
- Bewährungs­hel­fer/in­nen so­wie
- Meis­ter und An­ge­stell­te im hand­werk­li­chen Er­zie­hungs­dienst, in die­sen Be­ru­fen tätig sind,
in den Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen, der Kin­der- und Ju­gend­hil­fe und der Fa­mi­li­en- und El­tern­be­ra­tung bei der An­trag­stel­le­rin zu ei­nem Streik im So­zi­al-und Er­zie­hungs­dienst am 19. Mai 2009 zur Durch­set­zung ei­nes Ta­rif­ver­trags zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung für die im Be­reich So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst Beschäftig­ten der An­trag­stel­le­rin auf­zu­ru­fen.

2. Die An­trags­geg­ne­rin wird ver­pflich­tet, ih­ren Streik­auf­ruf vom 14.05.2009 un­verzüglich, dass heißt heu­te bis 16:00 Uhr, durch Veröffent­li­chung auf der Start­sei­te ih­rer In­ter­net­sei­te www.v....de zu wi­der­ru­fen.

3. Der An­trags­geg­ne­rin wird für je­den Fall der Zu­wi­der­hand­lung ge­gen die Un­ter­las­sungs­pflich­ten gemäß Zif­fer 1 ein Ord­nungs­geld in Höhe von 250.000,00 Eu­ro an­ge­droht.

4. Der An­trags­geg­ne­rin wird für den Fall der Nicht­vor­nah­me der Hand­lungs­pflich­ten gemäß Zif­fer 2 ein Zwangs­geld, er­satz­wei­se Zwangs­haft, zu voll­zie­hen an dem Vor­sit­zen­den des Bun­des­vor­stan­des, F. B. so­wie dem Mit­glied des Bun­des­vor­stan­des A. M., an­ge­droht.

Die An­trags­geg­ne­rin be­an­tragt,

die Anträge zurück­zu­wei­sen.

Die An­trags­geg­ne­rin ist der An­sicht, die streik­be­fan­ge­nen Ar­beits­kampf­maßnah­men sei­en we­der we­gen des Ver­s­toßes ge­gen ei­ne be­ste­hen­de re­la­ti­ve Frie­dens­pflicht rechts­wid­rig, noch würden sie ge­gen das Ul­ti­ma ra­tio-Prin­zip ver­s­toßen. Sie würden auch ein er­streik­ba­res Ziel ver­fol­gen.

Das Streik­recht sei ein not­wen­di­ger Be­stand­teil der Kampf- und Aus­gleichs­ord­nung, die durch Ar­ti­kel 9 Abs. 3 Grund­ge­setz gewähr­leis­tet sei. Zu die­sem, von der Ver­fas­sung geschütz­ten und all­ge­mein an­er­kann­ten Streik­recht der Ge­werk­schaf­ten gehören auch das Recht, ei­nen Ar­beits­kampf zu eröff­nen und so zu führen, wie dies nach Auf­fas­sung der kampfführen­den Ge­werk­schaft not­wen­dig und sinn­voll sei.

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Ei­ne Zweckmäßig­keits­kon­trol­le oder ei­ne In­halts­kon­trol­le der Zie­le des Ar­beits­kamp­fes ei­ner­seits und der Art und Wei­se der Führung des Ar­beits­kamp­fes an­de­rer­seits sei­en den Ge­rich­ten ver­wehrt (ge­werk­schaft­li­che Kampf­mit­tel­frei­heit). Al­les an­de­re würde ei­ner ver­fas­sungs­recht­lich nicht zulässi­gen Ta­rif- und Ar­beits­kampf­zen­sur durch das Ge­richt gleich­kom­men. Als Ein­schluss die­ses Grund­sat­zes ha­be ein von der Ge­werk­schaft geführ­ter Streik ei­ne Ver­mu­tung der Rechtmäßig­keit für sich. Da­bei sei die­se Ver­mu­tung nicht nur ein in­di­vi­du­al­recht­li­cher Schutz für die teil­neh­men­den Ar­beit­neh­mer, son­dern auch die grund­recht­li­che Ver­mu­tung der Rechtmäßig­keit des Frei­heits­ge­brauchs, die aus Ar­ti­kel 9 Grund­ge­setz her­zu­lei­ten sei. Die­se Rechtmäßig­keits­ver­mu­tung und das in der Grund­rechts­gewährung des Ar­ti­kel 9 Abs. 3 Grund­ge­setz lie­gen­de Ge­bot an den Staat, sich un­mit­tel­ba­rer Ein­grif­fe in die Ta­rif­aus­ein­an­der­set­zung zu ent­hal­ten, set­ze je­den­falls der Möglich­keit des Er­las­ses einst­wei­li­ger Verfügun­gen zur Un­ter­sa­gung von ge­werk­schaft­li­chen Kampf­maßnah­men äußerst en­ge Gren­zen. Dies gel­te um­so mehr, als es ei­nen ge­schlos­se­nen Ka­ta­log zulässi­ger Ar­beits­kampf­mit­tel der Ge­werk­schaf­ten nicht ge­be und auch ver­fas­sungs­recht­lich nicht ge­ben dürfe. Wei­ter be­deu­te es, dass ei­ne si­che­re sum­ma­ri­sche Prüfung des Ar­beits­kampf­mit­tels auch an­ge­sichts der Of­fen­heit der Kampf­for­men im Verfügungs­ver­fah­ren kaum möglich sei. Dies heiße fer­ner, dass je­de einst­wei­li­ge Verfügung, wel­che ge­gen ei­nen von ei­ner Ge­werk­schaft durch­geführ­ten Streik in die Kampf­mit­tel­frei­heit ein­grei­fe, un­kor­ri­gier­bar voll­ende­te Verhält­nis­se schaf­fe und da­mit die ver­fas­sungs­recht­lich ga­ran­tier­te Ar­beits­kampf­frei­heit be­schnei­de. Im Rah­men ei­ner um­fas­sen­den In­ter­es­sen­abwägung müsse berück­sich­tigt wer­den, dass bei ei­nem vorläufi­gen Ver­bot ei­nes Streiks oder be­stimm­ter Kampf­for­men, z. B. So­li­da­ritäts­streiks, ein endgülti­ger Rechts­ver­lust der mögli­chen An­trags­geg­ner bzw. Verfügungs­be­klag­ten dro­he. Der Streik las­se sich nicht be­lie­big „an und aus knip­sen, wie ei­ne Ta­schen­lam­pe".

Ei­ne einst­wei­li­ge Verfügung ha­be in den meis­ten Fällen endgülti­gen Cha­rak­ter. Auf je­den Fall er­fol­ge aber ei­ne gra­vie­ren­de Schwächung der Ver­hand­lungs­po­si­ti­on, die dem Pa­ritäts­ge­dan­ken wi­der­spre­che. Auch wenn man dies hin­neh­men wol­le, müsse die­ser Wir­kung auf der Sei­te des Verfügungs­grun­des da­durch Rech­nung ge­tra­gen wer­den, dass äußerst stren­ge Vor­aus­set­zun­gen an­zu­set­zen sei­en. Des­halb sei beim Er­lass ei­ner einst­wei­li­gen Verfügung grundsätz­lich be­son­de­re Zurück­hal­tung ge­bo-

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ten. Ein­schränkun­gen in der Ausübung des Streik­rechts durch ge­richt­li­che Ein­grif­fe sei­en nur in ganz sel­te­nen Fällen zulässig. Ei­ne einst­wei­li­ge Verfügung ge­gen ei­nen von der Ge­werk­schaft geführ­ten Streik sei des­halb nur dann zulässig, wenn der Ar­beits­kampf of­fen­sicht­lich rechts­wid­rig sei. Die be­an­trag­te Un­ter­sa­gungs­verfügung müsse zum Schutz des Rechts im ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­trieb und zur Ab­wen­dung dro­hen­der we­sent­li­cher Nach­tei­le ge­bo­ten und er­for­der­lich sein. Im Rah­men der vor­zu­neh­men­den In­ter­es­sen­abwägun­gen sei­en sämt­li­che in Be­tracht kom­men­den ma­te­ri­el­len und voll­stre­ckungs­recht­li­chen Erwägun­gen so­wie die wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen für bei­de Par­tei­en, al­so auch für die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung und die von ihr an­ge­streb­ten Ta­rif­zie­le ein­zu­be­zie­hen. Da­bei sei auch zu berück­sich­ti­gen, wie wahr­schein­lich das Ob­sie­gen des An­trag­stel­lers im Haupt­sa­che-ver­fah­ren sei.

Der Streik ver­s­toße nicht ge­gen das Ul­ti­ma-ra­tio Prin­zip. Das im Ar­beits­kampf­recht all­ge­mein an­er­kann­te „Ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zip" ver­lan­ge, „das grundsätz­lich vor ei­nem Streik For­de­run­gen er­ho­ben und in der Re­gel auch er­folg­lo­se Ver­hand­lun­gen geführt sein müssen oder ab­ge­lehnt wer­den". Die For­de­rung nach ei­nem Ta­rif­ver­trag Ge­sund­heitsförde­rung im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst sei von An­fang an als An­lie­gen von v. ge­genüber der Ar­beit­ge­ber­sei­te ar­ti­ku­liert wor­den. Es sei nicht zu­tref­fend, dass die Ge­gen­sei­te von die­ser For­de­rung über­rascht wor­den sei. Der fi­nan­zi­el­le Spiel­raum sei durch die Ver­ab­schie­dung des Kon­junk­tur­pa­ke­tes II der Bun­des­re­gie­rung am 20.02.2009 er­wei­tert wor­den. Der Be­schluss 1 se­he Zu­kunfts­in­ves­ti­tio­nen der öffent­li­chen Hand vor. In­ves­ti­ti­ons­schwer­punk­te sei­en im Bil­dungs­be­reich, ins­be­son­de­re Kin­dergärten, Schu­len, Hoch­schu­len und in der In­fra­struk­tur, ins­be­son­de­re Ver­kehr, Kran­kenhäuser, Städte­bau und In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie. Da­durch sei­en kon­kre­te Vor­stel­lun­gen rea­lis­tisch ge­wor­den, weil sie nun zeit­nah fi­nan­zier­bar sei­en. An­de­rer­seits gäbe es vie­le an­de­re ge­meind­li­che Pro­jek­te, ins­be­son­de­re bau­li­cher In­fra­struk­tur, so­dass der Ge­sund­heits­schutz in Kon­kur­renz mit an­de­ren po­li­tisch-be­deut­sa­men Pro­jek­ten ste­hen wer­de. Hin­ter die­sen kon­kur­rie­ren­den ge­meind­li­chen Pro­jek­ten stünden ein­fluss­rei­che Wirt­schafts­in­ter­es­sen (z. B. Bau­wirt­schaft), die vor al­lem des­halb be­son­ders durch­set­zungsfähig sein dürf­ten, weil sie das kon­junk­tu­rell ge­schwäch­te Steu­er­auf­kom­men der Kom­mu­nen (Ge­wer­be­steu­er) zu stärken ge­eig­net sei­en.

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Die Durch­set­zung ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges zum Ge­sund­heits­schutz für Er­zie­he­rin­nen ha­be in die­sem „Kon­kur­renz­kampf nur dann ei­ne rea­lis­ti­sche Chan­ce, wenn der von der Ge­werk­schaft und der in­ter­es­sier­ten be­trof­fe­nen Öffent­lich­keit als all­ge­mei­nes An­lie­gen ei­ner vor­schu­li­schen Bil­dung wirk­sam un­terstützt wer­de. Das ef­fek­tivs­te Mit­tel hierfür sei­en Ta­rif­ver­hand­lun­gen und Streiks, weil da­durch der not­wen­di­ge Druck für Ta­rif­ver­hand­lun­gen ent­wi­ckelt wer­de und auch die El­tern und die öffent­li¬he Mei­nung nach­hal­tig auf­gerüttelt würden. Das Ta­rif­ziel ei­nes an­ge­mes­se­nen Ge­sund­heits­schut­zes be­kom­me da­mit in­ner­halb des „Null­sum­men-Spiels" ge­meind­li­cher Haus­halts­po­li­tik ei­nen Stel­len­wert, den man oh­ne Ta­rif­ver­hand­lun­gen und Ar­beits­kampf nicht er­rei­chen könne. Die­se — nur im Zu­sam­men­hang mit den Ein­kom­mens­ver­hand­lun­gen durch­setz­ba­ren — ex­zep­tio­nell güns­ti­gen Be­din­gun­gen würden kurz­fris­tig noch da­durch verstärkt, dass zahl­rei­che Kom­mu­nal- und Land­tags­wah­len so­wie die Wahl zum Eu­ropäischen Par­la­ment al­le kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber für all¬ge­mei­ne so­zi­al­staat­li­che An­lie­gen be­son­de­re empfäng­lich mach­ten. Dies gel­te in­des nur für den wahl­in­ten­si­ven Zeit­raum von Mai bis Ju­li 2009. Die durch Kon­junk­tur­pa­ke­te und Wah­len beförder­te Sen­si­bi­lität und Empfäng­lich­keit der Ar­beit­ge­ber­sei­te sei kurz und in ab­seh­ba­rer Zeit nicht wie­der­hol­bar. Des­halb ha­be ver.di schon zum 29.04.2009 zu ge­son­der­ten Ver­hand­lun­gen zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst auf­ge­for­dert. Der seit lan­gem in­for­mier­ten Ar­beit­ge­ber­sei­te sei­en die ge­schil­der­ten spe­zi­el­len Umstände ge­nau­so klar wie der Ge­werk­schaft. Ih­re Wei­ge­rung, sol­che Ver­hand­lun­gen auf­zu­neh­men und dann erst nach mehr als 4 Wo­chen durch ei­ne Präsi­di­ums­sit­zung vor­zu­be­rei­ten, soll da­zu führen, dass die Ta­rif­ver­hand­lun­gen und mögli­che Streik­ak­tio­nen erst außer­halb des zu­vor be­schrie­be­nen „Zeit­fens­ters" durchführ­bar wären und dann weit­ge­hend wir­kungs­los blie­ben. In­so­fern kom­me die Ab­leh­nung von Ver­hand­lun­gen am 29.04.2009 trotz der gleich­zei­tig be­kun­de­ten grundsätz­li­chen Gesprächs­be­reit­schaft ei­ner all­ge­mei­nen und gänz­li­chen Ab­sa­ge von Ver­hand­lun­gen über die kon­kret er­ho­be­nen For­de­run­gen zum Ge­sund­heits­schutz der Er­zie­he­rin­nen gleich. An­ge­sichts die­ser fak­ti­schen „To­tal­ver­wei­ge­rung" sei es des­halb ge­bo­ten und verhält­nismäßig, die Ge­gen­sei­te kurz­fris­tig zunächst durch Warn­streiks zur so­for­ti­gen Ver­hand­lung zu drängen. Da­ne­ben dürf­te vor­lie­gend zu berück­sich­ti­gen sein, dass es sich bei der Sit­zung am 26.05.2009 um ei­ne tur­nusmäßige Präsi­di­ums­sit­zung han­de­le. Außer­or­dent­li­che

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Sit­zun­gen sei­en je­doch laut Sat­zung möglich. Auch ha­be kei­ne Zu­sa­ge vor­ge­le­gen, ab 27.05.2009 tatsächlich zu ver­han­deln.
Im Übri­gen müsse es ei­ner Ge­werk­schaft möglich sein zu strei­ken, um über­haupt zu Ta­rif­ver­hand­lun­gen zu kom­men. Dies ent­spre­che auch der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts. Ein ein­klag­ba­rer Ver­hand­lungs­an­spruch wäre weit­ge­hend wir­kungs­los, weil die ver­hand­lungs­un­wil­li­ge Ta­rif­par­tei den Ab­schluss ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges trotz­dem schei­tern las­sen könn­te. Die „Ver­hand­lun­gen" würden zur bloßen Far­ce de­gra­diert. Der Streik würde nicht ver­mie­den wer­den. Auch wäre ein An­spruch oh­ne ge­richt­li­che Durch­set­zungsmöglich­keit sinn­los. Ein sol­cher An­spruch könn­te auch im Ur­teil nicht sach­ge­recht kri­ti­siert und voll­streckt wer­den. Es wäre sinn­los, die Ver­ur­teil­ten et­wa durch An­dro­hung von Zwangs­geld an den Ver­hand­lungs­tisch zu zwin­gen. Sie könn­ten je­de For­de­rung oh­ne Grund ab­leh­nen und so den Ver­hand­lungs­an­spruch leer­lau­fen las­sen. Ins­ge­samt könne des­halb da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass an­ge­sichts der Ver­wei­ge­rung un­verzügli­cher Ta­rif­ver­hand­lun­gen das Ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zip verhält­nismäßiger Streik­maßnah­men nicht ent­ge­gen­ste­he.

Es ge­he zu­dem vor­lie­gend um die Durch­set­zung ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges Ge­sund­heits­schutz zu ei­nem für Ta­rif­ver­hand­lun­gen und zur Durch­set­zung der For­de­run­gen güns­ti­gen Zeit­punkt und nicht um Ar­beits­kampf­maßnah­men zu ei­ner zeit­gleich zu ver­han­deln­den Ent­gel­t­ord­nung der Er­zie­he­rin­nen.

Ein Ta­rif­ver­trag zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung sei aus Sicht der An­trags­geg­ne­rin un­ab­ding­bar. Der Ta­rif­ver­trag ha­be zum Ziel, krank­ma­chen­de Ar­beits­be­din­gun­gen nach­hal­tig ab­zu­schaf­fen. Da­mit soll­ten Ge­sund­heits­schutz und Ge­sund­heitsförde­rung in den Be­trie­ben un­ter Berück­sich­ti­gung des Al­ters, be­rufs­spe­zi­fi­scher und in­di­vi­du­el­ler Be­las­tung ta­ri­fiert wer­den. An­ge­sichts der ständig wach­sen psy­chi­schen und phy­ischen Be­las­tun­gen sei die­ser Ta­rif­ver­trag un­ab­ding­bar. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en hätten bei Ab­schluss des TVöD und der da­zu­gehöri­gen be­son­de­ren Tei­le so­wie des TVÜ-VKA die Ge­sund­heitsförde­rung und den Ge­sund­heits­schutz nicht ab­sch­ließend ge­re­gelt. Die an­ge­spro­che­ne Ein­rich­tung ei­ner „be­trieb­li­chen Kom­mis­si­on" sei ein Ge­gen­stand, der nicht ge­re­gelt sei und auch von der Frie­dens­pflicht nicht er­fasst wer­de. Im Übri­gen sei nicht ei­ne For­de­rung im Lau­fe der Ver­hand­lun­gen an­ge­spro­chen wor­den, die dann nicht durch­ge­setzt wer­den konn­te.

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Sie sei auch nicht ei­nem ir­gend­wie ge­ar­te­ten Kom­pro­miss zum Op­fer ge­fal­len. Dem­zu­fol­ge könne die jetzt auf­ge­stell­te ta­rif­ver­trag­li­che For­de­rung auch nicht von der Frie­dens­pflicht er­fasst wer­den. Ei­ne ab­sch­ließen­de Ver­hand­lung ha­be ge­ra­de nicht statt­ge­fun­den.

Der Ta­rif­ver­trag be­inhal­te auch ein er­streik­ba­res Ziel. Zum Ei­nen sei fest­zu­hal­ten, dass die de­zi­dier­te Zulässig­keitsprüfung ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges si­cher­lich nicht im Rah­men ei­nes einst­wei­li­gen Verfügungs­ver­fah­rens statt­fin­den könne. Im Übri­gen ver­s­toße der ge­for­der­te Ta­rif­ver­trag auch nicht Re­ge­lun­gen des Bun­des­per­so­nal­ver­tre­tungs- oder des Mit­be­stim­mungs­ge­set­zes Schles­wig-Hol­stein. Die Mit­be­stim­mungs­rech­te des Per­so­nal­ra­tes bestünden ne­ben den dann ta­rif­ver­trag­lich ge­re­gel­ten Punk­ten.
Die von der An­trag­stel­le­rin in die­sem Zu­sam­men­hang an­ge­spro­che­ne Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ha­be ei­ne rein ho­heit­li­che Ver­wal­tung be­trof­fen. Hier han­de­le es sich aber um ei­ne Da­seins­vor­sor­ge, die auch von pri­va­ten Trägern an­ge­bo­ten wer­de. Im Übri­gen ha­be das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sei­ne Ent­schei­dung in ei­ner späte­ren Ent­schei­dung re­la­ti­viert. Der an­geb­li­che Ver­s­toß ge­gen Ar­ti­kel 28 Grund­ge­setz sei ab­we­gig. Die Selbst­ver­wal­tung sei durch den zulässi­gen Ta­rif­ver­trag Ge­sund­heitsförde­rung nicht rechts­wid­rig be­grenzt.

Der Ar­beits­kampf rich­te sich nicht ge­gen die El­tern, son­dern ge­gen die kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber. Trotz des erklärten Ziels ei­nes flächen­de­cken­den An­ge­bots von Be­treu­ungs­leis­tun­gen der Kin­der sei kei­ne aus­rei­chen­de Ge­sund­heitsförde­rung der be­treu­en­den Beschäftig­ten gewähr­leis­tet. Nach der Ar­gu­men­ta­ti­on der An­trag­stel­le­rin wäre ein Streik im Be­reich von Kin­der­ta­gesstätten grundsätz­lich und zeit­lich un­be­fris­tet aus­ge­schlos­sen, weil Ar­beits­kampf­maßnah­men nur mit­tel­bar auch El­tern beträfen. Die­se Ar­gu­men­ta­ti­on könne nicht mit Ar­ti­kel 9 Grund­ge­setz kon­form sein. Die Si­tua­ti­on von im Ar­beits­kampf mit­tel­bar be­trof­fe­nen El­tern las­se sich mit dem —im All­tag re­gelmäßig auf­tre­ten­den — Fällen ei­ner plötz­li­chen ernst­haf­ten und an­ste­cken­den Er­kran­kung ei­nes Kin­des ver­glei­chen. In die­sen Fällen könne das Kind zum ei­ge­nen Schutz und zum Schutz Drit­ter nicht in ei­ner Kin­der­be­treu­ungs­ein­rich­tung un­ter­ge­bracht wer­den. So­weit bei­de El­tern be­rufstätig sei­en, ha­be ein El­tern­teil ein

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An­spruch auf Frei­stel­lung und Vergütung nach § 616 BGB. Nach Auf­fas­sung der An­trags­geg­ne­rin be­ste­he ein Frei­stel­lungs- und Vergütungs­an­spruch bei Sch­ließung der Ein­rich­tung we­gen Ar­beits­kamp­fes so­lan­ge, bis El­tern ei­ne al­ter­na­ti­ve Be­treu­ungsmöglich­keit durch Ver­wand­te, Nach­barn oder an­de­re El­tern ge­fun­den hätten. Da­ne­ben dürf­te zu berück­sich­ti­gen sein, dass die El­tern recht­zei­tig vor­ab in­for­miert wor­den sei­en. Der An­trag­stel­le­rin ste­he nach al­le­dem we­der ein Verfügungs­an­spruch noch ei­ne Verfügungs­grund zur Sei­te.

We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en die­ses Rechts­streits wird auf die von ih­nen ein­ge­reich­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie auf das Pro­to­koll der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 18.05.2009, ver­wie­sen.

 

Ent­schei­dungs­gründe

Der An­trag auf Er­lass der einst­wei­li­gen Verfügung ist be­gründet.

Auch im Be­reich des Ar­beits­kampf­rechts kann ein Streit auf­grund ei­ner einst­wei­li­gen Verfügung un­ter­sagt wer­den (Kis­sel, Ar­beits­kampf­recht, § 65 Rn. 19). Der Ar­beits­kampf darf nur in­ner­halb der Rechts­ord­nung geführt wer­den. Vor­aus­set­zung ist da¬her gemäß § 46 Abs. 2 ArbGG in Ver­bin­dung mit § 940 ZPO, dass ei­ne einst­wei­li­ge Verfügung auch zum Zwe­cke der Re­ge­lung ei­nes einst­wei­li­gen Zu­stan­des in Be­zug auf ein strei­ti­ges Rechts­verhält­nis zulässig ist, so­fern die­se Re­ge­lung zur Ab­wen­dung we­sent­li­cher Nach­tei­le oder zur Ver­hin­de­rung dro­hen­der Ge­walt oder aus an­de­ren Gründen not­wen­dig er­scheint (A.).
Die Streik­maßnah­me ist im We­ge der einst­wei­li­gen Verfügung zu un­ter­sa­gen, wenn sie ein­deu­tig rechts­wid­rig ist (Verfügungs­an­spruch) (1). Die Un­ter­sa­gungs­verfügung ist zum Schut­ze des Rechts am ein­ge­rich­te­ten und aus­geübten Ge­wer­be­be­trieb und

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zur Ab­wen­dung dro­hen­der Nach­tei­le ge­bo­ten und er­for­der­lich (Verfügungs­grund) (II.). Hier­bei hat die In­ter­es­sen­abwägung da­hin­ge­hend statt­zu­fin­den, ob die auf Un­ter­las­sung ei­nes Ar­beits­kamp­fes ge­rich­te­te einst­wei­li­ge Verfügung zur Ab­wen­dung we­sent­li­cher Nach­tei­le nötig er­scheint (Kis­sel, Ar­beits­kampf­recht, § 65 Rn. 31).

Da dem An­trag zu 1. statt­zu­ge­ben ist, ist der An­trags­geg­ne­rin auch ein ent­spre­chen­der Wi­der­ruf der Streik­maßnah­men auf der Start­sei­te der In­ter­net­sei­te www.v....de auf­zu­ge­ben (B.).

Für den Fall der Zu­wi­der­hand­lun­gen ge­gen die Anträge zu 1. und zu 2. sind ent­spre­chen­de Ord­nungs- bzw. Zwangs­maßnah­men an­zu­dro­hen (C.).

A.

I. Verfügungs­an­spruch

Der be­ab­sich­tig­te Streik in den im An­trag ge­nann­ten Ein­rich­tun­gen der An­trag­stel­le­rin am 19. Mai ist rechts­wid­rig. Die­ser Streit ver­letzt das Ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zip (a) und ist nicht ta­rif­be­zo­gen (b). Die An­trag­stel­le­rin hat so­wohl den Verfügungs­grund wie auch den Verfügungs­an­spruch glaub­haft ge­macht (c).

a) Ver­let­zung des Ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zips

Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat in sei­ner Ent­schei­dung vom 21.04.1971 (BA­GE 23, 292, 306) dar­ge­legt, dass Ar­beitskämp­fe nur in­so­weit ein­ge­lei­tet und durch­geführt wer­den dürfen, als sie zur Er­rei­chung rechtmäßiger Kampf­zie­le und des nach­fol­gen­den Ar­beits­frie­dens ge­eig­net und sach­lich er­for­der­lich sind. Je­de Ar­beits­kampf­maßnah­me — sei es Streik, sei es Aus­sper­rung — darf fer­ner nur nach Ausschöpfung al­ler Verständi­gungsmöglich­kei­ten er­grif­fen wer­den; der Ar­beits­kampf muss al­so das letz­te mögli­che Mit­tel (Ul­ti­ma ra­tio) sein. Das Ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zip wird als Teil des das gan­ze Ar­beits­kampf­recht be­herr­schen­den Verhält­nismäßig­keits­prin­zips an­ge­se­hen und gilt als Kernstück des Verhält­nismäßig­keits­prin­zips (BAG vom 10.06.1980,

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BA­GE 33,140). Die Be­deu­tung des Ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zips liegt in der Be­stim­mung des Zeit­punkts, von dem an „nach Ausschöpfung al­ler Verständi­gungsmöglich­kei­ten" ein Ar­beits­kampf zulässi­ger­wei­se geführt wer­den darf (BAG vom 21.06.1988 un­ter A 13 a, BA­GE 58, 364). Ab­zu­stel­len ist nach der Recht­spre­chung al­lein auf den Be­ginn des Ar­beits­kamp­fes um ei­nen kon­kre­ten Ta­rif­ver­trag.
Von ei­nem Schei­tern der Ver­hand­lun­gen kann man nur dann spre­chen, wenn al­le Verständi­gungsmöglich­kei­ten er­folg­los aus­geschöpft sind, wenn die Par­tei­en nicht mehr auf dem Ver­hand­lungs­weg zu ei­ner Ei­ni­gung kom­men können, weil die bei­der¬sei­ti­gen un­ter­schied­li­chen Vor­stel­lun­gen nicht zu ei­ner Übe­rein­stim­mung zu brin­gen sind, wenn das Er­rei­chen ei­nes Kom­pro­mis­ses im Ver­hand­lungs­weg nicht mehr möglich ist, kei­ne Sei­te zu wei­te­ren Zu­geständ­nis­sen be­reit ist und oh­ne die Ein­lei­tung ei­nes Ar­beits­kamp­fes nach Auf­fas­sung min­des­tens ei­ner Sei­te ein Er­geb­nis nicht mehr er­zielt wer­den kann (Kis­sel, Ar­beits­kampf­recht, § 30 Rn. 15).

Un­ter Berück­sich­ti­gung die­ser Vor­ga­ben ist fest­zu­stel­len, dass die An­trags­geg­ne­rin das Ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zip ver­letzt hat. Die An­trags­geg­ne­rin hat sich dar­auf be­ru­fen, dass der Ar­beit­ge­ber­sei­te die For­de­rung nach ei­nen Ta­rif­ver­trag zum Ge­sund­heits­schutz und zur Ge­sund­heitsförde­rung seit lan­gem be­kannt ge­we­sen sei, nämlich seit­dem die Ta­rif­ver­hand­lun­gen zum TVöD lau­fen würden. Man ha­be sich je­doch zunächst auf ein Ta­rif­werk verständigt, aber dar­auf hin­ge­wie­sen, dass man zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt auf die­se For­de­rung zurück­kom­men wol­le. Sei­tens der An­trags­geg­ne­rin ist die For­de­rung nach ei­nem ent­spre­chen­den Ta­rif­ver­trag so­dann erst­ma­lig wie­der am 20.01.2009 er­ho­ben wor­den, oh­ne al­ler­dings ei­ne kon­kre­te For­de­rung vor­zu­le­gen. Die­se hat die An­trags­geg­ne­rin am 25.03.2009 in Form ei­nes Pa­piers mit ei­ner For­de­rung nach ei­nem „Ta­rif­ver­trag zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst". Nach­dem die An­trag­stel­le­rin durch die VKA zunächst erklärt hat­te, für die Ver­hand­lun­gen über ei­nen der­ar­ti­gen Ta­rif­ver­trag kein Ver­hand­lungs­man­dat zu be­sit­zen, sich in den Gre­mi­en ein Mei­nungs­bild ein­ho­len, um dann nach der Präsi­di­ums­sit­zung am 26. Mai 2009 auf die Ge­gen­sei­te zu­kom­men zu wol­len, lud die An­trag­stel­le­rin zu Ta­rif­ver­hand­lun­gen am 29.04.2009 in Ber­lin ein. Die Ar­beit­ge­ber­sei­te ist die­ser Ein­la­dung nicht ge­folgt ist. Dar­auf­hin ist die­ses Ver­hal­ten sei­tens der An­trags­geg­ne­rin als Ab­sa­ge von Ta­rif­ver­hand­lun­gen ge­wer­tet wor­den.

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Die­se Sicht­wei­se wird sei­tens der Kam­mer nicht ge­teilt. Es ist viel­mehr fest­zu­stel­len, dass sei­tens der Par­tei­en noch über­haupt kei­ne Ver­hand­lun­gen statt­ge­fun­den ha­ben. Es sind we­der wech­sel­sei­ti­ge Stand­punk­te aus­ge­tauscht wor­den, noch hat man in über­haupt ir­gend­ei­ner Wei­se mit­ein­an­der ge­spro­chen. Von ei­nem Schei­tern ir­gend­wel­cher Ver­hand­lun­gen kann nicht die Re­de sein, weil die­se noch gar nicht statt­ge­fun­den ha­ben. Die zeit­li­chen Vor­ga­ben der VKA wa­ren auch nicht so lang, dass von ei­nem Her­aus­schie­ben der Ver­hand­lun­gen bis hin zu ei­ner Ab­sa­ge der Ver­hand­lun­gen ge­spro­chen wer­den kann. Im Ge­gen­teil die VKA hat ge­ra­de kei­ne Ab­sa­ge von Ta­rif­ver­hand­lun­gen aus­ge­spro­chen, son­dern sich ei­nen an­ge­mes­se­nen und eben­so lan­gen Zeit­raum für die Mei­nungs­bil­dung in den Gre­mi­en er­be­ten, wie dies der An­trags­geg­ne­rin selbst zu­stand. Im Übri­gen nützt es we­nig, Ta­rif­ver­hand­lun­gen durch kurz ge­setz­te Ter­mi­ne zu er­zwin­gen, wenn we­der ein Mei­nungs­bild noch ein Ver­hand­lungs­man­dat vor­han­den ist. Ge­ra­de an­ge­sichts der weit­rei­chen­den Be­deu­tung des ge­for­der­ten Ta­rif­ver­tra­ges, der für 220.000 Beschäftig­te in 16 Mit­glieds­be­zir­ken gel­ten soll, wäre es vor dem Auf­ruf zu Streik­maßnah­men er­for­der­lich ge­we­sen, sich an den Ver­hand­lungs­tisch zu be­ge­ben und die wech­sel­sei­ti­gen Po­si­tio­nen aus­zu­tau­schen. Dies ge­bie­tet auch der Re­spekt vor dem je­weils an­de­ren Ver­hand­lungs­part­ner.

Die An­trags­geg­ne­rin kann sich auch nicht auf ein ih­rer An­sicht nach „güns­ti­ges Zeit­fens­ter" we­gen der an­ste­hen­den In­ves­ti­tio­nen durch das Kon­junk­tur­pa­ket II und die Wah­len be­ru­fen. Es geht der An­trags­geg­ne­rin um den Ab­schluss ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges, der für ei­nen lan­gen Zeit­raum Wir­kung ent­fal­ten und im­mer wie­der zu In­ves­ti­tio­nen im Be­reich des Ge­sund­heits­schut­zes führen soll. War­um es nun ge­ra­de auf das Kon­junk­tur­pa­ket II an­kom­men soll, er­sch­ließt sich der Kam­mer nicht.
Der Kam­mer hat sich viel­mehr der Ein­druck auf­ge­drängt, dass ent­ge­gen der be­kun­de­ten Äußerun­gen des An­trags­geg­ners sehr wohl das Ziel der An­trags­geg­ne­rin dar­in liegt durch das The­ma „Ge­sund­heits­schutz" Druck auf die Ein­grup­pie­rungs­ver­hand­lun­gen aus­zuüben, für die die Frie­dens­pflicht gilt. Dies er­gibt sich zum ei­nen aus den Me­di­en­be­rich­ten wie auch aus dem schriftsätz­li­chen Vor­brin­gen des An­trags­geg­ners, der auf das güns­ti­ge Zeit­fens­ter im Hin­blick auf das Kon­junk­tur­pa­ket II hin­weist. Die­ses güns­ti­ge Zeit­fens­ter be­steht aber auch und ge­ra­de für die An­trags­geg­ne­rin, um

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un­ter der Über­schrift „Ge­sund­heits­schutz" ei­nen Bo­gen zu der schlech­ten Be­zah­lung der Beschäftig­ten zu span­nen.

b) Kei­ne Ta­rif­be­zo­gen­heit

Der Ar­beits­kampf ist we­gen sei­ner „Hilfs­funk­ti­on für die Ta­rif­au­to­no­mie" gleich­zei­tig „Hilfs­in­stru­ment zur Si­che­rung der Ta­rif­au­to­no­mie". Des­halb darf der Ar­beits­kampf auch nur als In­stru­ment zur Durch­set­zung ta­rif­li­cher Re­ge­lun­gen ein­ge­setzt wer­den (BAG, st. Rechtspr. vom 5.3.1985113 b, BA­GE 48, 160). Nur der Ar­beits­kampf ist zulässig, der um den Ab­schluss ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges geführt wird, wel­cher in­halt­lich sei­ner­seits nicht rechts­wid­rig sein darf (Kis­sel, Ar­beits­kampf­recht, § 24 Rn. 29). Das be­deu­tet zu­gleich, dass der Ar­beits­kampf nur zur Durch­set­zung von rechtmäßigen Ta­rif­for­de­run­gen zulässig ist. Der Ar­beits­kampf um ei­nen nicht ta­rif­ver­trag­lich re­gel­ba­ren Ge­gen­stand ist un­zulässig (BAG vom 26.10.1971 un­ter II 3 zu h, BA­GE 23, 484, 504; Kis­sel, Ar­beits­kampf­recht, § 24 Rn. 9), was vor al­lem be­deu­tet, dass der Ar­beits­kampf nicht ge­gen die staat­li­chen Ge­set­ze ver­s­toßen darf.

Der sei­tens der An­trags­geg­ne­rin ge­for­der­te „Ta­rif­ver­trag zur be­trieb­li­chen Ge­sund­heitsförde­rung im So­zi­al- und Er­zie­hungs­dienst" verstößt ge­gen das Mit­be­stim­mungs­ge­setz Schles­wig-Hol­stein (MBG). Er sieht Re­ge­lun­gen vor, die we­gen des Ver­s­toßes ge­gen § 97 BPers­VG in Ver­bin­dung mit § 90 MBG nich­tig sind. Nach § 97 BPers­VG darf durch Ta­rif­ver­trag oder Dienst­ver­ein­ba­rung ei­ne von den ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten ab­wei­chen­de Re­ge­lung des Per­so­nal­ver­tre­tungs­rechts nicht zu­ge­las­sen wer­den. Die ent­spre­chen­de lan­des­ge­setz­li­che Re­ge­lung in § 90 MBG lau­tet, dass durch Ta­rif­ver­trag, Dienst­ver­ein­ba­run­gen oder sons­ti­ge Ver­ein­ba­run­gen ab­wei­chen­de Re­ge­lun­gen nicht ge­trof­fen wer­den können, so­weit die­ses Ge­setz nichts an­de­res be­stimmt.

Nach Zif­fer III. 2. des ge­for­der­ten Ta­rif­ver­tra­ges sind „be­trieb­li­che Kom­mis­sio­nen" ein­zu­rich­ten, de­ren Mit­glie­der zur Hälf­te vom Ar­beit­ge­ber und vom Be­triebs-/Per­so­nal­rat aus dem Be­trieb be­nannt wer­den. Die­se be­trieb­li­che Kom­mis­si­on hat ein Letz­tent­schei­dungs­recht, wenn ei­ne Ei­ni­gung über zu tref­fen­de „Maßnah­men" des

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Ar­beits­schut­zes und der Ge­sund­heitsförde­rung nicht zu­stan­de kommt. Über Vor­schläge des „Zir­kels zur Ge­sund­heitsförde­rung" ent­schei­det bei Ab­leh­nung durch den Ar­beit­ge­ber die be­trieb­li­che Kom­mis­si­on ab­sch­ließend mit ei­nem Letz­tent­schei­dungs­recht. Der Ar­beit­ge­ber sei­ner­seits kann ei­nen Vor­schlag des „Zir­kels zur Ge­sund­heitsförde­rung" nicht mit dem Hin­weis auf rein wirt­schaft­li­che Über­le­gun­gen ab­leh­nen.

Die­se Re­ge­lung verstößt ge­gen das Mit­be­stim­mungs­recht Schles­wig-Hol­stein. In § 51 i. V. m. § 54 Abs. 4 Nr. 4 MBG ist für den Per­so­nal­rat ein Mit­be­stim­mungs­recht bei Maßnah­men zur Verhütung von Dienst- und Ar­beits­unfällen und sons­ti­gen Ge­sund­heitsschädi­gen­den vor­ge­se­hen. Der von der An­trag­geg­ne­rin ge­for­der­te Ta­rif­ver­trag greift in das Mit­be­stim­mungs­recht des Per­so­nal­ra­tes ein. Zum ei­nen würde das Mit­be­stim­mungs­recht des Per­so­nal­ra­tes ne­ben das Mit­be­stim­mungs­recht der be­trieb­li­chen Kom­mis­si­on tre­ten, zum an­de­ren hat die be­trieb­li­che Kom­mis­si­on das Recht ei­ne ab­sch­ließen­de Ent­schei­dung zu tref­fen, wenn der Ar­beit­ge­ber vor­ge­schla­ge­ne Maßnah­men nicht um­set­zen will. Das ge­sam­te, im Mit­be­stim­mungs­ge­setz Schles­wig-Hol­stein vor­ge­se­he­ne Ei­ni­gungs­stel­len­ver­fah­ren würde auf­grund des Letz­tent­schei­dungs­rechts der Kom­mis­si­on leer lau­fen. Die Be­fug­nis­se der Ei­ni­gungs­stel­le würden auf die be­trieb­li­che Kom­mis­si­on über­tra­gen. Es würde ein im MBG ge­setz­lich nicht vor­ge­se­he­ner neu­er Ent­schei­dungs­träger ein­geführt. Dies ist we­der mit dem Sys­tem des MBG noch mit den Grundsätzen des Haus­halts­rechts ver­ein­bar.
Der Ta­rif­ver­trag verstößt in der ge­for­der­ten Form nämlich auch ge­gen das De­mo­kra­tie­prin­zip des Art. 28 GG. Es muss das Recht des öffent­li­chen Ar­beit­ge­bers auf ei­ne ei­ge­ne Fi­nanz­ver­wal­tung gewähr­leis­tet sein; dies folgt aus Art. 28 Abs. 2 Satz 2 GG. Die Gewähr­leis­tung der Selbst­ver­wal­tung um­fasst auch die Grund­la­gen der fi­nan­zi­el­len Ei­gen­ver­ant­wor­tung. Die­se fi­nan­zi­el­le Ei­gen­ver­ant­wor­tung ist nicht mehr vor­han­den, wenn der öffent­li­che Ar­beit­ge­ber sich ver­pflich­ten müss­te, Letz­tent­schei­dun­gen der be­trieb­li­chen Kom­mis­si­on oh­ne Rück­sicht auf die Vor­ga­ben des Haus­halts­rechts zu erfüllen.
Die­sem Grund­satz trägt § 54 Abs. 3 Satz 3 MBG Rech­nung, in­dem er vor­gibt, dass sich die Be­schlüsse der Ei­ni­gungs­stel­le im Rah­men der Rechts­vor­schrif­ten, ins­be­son­de­re im Rah­men des Haus­halts­rechts zu hal­ten ha­ben.

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Die Wah­rung die­ses Bud­get­rechts ist bei dem im Ta­rif­ver­trag vor­ge­se­he­nen Letz­tent­schei­dungs­recht der be­trieb­li­chen Kom­mis­si­on nicht ge­deckt. Der ge­for­der­te Ta­rif­ver­trag sieht dem­ge­genüber so­gar vor, dass der Ar­beit­ge­ber ei­nen Vor­schlag nicht un­ter Hin­weis auf die wirt­schaft­li­che La­ge ab­leh­nen darf. Hier­mit wäre der Ar­beit­ge­ber den fi­nan­zi­el­len For­de­run­gen der Kom­mis­si­on oh­ne Be­gren­zung aus­ge­lie­fert. Die­ses ist nach den Vor­ga­ben von Art. 28 Abs. 2 Satz 2 G nicht hin­nehm­bar. Der an­gekündig­te Streik ver­letzt das Ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zip und ist nicht ta­rif­be­zo­gen. Er ist da­her rechts­wid­rig.

Da der Streik we­gen der Ver­let­zung des Ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zips und man­gels Ta­rif­be­zo­gen­heit be­reits rechts­wid­rig ist, konn­te die Fra­ge der Ver­let­zung der re­la­ti­ven Frie­dens­pflicht da­hin­ste­hen.

Die sei­tens der Kam­mer im Rah­men des Verfügungs­grun­des vor­zu­neh­men­de In­ter­es­sen­abwägung hat er­ge­ben, dass die In­ter­es­sen der An­trag­stel­le­rin an der Un­ter­sa­gung der Ar­beits­kampf­maßnah­men höher zu be­wer­ten sind als die In­ter­es­sen der An­trags­geg­ne­rin an der Durchführung des Streiks. Die Un­ter­las­sung ei­nes Ar­beits­kamp­fes ist zur Ab­wen­dung we­sent­li­cher Nach­tei­le nötig.

Da der ein­ge­for­der­te Ta­rif­ver­trag ein nicht er­streik­ba­res Ziel be­inhal­tet und da­mit den Ar­beits­kampf un­zulässig macht, kann dies nicht auf Sei­ten des An­trags­geg­ners als be­son­ders förde­rungswürdi­ges In­ter­es­se berück­sich­tigt wer­den. We­gen des Ver­s­toßes ge­gen das Ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zips ist des Wei­te­ren nicht zu recht­fer­ti­gen, dass die An­trags­geg­ne­rin be­reits in die­sem Sta­di­um der Ta­rif­ver­hand­lun­gen zu Streik­maßnah­men auf­ruft.

Im Ge­gen­satz zu den In­ter­es­sen des An­trags­geg­ners wie­gen die In­ter­es­sen der An­trag­stel­le­rin höher, die den Bürge­rin­nen und Bürgern ein funk­ti­onstüch­ti­ges Sys­tem an so­zi­alpädago­gi­schen Ein­rich­tun­gen zur Verfügung stel­len muss. Die be­trof­fe­nen El­tern und Kin­der ha­ben kei­ner­lei Ein­flussmöglich­kei­ten auf die Ver­hand­lun­gen und sind den Fol­gen des Streiks aus­ge­lie­fert. Der Streik trifft in sei­nen Aus­wir­kun­gen die kleins­ten und hilf­lo­ses­ten Per­so­nen un­se­rer Ge­sell­schaft, nämlich die Kin­der, die auf ei­ne kon­ti­nu­ier­li­che Be­treu­ung durch ih­nen be­kann­te Per­so­nen an­ge­wie­sen sind.

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Kurz­fris­ti­ge Aus­weichmöglich­kei­ten für ca. 2.800 Kin­der zu fin­den, er­scheint auch durch den Hin­weis auf kom­mer­zi­el­le Be­treu­ungsmöglich­kei­ten ab­we­gig. Darüber hin­aus ist die Si­tua­ti­on ge­ra­de nicht mit der ei­nes kurz­fris­tig er­krank­ten Kin­des zu ver­glei­chen. In der­ar­ti­gen Fällen ha­ben die El­tern ei­nen ge­setz­li­chen An­spruch nach § 45 5GB V auf Be­zug von Kran­ken­geld, um zu Hau­se zu blei­ben und das Kind zu be­treu­en. Dies ist bei Streik­maßnah­men ge­ra­de nicht der Fall. Im Übri­gen führt der Streik ggf. auch zu Schwie­rig­kei­ten in den Ar­beits­verhält­nis­sen der El­tern selbst, wenn die­se kei­ne Be­treu­ung fin­den und kurz­fris­tig der Ar­beit fern blei­ben müssen.

Die An­trags­geg­ne­rin hat durch ih­re Ankündi­gung auch zu bun­des­wei­ten Streiks auf­ru­fen zu wol­len, deut­lich ge­macht, dass es vor­lie­gend ge­ra­de nicht um ei­nen Ein­zel­fall geht, son­dern ei­ne Wie­der­ho­lungs­ge­fahr ge­ge­ben ist.

Ab­sch­ließend weist die Kam­mer dar­auf hin, dass die ge­trof­fen Ent­schei­dung sich zwar we­gen des auf den Streik­tag 19. Mai be­grenz­ten An­tra­ges nur mit ei­nem Streik­ver­bot für den 19. Mai aus­ein­an­der­setzt. In­halt­lich hat die Ent­schei­dung aber bun­des­wei­te Be­deu­tung, da der ge­for­der­te Ta­rif­ver­trag bun­des­weit gel­ten soll und im Übri­gen das Ul­ti­ma-ra­tio-Prin­zip grundsätz­lich gilt.

c) Glaub­haft­ma­chung

Die An­trag­stel­le­rin hat den zu si­chern­den An­spruch wie auch den Verfügungs­grund durch die Vor­la­ge di­ver­ser Ur­kun­den glaub­haft ge­macht (§§ 935, 920 Abs. 2 ZPO).

B.

Da die Ar­beits­kampf­maßnah­me am 19. Mai 2009 rechts­wid­rig ist, war die An­trags­geg­ne­rin zu ver­pflich­ten, ih­ren Streik­auf­ruf der­ge­stalt zurück­zu­neh­men, dass er auch noch al­le Beschäftig­ten recht­zei­tig er­reicht. Der An­trag der An­trag­stel­le­rin ist in­so­weit von der Kam­mer aus­ge­legt wor­den, dass der Wi­der­ruf ei­nen Streik am 19.05.2009 tatsächlich un­ter­bin­det. Die­ses Ziel war nur mit ei­ner ent­spre­chen­den Ankündi­gung

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auf der Start­sei­te der In­ter­net­sei­te www.v....de bis 16:00 Uhr am 18.05.2009 zu er­rei­chen.

C.

Gemäß § 890 ZPO ist der Schuld­ner, der der Ver­pflich­tung zu­wi­der han­delt, ei­ne Hand­lung zu un­ter­las­sen, we­gen ei­ner je­den Zu­wi­der­hand­lung auf An­trag des Gläubi­gers von dem Pro­zess­ge­richt ers­ter In­stanz zu ei­nem Ord­nungs­geld und für den Fall, dass die­ses nicht bei­ge­trei­ben wer­den kann zur Ord­nungs­haft zu ver­ur­tei­len. Das ein­zel­ne Ord­nungs­geld darf den Be­trag von 250.000,00 Eu­ro nicht über­stei­gen, die Ord­nungs­haft ins­ge­samt 2 Jah­re nicht über­stei­gen. Gemäß § 890 Abs. 2 ZPO muss der Ver­ur­tei­lung ei­ne ent­spre­chen­de An­dro­hung vor­aus­ge­hen, die be­reits in dem Ur­teil ent­hal­ten sein kann. Da die An­trag­stel­le­rin ei­ne Wie­der­ho­lungs­ge­fahr dar­ge­legt hat und im Übri­gen von dem An­trags­geg­ner mit der Ver­ur­tei­lung der Zif­fer 1. ei­ne Un­ter­las­sung ver­langt wird, war auf An­trag der An­trag­stel­le­rin be­reits ei­ne An­dro­hung von Zwangs­maßnah­men im Ur­teil auf­zu­neh­men.

Glei­ches gilt für den An­trag zu Zif­fer 4. Nach § 888 ZPO kann auf An­trag des An­trag­stel­lers Zwangs­haft an­ge­ord­net wer­den, wenn die der An­trags­geg­ne­rin auf­er­leg­te Hand­lung nicht vor­ge­nom­men wird. Zwar ist nach § 888 Abs. 2 ZPO in die­sem Fall ei­ne vor­he­ri­ge An­dro­hung nicht not­wen­dig. Un­ter dem Ge­sichts­punkt der Verhält­nismäßig­keit er­scheint es er­for­der­lich, ei­nen der­ar­ti­gen An­trag vor­lie­gend an­zu­dro­hen.

D.

Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 46 Abs. 2 ArbGG, § 91 ZPO. Die Streit­wer­tent­schei­dung be­ruht auf § 39 ff. GKG. Aus Sicht des Ge­richts han­delt es sich bei der Un­ter­sa­gung ei­nes Streiks um ei­ne vermögens­recht­li­che Strei­tig­keit. Der Streik­auf­ruf hat für die An­trag­stel­le­rin un­mit­tel­ba­re Fol­gen, die nicht nur im im­ma­te­ri­el­len Be­reich an­ge­sie­delt sind. Hin­sicht­lich der Höhe hat sich das Ge­richt von der Höhe des an-

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ge­droh­ten Ord­nungs­gel­des lei­ten las­sen. Die An­dro­hung des Ord­nungs­gel­des wirkt sich nicht streit­wert­erhöhend aus. We­gen der Endgültig­keit der Ent­schei­dung im Eil­ver­fah­ren schei­det ein Ab­schlag für das vor­lie­gen­de Ver­fah­ren aus.

gez. ...

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